[Netzwelt] Google-Contributor: Von Internet-Werbung freikaufen

Werbung im Internet - ein jahrelang bewährtes Finanzierungskonzept. Doch sie ist an vielen Stellen unnötig, störend und nervtötend. Immer mehr Nutzer setzen daher auf Werbeblocker wie z. B. Adblock Plus, weswegen sich Google im letzten Jahr aus der Blockliste auch musste.

Derzeit erprobt Google daher ein neues Finanzierungskonzept für Websites, mit dem sie die Benutzer zum Zahlen für werbungsfreie Inhalte animieren möchten: "Contributor". Im Feldversuch nehmen derzeit zehn bekannte Websites teil, unter anderem der Blog "Mashable" oder "Urban Dictionary".

Besucher können die teilnehmenden Websites abonnieren und ihnen so einen monatlichen Betrag zwischen derzeit $1-$3 bezahlen. Im Gegenzug wird die Google-Werbung durch eine Dankes-Nachricht ersetzt.


Quelle: /
 
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Meine Meinung dazu:
Google hat zwar viele Erfolge gefeiert, von denen niemand dachte, dass es Erfolge werden würden. Doch dieses Projekt wird vermutlich nicht dazu gehören. Es ist viel zu sehr in jedem von uns verankert, dass das Internet kostenlos ist, als dass jemand etwas daran ändern würde. Solange man hier wirklich nur bestimmte Websites freikaufen kann und es dann auch noch vergleichsweise "teuer" ist, werden Tools wie Adblock immer noch an der Spitze bleiben.

Aber Google ist groß genug, dass dieses Projekt in der Form zumindest als Nischenprojekt erfolgreich sein kann - für Leute die zu viel Geld haben und sich deswegen ihre Inhalte auch jederzeit schmerzfrei freikaufen können.

Erfolgreicher wäre es wohl, wenn man sich wirklich das komplette Internet als werbefreie "Flatrate" kaufen könnte, so für 10-15€. Dazu die Freischaltung nicht als separater Tarif von Google, sondern als zusätzliche Tarifoption, z. B. beim ISP des Benutzers wie früher extra Freiminuten und ähnliches. Dann könnte das tatsächlich erfolgreich werden.


Grüße
Thomas
 
Ich setze Erweiterungen wie Adblock ja nicht nur ein, um die Werbung nicht gezeigt zu bekommen, sondern auch, um Google die Möglichkeit zu nehmen, mich darüber zu tracken. Ich möchte nicht ausschließen, dass Google die eingebundenen Scripts auch als Contributor noch dazu verwendet. Daher kommt das für mich nicht in Frage.

Ich finde das trotzdem eine interessante Idee und würde mich freuen, wenn das Projekt funktioniert.
 
Die "Korruption" bei Adblock Plus war ja vor 2 Jahren ein großes Thema, das Ergebnis ist Adblock Edge
Weiß eigentlich jemand was über den Marktanteil der beiden?
 
Was soll man dazu sagen.
Google kommt mit der Idee zu spät. Früher hätte man dem 0815-Nutzer anbieten können "Werbung" oder "kostenpflichtig", anstatt sich selbst für eines der Modelle zu entscheiden. Heute hat sich eine Vielzahl von Nutzern an Werbeblocker gewöhnt und kennt nur noch "weder Werbung noch kostenpflichtig". Die Verantwortlichen bei google glauben doch nicht im Traum daran, dass auch nur irgendeiner dieser Nutzer jetzt plötzlich seinen Werbeblocker deaktiviert/deinstalliert und anfängt für irgendwelche Google-Partner Geld aus dem Fenster zu werfen.


Eine Webseite die mich zwingt im Abo zu zahlen oder Werbung hin zu nehmen, landet eher noch auf der blacklist, als eine Webseite, die nur auf Werbung setzt oder die nur auf kostenpflichtige Abo-Modelle setzt..
 
Einfach den Anbieter wechseln und guts ists, wenn einer denn mag. Oder einfach löhnen, oder sich mit Werbung zubomben lassen. Der Nutzer hat ja viele Optionen.
Ich. für meinen Teil, nutz die Seite eh schon lange nicht mehr und lebe immer noch.
 
Sieht man ja davon ab in letzter Zeit z.B. beim Computec Verlag. Golem oder 4players. Gegen ein "Abo" und somit das Zahlen einer bestimmten Summe x, wird die Werbung ausgeblendet und man erhält ggf weiter Vorteile wie höhere Auflösung bei Videos etc.

Schön und gut.
Das Problem ist, wenn das alle Webseiten so machen, die man täglich so liest, läppert sich das. Hier 1 Euro, da 5 Euro, dort vielleicht 10 Euro. Und immer mehr Portale und Webseiten kommen dazu. Am Ende zahlt man zu seinem Internetvertrag noch mehr oder weniger 50 Euro drauf für werbefreie Webseiten. Kann's ja auch nicht sein.
 
Einfach den Anbieter wechseln und guts ists, wenn einer denn mag. Oder einfach löhnen, oder sich mit Werbung zubomben lassen. Der Nutzer hat ja viele Optionen.
Ich. für meinen Teil, nutz die Seite eh schon lange nicht mehr und lebe immer noch.

Ich glaube du hast da etwas falsch verstanden. Wenn ein Website-Betreiber auf seiner Seite www.site.tld Werbung von Google (Google AdSense) einbindet und du bist Besucher von www.site.tld, dann kannst du dich von dieser Werbung freikaufen, indem du zu Google gehst und dort angibst, dass du lieber x Euro/ Monat überweist, anstatt die Werbung bei site.tld zu sehen. Besuchst du dann site.tld, erkennt Google, dass du ein zahlender Kunde bist und zeigt dir liebe Worte, anstatt Werbung auf site.tld einzublenden.

Zumindest habe ich das so verstanden.
 
Heute hat sich eine Vielzahl von Nutzern an Werbeblocker gewöhnt und kennt nur noch "weder Werbung noch kostenpflichtig".

stimmt, das kennt man ja aus dem privatfernsehen (falls es das noch gibt).. immerhin ist das ein solides umlagefinanziertes modell wie beispielsweise die rente (nur mit sehr viel mehr verschleiß) - die kosten werden einfach unter den konsumierenden aufgeteilt, und zwar proportional zum konsum (da es aber auch konsumverweigerer gibt, geht die GEZ noch einen schritt weiter und verlangt per gesetz geld für die luft, die man atmet ;)).. und dabei ist es sowohl den werbetreibenden als auch den fernsehproduzenten völlig egal, ob das konsumvieh werbung guckt oder rausschneidet - bezahlt wird ja eh, ob man will oder nicht, und die umverteilung der kohle geschieht anhand der paar auserwählten quoten-esel mit ihren spezial-boxen (und selbst die müssen sich keine werbung antun, sondern nur ihre box bedienen)..

warum nicht auch so im internet? ich hab irgendwie das gefühl, da wird zu viel gemicromanaged und zu wenig "kartellisiert".. es will ja auch wirklich jeder ein stück vom kuchen, aber das kann doch garnicht funktionieren, wenn man dem konsumentenvieh die wahl lässt - amateure! :D wenn man sich von jemandem gegen seinen willen finanzieren lassen will, dann geht das nur, wenn man seinen konsum kontrolliert, oder eben auf plumpe GEZ-art per gesetz - das lernt man doch schon im despoten-kindergarten ;)..
 
Zwischendrin fand ich den Post ganz lustig (ironisch-kritisch), dann habe ich den Faden verloren.

Wie auch immer, hat jemand nähere Informationen, wie google glaubt die Masse der Adblock-Nutzer zur freiwilligen Aufgabe zu bewegen?
Etwa mit "Hör auf Adblock zu nutzen, sonst kappen wir dir die Verbindung zu Google!"? Das wäre ja aber ein Schnitt ins eigene Fleisch. Google lebt von seinen Nutzern.
 
Die "Korruption" bei Adblock Plus war ja vor 2 Jahren ein großes Thema, das Ergebnis ist Adblock Edge
Weiß eigentlich jemand was über den Marktanteil der beiden?
Genau so sieht es aus. Vor allen Dingen zeigt sich hier ja, dass man nur genug Kohle braucht, um sich "frei zu kaufen".
Zumindest ungefähre Marktanteile sieht man übrigens hier:
Leider ist Adblock Edge da stark unterrepräsentiert.

Etwa mit "Hör auf Adblock zu nutzen, sonst kappen wir dir die Verbindung zu Google!"? Das wäre ja aber ein Schnitt ins eigene Fleisch. Google lebt von seinen Nutzern.
Aber auch nur von denen, die wirklich die Werbung sehen. Ein Kunde wird zwar Schwierigkeiten mit dem Nachweis haben, dass niemand die Adwords sieht. Aber wenn die Werbung dauerhaft nutzlos erscheint, wird ein Kunde kaum ein Kunde bleiben.
 
Aber auch nur von denen, die wirklich die Werbung sehen.

quatsch! bei google bezahlt man nicht mit werbeklicks, sondern mit persönlichen informationen - das (und das allein!) ist die profitable gegenleistung der milliarden user für die supertollen google-services..
 

Wozu nutzen sie die persönlichen Informationen ? Um personalisierte Werbeanzeigen zu schalten! Ergo sind die schon daran interessiert, dass man ihre Werbung nutzt, ansonsten ist das ganze Geschäftsmodell hinfällig...
 
die sind schon längst darüber hinausgewachsen.. plumpe werbebanner sind sicher nicht ihr kerngeschäft (wobei ich die genauen zahlen auch nicht kenne).. sie kontrollieren die informationen, die du von ihnen haben willst - und das sind suchergebnisse, nicht "werbung".. unternehmen zahlen enorme summen, um gefunden zu werden, nicht für irgendwelche werbeanzeigen, die geblockt oder einfach nicht beachtet werden.. jeder einzelne suchbegriff, jedes verhaltensmuster, das sie einem bestimmten rechner (bzw. einer person) zuordnen können, hilft das "gefunden werden" effizienter zu machen und schafft somit den anreiz für unternehmen oder organisationen, mehr dafür zu zahlen, völlig unabhängig von deinem eigentlichen "werbekonsum"..

direkte bannerwerbung ist eine seuche, die im 21. jahrhundert nichts mehr zu suchen hat..
 
Früher(tm) hatte man ein Zeitungsabo (Locale oder Überregional), ein oder zwei Zeitschriften (Spiegel, Playboy, Konkret tralala) und hat ansonsten Autoradio oder Tagesschau geglotzt (ja, gab's beides schon vor 50+ Jahren). Die Druckerzeugnisse wurden am Wochenende eher weniger gelesen weggeworfen. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, ein Anrecht auf Playboy umsonst zu haben.

Nun ist der alte Markt mit dem Internet zusammengebrochen, was aber nicht heißt, dass jetzt Informationen und Masturbationsvorlagen umsonst sein müssten. Für ihre endgeilen Zoggereien macht der User ja auch massenhaft Kohle locker (Spiele, Hardware, X Monitore, Gamer-Sessel, Gamer-Boxen, Gamer-Headset, Gamer-Girl usw.), wer von Golem was will, soll gefälligst zahlen. Oder es lassen und lieber ne Runde f****.
 
Früher(tm) hatte man ein Zeitungsabo (Locale oder Überregional), ein oder zwei Zeitschriften (Spiegel, Playboy, Konkret tralala) und hat ansonsten Autoradio oder Tagesschau geglotzt (ja, gab's beides schon vor 50+ Jahren). Die Druckerzeugnisse wurden am Wochenende eher weniger gelesen weggeworfen. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, ein Anrecht auf Playboy umsonst zu haben.

Nun ist der alte Markt mit dem Internet zusammengebrochen, was aber nicht heißt, dass jetzt Informationen und Masturbationsvorlagen umsonst sein müssten. Für ihre endgeilen Zoggereien macht der User ja auch massenhaft Kohle locker (Spiele, Hardware, X Monitore, Gamer-Sessel, Gamer-Boxen, Gamer-Headset, Gamer-Girl usw.), wer von Golem was will, soll gefälligst zahlen. Oder es lassen und lieber ne Runde f****.

Ja, genau.. :rolleyes:

Aber wenn ich für etwas bezahlen soll, dann soll es mir auch bitte etwas bieten. Es gibt geschätzt 3 Dienste, für die ich zahlen würde.
Meinen Server - den bezahle ich schon.
Wikipedia
Ubuntu Wiki

Bevor ich anfange für Golem zu zahlen, verzichte ich lieber darauf, die Seite aufzurufen.

Es ist eben so: Ein Angebot, welches kein qualitativ hochwertiges Angebot hat, das kann den Kunden nicht direkt zur Kasse bitten. In dem Moment, wo es das versucht, springt der Kunde ab. Dann hat das Unternehmen gar kein Geld mehr und kann schließen. Stattdessen muss man sich eben mit weniger und indirekter Monetarisierung zufrieden geben, etwa Werbung. Früher hat das geklappt, weil ein Gleichgewichtig zwischen Inhalten und Werbung geherrscht hatte und zusätzlich keine Stellschraube (Adblock) für den Nutzer zur Verfügung gestanden hatte. Mittlerweile herrscht dieses Gleichgewichtig nicht mehr. Die Werbung wird immer penetranter, schlechter, nervender und die Inhalte verlieren weiter an Qualität. Das was einige Newsschreiber abliefern, in Form und Farbe, kann man bestenfalls auf Sonderschulniveau einordnen. 0 Recherche, teils völlig falsche Auffassung der Situation, Rechtschreibung und Grammatik sind Fremdwörter, vielleicht noch ein paar populistische Zitate eingebaut, fertig sind die News. Da zieht der geneigte Nutzer eben an der Stellschraube.

Zumal ich auch nicht sehe, dass alles stets kommerzialisiert werden muss. Ich betreibe selbst einige Dienste im WWW. Da habe ich monatlich Ausgaben, die ich aus privater Tasche finanziere. Das NGB wird ebenfalls kostenlos und werbefrei gehalten, auch hier laufen die Kosten direkt auf's Privatvermögen unserer Wohltäter.
Was ich damit sagen will: Du kritisierst, dass die Nutzer alles umsonst haben wollen, das Spiel kann man auch umdrehen, die Contentprovider wollen alles kommerzialisieren.
 
Ich kann das alles unterschreiben! Natürlich kannst du ein kleines Board selber tragen, aber bei einer Boardlandschaft wie Stackexchange funktioniert das nicht mehr, obwohl sich die user community dort selbst "verwaltet". Ganz zu schweigen von Google. Wie möchtest du denn die Dienste von Google entlohnen?
 
Die Werbung wird immer penetranter, schlechter, nervender und die Inhalte verlieren weiter an Qualität. Das was einige Newsschreiber abliefern, in Form und Farbe, kann man bestenfalls auf Sonderschulniveau einordnen. 0 Recherche, teils völlig falsche Auffassung der Situation, Rechtschreibung und Grammatik sind Fremdwörter, vielleicht noch ein paar populistische Zitate eingebaut, fertig sind die News. Da zieht der geneigte Nutzer eben an der Stellschraube.
Die Psychologen sagen, dass die Werbung immer wirkt. Ohne dass ich jetzt Einzelheiten dazu kenne: dieser Bereich ist gut erforscht, da werden Milliarden und mehr bewegt, die Herren über den Werbeetat gehen auch nicht mehr mit der Giesskanne umher.

Wikipedia ist ein gutes Beispiel für schlechte Informationen. Wenn du dich dort über die Schweinereien von Daimler-Benz in der 3.Welt informieren willst, wirst du nicht viel konkretes rausfinden. Einfach weil der Daimler-Konzern seine Seite dort faktisch selbst gestaltet. Ich will damit nur sagen, dass gute Information, strukturierte Information genau so ihr Geld kostet wie immer schon.
 
Zum Finanzieren der Google-Dienste:

Wenn sie nicht genug Kapital aus den Daten der User und etwaiger opt-in-Werbung schlagen können, dann müssen sie ihre Dienste gegen Geld anbieten. Dann hat der User die Wahl zwischen einem vermutlich sehr guten, kostenpflichtigen Dienst, oder eben weniger guten Anbietern, die aber kein Geld verlangen, weil sie sich anders finanzieren können. Oder sie bieten nur abgespeckte Versionen kostenlos an und verlangen für den Rest Geld. Und wenn dann der nächste ankommt und es günstiger oder besser anbietet, dann entsteht halt Wettbewerb.

Ich würde auch nicht an mehreren Plätzen Geld ausgeben *und* dazu meinen Internetzugang. Klar, beides sind getrennt Dinge, aber dann such ich mir eben Anbieter, die nichts kosten. Nur weil tausende Firmen oder Menschen das gleiche anbieten, müssen sie nicht davon ausgehen, dass sie davon auch leben können. Das Vermögen der Nutzer bleibt konstant. Es kann sich also nur aufteilen. Das sehe ich auch ebenso bei der Content-Industrie. Jeder zweite Depp bringt heute Musik auf den Markt oder schreibt Science Fiction-Kram und wundert sich dann, warum es sich nicht verkauft. Na vor allem weils genug davon gibt, man gar nicht alles kennen kann und die Leute so oder so nur die gleiche Kohle haben.

Irgendwo ist dann halt auch vielleicht mal für Google Schluss, weil sich sowas irgendwann nicht mehr finanzieren lässt.

Edit: Ich würde sowas auch deshalb nicht tun, weil dadurch sicherlich das Surfverhalten mitverfolgt werden kann. Und auf den Adblocker verzichte ich nicht, weil zu häufig davon zu lesen ist, dass solche Dienste gezielt für Malwareverbreitung missbraucht werden.
 
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