Internet-Scanner – Jeder ist betroffen



Wussten Sie, dass Ihr Router, Ihr Smartphone und Ihre anderen Geräte, die über das Internet erreichbar sind, mehrmals am Tag gescannt und somit auf verräterische Zertifikate, Passwörter und Schwachstellen untersucht werden?

Wussten Sie, dass möglicherweise Ihr , Ihr , Ihre Webcam, Ihr VoIP-Telefon, Ihr Smart-TV, Ihre Heizungsanlage oder Ihre anderen Geräte mit Internet-Anbindung in einer großen Datenbank stehen, auf die jeder Zugriff hat?



[h=3]Shodan.io[/h] Das Sammeln betrifft , sondern ebenso größere Dinge wie Ampeln, Solarkollektoren, Windräder, bis hin zu Trinkwasseranlagen,

Websurfer werden überrascht sein, was man bei alles finden kann. Die Betreiber der Internet-Scanner sehen sich als Wohltäter der Menschheit, doch es sind zahlreiche Fälle belegt, in denen sich Kriminelle dort lohnende Ziele, sowie deren technische Details und Passwörter für elektronische Raubzüge besorgt haben.

Den meisten Menschen ist das allerdings völlig egal, da es sich außerhalb ihres Wahrnehmungs- und Erfahrungshorizonts befindet. Das ist wie eine Vorlage für das perfekte Verbrechen, denn die Opfer bemerken es nicht einmal. Aber Dummheit, Faulheit und Unwissenheit werden im Internets gnadenlos bestraft: z.B. durch , eine große Sammlung



[h=3]Heimlich & Co[/h] Dann gibt es noch die weniger auffälligen Datensammler, die aber mit gleicher Hingabe alle weltweit erreichbaren Internetanschlüsse auf verwertbares Material absuchen.

Allen voran die mit ihrem verlängerten Arm und dem lesenswerten . Deren lassen sich bis nach Salt Lake City zum der NSA zurückverfolgen. Das ist der größte Datenspeicher der Welt, der mittlerweile pro Minute den Inhalt der größten Bibliothek der Welt aufnehmen und verarbeiten kann. Und den Platz braucht es auch für die Milliarden von überwachten Objekten.

Viele sind ebenfalls bei den staatlichen Überwachungsprogrammen eingebunden, die mehrmals täglich die Anschlüsse des kompletten Internets abgrasen. Hier eine unvollständige Liste:

Shadowserver NSA scanner:

Berkeley University research scanning:

Cambridge Cybercrime Centre Internet scanner:

Michigan University research scanning:

Pennsylvania University research scanning:

Rapid7 Sonar @ Michigan University:

RWTH Aachen University research scanner:

Durch deren Schnüffelei kann es sogar zu Problemen in Computern kommen, wie berichtet.

Neben den verbündeten Freunden kommen auch die Russen gerne zu Besuch, um fremde Geräte in fernen Ländern kennenzulernen. Doch zahlenmäßig an erster Stelle sind die Internet-Scpanner aus China – wobei man sich wundern muss, wie es die vielen Chinesen durch die nach draußen schaffen, nur um sich hier die Datenleitungen von innen anzusehen.

Solche Dinge erfährt man aber nur, wenn man sich die Mühe macht, Zugriffe auf die heimischen Geräte zu erfassen und auszuwerten. Allerdings ist von solchen Selbstversuchen abzuraten, denn das Speichern und Auswerten der IP-Nummern von virtuellen Einbrechern verstößt sicherlich gegen irgendwelche Datenschutzbestimmungen.

[h=3]Was man dagegen tun kann[/h] Die Antwort darauf ist einfach und Menschen aus der Zeit vor dem Internet kennen sie vielleicht noch: die Haustür abschließen.

Zunächst sollte man sich einen Überblick verschaffen, welche Türen daheim unverschlossen sind. Hierzu führt man einen mit der eigenen IP durch. Das ist im Prinzip das gleiche Verfahren, was auch die Schnüffler verwenden. So ein Scan-Vorgang geht mit üblichen Netzwerk-Tools wie , aber auch online beim . Die gefundenen offen Ports sollten auf den betroffenen Geräten geschlossen werden. Geräte, die nichts im Internet zu suchen haben, wie Drucker, NAS, Online-Festplatten, private Webcams oder Smart-TV, müssen richtig eingestellt werden. Sie sollten nur innerhalb des heimischen LANs erreichbar sein.

Aus dem Internet erreichbare Geräte und Zugänge wie müssen unbedingt sichere Passwörter bekommen. Auf keinen Fall die Voreinstellungen benutzen oder admin, root, geheim, 12345, usw. auswählen.! Solche Standard-Phrasen probieren die Scanner zuerst aus. Und die Software muss selbstverständlich auch durch regelmäßige Sicherheitsupdates auf den aktuellen Stand gebracht werden.

[h=3]Netzwerk-Scpanner aussperren[/h] Der schwierigste Schritt ist das Aussperren unerwünschter Besucher. Dazu müssen deren IP-Nummern bekannt sein, was nicht immer ganz einfach zu ermitteln ist. Man kann hierzu einfach alle Zugriffe aufzeichnen und so die ungebetenen Gäste identifizieren. Das dauert etwas, aber führt zum Ziel. Eine kostenlose und vollständige Datenquelle über IP-Bereiche findet man bei als . Dort sind auch weitere hilfreiche Datenbanken erhältlich.

Die gefundenen IP-Nummern kommen anschließend auf eine Sperrliste, mit deren Hilfe der Computer den Zugriff verweigert. Hier ist als Grundausstattung die Liste unerwünschter IP-Bereiche der oben genannten Scanner:

# Shodan.io scanner 66.240.0.0/16 82.221.96.0/19 85.25.0.0/16 93.120.27.0/24 71.6.0.0/16 185.163.108.0/23 188.138.0.0/20 198.20.0.0/16 209.126.110.0/23 216.117.0.0/21 # Shadowserver scanner 74.82.44.0/22 184.104.0.0/15 216.218.206.0/24 # Berkeley University research scanning 169.224.0.0/13 169.232.0.0/14 # Cambridge Cybercrime Centre Internet scanner 128.232.0.0/16 # Michigan University research scanning 141.212.0.0/15 # Pennsylvania University research scanning 158.130.0.0/16 # Rapid7 Sonar @ Michigan University 71.6.128.0/19 216.98.128.0/19 # RWTH Aachen University research scanning 137.226.0.0/16 Die IP-Bereiche umfassen großzügig den gesamten Subnetz-Block und sind bereits in ein fertiges Tarnkappe-Script eingetragen, das man hier herunterladen kann:

Das Script ist mit gzip gepackt und läuft unter Linux. Es wird entpackt, passend umbenannt und ausführbar gemacht. Nach jedem Booten und ebenso bei jeder Änderung der IP-Listen wird es aufgerufen. Es erlaubt alle lokalen Verbindungen im LAN und sperrt unerwünschte IP-Bereiche aus, die sich im Blacklist-Feld befinden.

Die obigen IP-Bereiche sind dort bereits eingetragen. Ebenso die kompletten deutschen Behörden einschließlich Geheimdiensten, sowie deren Untermieter, wie etwa ein , das wohl vom Frankfurter -Knoten über Göttingen in Richtung Harz zu führen scheint. Und in die Gegenrichtung, nach USA / Virginia / Fremont-Langley. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wird das Tarnkappe-Script aufgerufen, dann bekommt das Betriebssystems eine Liste an IP-Bereichen mitgeteilt, anhand derer es bereits in der Netzwerkkarte entscheidet, ob eine Verbindung angenommen oder abgewiesen wird. Jeder erstmalige Zugriff einer IP wird geloggt, ebenso jede abgewiesene IP-Nummer. Log-Zeilen mit dem Präfix “IPTables-NewConn:” sind angenommene Verbindungen, die mit dem Präfix “IPTables-Dropped:” wurden verweigert. Auch unvollständige Zugriffe (TLS-Handshakes von Zertifikat-Sniffern) werden erfasst. Hingegen sind IPs aus dem Whitelist-Feld immer erlaubt und nicht aufgezeichnet.

Ungebetene Besucher können in den Logs unter /var/log/messages, /var/log/syslog o.ä. gefunden werden (der Dateiname ist von der Systemkonfiguration abhängig). Anschließend können die unerwünschten IP-Bereiche über ein identifiziert werden und kommen in die Blacklist. Dann wird das Script erneut aufgerufen. Die gesperrten IPs werden zukünftig abgewiesen. Der Computer reagiert nicht mehr auf Verbindungsversuche und liefert auch keine Fehlermeldung an die Besucher zurück (DROP-Modus).

” und unsichere Hardware, die sich nicht sauber konfigurieren lässt, kann man notfalls per Reverse-Proxy über einen Webserver auf HTTPS und einen höheren Port tunneln und mit einem sicheren Passwort schützen. Auf diese Weise können auch Problemgeräte den Scannern entzogen werden.




Autor: Kati Mueller
 
Der schwierigste Schritt ist das Aussperren unerwünschter Besucher. Dazu müssen deren IP-Nummern bekannt sein, was nicht immer ganz einfach zu ermitteln ist.

Falsche Herangehensweise. Ich lege doch an meiner Haustür auch nicht fest, wer da nicht reindarf, sondern wer da reindarf.

Ergo: Alles sperren, bestimmte Bereiche freigeben.
 
Oder einfach mal alle eingehenden Ports im Router zu machen. Sollte jeder Standard Router können. Hab auch kein einziges .
 
Ich hab gerade mal meine öffentliche IP eingegeben, die ich jetzt seit gut 6 Monaten dank FibreInternet habe - und was kommt bei shodan.io - No Results found
 
Wussten Sie, dass möglicherweise Ihr VPN, Ihr NAS, Ihre Webcam, Ihr VoIP-Telefon, Ihr Smart-TV, Ihre Heizungsanlage oder Ihre anderen Geräte mit Internet-Anbindung in einer großen Datenbank stehen, auf die jeder Zugriff hat?

Was steht da drin? "KaPiTNs Telefon"?, "Gekauft bei Amazon"? oder die Seriennummer?


Websurfer werden überrascht sein, was man bei shodan.io alles finden kann.Solche Dinge erfährt man aber nur, wenn man sich die Mühe macht, Zugriffe auf die heimischen Geräte zu erfassen und auszuwerten. Allerdings ist von solchen Selbstversuchen abzuraten, denn das Speichern und Auswerten der IP-Nummern von virtuellen Einbrechern verstößt sicherlich gegen irgendwelche Datenschutzbestimmungen.

Wie wäre es mit einem Beispiel. Was kann man da finden? Überasche mich!

So ein Schwachsinn. Gegen welche Datenschutzbestimmung sollte das wohl verstoßen. :rolleyes:
Mal davon abgesehen, daß ja auch jeder Telefonanruf von einem Telefon geloggt wird.

Oder einfach mal alle eingehenden Ports im Router zu machen. Sollte jeder Standard Router können. Hab auch kein einziges .

Ich gehe davon aus, daß ein Standardrouter standardmäßig alle Ports gegenüber Anfragen aus dem Internet gesperrt hat.
 
Puh... der Artikel ist jetzt mal richtig unnötige Panikmache.
Alles ewig bekannt (wenn es nicht sogar in der Natur der Sache liegt) und durch viele Tools schon immer machbar gewesen.
 
Manche Lernresidenten kann man👎 mit der Nase aber nicht oft genug drauf schupsen und jedes mal fallen sie aus allen Wolken ......... glaub das heißt dann Altersheimer oder so ähnlich.
 
Manche Lernresidenten kann man👎 mit der Nase aber nicht oft genug drauf schupsen und jedes mal fallen sie aus allen Wolken .........
Nicht nur das - die müssen negative Konsequenzen direkt am eigenen Leib spüren, denn ansonsten ist der Lernerfolg bei vielen gleich null.
Ich habe mir jahrelang den Mund fusselig geredet. Macht Backups, verschlüsselt, nutzt "sichere Systeme" und gebt nicht jeden Kack im Netz von euch preis.
Ja ja, klar mit Augenrollen kam dann als Antwort. Gut, hab ichs eben sein lassen, aber wenns Probleme gab, dann kamen sie angerannt.

"Meine Festplatte macht so ganz komische Geräusche und Windows startet auch nicht mehr. Kannste gleich mal vorbei kommen und das reparieren."
"Sorry, Headcrash - Daten nicht mehr rettbar. Musste eben ne neue Platte kaufen, beim System aufsetzen und dem Backup aufspielen helfe ich dir "
"Aber, aber, auf der Platte ist meine Dissertation drauf. Die MUSS ich wieder haben, denn mein Backup ist sicherlich 200 Arbeitsstunden alt"
"Sorry, die Daten sind weg."
"Buhuhu, mimimi, aber, aber, buhuhuu".

Geklauter Laptop - "Buhuhu, meine Privaten Daten in den Händen von Verbrechern. Alle Passwörter, einfach alles, sogar meine privaten Bilder und Videos. Ich mein, die echt ganz privaten Sachen mit meiner Freundin. Ich weiß gar nicht was ich jetzt alles zu tun hab. Wie kann ich denn überhaupt die Passwörter sperren lassen? Geht das überhaupt? Wenn ja, was muss ich machen? Und, oh Gott, wenn die die Bilder und Videos öffentlich machen, dann bring ich die Schweine um, wenn ich die erwische!"
"Wieso, haste ja alles verschlüsselt, oder?"
"Wollte ich ja mal, aber habs dann sein lassen. Verdammt, was mach ich jetzt bloß?"
Und und und. Glücklicherweise gehört das der Vergangenheit an. Ich halte im realen Leben meine Klappe und bei Win Systemen kenne ich mich üüüberhaupt nicht mehr aus, weil ich nur mehr Linux Systeme nutze. Naja, den einen oder anderen sarkastischen Kommentar kann ich mir aber ab und an nicht verkneifen.

Der "smarte" Kühlschrank ist ne geile und suuuopertolle Sache. Wenn aber Frauchen als fette Sau im Netz diffamiert wird, weil die Bestelllogs widergeben, dass sie allerlei Süßkram bestellt, dann denkt Frauchen auch mal nach, dass der Kühlschrank nicht so einfach Daten preis geben sollte.

Ich will Tränen fließen und ich will im Zorn zertrümmerte Möbel sehen. Das ist der beste Lehrmeister!
Klingt traurig, aber es ist eben so.
 
Zuletzt bearbeitet:
@TBow: Schmerz war schon immer der beste Lehrmeister - ist beim Kampfsport so, ist im Leben so. Wie gesagt: Alle Warnhinweise wegmachen und einfach warten, bis sich die Deppen selbst reduziert haben.
 
Hat Tarnkappe einen Free oder payed Acc. bei Shodan gehabt? Das interessiert mich gerade am meissten.
 
Selbstschutz ist reaktion auf die imperfektion des Systems.

In einem Ideal gibt es keine Einbrecher und ich kann meine Tür offen lassen.
In der Realität schließe ich sie ab, da es ein paar kriminelle gibt.

Kriminalität sollte aber eben die kleine Abweichung vom Ideal und nicht staatliches System sein.
Ich sollte mich nur vor ein paar kriminellen im Netz schützen müssen und nicht vor dem Internet an sich.
 

Könnte man meinen, aber vor allem die billig Router sind nicht gut konfiguriert. Wahrscheinlich um dem Hersteller support Kosten zu sparen (nach dem Motto scheiß auf Sicherheit so lange die Kunden sich nicht beschweren, dass xy nicht geht) :rolleyes:
 
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