KinoX.to weiter online: Polizei machtlos


KinoX.to bzw. der Partner Streamcloud in Aktion: der SF-Klassiker Tron läuft. Screenshot von Tarnkappe.info.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) schätzt den Schaden, der der Filmindustrie durch illegales Streaming jährlich allein in Deutschland entsteht, auf ca. 300 bis 400 Millionen Euro. Auch auf dem Portal kinox.to . Als Nutzer bekommt man dort illegal sowohl TV- als auch Kinoproduktionen online zu sehen, wobei das Urheberrecht verletzt wird. Natürlich ist diese Seite ein Dorn im Auge der Filmindustrie, jedoch alle Versuche von Polizei und Staatsanwaltschaft, das Portal vom Netz zu bekommen, scheiterten bisher.



Trotz intensiver Bemühungen der IT-Spezialisten wäre es nicht gelungen, die Zugangscodes und Passwörter zur Seite „Kinox.to“ zu ermitteln. Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, erklärte gegenüber : „Wir haben bislang die Zugangscodes nicht knacken können“. Als wenig hilfreich erwiesen sich dabei auch die Aussagen der bereits gefassten und verurteilten Mitbetreiber in diesem Fall.

Laut GVU machte der 29-jährige Avit O. weder zu seinen mutmaßlichen Komplizen noch zu den ausstehenden Passwörtern im Prozess . Stattdessen sagte er aus, eine namentlich nicht benannte Person soll die Kontrolle über die Seite übernommen haben. O. habe mit dieser Person irgendwann gebrochen, erwähnte aber während der Verhandlungen auch hier keine weiteren Details. Ähnlich hat auch Dirk B. , als er als Zeuge vorgeladen wurde, er wollte gegen den Anonymen genauso wenig aussagen. Es liegt die Vermutung nahe, dass beide Personen von dieser Person bedroht werden könnten.


KinoX.to: ohne die Selimis keine Passwörter




Im Rahmen einer Verhandlung gab der Verteidiger, Prof. Wilhelm, zu bedenken, dass Staatsanwaltschaft und Polizei in Fällen dieser Art oft „keine Ahnung“ hätten, worum es technisch gehe. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) verhalte sich wie „ein Trojaner in der Justiz“ und beeinflusse die Arbeit der Staatsanwaltschaft. In einer Pressemitteilung der GVU heißt es, dies sei ein „Erheiterung auslösender Vorwurf“ gewesen. Der Industrieverband feiert die Verurteilung als Erfolg, da Streamingseiten schwer beizukommen wäre.

Fest steht, Avit O. soll Kinox.to nicht allein betrieben haben. Noch immer sucht die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden nach zwei Brüdern, , aus Lübeck. Laut Landeskriminalamt Sachsen stehen die Brüder im dringenden Tatverdacht, als Gründer und Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit dem Betreiben des Raubkopienportals kinox.to, spätestens seit dem 21. Juni 2011 und ihrer Filehoster bereits seit spätestens 2009, Straftaten, wie Räuberische Erpressung, Nötigung, Brandstiftung, Urheberrechtsverletzung und Steuerhinterziehung, begangen zu haben. Bisher fehle zu dem 26-Jährigen und dem 22-Jährigen jede Spur. Seit 2014 werden die beiden als ehemalige Köpfe des Betreibernetzwerks von „Kinox.to“ durch einen internationalen Haftbefehl gesucht.




Brute-Force-Angriff fällt aus


Nun gab Pressesprecher Klein gegenüber Details zu den aktuellen Ermittlungen in diesem Fall bekannt. Demnach könne die Staatsanwaltschaft die fehlenden Passwörter zum Abschalten der Seite Kinox.to nur über die beiden zur Fahndung ausgeschriebenen, flüchtigen Haupttatverdächtigen, die Brüder Kastriot und Kreshnik Selimi, finden: „Die Zugangscodes und Passwörter liegen offensichtlich ausschließlich bei den beiden flüchtigen Hauptbeschuldigten. Laut unseren Ermittlungen verfügen keine anderen Personen über diese Codes. Aus IT-Sicht ist zu sagen: Passwörter und Codes für die Streaming-Seite sind mit legalen Mitteln nicht zu knacken. IT-Experten, mit denen die Generalstaatsanwaltschaft zusammenarbeitet, sind natürlich beschränkt auf legale Mittel. Wir kommen daher nicht weiter, ohne dass wir die Codes von den beiden Beschuldigten erlangen.“

Sowohl deutsche Behörden als auch Europol fahnden nach den Brüdern. Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein teilte mit, dass es aktuell noch keinerlei Spur von den beiden Verdächtigen gebe, aber die Staatsanwaltschaft ermittle in alle Richtungen: „Wir sind nach wie vor auf der Suche nach den beiden Hauptbeschuldigten, die Fahndung läuft weltweit. Wir haben bislang keine heiße Spur. Aber als Strafverfolger muss man einen langen Atem haben. Wir sind zuversichtlich, dass wir die zwei Personen irgendwann festnehmen können.“

Zudem sollen die Selimi-Brüder auch andere, gleichfalls illegale Streaming-Plattformen mitbetreiben, wie „movie4k.to“ oder „shared.sx“: „Wir gehen nach derzeitigem Erkenntnisstand davon aus, dass die beiden Selimi-Brüder auch für diese illegalen Portale verantwortlich sind. Es wird auch hier ermittelt.“ Käme die Justiz an das Brüderpaar heran, hätte sie Zugriff auf die Passwörter, um auch diese Internet-Portale offline zu nehmen. „Das Streaming ist und bleibt nicht zulässig. Wir als Generalstaatsanwaltschaft Dresden haben uns auf den Kampf gegen die Hinterleute dieser Streaming-Portale fokussiert. Wir sind mit unseren Bemühungen dran, die Drahtzieher aus dem Verkehr zu ziehen.“, so gab Klein bekannt und hofft nun auf baldige Fahndungserfolge.






Autor: Antonia
 
Käme die Justiz an das Brüderpaar heran, hätte sie Zugriff auf die Passwörter, um auch diese Internet-Portale offline zu nehmen.

Dazu müssten die Verantwortlichen erstmal an die Passwörter kommen.
Eine Verhaftung bringt nicht automatisch die zugangsdaten.

Aber schön mal wieder etwas darüber zu hören und zu wissen wie weit die Behören sind.
Das die GVU mehr stört als Hilft lässt einen schon etwas schmunzeln und zeigt das übliche Bild dieser.
 
Kinox.to der Film. Ein Film über das kriminelle Brüderpaar. Coming Soon in Cinema. Bald auch in ihrem Kino und auf Kinox.to. Yeah :D
 
Gibt es überhaupt passwörter in dem Sinne?
Es gibt genug Methoden, analoge wie digitale etwas nicht zu wissen, aber trotzdem zugriff darauf zu haben.
 
Schon mies, wenn man nicht zu den Hostern gehen kann, um dort die Server und/oder die Domain abzuschalten.
Hm, wieso eigentlich nicht?
 
Hat die GVU noch garkeine Todesschwadronen ausgesendet um die beiden dingfest zu machen?
 
Schon mies, wenn man nicht zu den Hostern gehen kann, um dort die Server und/oder die Domain abzuschalten.
Hm, wieso eigentlich nicht?

weil tonga nicht ausliefert?! aus dem gleichen grund hat auch dieses board seine domain dort ;)..
 
weil tonga nicht ausliefert?! aus dem gleichen grund hat auch dieses board seine domain dort ;)..

Nur weil die Domain dort liegt, heißt das nicht, dass die Server dort stehen.
Und es geht ja auch nicht darum jemanden auszuliefern, sondern Server auf denen nachweislich illegale Aktivitäten stattfinden, vom Netz zu nehmen.

Ich frage mich allerdings auch, wie sich die Seite dann finanziert. Irgendwer schaltet doch Werbung auf den Seiten, irgendwohin müssen die Gelder doch fließen, irgendwie müssen die Gelder von dort dann auch wieder an Hoster weitergereicht werden.
Schätzungsweise müsste es doch irgendwo in dieser Kette eine Person geben, an die man herantreten kann. Sei es nur der Porn-Anbieter, dessen Werbung auf kinox.to angezeigt wird. "Wer vertreibt deine Werbung?", anschließend zu dem/ den Werbenetzwerk/en etc. etc. Früher oder später müsste man dann zumindest auf irgendein Konto treffen, auf dem das Geld landet. Entweder irgendein ausländischer Mittler, an den man nicht heran kommt oder eben das Konto der kinox.to Betreiber. Dann kann man entweder an dieser Stelle Konten einfrieren - um kinox.to den Geldhahn abzudrehen oder man kommt sogar noch weiter an kinox.to heran.
 
Va gibts ja mehrere Domains und bestimmt auch Server, ich bin da nie haben die clousflare oder nen eigenen balancer oder sowas?
Jedenfalls irgendwo wird doch irgendeine Behörde ne Tür eintreten und nen Server einsacken dürfen, bei den hohen Summen. Denk ich mir zumindest
 
Nur weil die Domain dort liegt, heißt das nicht, dass die Server dort stehen.

der server kann auch in tuvalu stehen, weil alles über cloudflare geroutet wird und die brauchen sich um deutsches urheberrecht und GVU nicht zu kümmern.. und solange da nicht gerade ami-geheimdienste ermitteln, muss cloudflare weder den service einstellen noch IP-adressen rausrücken.. in dem sinne ist das amiland ebenso ein nicht-auslieferungs-paradies wie andere schurkenstaaten, wenn es um nicht-ami-interessen geht ;)..

das mit dem geld kann man auch problemlos anonym aufziehen, wenn man nicht zu lernresistent ist.. bezahlen kann der werber mit bitcoin und er muss auch niemandem rechenschaft ablegen, warum er ausgerechnet auf der seite werbung macht, solange keine transaktionen nachweisbar sind.. selbst wenn er von der CIA gefoltert wird (was nicht passiert, weil die CIA auch einfach zu cloudflare gehen könnte), wird er nur aussagen können, dass er den banner-link irgendeiner kontaktperson in irgendeinem "darknet"-chat gegeben hat...
 
Bitcoin geht aber nur, sofern die gemixt wurden, ansonsten wäre der Geldfluss perfekt nachvollziehbar. Das ist halt eine pseudoanonyme und keine wirklich anonyme Währung. Dafür gibt es andere Kryptowährungen, die aber kaum jemand nutzt.

Mir sagte der Bulle bei meiner Durchsuchung, dass er Bitcoin wegen der Nachvollziehbarkeit lieben würde.
 
klar muss man bitcoin mixen, wenn man tatsächlich was "illegales" damit vorhat.. aber auch unabhängig davon beschränkt sich die nachvollziehbarkeit ja nur auf eine wallet-ID - da muss erstmal nachgewiesen werden, dass das wallet überhaupt dir gehört (z.b. wenn man geld vom eigenen girokonto in bitcoins tauscht) und das wallet, auf das man bitcoins transferiert hat, dem bösen warezbetreiber gehört.. gerade letzteres ist eher unmöglich nachzuweisen, solange er noch nicht klassisch gebustet wurde und seine wallets aus irgendeinem grund preisgegeben hat..

in der praxis wird das über ein netzwerk aus mittelsmännern in diversen "bequemen" ländern laufen.. der werber zahlt ganz legitim für einen dienst an irgendeine werbenetzwerk-"firma" mit sitz auf einer pirateninsel und kann dann plausibel abstreiten, dass er wusste, auf welchen seiten die werbung landen würde.. der deal mit der netzwerkfirma ist ja legal und damit endet jegliche auskunftspflicht des werbers.. das eigentliche katz- und maus-spiel mit bitcoin & co. macht dann jene "firma", deren job es ist, kunden und auftraggeber anonym zusammenzubringen (ähnlich wie es cloudflare ja recht erfolgreich im bereich hosting tut).. da reichen nur wenige ebenen an unterhändlern in schwer zugänglichen ländern dazwischen, damit jeder lokalen (bzw. nationalen) strafverfolgungsbehörde schnell die lust vergeht..
 
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