Unser jüngstes Familienmitglied hatte und hat streckenweise enorme Wachstumsschmerzen, besonders in den Knien.
Diese Schmerzen treten nur nachts auf. Da hat der Körper Zeit zum Wachsen.
Als er Kleinkind war, hat er nachts -je nach Aktivitäten am Vortag- stundenlang jämmerlich geweint und sich gewunden.
Ganz selten wurde ihm dann ein verschreibungspflichtiger Saft gegeben, der ihm einen Großteil der Schmerzen nahm und ihn schlafen ließ.
Meistens haben wir ihm eine mächtig heiße Wärmflasche zwischen die Knie gelegt und gekuschelt und ihn zugetextet:
Mööönsch, dein Körper wächst ja wieder doll. Bald brauchst du ein neues Fahrrad und deine Hosen werden auch zu kurz...blablabla...
Er war dann so mit der Wärmflasche beschäftigt und unserem Gesülze und dem Trost, dass es ihn beruhigte, ablenkte und er enspannte.
Die homöopatischen Verstrahlten, man so auf dem Spielplatz und sonstwo traf, gaben ihren Würmchen Rescue-Globuli und weil davon die
Schmerzen ja nicht weggehen, blubberten sie was von Erstverschlimmerung, die ja normal sei. (Die Ausrede ist in der Homöopathie Usus.)
Unser 17 jähriger hat diese Schmerzen immer noch ab und an und weiß auch, dass man da kaum was gegen machen kann.
Jetzt zockt er aber nachts dann ein paar Stunden GTA IV oder so und mault nur noch vor sich hin
Für mich ist es ein Unding, dass Menschen ihre Kinder leiden lassen, sie Spätschäden und Schmerzen aussetzen, gegen die man was machen könnte.
Wenn sie jemanden schädigen wollen, dann sich selber. Aber auch darunter leiden dann die Kinder, wenn welche vorhanden sind.
Natürlich kann Trost und liebevolle Ansprache eine Heilung beschleunigen. Der Körper reagiert ja mit Ausschüttung von Glücks- und schmerzstillenden Hormonen.
Aber ich bin trotzdem froh, dass wir in einer Zeit leben, in der man gegen vieles Medizin hat und in der die Pest nicht mehr die Bevölkerung reduziert
und in der man an Masern, Diphterie und Wundstarrkrampf nicht mehr sterben müsste, wenn denn alle sich an den Kampf gegen diese Krankheiten halten.