[Netzwelt] Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Systeme

Version 43 von Googles OSS-Browser Chromium lädt ungefragt proprietäre Binaries auf Debian-Systemen herunter.
Noch bedenklicher ist, dass es sich dabei um Libs für Googles umstrittenes "OK Google" voice recognition Feature handelt, das viele User als Angriff auf die Privatsphäre betrachten - und das standardmäßig aktiviert ist.
Auf jeden Fall stellt dieses Verhalten einen Verstoß gegen Debians "Social Contract" dar.

Während Debian bekannt gab dass das Problem behoben sei, merken Nutzer des Debian Bug Forums an dass nicht nachvollziehbar sei was die Binaries genau am System änderten und diese nun als kompromitiert zu betrachten seien.
Ebenfalls werden Forderungen nach schärferen Kontrollen für Google-Code laut.

Quelle:
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Der Ärger ist nachvollziehbar, ich wäre jedenfalls auch angepisst wenns mir passiert wäre.

Kann man nur hoffen das es nur ein Unfall war. Was ja glücklicherweise durchaus realisitisch ist. Google versucht schließlich nicht täglich heimlich so eine Scheiße(das ist durchaus erns tgemeint, da jegliche automatische Mailauswertung etc. meines Wissens von Google bislang immer selbst offengelegt wurde).

Allerdings dürfte durchaus feststellbar sein was die Datei getan hat, sofern sie nicht als root ausgeführt wurde und alle Spuren eliminieren konnte. Oder Übersehe ich da was? Werden beim Browserupdate irgendwelche Komponenten zum updaten ausgeführt? Würde nach meinem wissen um die Funktion von apt keinen Sinn machen.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Naja, wer Linux-Produkte und Google-Produkte kombiniert hat mMn etwas Grundsätzliches nicht verstanden. Von daher kommt diese Meldung für mich nicht überraschend. Eher dass es so lange gedauert hat...
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

@OvO:

Und jetzt drehen wir die Medaille mal um. Google trägt sehr viel zu Open-Source-Projekte bei. Zum Beispiel in dem von der Free Software Foundation veröffentlichten Bericht "Who writes Linux" landet Google schon seit Jahren in den Top 10 derjenigen Unternehmen die am meisten zum Linux-Kernel beitragen.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

ja genau - und wer Windows verwendet hat ja auch nichts verstanden - und eigentlich ist eh jegliche Software schlecht.... :unknown:

Chromium (nicht Chrome!) wird ja nicht direkt von Google herrausgegeben -jedenfalls nicht als Binary - die Frage wäre hier also erst mal woher die Binary gekommen ist.
Auch kommt ja von Linux-Jüngern immer die tolle Story das man An Linux nunmal immer sieht was mit installiert wird und ja alles so offen ist und sich daher nichts einfach so einschleicht - und dann werden halt doch Pakete einfach ungesehen mit *ja > Ja* installiert und bestätigt und Div. Libs kommen mit und überschreiben noch Systemeigene...

Der Grundfehler dürfte hier nur sein das in Chromium ein Google-Dienst im Standard vorhanden und aktiv ist - das dürfte auch kein direkter Fehler sein bzw. aus versehen passiert sein. Soweit ich das gelesen habe sind sie ja aber auch sofort wieder zurück gerudert und haben es ausgebaut - warum der Versuch unternommen wurde werden wir wohl nie erfahren.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #6
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Nein, die Libs wurden nicht als Abhängigkeit mitinstalliert (weil wer beim Paketmanager nicht aufgepasst hat) sondern Chromium hat bei Ausführung die Pakete im Hintergrund runtergeladen...
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Das zu dem Vorfall gehörende ist für den einen oder anderen vielleicht auch interessant.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

@OvO:

Und jetzt drehen wir die Medaille mal um. Google trägt sehr viel zu Open-Source-Projekte bei.
grübel ......... Google, der weiße Ritter, der sein Gold für Opensource-Projekte ausgibt.
Stellt dann niemand die Frage woher das Geld kommt?
Früher (war alles Besser und aus Holz) war Google auch nur eine von vielen Suchmaschinen.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

@Jan_de_Marten:

Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du mir nicht die Wort im Mund herumdrehen würdest. Danke.

An keiner Stelle habe ich behauptet, dass Google das Gute in Person ist. Nur ist Google halt nicht immer das personifizierte Böse für das es manche halten, sobald mal wieder etwas negatives passiert ist. Nicht mehr und nicht weniger. Daher auch das mit der Medaille. Zwei Seiten. Weiß und schwarz und dazwischen auch noch jede Menge grau.

Um auf deine Frage zurückzukommen, woher das Geld kommt. 90 % aus Online-Werbung. Die Mozilla Foundation generiert übrigens auch Einkünfte auch personalisierter Werbung ( ).
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Mag sein. Ist auch alles schön und gut. Ändert aber nichts dran das Google eine US-Konzernmacht und Datenkrake ist. Meiner Einstellung nach ist eine Motivation von Linux sich solchen Einflüssen weitestgehend zu entziehen. Ob Google, Microsoft oder Apple. Privatsphäre und Sicherheit passen für mich mit Google nicht zusammen. Das ist doch genau das Thema um das es bei einem Wechsel geht. Raus aus den Konformzonen für mehr Autagie. Wenn man dann wieder auf Google zurückgreift ist das nur mehr eine Farce, ein Selbstbetrug. Da kann man die Medaillie noch so oft umdrehen und einschmelzen und neu pressen. Aber das kannst du, oder andere, natürlich anders sehen. Ich finds einfach absurd lächerlich.

Sicher gibt es noch ne Menge grau. Google gehört in manchen Bereichen auch dazu. Eigentlich jeder. Die Frage ist ob Kompromisse Sinn machen. Aber die muss sich jeder selbst stellen.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #11
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Natürlich ist Google wesentlich Linux-Freundlicher als zB M$* - aber hier reden wir trotzdem eher vom einäugigen König der Blinden...

*Was ja schon alleine durch die Interessen eigentlich logisch ist:
Google hat mit Android eine eigene Linux-Distribution während M$ auf dem Desktopmarkt ein OS-Monopol hat und durch typische Monopolpolitik die Konkurrenz unterdrückt.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Naja, wer Linux-Produkte und Google-Produkte kombiniert hat mMn etwas Grundsätzliches nicht verstanden. Von daher kommt diese Meldung für mich nicht überraschend. Eher dass es so lange gedauert hat...
Ach ja und was bitte?
Nicht jeder, der Linux verwendet, tut das einzig und allein mit dem Ziel, sich von Google los zu kaufen. Ich verwende Linux unter anderem, weil ich es eleganter finde, als Windows. In einigen Ländern der Welt werden massenweise Computer mit installiertem Linux vertrieben, weil es schlicht günstiger ist, als Windows-Lizenzen, egal, wie verstümmelt abgespeckt Windows seine Versionen anbietet und der dortige Markt auch nicht die kosten der günstigsten Windows-Lizenzen aufbringen kann. Es gibt viele Gründe, warum man Linux verwendet, die absolut nicht gegen die Installation von Google Produkten sprechen. Deinen plakativen Populismus kannst du dir an dieser Stelle sparen.

Der Grundfehler dürfte hier nur sein das in Chromium ein Google-Dienst im Standard vorhanden und aktiv ist - das dürfte auch kein direkter Fehler sein bzw. aus versehen passiert sein. Soweit ich das gelesen habe sind sie ja aber auch sofort wieder zurück gerudert und haben es ausgebaut - warum der Versuch unternommen wurde werden wir wohl nie erfahren.
Sehe ich genauso. Auch unter Entwicklern darf es vorkommen, dass man bei einem Commit nicht aufpasst und ein falsches Paket in der Software landet. Da muss man nicht immer die Verschwörungskeule auspacken und NSA- und Google-Dämonen heraufbeschwören. Ein falscher Klick in der CLI oder ein falsches Flag beim Aktualisieren des Repositorys oder ein falscher Parameter beim Kompilieren und schon ist das Kind in den Brunnen gefallen.

@OvO: Wenn du schon so PRO Linux und CONTRA {Google, Apple, Microsoft} bist, dann bedenke, Ubuntu hatte in die Desktopsuche Amazon eingebunden.
Also Linux perse als Definition von Privatsphäre und Datenschutz zu glorifizieren und alles andere als das personifizierte Böse, das haut einfach nicht hin. Abgesehen davon hat nicht jeder Anwender gleiche Interessen.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Mag sein. Ist auch alles schön und gut. Ändert aber nichts dran das Google eine US-Konzernmacht und Datenkrake ist. Meiner Einstellung nach ist eine Motivation von Linux sich solchen Einflüssen weitestgehend zu entziehen. Ob Google, Microsoft oder Apple.

Was ist dann mit Redhat? Intel? AMD? IBM? Oracle? Alle samt sind US-Konzerne mit nicht gerade wenig "Macht" und alle samt sind in den Top 10 von "Who writes Linux".

Wenn man dann wieder auf Google zurückgreift ist das nur mehr eine Farce, ein Selbstbetrug.

Man greift, sobald man den Linux-Kernel nutzt auf Werke von Google zurück. Bei den Suchmaschinen hat man im Grunde genommen keine wirkliche Wahl. Ich habe die Tage mal wieder DuckDuckGo getestet. In manchen Bereich durchaus brauchbar. Unterm Strich fehlt aber noch einiges. Startpage nutzt wiederum die Treffer von Google.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Startpage nutzt wiederum die Treffer von Google.
Allerdings wird mit Startpage zumindest der direkte Bezug zum Nutzer unmöglich gemacht für Google, oder zumindest deutlich erschwert.

Trotzdem stimme ich dir grundsätzlich zu:
Es ist äußerst einfach und en vogue Google böse und scheiße zu finden. Damit kann man im Netz immer leicht punkten. Dann am besten noch eine Priese pauschaler Anti-Amerikanismus und Anti-Kapitalismus dazu und alle klatschen.
Mir ist das zu billig. Google liefert einfach extrem gute Produkte ab. Punkt.

Klar sammeln die Daten, dafür sind die Angebote unendlich. Das kann man akzeptieren, oder nicht, aber das pauschal als "böse" zu verteufeln ist Quatsch. Google handelt nicht aus Nächstenliebe, aber das kann man einem Konzern nicht vorwerfen.
Neben der schon angesprochenen Unterstützung für diverser OpenSource-Projekte, forscht und entwickelt Google auch extrem viel. Die testen, die probieren neue Sachen aus. Die tun, die machen, die trauen sich was.
Natürlich auch all das mit einem finanziellen Interesse, aber das ändert ja nichts an den Resultaten.
 
Re: Googles OSS-Browser Chromium (v43) schmugelte proprietäre Binaries in Debian-Syst

Allerdings wird mit Startpage zumindest der direkte Bezug zum Nutzer unmöglich gemacht für Google, oder zumindest deutlich erschwert.

Dennoch nutzt man indirekt "Werke" von Google. Und wenn das wirklich so "böse" ist, sollte man hier dann konsequent genug sein und auch solche Dienste nicht nutzen. Alles andere wäre, um mal OvO zu zitieren, Selbstbetrug.

Aber bei solchen Sachen bin ich scheinbar zu pragmatisch und zu wenig Stallman. Ich würde auch gerne die freien Grafikkartentreiber nutzen. Da diese aber nicht das bieten was ich will nutze ich eben die propitären. Genauso wie ich in ein paar Monaten auf einen Browser umsteigen werde der CSS ist, da es die quelloffenen nicht auf die Reihe bekommen, mir das zu bieten was ich will.
 
Zurück
Oben