[Sonstiges] Hackerlegende Kevin Mitnick verkauft Zero-Day-Exploits

Der ehemalige Hacker und IT-Kriminelle Kevin Mitnick ist für seine Fähigkeiten im Social Engineering - der geschickten Manipulation seiner Mitmenschen zwecks Umgehen von Sicherheitsmaßnahmen - ebenso wie für sein großes Selbstbewusstsein bekannt. Er war nach einer verbüßten Haftstrafe wegen IT-Verbrechen als Sicherheitsberater tätig und veröffentlichte mehrere Bücher über seine Eskapaden und die anderer Hacker.

Nun ist Mitnick offenbar auf der Suche nach neuen Verdienstmöglichkeiten fündig geworden: Er verkauft sogenannte Zero-Day-Exploits - von Software-Entwicklern noch nicht behobene Schwachstellen, die für Angriffe ausgenutzt werden können- zum beeindruckenden Startpreis von 100.000 US-Dollar (umgerechnet knapp 79.000 Euro). Der neue Geschäftszweig, bezeichnet als "Mitnick's Absolute Zero Day Exploit Exchange", soll sowohl selbst gefundene als auch von Dritten zugekaufte Lücken und Exploits anbieten. Als Käufer kommen bei diesen Preisen vor allem Regierungen oder äußerst wohlhabende Unternehmer in Frage. Angeblich experimentiert Mitnick schon seit einem halben Jahr mit diesem Geschäftsmodell, machte dieses jedoch erst jetzt weithin bekannt. Namen von Käufern oder die Anzahl bereits verkaufter Exploits gibt Mitnick nicht bekannt. Er sagte lediglich, Regierungen seien nicht seine bevorzugte Zielgruppe. Er hoffe vielmehr, an Sicherheitsexperten oder an Software-Anbieter, die für Lücken in ihren eigenen Produkten zahlen, zu verkaufen. Dies ist zwar durchaus möglich, jedoch wirkt die Hoffnung, dass sich die Käufer allein aus dieser Zielgruppe rekrutieren, reichlich optimistisch bis naiv.

Illegal ist Mitnicks neue Geschäftsidee nach US-Recht nicht - ist sie jedoch ethisch? An dieser Frage scheiden sich wohl die Geister.

Quelle:
 
Wieso erwähnst du Anleger? Glaubst du, denen geht Ethik vor Gewinn(=Anteilswert/Dividende)?

Ansonsten: Könnte sich positiv auswirken. Allerdings könnten Kriminelle damit für kurze Zeit wirklich viel anrichten (weil man mit 0day-exploits auch die Nutzer trifft, die nicht den Bild.jpg.exe-Anhang der mail öffnen) oder aber Regierungen "Bundestrojaner" entwickeln, die - bei gezieltem, sparsamen Einsatz - auf lange Zeit unentdeckt bleiben...
 
Hinzu kommt, das man nur so druck auf die Betroffenen ausüben kann, den Fehler zu beheben.
Wie soll Druck aufgebaut werden, wenn man zB einen Exploit an die Firma "Echt total legale Firma" verkauft, die dann wiederum die Lücke zB unter anderem an die "Vereingung der Cyberkriminellen" zum Zwecke des Internet Banking Betruges verkauft? Erst lange nach der Aktion wird man die Lücke schließen können.
Herr Mitnick ist übrigens für solche Aktionen nicht zu belangen, da sein direkter Vertragspartner vertrauenswürdig erschien. Das dieser krininell handelte geht ihn ja überhaupt nichts an. Sollen die Behörden doch die Briefkastenfirma im Erdbeerland hops nehmen.
 
Man weiß nicht an wen noch genau was für ein Exploit verkauft wurde, bis auf Tbow ;)

Hat er doch einen lukrativen Verdienst gefunden, gz.
 
Wenn jemand 100k investiert hofft er natürlich 200k Einnahmen zu generieren oder Kosten zu sparen.
Wenn man über die Sicherheitslücke an Infos von einem Konkurrenten kommt, oder von einem Startup das man dann nicht aufkaufen braucht, oder wie die Chinesen das machen, dann kann sich das sehr lohnen.
 
Ich versteh die Aufregung nicht. Da verkauft einer sein Wissen. Er informiert über fehlerhafte Software. Verkaufen wir nicht alle (außer schöne Frauen und reiche Erben) das was wir gelernt haben?
 
Wenn du ihn einen Waffenhändler nennst, musst du fairerweise schlampige Software-Firmen als Rüstungsunternehmen bezeichnen.
 
@Endor:

Ich finde das nicht, zum einen verkaufen wir unsere Arbeit und nicht unser wissen und um fair zu bleiben die schönen Frauen arbeiten auch hart daran schön zu sein :p
 
@Endstille: Naja, man könnte schon sagen, dass wir unser Wissen verkaufen, wie unsere Arbeit auszuführen ist. Dass du es dann auch noch selbst machst, gehört natürlich auch dazu.
Aber das macht der genannte Herr ja auch: Er sagt nicht nur Leuten, wie man Sicherheitslücken ausfindig macht, sondern findet sie auch noch gleich selbst.
 
Ich versteh die Aufregung nicht. Da verkauft einer sein Wissen. Er informiert über fehlerhafte Software. Verkaufen wir nicht alle (außer schöne Frauen und reiche Erben) das was wir gelernt haben?
Das lässt sich völlig analog auf ein Haus übertragen:
Er läuft durch die Straßen und prüft Häuser auf Einbruchsmöglichkeiten. Dieses Wissen bietet er dann jedem zum Verkauf an. Er "hofft" darauf dass der eigentliche Hausbesitzer das Wissen kauft, aber prinzipiell verkauft er an jeden das Wissen wie man in Haus X einbrechen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
@BurnerR
Hey, das Geschäftsmodell hört sich lukrativ an. Biete mich hiermit als seriösen Geschäftspartner an. :D
 
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