[Politik und Gesellschaft] Indonesien: Todesstrafe gegen Britin bestätigt

Auch in letzter Instanz ist in Indonesien das Todesurteil gegen eine 57-jährige Mutter von 2 Kindern bestätigt worden. Drei Richter des Obersten Gerichtshofs lehnten den Berufungsantrag der Britin einstimmig ab, wodurch das Urteil rechtskräftig ist.

Die Frau, die am 19. Mai 2012 auf dem Ngurah Rai International Airport in Bali mit 4,8 kg Kokain aufgegriffen wurde, hatte aus Sicht der Richter nicht glaubhaft machen können, dass Sie zu der Tat unter Androhung von Gewalt gegen eines ihrer Kinder genötigt worden sei. Das Urteil überraschte vor allem dadurch, dass die Anklage selbst nur eine Haftstrafe von 15 Jahren gefordert hatten - die urteilenden Richter argumentierten jedoch, dass in diesem Fall keine mildernden Umstände vorgelegen hätten, die Berücksichtigung hätten finden können.

Indonesien ist als eines der Länder mit den strengsten Drogengesetzen weltweit bekannt. Die Höchststrafe -die Verurteilung zum Tode- wird durch Erschießung vollstreckt. Eine rechtlich gesehen mögliche Begnadigung durch den Präsidenten des Inselstaates wird als unwahrscheinlich angenommen.





 
Als ich Indonesien bei Google eingegeben habe war "Korruption" als Suchvorschlag zimlich weit oben:cool:
Der Inselstaat erstickt förmlich daran.
Es würde mich nicht wundern wenn die Britin gegen eine angemessene Zahlung seitens Großbritanniens nur abgeschoben wird.
Wäre doch nicht das erste mal das so etwas in einem Durch Korruption verseuchten Staat passiert.
 
Man muss natürlich auch sagen das 4,8kg nicht grade eine Bagatelle sind.
 
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  • #4
Man muss natürlich auch sagen das 4,8kg nicht grade eine Bagatelle sind.

Mmh, grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Drogenschmuggel hart bestraft werden muss. Hart heißt für mich, dass jemand, der so eine Menge in Umlauf zu bringen versucht durchaus auch im Knast einsitzen sollte. Kokain ist Teufelswerk.

Allerdings muss man im hier geschilderten Fall für meine Begriffe zwei Einschränkungen machen:

1) Sollte an dieser Geschichte etwas dran sein und die Lage tatsächlich so ohne Ausweg gewesen sein, müsste die Frau für mein Rechtsempfinden straffrei bleiben. Man kann nicht verlangen, dass eine Mutter das Risiko einer Gefährdung ihres Kindes eingeht, wenn es sich aller Wahrscheinlichkeit um Täter handelt, für die Skrupellosigkeit zur Geschäftstaktik gehört. Jetzt kann hier natürlich niemand von uns beurteilen, inwiefern das sicher genug ausgeschlossen wurde...

2) Wegen ihrer Unumkehrbarkeit bin ich generell gegen die Todesstrafe, vor allem weil es durchaus schon etliche Fälle gegeben hat, wo sich im Nachhinein herausstellte, dass man den falschen ins Jenseits befördert hat. Und da besteht gerade in diesem Fall in Verbindung mit 1) eine entsprechende Gefahr. Hinzu kommt, dass ich von der Todesstrafe aufgrund von Drogendelikten sowieso schonmal gar nichts halte. Dahinter steht offenbar Abschreckung, aber wirkt diese Abschreckung auch? Oder werden dadurch solche Fälle wie in 1) geschildert -ganz unabhängig davon ob das ganz konkret im Fall der Britin auch so gewesen ist- gefördert? Dass also die Täter nicht etwa mit ihrem Drogengeschäft aufhören, sondern das Risiko auf Unbeteiligte verlagern? Sicher ist, dass auch Reiseveranstalter davor warnen, sich ggf. auch unbewusst als Drogenschmuggler missbrauchen zu lassen.
 
Ich finde es legitim das für so einen Schmuggel in der Größenordnung die Höchststrafe angesetzt wird, dass diese die Todesstafe ist, halte ich auch für nicht richtig, da ich auch generell gegen diese bin.
Dabei gehe ich jetzt natürlich davon aus das das Gericht recht hat.
 
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  • #6
Ich finde es legitim das für so einen Schmuggel in der Größenordnung die Höchststrafe angesetzt wird

Unter der Prämisse von meinem Punkt 1), also vorausgesetzt, dass der Täter eigenwillig handelt, könnte ich dir bei Ansatz der hierzulande üblichen Strafen zustimmen.
 
Im weltweiten Vergleich ist Deutschland bei Gerichtsurteilen und Haftstrafen mit den Preisen im Aldi gleichzusetzen:D
 
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  • #8
Naja, ich würde es eher so ausdrücken, dass die Haftstrafen hierzulande nicht darauf ausgelegt sind, einen Menschen kaputt zu machen, sondern ihn angemessen zu bestrafen und anschließend wieder in die Gesellschaft eingliedern zu können.

Aber welche Strafe fändest du denn gerecht? Unter der Annahme, dass die Täter in einem solchen Fall eigenwillig handeln?
 
Wenn man mal überlegt was hier zu lande für Drogenschmugel an Strafen verhängt wurden, wären für die Menge wenigstes 5 Jahre angemessen.
Aber die jenigen die Drogen in das Reisegepäck anderer verstecken oder wie oben gleich Personen dazu zwingen Drogen zu schmuggeln sollten schon
sehr lange einfahren und zwangsenteignet werden. Mit dem Geld können dann soziale Projekte finanziert werden.
Ist jetzt nur mal meine persönliche Meinung.
 
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