Laptop überhitzt

Rakorium-M

NGBler
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Hallo,
ich besitze einen etwa 5 Jahre alten Laptop (Acer Aspire 5750), der seit einiger Zeit unter Hitzeproblemen leidet. Selbst im (fast-) Leerlauf erreicht die CPU nach einigen Minuten ca. 85°, die dedizierte GPU an die 70° (obwohl nur die iGPU aktiv ist). Die Temperaturen sind definitiv kein Messfehler, sondern auch am Gehäuse spürbar.

Bisher konnte ich solche Probleme immer beheben, indem ich den Kühlkörper gereinigt hab. Also Laptop komplett zerlegt. Wie ich dann feststellen durfte, sind Kühlkörper und Lüfter noch fast komplett sauber - nur im hintersten Winkel hängt ein bisschen Staub. Also wohl nicht das Problem. Beim letzten Reinigen hatte ich auch die Wärmeleitpaste ersetzt. Könnten daher die hohen Temperaturen stammen? So sieht das Ganze nach dem Öffnen aus:


Hab ich zu viel / zu wenig Paste drauf? Wie könnte man die Temperaturen sonst noch in den Griff bekommen?

Gruß
Rakorium
 
Meiner Meinung nach ist das viel zu viel Wärmeleitpaste. So eine Paste soll nur kleine Unebenheiten am Kühlkörper bzw. an der CPU ausgleichen. Zudem sollte man zusehen, dass die Wärmeleitpaste nicht seitlich auf das Plastik der CPU quillt.

Ich für meinen Teil verwende immer nur so viel Paste, dass man nach dem Verstreichen die Schrift auf der CPU noch gerade so lesen kann.
 
Wärmeleitpaste ist aber nicht elektrisch leitend und eigentlich macht das auch nichts, wenn was überquillt – wer wie viel davon nutzt, ist eigentlich eine Glaubensfrage. Manche (wie ich) machen einfach einen kleinen Klecks in die Mitte, andere (wie mathmos) verstreichen das.

Ich sehe hier nicht unbedingt viel zu viel WLP, bei meinem Lenovo Thinkpad X220 war das werksseitig ungefähr genauso "versifft", eher war der Chipsatz rund um die CPU noch viel schlimmer verkrustet.

Ist aber wurst, selbst mit etwas zu viel oder zu wenig WLP sollte dieses Problem im IDLE nicht auftreten. Nur bei mehreren Minuten Vollast sollte überhaupt ein Anstieg über 80°C möglich sein, 85°C ist schon wahnsinnig viel.

Hast du die alte WLP vollständig entfernt, beispielsweise mit einem Küchentuch und Isopropanol? Falls du ein anderes Reinigungsmittel genommen hast, kann es auch sein, dass davon noch Rückstände vorhanden und verbrannt sind. Hat der Kühler genügend Anpressdruck?
 
Wärmeleitpaste ist aber nicht elektrisch leitend

Kommt auf die Wärmeleitpaste an. In mancher WLP ist Metall enthalten bzw. besteht zum Großteil daraus (z. B. ).

und eigentlich macht das auch nichts, wenn was überquillt

Wenn man die Wärmeleitpaste erneuert, ist man froh wenn man die Keramikkondensatoren nicht reinigen muss.
 
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  • #5
Danke für die Antworten!

Die alte Paste hatte ich vorher (mangels Isopropanol) mit Spiritus entfernt, und anschließend gut abgetrocknet. Anpressdruck sollte stimmen, wird über 4 Schrauben festgezogen.
Das Gerät war während der Messung nicht komplett im Idle (2-3% Cpu-Auslastung durch Hintergrundprozesse), sollte aber trotzdem nicht für solche Temperaturen reichen.

Kann gut sein dass in der WLP Metall enthalten war - hatte nen Restvorrat von nem Kumpel bekommen. Wäre das ein Problem?
 
In Spiritus ist oftmals Vergällungsmittel drin, welches unter Umständen nicht evaporiert. Wenn du das gründlich mit destilliertem Wasser (Achtung! Muss lange Zeit trocknen!) abwischst, sollte man das weg bekommen.

Wenn in der WLP Metall enthalten ist und das an irgendwelche Kontakte kommt, kann ein Kurzschluss entstehen. Die meisten günstigen WLP sind allerdings auf Keramikbasis und daher nicht leitend. Daumenregel: Wenn die Paste matt ist, leitet sie vermutlich nicht, wenn sie glänzt, leitet sie vermutlich.

Bist du dir wirklich 100% sicher, dass alles richtig montiert ist?
 
Klingt fuer mich auch eher als wenn wenn der Anpressdruck des Kuehlers nicht stimmt.
 
Um mal ganz dämlich zu fragen, aber dazu steht bisher nirgends was: Der Lüfter lief ja schon auf Hochtouren während die hohen Temperaturen auftraten?
 
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  • #9
Meine Wärmeleitpaste ist matt, also wohl ohne Metall.
Isopropanol oder destilliertes Wasser hab ich beides nicht zur Hand, werd ich bei Gelegenheit mal besorgen.

Die Montage selber ist eigentlich so einfach, dass man nix falsch machen kann. Die Kühl-Konstruktion passt nur an genau eine Stelle, und wird mit 4 Schrauben dort befestigt. Die hatte ich bis zum Anschlag angezogen. Kann man das irgendwie herausfinden, ob der Anpressdruck stimmt?

Ja, der Lüfter lief unüberhörbar. Optisch konnte ich das natürlich nicht nachprüfen (den Lüfter sieht man nur, wenn man das Gerät komplett zerlegt hat).
 
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  • #11
Die Heatpipe ist ein geschlossener Kupfer-Körper, ohne irgendwelche (sichtbare) Öffnungen, durch die Flüssigkeit entweichen könnte. Kann man das irgendwie überprüfen?
 
Bohr mal ein Loch rein, wenn was rausläuft, war vorher was drin. /s

Schau mal, ob vielleicht an anderen Stellen das Mainboard irgendwie gebogen wird, weil es nicht 100% plan verbaut ist. Dann könnte es sein, dass der Kühler sich gelöst hat.
 
Man könnte die Funktion mit einer Wärmebildkamera überprüfen. (wenn man zufällig eine hat:D)
Notfalls kann man die Stelle die auf der CPU sitzt erwärmen. (Nur nicht unbedingt eine offene Flamme für benutzen)
Das andere Ende sollte unmittelbar danach auch warm werden.
Ich hab es aber noch nie erlebt das eine Headpipe (Wärmerohr) undicht geworden ist.
 
Beim letzten Reinigen hatte ich auch die Wärmeleitpaste ersetzt.

War da vorher WLP oder ein Wärmeleitpad drauf?

Es könnte sein, dass nur mit WLP der Abstand zum Wärmeleiter zu groß ist.
Alternativ mal ein Wärmeleitpad versuchen. Gibt es in verschiedenen Stärken und kosten nicht die Welt.

Gruß Matte
 
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