[Technik] Japan beendet die Ära des Außenspiegels

In Japan werden zukünftig einige Autos ohne Außenspiegel durch die Gegend fahren. Denn der japanische Gesetzgeber hat nun Kameras als Ersatz für die Außenspiegel freigegeben.

Diese Kameras sind an der Fahrzeugaußenseite angebracht und senden das Bild auf Displays im Inneren des Wagens. Neben einer verbesserten Aerodynamik und weniger Verbrauch ergeben sich weitere technische Vorteile. So lassen mehrere Kameras eine Rundumsicht zu. Oder es lassen sich störende Verzerrungen und Bildeinflüsse herausrechnen. In Verbindung mit einem Fahrassistenzsystemen könnte zudem vor Autos gewarnt werden, die sich sehr schnell von hinten nähern.

In Japan werden die ersten Autos mit diesem Außenspiegelersatz 2016 erwartet. In Europa sowie in den USA besteht noch keine Zulassung. Der Einsatz wird allerdings bereits geprüft. Die internationale technische Vorschrift sieht den Einsatz bereits vor. Somit könnten ab 2018 die Außenspiegel immer seltener werden.

Diverse Zulieferer haben bereits entsprechende Lösungen entwickelt. BMW hat auf der Technikmesse CES 2016 zudem schon eine spiegelfreie Version des BWM i8 vorgestellt, welche mit 3 Kamerasystemen ausgerüstet ist.

Quelle:
 
Ich bin ja sonst für Technik, aber bis selbige mal versagt... Dann würde man sich gewünscht haben für nen hunderter mehr 2 Außenspiegel angebracht zu haben, die keinem weh tun und auch sonst als etablierte "Alternative" herhalten hätten können. Man kann ja den ganzen anderen Kram wie Warnsysteme und Co einbauen, das könnten gute Zusätze sein. Aber warum dann normale Außenspiegel abschaffen?

Kann ich nicht nachvollziehen diese Entscheidung.
Spart das Benzin weil die Fahrzeuge durch diese Maßnahme aerodynamischer werden? :unknown: :rolleyes:
 
Dann solltest du dir kein Auto kaufen das in den letzten 5 Jahren gebaut wurde.;)

3 Worte:
elektrisch Bremsen Gaspedal
 
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  • #4
@theSplit:

Außenspiegel machen einiges beim Kraftstoffverbrauch auch. Deswegen werden diese z. B. oft bei diversen Tests abgeklebt, demontiert bzw. "verschalt" damit man dem Kunden einen geringeren Verbrauch "vorweisen" kann.

Klar kann Technik mal versagen. Aber wenn ich mir so ansehe was in meinem Auto so alles an Technik verbaut ist, dann würde ich mir in diesem Fall eher weniger Gedanken machen. Zur Not kann man seine Fahrt auch ohne Außenspiegel beenden ohne sich oder Dritte wirklich zu gefährden. Aber wie oft fällt z. B. eine dieser "Parkkameras" aus die einem zeigt was hinter dem Auto passiert? In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist mir kein Fall bekannt. Da würde mir ein Ausfall von Bremskraftverstärker bzw. Servolenkung mehr Sorgen machen.
 
@mathmos
Naja, aber wenn ich richtig gelesen habe (Wikipedia, Auszüge Google), funktioniert der Bremskraftverstärker allein mechanisch(?) und die Servolenkung Elektromechanisch. (kann mich aber auch irren, hab da keine Erfahrungswerte)
Wenn dem so ist, kann man das schwer mit einem nur elektronisch arbeitendem Bauteil vergleichen. Würde ich einfach mal in dem Raum stellen wollen.

Für mich trägt ein Außenspiegel zur Sicherheit bei - und das auch ganz ohne auf Elektronik angewiesen zu sein. Einfach gesagt: "(Keep it) simple and stupid" (und aber sehr bewährte "Technik")


@alter_Bekannter

Ich möchte ja nicht sagen ich traue keiner Technik... aber wie zu Mathmos gesagt: "Keep it simple and stupid" (so fern das möglich ist ;))
 


Wie viel sollen die kleinen Außenspiegel denn ausmachen? Wohl auch nur, wenn der Wind von hinten kommt und dann bei der "Größe" minimal.
 


steht ein bisschen was zum Thema Aerodynamik und was bestimmte Faktoren so ausmachen. Beim besprochenen XL1 von VW, dem 1-Liter Auto haben sie erläutert, dass das weglassen der Spiegel 100 ml Benzin spart.

Die Außenspiegel ersetzen kleine Videokameras. "Das allein spart einen Zehntelliter.
 
Für mich trägt ein Außenspiegel zur Sicherheit bei - und das auch ganz ohne auf Elektronik angewiesen zu sein. Einfach gesagt: "(Keep it) simple and stupid" (und aber sehr bewährte "Technik")

Wenn man das so sieht, müssten wir zum Beispiel noch mit Bautenzügen und co. im Auto arbeiten. So ein Teil ist mir beim Motorrad schon mal gerissen. Das war´s dann mit dem Kuppeln. Simple ist nicht zwingend smarter geschweige denn sicherer.
 
bei den elektronischen spielereien muss man eben abwägen, was bei einem totalausfall passiert.. wenn die rückschau-kameras ausfallen, merkt es der fahrer sofort und es gibt keine nennenswerte unmittelbare gefahrsituation, notfalls kann man ohne gefährdung bei der nächsten möglichkeit anhalten.. viel verheerender ist es, wenn die motorsteuerung ausfällt und der motor sich während der fahrt abschaltet oder dir um die ohren fliegt - dann hast du eine ganz akute gefährdungssituation und ohne ninja-reflexe kann das extrem böse enden.. und das gleiche gilt für aktive assistenzsysteme, die fehlerhaft eingreifen (wenn z.b. das ESP aufgrund fehlerhafter sensordaten aus heiterem himmel das rechte vorderrad abbremst).. hier vertraut man der elektronik sein leben an ohne groß nachzudenken, weil man sich auf die entsprechenden vorschriften zur ausfallsicherheit und redundanz verlässt..

ein "nicht-elektronisches" backup schadet natürlich nicht, aber dann ist es eine reine kosten-nutzen-rechnung: selbst wenn der verbrauch ohne außenspiegel um nur 1% sinkt (wahrscheinlich eher mehr bei höheren geschwindigkeiten), rechnet sich das allemal gegenüber dem winzigen risiko einer unannehmlichkeit, wenn die kameras ausfallen..
 
Ich habe selbst keinen Führerschein, kenne mich deswegen mit Autos nicht so gut aus. Machen diese kleinen Außenspiegel wirklich einen so großen unterschied aus? Ich kann mit den Mengen nichts anfangen, sind 100 ml Benzin viel?
 


Eigentlich schon und diese 100 ml sind ja auch nur ein Teil aller Eingriffe um den Verbrauch zu senken. kannst du sehen, wie sich der Durchschnittsverbrauch der neuzugelassenen Fahrzeuge in den letzten Jahren entwickelt hat. Bei aktuellem Spritpreis macht das ca. 13 ct pro 100 km Ersparnis aus. Hört sich jetzt nicht viel an, aber auf Dauer summiert sich das schon.

Abgesehen davon muss man auch weg vom Einzelfall bzw. dem einzelnen Auto zur Gesamtmasse der Fahrzeuge gehen und wenn jetzt 100.000 Fahrzeuge jeweils diese Menge sparen dann kommt ordentlich was zusammen, was sich letztendlich auch auf den CO² Ausstoß auswirkt. In dem verlinkten Welt-Artikel ist die Rede davon, dass eine Senkung des um 0,01 im Prüfzyklus 1 g CO²/km einspart und bei 150 km/h sogar 5 g CO²/km weniger Ausstoß bedeutet.
 
Ich habe dieses Jahr bis jetzt 33.000 km Laufleistung. Das wären bei mir dann mit den 13ct --> 42,90 € an Ersparnis von Januar bis jetzt. Da hat man schon bald auf´s Jahr die halbe Steuer zusammen.
 
Nur PKW oder auch LKW?
Gerade bei letzterem macht sich ne Sprinteinsparung sehr schnell bemerkbar, schließlich laufen die Kisten jeden Tag +8h
 
Autospiegel benutze ich eben massiv zum rückwärts einparken. Die Kameras sind dann Ersatz? Dann wäre es mir egal.
 
Bei einem Motorrad habe ich das übrigens schon einmal gesehen. War zwar eine Sonderanfertigung von einem Tuner, hatte allerdings eine ordentliche Straßenzulassung. Im Kennzeichen war eine Kamera integriert. Auf dem Tank ein Flatscreen. Spiegel fielen dann komplett weg.
 
Wohl auch nur, wenn der Wind von hinten kommt und dann bei der "Größe" minimal.

Wenn mir bei 220 km/h auf der A7 Richtung Niebüll der Wind von hinten kommt, ist das dann ablandiger oder auflandiger Wind :unknown:

Ich würde das gerne mal ausprobieren, wie das so ist, wenn man unverzerrte Bilder über die Kamera statt des Spiegels bekommt.
Das mit dem Flackerlämpchen bei von hinten annäherndem Fahrzeug fand ich auch schon recht gut als ich's mal testete.

Ausfall des Bremskraftverstärkers, als auch Ausfall der Servolenkung gehabt: eindeutig Mist! Ohne Spiegel ginge es wenigstens noch heim.

Und es wird ohne Spiegel sicher im Auto viel leiser werden auf der Bahn :T
 
Wie ist dann mit den typischen Wohnwagengespannen?
Da sind ja jetzt Außenspiegel mit ner Verlängerung von nem halben Meter dran.
Na ja, lassen wir uns überraschen.
 
Naja, hier macht man sich Gedanken um Sprit allein... vielleicht lohnt sich dann gleich die Anschaffung eines E-Autos für "Kurzstrecken" - bis ~ 250 km oder gar 350km ? mit einer Ladung was ja theoretisch günstiger sein soll als ein Benziner.
Aber gut, ich muss dazu sagen, ich hab den Außenspiegel als muß gesehen. Zum Beispiel auf Autobahnen wenn man mit viel Ladung und ohne nutzbaren Rückspiegel unterwegs ist.

Aber noch ein Frage wäre auch, wie schnell lässt sich so ein ausgefallenes System ersetzen so dass man theoretisch schnell wieder die Fahrt aufnehmen kann? - Mein Vorschlag wären, ausfahrbare Rückspiegel die man als Backup-System nutzen kann, damit eben sicher gestellt ist das man noch dahin kommt wo man hin will und dann von mir aus im Urlaubsort nen örtlichen Mechaniker oder whatever beauftragen kann die ganze Elektronik bzw. die Kameras zu ersetzen, was vermutlich auch nicht trival ist... je nach Schadensart.

Vielleicht sehe ich das auch zu eng aus meiner (Bei-)fahrer Perspektive. ;)
 
Ich bin ja sonst für Technik, aber bis selbige mal versagt... Dann würde man sich gewünscht haben für nen hunderter mehr 2 Außenspiegel angebracht zu haben, die keinem weh tun und auch sonst als etablierte "Alternative" herhalten hätten können. Man kann ja den ganzen anderen Kram wie Warnsysteme und Co einbauen, das könnten gute Zusätze sein. Aber warum dann normale Außenspiegel abschaffen?
Ich will es mal so sagen: Wenn die Kameras, die dir das Bild geben, welches klassisch durch den Außenspiegel abgenommen wird, versagen, dann führt dies nicht zwangsweise zu einem Unfall. Die Gefahr, wenn das System versagt, ist quasi vernachlässigbar. Solange der Fahrer selbstständig das Bild kontrolliert und aufgrund des Bildes einen Spurwechsel initiiert, spielt es eigentlich keine Rolle, ob das Bild von einem Spiegel abgenommen wird oder von einem Display. Wenn das System versagt und bspw. kein Bild angezeigt wird, wird man als Mensch dies immer noch feststellen können und Spurwechsel, sofern es geht, vermeiden, bis die Anlage wieder in Stand gesetzt ist.
Ich sehe eher ein Risiko im klassischen Seitenspiegel, mir passiert es immer wieder, dass ich auf der Autobahn Vollbremsungen durchführen kann, weil wieder mal ein Idiot entweder gar nicht in den Spiegel geschaut hat oder die Geschwindigkeit des sich nähernden Fahrzeugs vollkommen unterschätzt und unbedacht einen Spurwechsel durchführt.
 
ausfahrbare backup-spiegel wären ein kostenkiller, da kann man auch gleich nen schleudersitz einbauen :D.. das kamerasystem wird sicherlich (zunächst) teurer sein als normale spiegel, aber auch nur weil die hersteller nen reibach machen wollen - die hardware dürfte sogar eher billiger sein (kameras kosten mittlerweile fast nix und man spart sich die produktion der physischen spiegel mit gehäuse, stellmotoren, und allem was dazugehört) und der rest ist ein software-addon zum bereits vorhandenen bordcomputer inkl. monitor - ein physisches backup wird sich für die hersteller nicht rechnen.. und eine defekte kamera zu wechseln dürfte auch nicht aufwendiger sein als einen physischen spiegel zu wechseln, aber natürlich bringt mehr elektronik (es sind ja nicht nur die kameras) auch mehr reparaturrisiko (darauf spekulieren auch die hersteller), daher darf jeder selbst entscheiden ob die coolen features den möglichen reparaturaufwand rechtfertigen.. ein sicherheitsrisiko, das gesetzlichen zwang erfordern würde, sehe ich da aber nicht..

übrigens: der wegfall der außenspiegel spart umso mehr sprit, je schneller man fährt, der zusammenhang ist nichtlinear (luftwiderstand).. wenn man eh immer nur mit max. 50 in der stadt rumgurkt, dürfte es keinen messbaren unterschied geben (wahrscheinlich ist sogar der stromverbrauch höher als der eingesparte sprit), aber wenn man regelmäßig längere strecken auf landstraßen oder autobahnen fährt (>100), reduziert das die spritkosten locker um ein paar %..
 
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