Insekten anstelle von Zuchttier-Eiweißen

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  • #21
@engel_gabriel:
Okay, ich glaube jetzt haben wir es auch... :)

Aber die Rechnung war: 7:1 oder 7:5 Verbrauch/Ertrag in Kilo (Fleisch).

Aber auch mal die Frage in den Raum gestellt, wenn ich alles direkt Pflanzlich zu mir nehme, könnte ich mir vorstellen das die Verbrennung im Magen schneller von statten geht und ich auch schneller wieder Hunger bekomme, nur mal als Annahme. Wenn das so wäre, würde ich vermutlich mehr konsumieren und der Gewinn wäre vielleicht hinweggefegt. :unknown:
 
Hab mir mal in einer Pizzeria einen großen Salat bestellt. Ich hatte das Gefühl, als könnte ich den rund um die Uhr essen ohne satt zu werden.
 
Okay, dann spielen wir doch einfach mal mit Zahlen:

Sagen wir, dass bei einem 1100kg Rind etwa 75% verwertet werden können. Bei 400g Fleisch pro Mahlzeit würde ein Rind damit immerhin Fleisch für 2062 Mahlzeiten zur Verfügung stellen.

Lt Wikipedia: "Ein einziger Heuschreckenschwarm kann aus mehr als einer Milliarde Tiere bestehen, das entspricht einem Gewicht von 1.500 Tonnen."
Das sollten etwa 1.5g pro Heuschrecke sein. Folglich müsste man circa ~267 Heuschrecken essen, um eine(!) Mahlzeit Fleisch zu ersetzen.


Jetzt könnten wir auch mal ausrechnen wie viele Heuschrecken es braucht, um den weltweiten Fleischbedarf zu decken (Rind, Schwein, Lamm, Huhn, etc pp)

Dabei wurden scheinbar nur populäre Zuchttiere erfasst. Wild und exotische Tiere sind auf dieser Karte gar nicht aufgelistet.



Es braucht 550.000 Heuschrecken, um ein Rind zu ersetzen. Bei 3244000 Rindern benötigt es folglich 1.784.200.000.000 Heuschrecken. Noch mal: Bei einem Schwarm Heuschrecken kann man mit 1 Mrd Tieren rechnen, um allein den Bedarf an Rindern zu kompensieren, braucht es allerdings ~1,784 Billiarde Tiere. Folglich wären das 1784 "Schwärme" von Heuschrecken. - Alle anderen Tiere habe ich dabei noch nicht erfasst.
Schauen wir zum Spaß noch mal in den Wikipedia-Artikel:

"Diese [Schwärme] können bei Massenauftreten ganze Landstriche verwüsten. (...) Da diese Insekten ungefähr ihr eigenes Körpergewicht an pflanzlichem Material pro Tag vertilgen, ist der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Länder beträchtlich."

Glückwunsch, Heuschrecken als Fleischersatz zu züchten ist bestimmt wirklich ÄUSSERST ökologisch. :rolleyes:



CO² hingegen kenne ich nicht, deshalb fragte ich ja, was das ist.
Ich war in Chemie nie sonderlich gut, aber wenn ich mich noch richtig entsinne, müsste das 2-fach positiv geladenes Kohlenmonoxid sein, zumindest rein von der Formelschreibweise her.
 
Ich hab mal getrocknete Heuschrecken und Mehlwürmer in Mongos probiert. Es roh nach Schildkröten Futter und schmeckte wahrscheinlich auch so. :buh:
 
Daß man Heuschrecken essen kann,bedeutet ja nicht, daß es das ideale Insekt für Massenproduktion ist.
 
Das Problem ist genereller Natur. Egal welches Tier du nimmst, in Massenproduktion um damit die Weltbevölkerung ernähren zu können ist es einfach zu viel für den Planten. Da ist es egal, ob es sich um ein beliebiges Insekt oder irgendein anderes Tier handelt. Man kann vielleicht ein wenig optimieren, aber es kommt zwangsweise der Punkt, an dem "zu viel" erreicht ist. Auch das Zurückschrauben der Erwartungen wird da nicht viel helfen. Würden sämtliche Menschen auf tierische Produkte verzichten, würde das in einem entsprechenden Anstieg an pflanzlichen Produkten resultieren und irgendwann reicht auch die Pflanzennahrung nicht mehr aus, um den kompletten Planten damit zu versorgen.

Zumal wir uns auch vor Augen behalten sollten, dass aus Tieren auch weitere Produkte gewonnen werden können. Viele Kosmetika, Kleider etc. bestehen zum (Groß-)teil aus tierischen Produkten. Macht es nun Sinn zig tausend Kühle zu züchten um Leder zu gewinnen und den Rest des Tiers wegzuschmeißen oder macht es viel mehr Sinn, die Kuh weitestgehend zu verarbeiten und dabei eben auch Nahrungsmittel zu gewinnen?
 
Es plant ja keiner die Ernährung für 50 Milliarden Menschen. Aber die Bevölkerung hat sich verdoppelt in den letzten paar Jahrzehnten und sie wird weiter wachsen.
Und die Menschen benötigen Eiweiß. Anscheinend haben Insekten da ein Potential, daß über das von herkömmlichen Nutztieren hinausgeht und vielleicht sogar über pflanzliche Lieferanten.
Dabei geht es ja nicht darum die Nutztiere zu ersetzen.
Für Maoam wird man auch weiter noch Schweine brauchen.
 
Wenn Insekten aus Abfall Eiweiß synthetisieren können, müßte der Mensch das nicht im Labor auch können? :unknown:
 
Ich würde stark vermuten, dass auch Insekten aus Scheiße kein Gold machen können. Wenn im Abfall verwertbare Nährstoffe enthalten sind, dann ja. Aber von Nichts kann auch ein Insekt nicht leben.
 
Das war schlecht formuliert. Es ging um die Synthese von Eiweiß im Labor, nicht um die Synthese von Eiweiß aus Abfall im Labor.

Nährstoffe sind natürlich auch in Abfall enthalten, sonst würde der ja nicht von Organismen abgebaut.
 
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  • #32
Auch wenn es Off-topic ist:

Das erinnert mich gerade an die Bakterien die auch Plastik zersetzen können. Aber das wäre ein anderes Thema denke ich. ;)
 
Das wäre sicher eine Ebene weiter. Nahrung aus dem Plastikmüll der Meere, oder so.
 
Ein paar der aufgeworfenen Fragen können durch kurzes Googlen beantwortet werden.



„Einen großen Teil des vermeintlichen Eiweißgehalts vieler Insekten macht das Chitin aus. Es wird bei der Analyse irrtümlich miterfasst, ist jedoch selbst kein Eiweiß und hat auch sonst keinen Nährwert. Ohne das Chitin enthalten Insekten ähnliche Gehalte und Qualitäten an Eiweiß wie andere Nutztiere auch.“
Außerdem dürfe man nicht davon ausgehen, dass man Insekten zur Erzeugung von Lebensmitteln einfach mit irgendwelchen Abfällen füttern könne. Sie brauchen, wie alle anderen Lebewesen auch, hochwertige und hygienisch einwandfreie Nahrung, damit sie wachsen und gedeihen.
„Wenn man Insekten im industriellen Maßstab züchtet, bedeutet das Abermillionen von Tiere auf engstem Raum – was den Einsatz von Medikamenten sehr wahrscheinlich macht. Wir wissen nicht, von welchen Krankheiten diese Tiere alle befallen werden und welche Hygieneprobleme wir uns bei einer Massenproduktion einfangen“

Ich erinnere mich auch vor langer Zeit mal ein Buch zur Tierethik gelesen zu haben, bei dem die Frage abgehandelt wurde, ob tausende Individuen (Insekten) zu töten nicht schlimmer sei als einzelne Säugetiere. Leider komme ich nicht mehr auf den Namen.
Ich denke der bedeutendste Vorteil bei einer teilweisen Umstellung auf Insekten wäre lediglich der verminderte Methan-Ausstoß.

Der Königsweg ist natürlich vegane Ernährung (ohne jetzt wieder eine Debatte über B12-Mangel und Co. anstoßen zu wollen). Ich pack's selber nicht mal vegetarisch zu leben. Einzige Ausrede dafür ist blanker Hedonismus...
 
Den Artikel kannte ich, stellt allerdings auch nur eine Einzelmeinung dar, die ich persönlich für wenig überzeugend halte.

Und ethische Probleme sehe ich bei Insekten noch weniger als bei Nutzviechern. Sonst müßte an ja im Sommer das Auto stehen lassen.
 
Gerade die drei zitierten Stellen halte ich aber durchaus für logisch.

Ethische Probleme bei Insekten kann man durchaus ansprechen, gerade da bei einigen Insektenformen ein Bewusstsein vorhanden zu sein scheint.
Ich würde da eher nach dem Grundsatz gehen, vermeidbares Töten (zum Beispiel durch den Verzehr von Tieren) und unvermeidbares bzw. sehr schwer vermeidbares Töten durch das eigene Leben selbst (Tiere zertreten, Schädlingsbekämpfung zur Nahrungssicherung, Krankheitsbekämpfung etc.). Da gibt es zwar auch Hardliner, die selbst das Töten von Mücken als Mord ansehen, aber das ist dann halt eine philosophische Position, die mit der Realität eher schwierig zu vereinbaren ist. Ich selbst bin sowieso ein schlechtes Beispiel, da ich mir bewusst bin über das eigens produzierte Leid durch den Fleischkonsum und es trotzdem nicht einstelle (wenn auch sehr gemäßigt), aus egoistischen Gründen. Vielleicht ist das ja sogar schlimmer als nur Ignoranz, da es sich um eine bewusste Entscheidung handelt. Mit dem Widerspruch muss ich halt klar kommen oder ihn verdrängen...

Persönlich würde ich die Reduzierung vom Verzehr von Säugetieren hin zu weniger entwickelten Tierarten begrüßen. Und sei es nur als Zwischenschritt auf dem Weg zu einer rein pflanzlichen Ernährung. Gäbe es im Supermarkt Heuschrecken zu einem angemessenen Preis zu erwerben, ich würde sie kaufen.

PS: Ich weiß, dass meine Einstellung sehr inkonsequent ist, wer mir das vorwerfen mag. ;) Aber in allen politischen/ethischen Bereichen konsequent zu sein, packe ich dann doch nicht.
 
Gerade die drei zitierten Stellen halte ich aber durchaus für logisch.

Ich dagegen überhaupt nicht

  • Mag der Eiweißanteil bei Insekten geringer sein, bei den Maden spielt das gar keine Rolle.
  • Abgesehen, davon, daß das eine reine Behauptung ist, gibt es auch hochwertige Abfälle
  • Haltlose Vermutungen und eigene Unwissenheit sind überhaupt kein Argument.

 
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