[Politik und Gesellschaft] Gesetzentwurf über Aufhebung des Routerzwangs eingereicht

Anfang Dezember wurde laut, dass das Bundeswirtschaftsministerium einen neuen Gesetzesentwurf zum Thema Routerzwang einreichen möchte, auch im NGB wurde dies berichtet. Nun wurde dieser Entwurf eingereicht.

Dabei soll eine Änderungen im Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen (FTEG) und Telekommunikationsgesetz (TKG) dafür sorgen, dass bereits ab dem Punkt des Anschlusses und nicht nach dem Router der Kunde frei entscheiden darf, welche Geräte er verwenden will. Bundesminister Gabriel meinte hierzu:
"Die Vorgabe eines spezifischen Routers oder Modems verhindert eine freie Produktauswahl durch Nutzerinnen und Nutzer. Dies beschränkt den Wettbewerb und kann für Hersteller eine Abhängigkeit von wenigen Abnehmern schaffen. Mit einer freien Endgerätewahl werden daher die Rechte der Verbraucher und der Endgeräteindustrie gestärkt und zugleich innovative Entwicklungen gefördert und intensiviert."

Da die Änderung auch im FTEG geschehen soll und nicht wie anfangs vermutet nur im TKG sind von dieser Änderung unter anderem auch Kabelanbieter betroffen. Momentan liegt der Entwurf bei den einzelnen Ländern zur Kommentierung vor. Nach Abschluss der Änderung ist eine Übergangszeit von 6 Monaten vorgesehen.

Quelle:
Quelle 2:
 
Was heißt das im Umkehrschluss?

Profitieren werden davon mMn. hauptsächlich die Provider und versierte Kunden die gleichzeitig noch Poweruser sind..
Wenn die Provider kein Modem/Router mehr liefern müssen, werden sie das nicht mehr tun und alle Probleme liegen dann beim Nutzer. Von wegen "die Leitung geht doch, alles dahinter liegt in Ihrem Verantwortungsbereich." mit gleichzeitigem Angebot vorkonfigurierte überteuerte Geräte oder Techniker in Anspruch zu nehmen, für eine günstige Servicepauschale von 230E zuzüglich Arbeitszeit, Anfahrt, Beratungskosten und Montagematerial. Statt sich einen Konkurrenzkampf zu liefern, wird wohl eher auf die Vergoldungswirtschaft gesetzt. Wer sich einen 500Euro-Grill an die Leitung hängt, dem wird das egal sein, aber die Leute, die gerade mal den Computer nach Anleitung hochfahren können, ohne dabei das Haus nieder zu brennen, wird es darauf hinauslaufen, dass sie teure Technikerstunden in Anspruch nehmen müssen.

"DSL funktioniert nicht..." - "Ja, bis zum Ende der Leitung geht. Sie müssen schon selbst auf Fehlersuche gehen. Wir sind ja schließlich nicht (mehr) dafür verantwortlich."
 
Die Provider waren bisher aber auch nicht gezwungen, Router auszugeben und zu konfigurieren - sie hätten auch einfach keinen ausgeben können.
Also hätten sie das was du beschreibst schon längst machen können.
 
Wenn sie bis zum Modem (einschließlich) verantwortlich sind, müssen sie eine funktionierende Konfiguration liefern, oder sehe ich das falsch?
Dann ist es einfacher/ billiger gleich eine Modem-Router-Kombination zu verschenken, die vorkonfiguriert ist und geht, als es dem Kunden zu überlassen irgendeine zu kaufen und dann ggf. einen Techniker zu schicken. Wenn du das schon machen musst, dann ist es werbewirksamer, den Heimserver X y.z (aka Fritzbox) im Wert von trölftrilliarden Euros GRATIS dazu zu geben, als das 2,99 Euro Chinaware-Modell.

Da fällt mir gerade ein, dass ich schon einige Anschlüsse erlebt habe und immer hieß es, dass ein Techniker vorbei kommt, der den Scheiß anschließt und ich habe bisher noch nie erlebt, dass da ein Techniker vorbei kommt. :unknown:
 
Wird Zeit die Entscheidung, ich möchte selber bestimmen welche Produkte und ich möchte mir den Zugriff nicht nehmen lassen. Guter Entschluss!
 
Da müssen sich nur die Kabel-Anbieter was einfallen lassen.
Dazu kommt das man eine Kabel-Fritzbox eh nicht im Laden kaufen kann.
 

Bei Kabel läuft das ja über die MAC-Adresse.
Denke mal, dann wird man sich einen Router kaufen und kann z.B. im Kundenportal die Mac-Adresse eintragen. (wenn man iwo inet hat :D ) Ansonsten über den Telefonsupport.
 
Wenn sie bis zum Modem (einschließlich) verantwortlich sind, müssen sie eine funktionierende Konfiguration liefern, oder sehe ich das falsch?
Nunja, sind die Provider bei DSL bisher überhaupt soweit verantwortlich? Afaik nein, Endgeräte sind Bier des Endkunden.

Sowieso wird sich auf dem DSL-Markt nicht allzuviel ändern. Bei einem richtigen Provider war es bisher auch immer möglich, ein eigenes Endgerät zu benutzen. Provider, die die DSL-Zugangsdaten unter Verschluss gehalten haben, müssen diese nun preisgeben. Eigene Endgeräte dürfen weiterhin verkauft werden, nur eben nicht mehr in direkter Zwangs-Kombination mit einem Anschluss (was bei einem guen Provider bisher auch nicht der Fall war).

Einzig interessant wird das bei den Kabelanschlüssen, wo sich wirklich was ändern wird. Interessant auch noch zu dem Thema:
 
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