Julian Assange: Englische Polizei stellt Überwachung der Botschaft ein

Zukünftig werden keine Polizisten mehr vor der ecuadorianischen Botschaft in London, in der sich WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange nach wie vor aufhält, stationiert sein. Die Londoner Metropolitan Police hält die ständige Bewachung der Botschaft nicht mehr für verhältnismäßig.


Foto: Carmen Valino, thx! (CC BY 2.0)


Durchgehende Bewachung seit 2012


Julian Assange hatte sich im Juni 2012 in die Botschaft Ecuadors geflüchtet, um einer Auslieferung an Schweden – und, wie er laut eigener Aussage fürchtet, einer Strafverfolgung in den USA – zu entgehen. Die Londoner Polizei, der „Metropolitan Police Service“ (MPS), bewachte die Botschaft seitdem durchgängig. kostete diese Überwachung bislang insgesamt 12,6 Millionen Britische Pfund (rund 17 Millionen Euro).


Polizeipräsenz wird aufgehoben


Der MPS bleibe „entschlossen, den Haftbefehl durchzusetzen und Julian Assange vor Gericht zu bringen“, . Die Arbeit der Polizei werde aber ständig geprüft und hinterfragt. Dabei sei man nun – unter anderem nach Gesprächen mit dem Innen- und Außenministerium – zu dem Schluss gekommen, dass die ständige Überwachung der Botschaft, verglichen mit den diplomatischen und juristischen Bemühungen, den Fall zur Zufriedenheit der Behörden zu lösen, nicht mehr die sinnvollste Maßnahme sei. Ab dem heutigen Montag gibt es somit keine ständige Polizeipräsenz mehr vor der Botschaft. Es sei „nicht mehr länger verhältnismäßig“, Beamte für eine ständige Bewachung der Botschaft abzukommandieren, so der MPS. Immerhin sei man auch für die Sicherheit der Bürger Londons, die Ermittlung in zahlreichen Kriminalfällen sowie die Festnahme anderer Straftäter verantwortlich und verfüge nur über begrenzte Ressourcen.

Die Polizei betont, dass die Operation zur Verhaftung Assanges weiterhin laufe. „Sollte er [Assange] die Botschaft verlassen, wird der MPS jede Anstrengung unternehmen, ihn zu verhaften“, erklärt die Behörde unmissverständlich. Die Einzelheiten dieser Operation werde man aber nicht diskutieren oder öffentlich erläutern. Es gebe allerdings – auch wenn keine Taktik den Erfolg, sollte Assange die Botschaft verlassen, garantieren könne – „offene und verdeckte Taktiken“, den australischen Aktivisten in diesem Fall festzunehmen.




Autor: Annika Kremer
 
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