Julian Assange: UN-Entscheidung steht bevor

Das Drama um WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange geht in die nächste Runde. Voraussichtlich am morgigen Freitag wird die UN ihre Entscheidung verkünden, ob der nunmehr dreineinhalb Jahre dauernde zwangsweise Aufenthalt des Aktivisten in der ecuadorianischen Botschaft, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen, von Seiten der Behörden rechtmäßig ist. Für den Fall, dass die UN nicht zu seinen Gunsten entscheidet, hat Assange eine folgenschwere Ankündigung gemacht.


Grafik: Surian Soosay, thx! (CC BY 2.0)


UN-Entscheidung für Freitag erwartet


Assange hält sich seit Sommer 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Dorthin hatte er sich geflüchtet, um einer Festnahme durch die britische Polizei und anschließenden Auslieferung an Schweden zu entgehen. In dem skandinavischen Land soll er wegen ihm vorgeworfener sexueller Nötigung befragt werden. Assange fürchtet laut eigener Aussage, Schweden könnte ihn an die USA ausliefern, wo ihm eine Strafverfolgung wegen der Aktivitäten WikiLeaks‘ drohe.

Der Aktivist reichte bei der UN Beschwerde ein: die Verfolgung, aufgrund derer er sich in die Botschaft habe flüchten müssen, sei unrechtmäßig. Über diesen Antrag hat der zuständige UN-Ausschuss für willkürliche Festsetzung nun entschieden. . Assange hatte argumentiert, seine Verfolgung durch die britischen Behörden sei willkürlich und ungesetzlich. Er begründete dies mit einer umfassenden juristischen Kritik an europäischen Auslieferungs-Praktiken, der Tatsache, dass Ecuador ihm Asyl angeboten hat, welches er aber nicht nutzen kann, sowie seinem jahrelangen zwangsweisen Aufenthalt in der Botschaft.


Sollte Julian Assange verlieren, will er sich stellen


Angesichts der bevorstehenden Entscheidung machte Julian Assange nun eine Aufsehen erregende Ankündigung. In einer über den Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichten erklärte er: „Sollte die UN morgen bekannt geben, dass ich meinen Fall gegen das Vereinigte Königreich und Schweden verloren habe, werde ich die Botschaft am Freitag um 12 Uhr mittags verlassen, um eine Verhaftung durch die britische Polizei zu akzeptieren, da es keine nennenswerte Möglichkeit weiterer Berufung gibt. Sollte ich allerdings recht bekommen und entschieden werden, dass die staatlichen Akteure sich ungesetzlich verhalten haben, erwarte ich die sofortige Rückgabe meines Reisepasses und die Einstellung aller Versuche, mich zu verhaften.“

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Julian Assanges Stellungnahme auf Twitter

Londons Metropolitan Police erklärte einem Bericht der US-Zeitung „The Guardian“ zufolge, sie würden sich „alle Mühe geben“, Assange zu verhaften, sollte er die Botschaft tatsächlich verlassen.


BBC prognostiziert Entscheidung pro Assange


. Die Journalisten des ehrwürdigen Rundfunk-Senders wollen herausgefunden haben, dass die UN zu Assanges Gunsten entschieden und seine Festsetzung tatsächlich für rechtswidrig befunden hat.

Wie es dann weitergeht, ist allerdings unklar. Die schwedischen Behörden werden ihre Anklage gegen Assange wohl kaum zurückziehen. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Fall noch eine ganze Weile hinziehen wird.




Autor: Annika Kremer
 
Das ist echt Wahnsinn, wie man auf diese Weise einen Mann festsetzen kann und damit quasi erstmal mundtot macht.
Selbst wenn die UN ihm Recht gibt, sitzt er trotzdem in der Botschaft fest und kann bei weitem nicht so agieren wie früher.

Was vermutlich das Ziel dieser ganzen Aktion war.
 
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