Linux-Kompatibler Scanner oder Scanner/Drucker-Kombination

Pleitgengeier

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Da BR-Scan(-1) (linux-Treiberpaket für sehr alte Brother-Scanner) nach wie vor nicht mit USB3 kompatibel ist, aktuelle Mainboards keine USB2-Schnittstellen mehr haben und vermutlich auch niemand Entwicklungszeit in >10 Jahre alte Geräte stecken wird:

Ich suche einen Scanner mit folgenden Eigenschaften:
  • Linux-Kompatibel
  • W-Lan wäre sehr gut
  • bis zu A4 reicht völlig

Nach einer kurzen Suche bei Geizhals.de entstand bei mir der Eindruck, dass es einfache Flachbettscanner offenbar schlicht nicht mehr gibt.

Da es deshalb vermutlich eine Scanner-/Drucker-Kombination wird, hätte ich gerne folgende Eigenschaften für den Drucker:
  • Farbdrucker
  • A4 reicht
  • Günstige Tinte - entweder (gut funktionierender!) Nachbau oder von Haus aus günstig (zB Brother hatte das was mit Tanks ohne Elektronik vor vielen Jahren...)

Das soll natürlich keine Aufforderung sein für mich das Netz abzugrasen, aber vielleicht hat ja jemand von euch Erfahrungen mit einem Gerät, dass da passen würde :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn dein aktueller Drucker/Scanner keine Lan-Schnittstelle hat und keine USB-Treiber verfügbar sind, dann nimm doch einen mit FTP oder Mail-Support und (W)LAN-Schnittstelle, dann bist du unabhängig vom Betriebssystem was den Scanner angeht und brauchst wegen dem eingebauten Printserver keine USB-Treiber.

Per vorab hinterlegten Profilen am Drucker kannst du dann beim Scannen direkt auswählen wo/wie es hin gespeicherten werden soll. Am besten schaust du immer vorher welche Alternativ-Farbe für das Model verfügbar ist und wie diese nachgefüllt werden kann, ich selbst beziehe meine Farbe oft von octopus-office, will jetzt aber keine Werbung machen, dort gibt es aber oft auch Videos zum Nachfüllen für verschiedene Modelle.

Die Brother-Drucker selbst lassen sich fast alle per CUPS über das Netzwerk einbinden. Am besten schaust du im bei Brother welche Treiber für Linux zur Verfügung stehen, dort gibt es auch immer gute Tipps.

Ich meine auch, dass ich vor Jahren auch den Scanner vom 7840W direkt über Linux ansteuern konnte mit , Treiber für den Scanner und Drucker fand ich dort auch im Brother-Support-Portal. Zum Support von Brother hatte ich vor Jahren auch schon Kontakt, diese halfen mir sogar bei Fragen zu Linux weiter und gaben mir sogar Tipps wie ich den Tintenfüllstand für ein Monitoring per Nagios auslesen kann, obwohl dies nicht offiziell supported wurde, daher ist mir der Support auch in guter Erinnerung geblieben.

Bei mir in der Firma setzen wir diese Drucker seit teilweise >6? Jahren ein:
Inkjet-A3:
mfc-5890cn, das Papierfach kann einfach ausgestreckt werden, dann kann man bis zu A3 drucken und es hatte keine Chips an den Patronen. Mittlerweile habe ich dort öfters mal einen Papierstau auf der Rückseite, aber nach so vielen Jahren, darf das auch mal sein, ist wahrscheinlich nur verdreckt.

Laser-A4-SW, kommt für dich daher nicht in Frage: mfc7840W und mfc-L2740DW. Ähnliche Drucker gibt es aber auch mit Farbe und sogar ADF und bei manchen auch mit Duplex-Einheit, wenn es komfortabler sein soll. Klick dich auf der Brother-Seite doch einfach mal durch den Konfigurator, und schau was in deinem Budget liegt.

Den Inkjet-A3 hatte ich damals relativ günstig bei Amazon für ~99€ bekommen, der hat zwar keine Duplex-Einheit, und es fehlen ein paar Funktionen welche nur bei den anderen Modellen dabei sind, wie z.B. der Webserver, (FTP und Mailfunktion, kann ich aber gerade nicht mehr sagen ob es dabei ist, da müsstest du mal ins Handbuch schauen). Dort konnte ich aber auch günstige Alternativ-Tinte über mit Spritzen befüllbaren seperate Fill-In-Patronen verwenden, geht ohne Sauerei, wenn man nicht gerade die Flasche mit der Farbe umkippt :). Macht sehr gute Foto-Drucke, sogar bis zu A3, ist aber nicht für großes Druckvolumen. Wir drucken damit immer unsere Angebots-Preisschilder, habe damals kurz nach dem Kauf direkt alternativ-Farbe bestellt, 4*500ml, diese reicht uns bis heute noch.
Laser gibt ein bisschen mehr Sauerei durch den feinen Tonerstaub, wenn du diese selbst befüllen willst, daher nur mit Maske und Handschuhen und viel Vorsicht arbeiten.
 
Scanner
Ich hatte mir mal vor langer Zeit einen für unter 30€ bei Ebay geschossen. Den hab an meine NAS angeschlossen, den Sane-Treiber installiert und hab jetzt einen Netzwerkscanner, d.h. ich kann von jedem Rechner im Netz aus das Ding benutzen. Tut seinen Job 1a ohne Murren und Probleme. Ich glaub, das Ding war deswegen so billig, weil zu diesem Zeitpunkt gerade Win10 rauskam und Canon dafür keinen Treiber zur Verfügung stellte.

Bei der Suche bin ich damals nach der vorgegangen, d.h. nur Geräte, die darin auch als voll kompatibel gelistet waren.

Drucker
Brother würde ich vermutlich eher nicht empfehlen. Mein Vater hat einen Brother HL-2135w. Ist zwar toll, dass Brother selbst Linux-Treiber dafür zur Verfügung stellt. Das Problem ist dasselbe wie bei meinem Samsung CLP-315w: Die vom Hersteller zur Verfügung gestellten Treiber sind Binärtreiber, die oft auch noch irgendwelche Wrapper und Filter mit installieren. Das funktioniert ganz toll bei der Erstinstallation. Ist der Drucker dann aber mal älter und die gcc-Runtime nicht mehr kompatibel, dann artet das Ganze bei einem Cups-Update schnell in Gefrickel aus. Bei meinem Samsung ist das so ein Scheiß-Gebastel. Aktuell funktionieren da nur noch die mit Color-Profilen der Originaltreiber. Deswegen wird mein nächster Drucker einer, bei dem der Treiber als reine PPD-Datei vorliegt.

Gute Erfahrungen hab ich mit gemacht. Über das Ding funktioniert eine Menge.

Grundsätzliches Vorgehen bei der Suche
  1. Sich für Laserdrucker (Tintenpisser will man seit 15 Jahren nicht mehr, außer man druckt jeden Tag Fotos) und Netzwerkdrucker (kein USB) entscheiden.
  2. konfigurieren.
  3. Treiberunterstützung suchen: +
  4. Per Google nach Macken und Problemen suchen.
  5. Per Google rausfinden, ob Herstellerzwang für den Toner besteht, oder ob auch Noname-Toner verwendet werden können. Generell Druckkosten vergleichen.
  6. Wenn alle Punkte und Preis ok, dann kaufen, sonst wieder mit Punkt 2 beginnen.

Ein Budget hast du jetzt nicht genannt. Ich hab bei einfach mal ein paar Kriterien reingeschmissen, die mir jetzt wichtig erschienen wären. Vermutlich hätte ich aus der Liste erst mal mit einem HP, z.B. den angefangen zu suchen. Der wird anscheinend über die ganz gut unterstützt ( ). Allerdings sind manche nicht so prickelnd.

Thema Fotos
Wenn wir mal viele Fotos zum Drucken haben, dann lad ich die bei hoch. 2 Tage später hat man dann die Fotos im Briefkasten.
 
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  • #4
Scanner
Ich hatte mir mal vor langer Zeit einen für unter 30€ bei Ebay geschossen. Den hab an meine NAS angeschlossen, den Sane-Treiber installiert und hab jetzt einen Netzwerkscanner, d.h. ich kann von jedem Rechner im Netz aus das Ding benutzen.
Hat dein NAS eine x86-CPU?

Ich hatte nämlich auch die Idee, einen RPI2 als Print/Scan-Server zu benutzen, nur gibt es die Treiber von Brother nur für x86 und amd64

Bezgülich Laser vs Tinte: Es sind zwei uralte Drucker vorhanden, ein SW-Laser und ein Tintenstrahl.
Beide haben einen integrierten Scanner und beide haben das gleiche Problem mit Sane und USB3, während das Drucken mit beiden wunderbar funktioniert.
 
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  • #6
und hier im Büro laufen die auch mit Linux problemlos.

Die Frage ist nur wie lange...
Die beiden hier liefen auch Problemlos bis PCs ins Haus kamen die nur USB3 haben.

Andererseits ist das vielleicht auch Jammern auf hohem Niveau. Es gibt auch zig Geräte die schon für das nächste Windows keine Treiber erhalten
 
Hat dein NAS eine x86-CPU?

Nein, ist ARM. Deswegen betonte ich ja die Open-Source-Treiber sowohl bei Sane als auch bei Cups.

Für meinen Samsung-Drucker hatte ich ebenfalls auf der NAS testweise einen CUPS-Printserver eingerichtet. Hat zwar funktioniert, aber wegen des notwendigen Wrappers dauerte dann jeder Druckvorgang 20 min. Der Treiber konvertiert Postscript in die Samsung Printing Language. Und das ist einfach nur Mist.
 
So, bin wieder im Lande. Hier mal meine Sane-Konfiguration. Ich verwende Gentoo. Eventuell können die Paketnamen in anderen Distris abweichen.

Hardware
  • : ARM-basiertes NAS ( ). Allerdings läuft auf dem Ding ein normales , d.h. nicht mehr die originale Zyxel-Firmware.

Der Scanner wird an den USB-Port der NAS angestöpselt.

NAS + sämtliche Rechner im Netz, die scannen dürfen
Paket installieren

/etc/sane.d/dll.conf
Code:
Expand Collapse Copy
net
genesys
Hier könnte man auch alle Treiber stehen lassen. Aber so wird der Scanner schneller gefunden. Genesys ist der Treiber für meinen Lide200.

NAS
Scanner im Netz freigeben
/etc/sane.d/saned.conf
Code:
Expand Collapse Copy
localhost
192.168.1.0/24

/etc/systemd/system/saned@.service
Code:
Expand Collapse Copy
[Unit]
Description=Scanner Service
Requires=saned.socket

[Service]
User=saned
Group=scanner
ExecStart=/usr/sbin/saned
StandardInput=socket
StandardError=syslog


/etc/systemd/system/saned.socket
Code:
Expand Collapse Copy
[Unit]
Description=saned incoming socket

[Socket]
ListenStream=0.0.0.0:6566
Accept=yes

[Install]
WantedBy=sockets.target

Socketlistener starten + aktivieren
Code:
Expand Collapse Copy
systemctl start saned.socket
systemctl enable saned.socket

Clientrechner
/etc/sane.d/net.conf
Code:
Expand Collapse Copy
nas

Mit dieser Config kann ich sowohl von meinem Desktoprechner als auch von meinem Notebook aus über Gimp/XSane auf den Scanner so zugreifen, als würde der lokal am jeweiligen Rechner hängen. Dazu benötigt man aber halt einen Scanner, der nativ von Sane unterstützt wird - also keinen Binary-Treiber.

Drucken ist ebenfalls so ähnlich realisierbar. Aber auch hier ist es wichtig, dass als Treiber nur eine PPD-Datei für Cups notwendig ist und kein Binary-Treiber, Wrapper oder Filter zum Einsatz kommt. Damit fallen dann aus der Kaufentscheidung viele Drucker, u.a. Samsung, aber auch diverse Brother-Modelle raus.
 
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