[Politik und Gesellschaft] Massaker in Nigeria - offenbar 2000 Tote

Am Mittwoch ist es offenbar zu einem Angriff der islamistischen Sekte Boko Haram auf die Grenzstadt Baga im Nordosten Nigerias gekommen. Dabei sollen 2000 Menschen getötet worden und die Stadt völlig niedergebrannt worden sein. Bereits im Januar 2015 und im April 2013 kam es zu Angriffen auf die an den Tschad grenzende Stadt durch Boko Haram, bei denen hunderte Menschen getötet wurden und tausende Wohnungen zerstört wurden. Die Stadt Baga hatte ursprünglich ca. 10.000 Einwohner, sie liegt in einem Gebiet das zu etwa 70% von Boko Haram kontrolliert wird.

Quellen:



 
Die Wahrnehmung wird eindeutig dadurch beeinflußt, wo etwas stattfindet. Während man das eine als Bedrohung wahrnimmt, ist das andere nur ein schlimme Nachricht.
 
Ja, natürlich. Ist inhaltlich sogar im gewissen Sinne korrekt so.
 
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  • #4
Leider ja. Eben im N24 Livestream hat der Moderator angemahnt dass aus der arabischen Welt ja relativ wenig Statements zu dem Attentat in Paris (mittlerweile wohl 14 Tote) gekommen sind, während in Nigeria ein Massaker mit 2000(!) Toten stattgefunden hat, über das noch nicht einmal besonders berichtet wird. Zum Vergleich: Bei den Anschlägen vom 11. September starben etwa 3000 Menschen.
 
...während in Nigeria ein Massaker mit 2000(!) Toten stattgefunden hat, über das noch nicht einmal besonders berichtet wird.
Was ich so nicht bestätigen würde. Einerseits wird die Zahl von 2000 Toten von der Regierung bestritten (als ob es darauf ankäme), andererseits ist durchaus im ÖR darüber berichtet worden. Abstreiten kann man aber auch wieder nicht, dass die Wahrnehmung auch bei der Berichterstattung ein wichtiger Aspekt ist. Insofern hast du wohl leider Recht.

Afrika ist halt weit weg, außerdem betrifft uns das ja sowieso nicht, ist ja schließlich nur die Dritte Welt, während die USA 2001 und jetzt die Franzosen unsere Brüder und Schwestern sind. Wir gehören schließlich alle zur Ersten Welt - und natürlich sind Frankreich und vor allen Dingen die USA nicht so weit entfernt wie Afrika.
(Das erklärt vielleicht, warum der Völkermord im Kongo 2001 kaum Beachtung fand.)
Jetzt müssen wir erst mal wieder solidarisch sein, quasi alle zu Franzosen werden.

Abseits vom Zynismus kann ich allerdings tatsächlich verstehen, dass das Massaker in Nigeria weniger Beachtung findet. Denn dass es eine gewisse Bedrohung durch den Terror auch für uns immer gab und gibt, rückt natürlich jetzt erst wieder besonders ins Bewusstsein. Nigeria ist ja trotz allem tatsächlich ein Stück weiter weg als Frankreich. Zusätzlich weiß man ja, dass in Nigeria und/oder Nahen Osten Terrorgruppen mordend durch die Gegend streifen. Ist vielleicht doch ein bisschen makabere "Gewohnheit", die wir hier schon lange nicht mehr hatten.
 
Und nun sprechen wir wieder alle gebetsmühlenartig nach:

"Das hat alles mit dem Islam nichts zu tun!" :rolleyes:
 
So unmenschlich wie sich das anhört, solange die nicht in Europa einmarschieren sollte man die Menschen dort sich selbst überlassen. Letztlich läufts doch sonst immer nur wieder drauf raus, dass ein Regime, Sekte, Warlord oder sonstwas durch den nächsten ersetzt wird. Schlimm was da passiert, lässt sich aber nicht vermeiden solange man Menschen hat, die radikal und intolerant denken.
 
Alleine lassen, in einer globalisierten Welt?

Oder soll das bedeuten, unsere Waffen dürfen sie kaufen, aber was sie damit machen, will ich gar nicht wissen?
 
Was schlägst du vor? Einmarschieren, alle töten von denen man meint sie wären böse. Neue Regierung einsetzen, die die Anhänger der neuen Minderheit unterdrückt und auf das Pfeifen der USA hört? Hat ja scheinbar bis jetzt immer ganz gut geklappt. Und dann wundert man sich, dass man in den Fokus von Terroristen kommt.
 
Was geschieht, wenn niemand eingreift, hat man vor 20 Jahren in Ruanda gesehen.
 
Und dann wenn man eingegriffen hat wird alles besser? Die Menschen müssen nun mal selber dazu kommen sich verteidigen zu können. Was will man sonst machen, überall weltweit die eigenen Soldaten stationieren und die westliche Demokratie und das Christentum missionieren?
 
Die Konflikte sind id.R. ebensowenig autonom, wie es die Menschen vor Ort sind. Da kann man keinen Deckel darauf machen. Da stecken vielfältige Interessen hinter und die Auswirkungen sind auch nicht lokal begrenzt.
 
Und nun sprechen wir wieder alle gebetsmühlenartig nach:

"Das hat alles mit dem Islam nichts zu tun!" :rolleyes:
Gedacht habe ich das natürlich auch sofort. Sagen darf man das aber nicht, weil man sonst der krasse Nazi ist.

Mit etwas Abstand ist meine Meinung dazu:
Natürlich hat das etwas mit dem Islam zu tun. Dass alle Moslems Terroristen sind, stimmt aber natürlich trotzdem nicht. Trotzdem wächst auch in mir der Wunsch nach "So gehts nicht weiter", trotzdem habe ich keine sinnvolle Lösung oder Vorschlag.
Eigentlich kotzt mich das alles einfach nur noch an. ALLES! Linke, Rechte, Pegida, Terroristen, Moslems die hier in dritter Generation leben und immer noch kein deutsch können, verblendete rechte Spinner, die alles und jeden über einen Kamm scheren, Politiker die außer Phrasen nix zu sagen haben, Medien die einen manipulieren...Liste ließe sich fortsetzen...
 
so frustriert?
kommst du aus dresden?
passt jedenfalls perfekt für die pagidaklientel. kanst ja "pegida" aus deiner auflistung bei deinem plakat weglassen.
 
Schön das glaubst irgendein Klientel irgendeiner Stadt zu kennen und einen inhaltlich sinnvollen und kaum subtil provozierenden Kommentar dazu abgibst. Glückwunsch.
 


Er sicher nicht, aber ich. Und ich wuerde seinen Post so unterschreiben. Aber weisste, auf solche Trottel wie dich hab ich noch weniger Lust als auf die Spaziergaenger.
 
IS hat vorgestern auch wieder 200 Leute abgemurkst. War halt kein Europäer oder Ami dabei :unknown:
Den Ebolaimpfstoff hatten sie ja auch sofort parat, als der erste Ami daheim ankam. Die Afrikaner dürfen jetzt auch langsam mal dran denken, ihn zu "testen"....

So ist das halt, manche sagen ja immer "Paris ist näher an uns dran als Afrika, deswegen bewegt es uns mehr".
So? Soweit ich weiß, ist Amerika nochn Stück weiter weg.

Übrigens sind am 11.September auch 50k Menschen verhungert :unknown:
 
so frustriert?
kommst du aus dresden?
passt jedenfalls perfekt für die pagidaklientel. kanst ja "pegida" aus deiner auflistung bei deinem plakat weglassen.

Ja astrein, wenn Drumkits (ja, Plural) abwertend über Menschen reden, die angeblich alle über einen Kamm scheren, während sie selbst alle Dresdner und Only1s über einen Kamm scheren. Das ist so gar nicht paradox. :coffee:


Finds - zum Thema - btw. nicht weniger grausam oder erschreckend als 9/11. 2000 Menschen ist ne brutal hohe Zahl und wofür sind sie gestorben? Für nichts. Einfach überrannt von ein paar Irren. Und ja ich teile die Meinung - man hätte sich im nahen Osten nie einmischen dürfen. In keiner Form. Weder durch Waffenlieferungen noch durch anders geartete Unterstützung einer der Parteien.
Schrieb das in einem anderen Thread schon mal: Flüchtlinge aufnehmen ja, alles andere nein.
Gibt Dinge, die müssen Menschen von sich aus erkennen und lernen. Fehlt die Einsicht, kann man sich den Mund fusslig reden, es wird sich nichts ändern.
 
Schrieb das in einem anderen Thread schon mal: Flüchtlinge aufnehmen ja, alles andere nein.
Gibt Dinge, die müssen Menschen von sich aus erkennen und lernen. Fehlt die Einsicht, kann man sich den Mund fusslig reden, es wird sich nichts ändern.
Das würde ich exakt so unterschreiben.
 
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