Julian Assange besorgt über Präsidentschaftswahl in Ecuador

In Ecuador wird gewählt. Die aktuelle Regierung unter Staatspräsident Rafael Correa ist derzeit nicht besonders beliebt. Seine Partei könnte die Macht verlieren. Was bedeutet das für WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange?




Seit über vier Jahren harrt Julian Assange nunmehr in der ecuadorianischen Botschaft in London aus. Nach wie vor wird er von Schweden wegen mutmaßlicher Sexualdelikte mit Haftbefehl gesucht. Assange bestreitet die Vorwürfe. Er gibt an, er befürchte im Falle einer Verhaftung durch Schweden eine Auslieferung an die USA. Eine Klärung der Situation, die Assange ermöglichen würde, die Botschaft zu verlassen, ist derzeit unwahrscheinlich.


Die politische Situation in Ecuador ändert sich


Allerdings könnte es schneller, als dem gebürtigen Australier lieb ist, zu einer Veränderung seiner Situation kommen. . Das macht dem Kandidaten der Partei, Lenin Moreno, zu schaffen. Prognosen deuten derzeit darauf hin, dass es eine Stichwahl geben wird. Diese würde im April stattfinden.


Ein Gegner Assanges an der Macht?


Sollte am Ende der konservative Kandidat, der bisherige Oppositionsführer Guillermo Lasso, die Wahl für sich entscheiden, stehen Assange harte Zeiten bevor. Lasso sprach sich bereits mehrfach dafür aus, Assanges Asyl in der Botschaft in London zu beenden und ihn an Schweden auszuliefern. Ecuadorianische Unterstützer Assanges haben an die Kandidaten geschrieben und sie aufgefordert, Assange weiterhin zu schützen. Dass das Lasso jedoch am Ende überzeugen könnte, darf eher bezweifelt werden. Somit dürfte Julian Assange das Ergebnis der Wahl wohl mindestens ebenso gespannt erwarten wie die Bürger Ecuadors.




Autor: Annika Kremer
 
Monero liegt laut Hochrechnungen vorne.
Schon mal eine halbwegs gute Nachricht.


Monero: 36 Prozent
Guillermo "Ich liefere Assange sofort aus" Lasso: 26 Prozent
 
@TBow: Dann ist eine Stichwahl im April sehr wahrscheinlich. Assange muss also noch etwas zittern.
 
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Haha, da hatte er den Mund etwas zu voll genommen und das Ganze doch fast noch am selben Tag wieder zurückgenommen... Assange mag entschlossen sein, aber ein Märtyrer, das können wir nach den letzten Jahren wohl sagen, ist er zweifellos nicht. Auch wenn es mitunter seinem Faible für mediale Inszenierung entspricht, sich so darzustellen.

Schon eine schillernde Persönlichkeit.
 
Ich halte WikiLeaks für ein wichtiges Projekt, das unsere Welt zum Besseren verändern kann, und Assange für einen mutigen Menschen, der vieles bewegt hat. Aber das heißt nicht, dass ich ihm als Person unkritisch gegenüber stehe. Weder seine kruden politischen Ansichten (Richtung "Libertarian" etc) noch sein Gestänker gegen Journalisten noch seinen Umgang mit Frauen kann ich gut heißen. Und dass sein Ego wahrscheinlich alleine die Räumlichkeiten der gesamten Botschaft einnimmt, ist auch ein offenes Geheimnis. Das alles ist unabhängig von den Zielen von WikiLeaks...

Ich würde mit Assange zusammen einen Protest organisieren oder geleakte Dokumente bearbeiten. Ich würde sicher nicht (selbst wenn er dürfte) mit ihm auf eine Party gehen. Klar soweit?
 
@Annika:
Es gibt ein Unterschied zwischen "ich mag den Menschen" und "ich mag sein handeln" und "ich mag teile seines Handelns".

Ich, wie du auch, erachte wiki-leaks als wichtiges, notwendiges Konzept.
Die Person Assange verachte ich.
Teile seines Handelns jedoch bewundere ich.

IMO ist Aspekt bezogene Hassliebe durchaus legitim.

Nimm zum Beispiel Tarnkappe:
Ich finde Gut was Ghandy da macht, auch wenn ich ihn persönlich nicht mag (das beruht auf Gegenseitigkeit)
Ich kritisiere quasi jeden Beitrag von ihm, würde es aber stark vermissen wenn sie weg wären.

Ist so ne Art Hassliebe. - Ich will das er weiter macht, ich will aber auch weiter darüber schimpfen dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hat Wikileaks bisher überhaupt irgendwas bewirkt? Ausser ein kurzer Aufschrei, ist alles wie immer.
 
...außer so Kleinigkeiten, wie dass Island seine komplette Regierung abgesetzt und die Wirtschaftskrise völlig anders als jeder andere Staat gelöst hat, zum Beispiel...
 
Von der Aufdeckung von Korruption und Gewalttätigkeiten in Kriegen gegenüber der Zivilbevölkerung mal abgesehen. Mir fallen da noch viele andere "Kleinigkeiten" ein.

@Seedy: Ich soll was gegen Dich haben? Woher haste das denn? Das wäre mir neu.
 
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