Interesse an anderen Personen verschwindet direkt wieder

RedlightX

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18 Juli 2013
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Nein, kein 2. Account. ;)

Mich würde einmal interessieren, ob es nur mir so geht, oder noch andere selbiges erfahren.

Vorab:
Ich habe eigentlich keine "besten" Freunde. Eigentlich habe ich niemanden, den ich wirklich als "Freund" nach meiner Definition betiteln würde.
Allerdings habe ich Bekannte. Das reicht mir vollkommen aus, da ich ein Mensch bin, der keine Lust auf Drama ala "Du wolltest dich doch melden, wieso hast du ..." oder Leute, die Zuhause ein- und ausgehen.

Neben meiner eigenen Familie, bin ich gern allein und nehme mir auch Zeit dafür. Das wird überall akzeptiert und daran möchte ich auch nichts ändern.


Online bin ich viel unterwegs und so kommt es, dass man auch mal neuen Leuten über den Weg läuft.
Manchmal tauscht man dann Whatsapp, oder Facebook-Details aus, um dann mal oberflächlich und ungezwungen zu schreiben.

Wenn - und das kommt sehr selten vor - mal ein Telefonat stattfindet (manchmal über eine Stunde), dann ist es auch okay. Mal. Sprachnachrichten ignoriere ich eigentlich komplett.
Kommt es aber häufiger vor. Auch unangekündigt, nervt es mich. Wird es (Schreiben + Telefon) zur Regelmäßigkeit, dann verliere ich im Grunde instant das Interesse an dieser Person. (Wir sprechen hier nicht von Flirten oder sowas, sondern einfach ein normales Gespräch ala "Kumpel").

Daraus resultiert dann, dass ich sämtlichen Kontakt dann von meiner Seite einschlafen lasse, da ich sonst Zeit opfern muss, ohne eigentlich irgendeinen richtigen Mehrwert zu haben.
Im Grunde würde ich schon fast sagen, dass ich sehr wählerisch bin, wenn es um Leute geht, die ich ggf. in mein Leben lasse. Ich halte alles recht oberflächlich. Entsprechend klein ist dann auch der "Zirkel". Aber wie gesagt, das ist kein Problem.

Dieses "Interesse verlieren" kann auch direkt am nächsten Tag da sein. Wirklich introvertiert oder sonderlich schüchtern bin ich eigentlich auch nicht.


Ist es bei jemandem ähnlich? Oder bin nur ich so ein merkwürdiger Kauz?
 
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  • #3
Dagegen spricht natürlich nichts. Solche Menschen sind mir wesentlich sympathischer, als laute Proleten.
Ich wollte damit nur ausdrücken, dass ich nun keiner bin, der nicht sozialverträglich ist und den Schnabel nicht aufbekommt. ;)
Zumindest beruflich. Privat, oder bei größeren Menschenansammlungen sitze ich meist lieber da und höre zu. Nicht nur, weil es viele Hohlbirnen da draussen gibt und ich mich sonst aufregen würde - ich denke mir generell lieber meinen Teil.
 
Introvertierte Menschen
-beobachten lieber
-sind nachdenklich
-mögen Menschenmengen nicht
-haben eher einen kleinen Freundeskreis
-verbringen lieber Zeit alleine
-stehen nicht gern im Mittelpunkt
uvm.

Ich will damit nicht sagen es in deinem Fall so ist, aber ich halte es für möglich.

Du solltest dich damit mal mehr auseinandersetzen bevor du das verwifst. Was du schreibst sind alles normale Verhaltensweisen für introvertierte Menschen.
 
Es ist keine normale/gängige Verhaltensweise für eine introvertierte Person das Interesse an anderen zu verlieren sobald die zu viel Interesse zeigen.
 
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  • #6
Danke, Abul. Ich werde mich mal einlesen.

"Zu viel Interesse zeigen" würde ich gern ersetzen durch "einen zu sehr in Beschlag nehmen". Das nervigste sind dann Nachrichten ala "Da?" oder verpasste Anrufe in Abwesenheit. Nachts um 1.
Generell kann ich es nicht leiden, mich dann bei Leuten zu melden, die irgendwas wollen / wissen wollen / Gesprächsbedarf haben, da oftmals recht schnell eine Erwartungshaltung entsteht.
Dafür habe ich keine Lust / Zeit / Geduld.

Ein Großes Problem in der heutigen Zeit ist es m.E. dass Menschen nicht allein sein können.
Ich kenne es noch, dass "Chillout" nach einer Party war. Der Gastgeber seit 3 Stunden im Bett liegt und schläft, aber das Gefühl braucht, dass da Menschen in der Nähe sind.
Selbiges kommt auch bei Leuten vor, die sich von Beziehung zu Beziehung stürzen, weil... allein sein? Geht nicht.

Und ich habe festgestellt, dass man sich in einer GRuppe von 15 Leuten manchmal einsamer vorkommt, als nachts allein im Home Office.
 
Kenne ich auch teilweise so.
Vor allem dann wenn ich das Gefühl habe immer nur anderen zu helfen, für andere da zu sein oder einfach nur Zeit für andere opfere.
Im Gegenzug bekomme ich nichts.
Nicht weil die Leute nichts geben wollten oder keine Zeit für mich hätten.
Sondern einfach weil ich das alles so nicht brauche.
Familie und wirklich alte Freunde sind da ausgenommen. Aber auch da habe ich manchmal das Gefühl, andere "brauchen" mich deutlich mehr als ich sie brauche, bzw. ich beschäftige mich deutlich länger mit deren Problemen als sie mit meinen.
Vielleicht auch, weil ich meine Probleme meist selbst löse...
 
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  • #9
Nun, erst einmal ist es gut zu sehen, dass man nicht allein so ist.
Natürlich kam dann auch einmal die Frage auf, ob man antisozial ist, sich für etwas besseres hält, oder man die Messlatte bei potenziellen Freunden so dermassen hoch hängt, dass es im Grunde niemand schafft, die eigenen Anforderungen zu erfüllen.
Letzteres finde ich schon irgendwie zutreffend bei mir, was aber nicht schlimm ist.

Ein Problem an sich gibt es nicht. Ich komme damit ja zurecht.
 
Wir (meine Frau und ich) sind mal durch Kuba gereist. Da haben wir 2 holländische Mädels auf einem Ausflug getroffen. Die meinten dann, dass sie deswegen Facebook nutzen. Sie wollen den Kontakt halten, aber nicht jede Woche oder jeden Monat schreiben. Aber wenn man Hilfe braucht oder mal zum Besuchen in der Nähe ist, kann man sich gern melden. Das fand ich klasse.

Wir unternehmen gern was mit Freunden (wandern, grillen, mal weggehen oder einfach besuchen). Aber einige davon sehen wir nur alle paar Wochen oder Monate.

Trotzdem kann ich mich bei einigen auch ausheulen, wenn ich dazu Bedarf hab.

So definier ich Freundschaft. Verpflichtungen hat man genug in der Partnerschaft/Familie.
 
Nein, du bist nicht allein gern allein. Also bist du nicht allein... Verdammt, ich auch nicht! *grins
 
Find ich grade witzig, die Frage stelle ich mir auch oft, nur dass ich nicht alleine bin. Freundin, kleines Kind, nicht mehr so viele Freunde wie früher aber das ist der Arbeit und dem Alter geschuldet. Manchmal wünsche ich mir auch ich wäre öfter alleine. Dann frage ich mich, was aus mit geworden wäre, wenn ich nicht in einer Beziehung wäre und mich nicht um andere Leute kümmern müsste, also Freunde usw. Klar liebt man seine Familie aber da ist trotzdem immer dieses was wäre wenn.
Ich glaube ich würde dann 12-14h auf Arbeit abschießen, so viel wie möglich arbeiten um auf einer Karrierestufe zu laden, die mir in den Kram passt und zu Hause duschen, essen, Bücher lesen.
Wenn ich nicht einschlafen kann, stelle ich mir vor wie ich mir einen kleinen Designerbungalow in den Wald stelle und dort ganz entspannt mein leben Lebe, am Kamin mit Buch. Tja, dann schlafe ich ein und...
Ich will nicht sagen, dass ich dich beneide aber ich kann dich verstehen und ich finde es auch nicht absonderlich.
 
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