Ich hatte zu diesem Zeitpunkt, als ich mich beworben hatte schon länger keinen Job mehr und habe halt das "Angebot" so angenommen, habe selbstverständlich meine Gehaltsvorstellung geäußert, die deutlich darüber lag, aber man hat mir eben nur 21,6k Brutto angeboten. So kam das zu Stande.
Dann überleg mal, warum sie Dir nicht mehr geboten haben und warum du dieses Angebot letztendlich dann doch angenommen hast.
Das Problem an dem ganzen Studiumgedöns ist, dass es eben sehr zeitaufwändig ist. Ich möchte nicht länger als 1-2 Jahre studieren bzw. für etwas lernen. Ich möchte eine Zeit lang lernen und dann mit einem angemessenem Gehalt einsteigen. Aber vorrangig geht es mir auch darum, was genau ich da mache. Ich möchte nicht mehr im IT-Support arbeiten, das ist es mir nicht wert. Ich möchte entwickeln! Und deshalb dachte ich an die Fernkurse der SGD. Selbst wenn ich dann monatlich "nur" 2500€-3200€ Brutto verdiene, für den Anfang reicht es.
Ich hab an sich nichts gegen das Studieren, aber ich möchte mir einfach in einem Informatik-Studiengang keine Mathematik reinziehen, die ich später sowieso nicht mehr brauchen werde. Ich möchte einfach nur das lernen, was ich auch wirklich brauche und anwenden kann. Ich denke, das kann man ja eigentlich verstehen und da ist so eine Fortbildung bestens dafür geeignet.
Die letzten beiden Zitate offenbaren dann doch mehr über Deinen aktuellen Ist-Zustand. Lies mal zum Spaß nach, ob du Dich hier in einer dieser
wiederfindest.
Natürlich verleitet die in den Medien von den Arbeitgebern propagierte Fachkräftemangel (=die Mangel, mit der die Fachkräfte so lange bearbeitet werden, bis sie eine Akademikerstelle auf 450-Euro-Basis besetzt bekommen) leicht zu der Annahme, dass man als IT-ler überall zu jedem Preis mit Kusshand genommen wird. Aber die Realität sieht dann doch ein bisschen anders aus, wie du feststellen durftest. Ich bekomme auf Xing derzeit ca. alle 1-2 Wochen mind. 1 Jobangebot. Dummerweise liegt das angebotene Gehalt meist auch ca. 30-50% unter meinem aktuellen. Die restlichen Konditionen sind auch alle schlechter.
Willst du in der IT was werden, hast du im Grunde genommen 3 Möglichkeiten:
- Studium
- Du bist Nerd, der seine Kindheit vorm Rechner mit Programmieren verbracht hat, und arbeitest als selbständiger Berater oder Entwickler auf einem hohen Niveau.
- Du hast in den gewünschten Bereichen die relevanten Zertifikate (Oracle, SAP, MCSE, RHCE usw.) und kennst Dich mit den entsprechenden Technologien aus. Die SDG-Kurse fallen nicht in diese Kategorie. Die sind so derartig tiefer angesiedelt, dass sie in der Praxis bedeutungslos sind.
Punkt 2 dürfte bei Dir nicht der Fall sein. Um Punkt 3 zu erreichen, musst du viel Zeit, Lernaufwand und vor allem Kohle investieren. Also bleibt im Grunde genommen Punkt 1.
Und dann wäre es vielleicht auch nicht schlecht, mal Softwareentwicklung zu definieren. Softwareentwicklung bedeutet nicht, etwas Code hinzurotzen, die jetzt mit möglichst wenig Aufwand eine Problemstellung löst. Denn spätestens, wenn du die Software erweitern oder anpassen musst, fällt Dir das auf die Füße. Softwareentwicklung ist erst mal langfristige, wohldurchdachte Planung und Handwerk, was einiges an Erfahrung benötigt. Welche Programmiersprache da verwendet wird, ist durchaus wichtig, spielt aber für die Projektplanung selbst keine Rolle.
Lange Rede kurzer Sinn:
Überleg, wie weit du im Job kommen willst. Willst du mit minimalen Aufwand ein etwas höheres Gehalt als jetzt, dann fang irgendwo in einer Softwarebude/Webklitsche als Trainee an mit der Hoffnung, dass du Dich da beweisen kannst und später übernommen wirst. Willst du auf ein höheres Gehalt und sichere Karriere hinarbeiten, dann mach ein Studium - egal ob Uni, FH oder BA.
Ach ja, auf den ersten Blick wirst du zwar keine höhere Mathematik beim Programmieren benötigen. Aber ab einer bestimmten Programmiertiefe kommst du dann um ein mathematisches Verständnis nicht mehr herum, spätestens wenn du mal mit C/C++ in Berührung kommst und die Speicherverwaltung (Referenzen, Arraygrößen, Datentypen) verstehen musst.