[Netzwelt] Google ersteigert Top-Level-Domain .app

Der Suchmaschinengigant Google hat für 25 Millionen US-Dollar die generische Top-Level-Domain .app erteigert. Bei der Auktion, die mehr als einen Tag dauerte, erhielt Google letztlich den Zuschlag. Das ist gleichzeitig auch der bislang höchste Preis, der je für eine Top-Level-Domain gezahlt wurde.

Ein Sprecher des Unternehmens scherzte gegenüber Business Insider UK, dass man über diesen Erfolg sehr ".app-y" sei. Insgesamt waren 12 Bieter an .app interessiert, unter anderem auch Amazon. Drei Bieter wollten dafür mindestens 19,4 Millionen US-Dollar, selbst bei der letzten Bietrunde waren noch zwei Bieter im Rennen. Diese begann bei 24,3 Millionen Dollar.

Bislang lag der Höchstpreis der öffentlichen Auktionen der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) für generische Top-Level-Domains bei 6,8 Millionen US-Dollar. Bei Privatauktionen sollen jedoch angeblich schon Beträge zwischen 10 und 20 Millionen Dollar geflossen sein.


Bild:
Quelle:
 
Welche Anbieter werden das wohl gewesen sein?
Lass mich kurz nachdenken... Microsoft, Apple, Amazon und Google?
a. größte "app-"-Store-Anbieter
b. u.A. kapitalkräftig genug, um sich den Spaß leisten zu können


Ich finde es bedenklich, dass amazon sich etwa .buy und google .app sichern können, schließlich agieren die Unternehmen hier nicht als Domain-Vergabestellen, sondern in hohem Maße aus Eigeninteresse für ihre (haus-)eigenen Produkte. Aus wettbewerbstechnischer Sicht, sicherlich ungut und ich könnte mir vorstellen, dass da auch noch die ein oder andere rechtliche Auseinandersetzung folgen wird, in Zukunft.
 
Schön ist das sicher nicht, wenn sich zukünftig die Internetriesen viele top level domains kaufen, doch kann man wohl kaum etwas dagegen sagen, oder? Einen DNS-Server darf jeder betreiben, eine Domain darf sich auch registrieren und was mit untergeordneten Domains dann passiert, ist Sache der Besitzer. Du beschwerst dich ja auch nicht, weil du keine Domain *.ngb.to bekommst; auch wenn es zugegebenermaßen einen Unterschied macht, ob man seine Domain frei wählen kann oder dafür auf eine der begrenzt verfügbaren TLDs zurück greift. Diese begrenzte Verfügbarkeit ändert jedoch nichts am Grundprinzip vom DNS, nachdem jeder über seine Zone frei verfügen kann/darf.
 
Schön ist das sicher nicht, wenn sich zukünftig die Internetriesen viele top level domains kaufen, doch kann man wohl kaum etwas dagegen sagen, oder?
Ich würde das so nicht sehen.

Du weißt schon, was das DNS ist und wie es funktioniert, oder? Dann sag mir mal, wem es gehört. Woraus begründet die ICANN das Recht über das DNS auf aller oberster Ebene bestimmen zu dürfen, insbesondere vorgeben zu dürfen, welche TLDs existieren (dürfen) und wer diese Verwalten darf? Und dafür auch noch Geld verlangen zu dürfen.
Wenn ich ein Produkt schaffe, klar, dann habe ich das Recht daran, weil ich Schaffender bin. Es ist aber mehr als fragwürdig über etwas privatwirtschaftlich zu bestimmen, ohne dass man dazu eine logisch begründete Legitimation vorweisen kann.

Stell dir vor, ich käme morgen auf die Idee: Boah ja, Atemluft ist ne geile Sache. Wäre doch cool das zu reglementieren. Ich mach das mal. Wer bietet mir am meisten für die Atemluft in Deutschland? - Anschließend übertrage ich dem höchst bietenden die Rechte daran und der wiederum darf entscheiden wie und zu welchen Konditionen er die Atemluft in Deutschland weiterverkauft. Und selbst bei Atemluft steht noch ein tatsächliches Gut im Raum, dadurch, dass es limitiert und "aufbrauchbar" ist.


Einen DNS-Server darf jeder betreiben, eine Domain darf sich auch registrieren
Jein, eben nur bedingt. Du kannst nur nach den Richtlinien der Vergabestellen registrieren.
Welche .de-Domains du registrieren darfst und zu welchen Bedingungen, das entscheidet die denic, bspw. ist hier das öffentliche Whois anzumerken.
Welche .to-Domains du registrieren darfst und zu welchen Bedingungen, das entscheidet die tonic, bspw. sind hier die hohen Preise anzumerken.
Der Betrieb eines DNS Servers bringt dir im öffentlichen Raum kaum etwas, da du nicht "bestimmen" kannst, wer sich nach deinem DNS richtet, aber jeder richtet sich nach den Root-DNS nach Vorgabe der ICANN.
 
Die Funktionsweise von DNS ist mir durchaus bewusst. Bei einem eigenen DNS-Server hast du mich möglicherweise missverstanden. Ich meinte damit keinen redundanten DNS-Server, den du der Öffentlichkeit zur Verfügung stellst, damit dieser alternativ genutzt werden kann, sondern einen Server, der seine eigene Zone administriert. Die root-DNS-Server verwalten ihre Zone, d.h. alle Domains bis zu dem Punkt, an dem eine neue Autorität einsetzt. In der Praxis sind das Dienstleister wie denic und tonic, die du schon angesprochen hast. Was aber mit Domains passiert, die in *.de oder *.to liegen, das ist wiederum Sache von denic und tonic. Was mit *.example.de passiert, wäre hingegen entweder noch Aufgabe von denic, oder es kann ein neuer autoritativer DNS-Server die Zone *.example.de verwalten und Domains innerhalb seiner Zone nach seinen Richtlinien erstellen und verwalten - du sagtest ja selbst schon, dass es da verschiedene Auflagen je nach autoritativem Server gibt.

Jetzt nochmal zurück zu den root-DNS-Servern. Diese sind im Grunde auch nur die Verwalter ihrer Zone. Zu welchen Richtlinien Domains dort registriert werden können (in diesem Fall Top Level Domains), das entscheidet das Unternehmen oder die Organisation, die hinter den Server steckt. In diesem Fall wäre die die ICANN.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich sage nur, dass es das gute Recht der ICANN ist, über so etwas zu entscheiden. Dass jedoch gerade bei Top Level Domains die Verantwortung größer ist, sehe ich - wie du - kritisch. Doch leider steht es nicht zur Debatte, die Verantwortung auf mehrere Organisationen aufzuteilen; insbesondere war das DNS als solches ja auch nur eine Erfindung, die ihren Ursprung in Amerika hat. Da sollte man sich nun nicht beschweren, dass eine Organisation aus Amerika da die Fäden in der Hand hält. Das wäre es jedenfalls, was ich als Rechtferitung ansehe, die du gefordert hast, wie denn die ICANN über Top Level Domains entscheiden kann.
 
Versteh mich bitte nicht falsch, ich sage nur, dass es das gute Recht der ICANN ist, über so etwas zu entscheiden.
Wieso sollte es "das gute Recht der ICANN" sein, sich mit tlds zu Bereichern oder Absolutherrschaft darüber zu haben.
Um mal provokativ zu fragen: Wieso sollte es nicht mein gutes Recht sein über . bestimmen zu dürfen?
Wieso darf ich nicht alles unter . untervermieten/ verkaufen/ versteigern und über alle Grundlagen bestimmen?
Um es abstrakter zu formulieren: Woraus resultiert das Recht der ICANN über . zu bestimmen?

insbesondere war das DNS als solches ja auch nur eine Erfindung, die ihren Ursprung in Amerika hat. Da sollte man sich nun nicht beschweren, dass eine Organisation aus Amerika da die Fäden in der Hand hält.
Also weil Person A Urheber einer Idee ist, darf ich nicht kritisieren, dass Unternehmen B vollkommen frei vollständig über die Verwendung der Idee bestimmen darf?
Na gut, das überzeugt mich. Ab jetzt werde ich auch keine Politikerentscheidung mehr kritisieren. Irgendwer != mir hat den Begriff Korruption geprägt, deshalb darf ich mich heute nicht über korrupte Politiker beschweren .. so?
Du merkst doch auch, dass dieser Argumentationspfad so nicht wirklich vernünftig ist, oder?
 
Jo accC, aber da können wir auch ausholen und uns fragen "wem gehört eigentlich der Planet Erde? Und wer hat den Staaten darauf das Recht gegeben sich Teile davon unter den Nagel zu reißen?" - Ist eben , dass die ICANN da federführend ist. Ich bin ganz froh darüber dass es eine "Nonprofit organization" ist, die sich darum kümmert, und eben kein Profitorientiertes Unternehmen. Oder noch schlimmer, viele kleine Unternehmen, die alle Ihre eigene Suppe kochen.

Was mich aber auch zu der Frage bringt, wo denn die 25 Millionen US-Dollar nun hingehen, bei einer "Nonprofit organization" wie der ICANN...
 
Zurück
Oben