Geschäftliche Beziehungen Deutschland/Schweiz

Mista

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Hoffe der Thread ist hier richtig im Forum und der Threadtitel nicht zu verwirrend. :D

Kleine Info vorab:

Vor ein paar Monaten haben zwei Jungs und ich eine Art Produzententeam gegründet. Der Sinn war, verschiedene Stile zu vermischen, also an Projekten gemeinsam zu arbeiten und sich eine gemeinsame Plattform aufzubauen, um dadurch die Reichweite zu erhöhen. Der Gedanke, dass wir uns mit Geldern, Steuern und sonstigen beschäftigen müssen, kam halt nicht wirklich auf. Wir alle sind quasi auch Newcomer, daher ging es im ersten Moment nur darum, irgendwie Reichweite zu erlangen, indem man Remixe macht oder placements auf Alben erhält, indem wir die Beats kostenlos dem Künstler anbieten.

Nun hat sich der Grundgedanke aber dadurch verändert, weil eine 4. Person zum Team gestoßen ist, die schon ein deutlich höheres Standing hat (größter produzierter Hit derzeit ca. 14 Mio Views auf Youtube), wodurch sich natürlich in Form von Kontakten ganz andere Möglichkeiten eröffnet haben. Derzeit basteln wir an der Website, ein Grafiker am Artwork und die Social Media Plattformen werden langsam aufgezogen. Erste Anfragen von Käufern kamen auch schon rein, so dass wir jetzt gezwungen sind uns mit weitergehenden Dingen zu beschäftigen, womit wir auch zum Problem kommen:

Zwei der Produzenten kommen aus Deutschland, zwei aus der Schweiz. Bevor wir nun zu offiziellen Stellen latschen oder Geld beim Steuerberater verbrennen, wollte ich vorab einfach mal alles an Infos sammeln. Fragen die ich mir stelle sind z.B wie genau wir mit eingehenden Geldern umgehen? Sollten wir eine Firma gründen? Wenn ja, wo sollte der Firmensitz sein? Gema und SUISA Anmeldung - ja oder nein?
Auch bei der Website bin ich da übefragt. Wer muss im Impressum stehen? Brauchen wir überhaupt eins, sofern der Mieter aus der Schweiz kommt?
Sofern dies einen Unterschied ausmacht, sollte man evtl. noch erwähnen, dass wir alle dies nicht hauptberuflich vorhaben, sondern es lediglich ein Nebeneinkommen wäre. Die ersten Einnahmen würden wir aber auch nicht privat ausgeben, sondern sammeln, um im Sommer ne gemeinsame Studiosession zu machen, wodurch natürlich recht hohe Kosten anfallen durch Anfahrt und Verpflegung.


Falls mir noch mehr einfällt an Fragen, was sicherlich der Fall sein wird, werde ich dies hier editieren. Hoffe ich hab das Ganze jetzt nicht zu schwammig beschrieben und jemand weiß etwas zu den Themen.

Danke schonmal vorab.
 
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Unternehmen Gründen: Ja, auf jeden Fall ist das eine gute Idee.
So dürftet ihr nach deutschem Recht rechtlich etwa unter Gesellschaft Bürgerlichen Rechts fallen und damit mit eurem Privatvermögen haften, wenn die Gesellschaft Mist baut. Sinnvollere Alternative wäre etwa eine UG (haftungsbeschränkt) oder gleich eine GmbH, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Damit ist, zumindest wenn ihr nicht gerade wirklich ganz großen Mist baut, private Haftung der Gesellschafter ausgeschlossen. Ob es da Schweizerpendants gibt, weiß ich gerade nicht.
Firmensitz kann dann nach eigenem Ermessen Schweiz oder Deutschland sein. Da müsste man sich informieren, wo man unter Beachtung der Auflagen günstiger operieren kann. Betreiber der Website ist dann das Unternehmen mit seinen Gesellschaftern.

Bei den Einnahmen müsst ihr Beachten, dass Steuern anfallen, je nach Unternehmen, verpflichtend Rücklagen gebildet werden müssen, dass ihr ggf. Offenlegungspflichten habt usw usf. Also selbst mit "wir sparen das und treffen uns dann irgendwann auf Unternehmenskosten" geht nicht ganz so einfach, vorher möchte der Staat seinen Anteil haben. Daher solltet ihr auch vergleichen, welcher Standort für euch günstiger ist.

GEMA und SUISA sind nicht verpflichtend, ich würde davon abraten. Allerdings bleibt das jedem selbst überlassen.

Falls ihr schnell ein Unternehmen braucht, es gibt sog. Vorratsgesellschaften. Beachtet jedoch, dass du in der Regel keine Mantelverwertung möchtest.


Es gibt an Hochschulen usw. immer wieder Kurse und Informationstagungen für Gründer. Die solltet ihr auf jeden Fall mitnehmen, bevor ihr euch selbstständig macht.
 
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  • #3
GmbH fällt schon mal weg, denke so viel hat keiner von uns fürs "Hobby" übrig. :D

Haftung wäre ja auch relativ egal vorerst, da außer Arbeitszeit ansich keine Kosten anfallen, wodurch wir irgendwie Schulden machen könnten.

Der Tipp mit den Hochschulen ist sehr gut, da werde ich mir mal Infos holen. Müssen wir, solange wir jetzt die Gründung planen, irgendwas beachten, falls schon Aufträge reinkommen?
 
Bei einem operativen Geschäft besteht durchaus die Gefahr, dass Kosten auf euch zu kommen.
Das muss nicht unmittelbar das Gehalt sein. Das können auch Schadensersatzansprüche eurer Kunden sein, von denen ihr euch nicht unbedingt einfach so lossagen könnt.
Als Gesellschaft bürgerlichen Rechts haftet jeder Gesellschafter voll umfänglich für Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Wenn also du im Namen der Gesellschaft eine Anschaffung tätigst, dann müssen im Zweifelsfall auch die anderen Gesellschafter dafür aufkommen. Im Extremfall wäre das: Du gehst auf die Bank, nimmst einen Kredit über 50.000 Euro auf und verzockst das Geld im Casino. Dann haften auch deine drei Kollegen dafür, egal ob sie davon wussten oder nicht, ob sie damit einverstanden waren oder nicht. Die Gesellschafter haften gemeinsam.
Bei Termingeschäften könnt ihr schon durch verspätete Lieferung etwa Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sein.

Bei Rechnungen müssen Umsatzsteuer ausgewiesen, erhoben und abgeführt werden.
Buchführung ist immer sinnvoll.

Auf eurer Website im Impressum müsste auch eine Umsatzsteuer-ID, sofern vorhanden angegeben werden.
Ihr solltet auch, bei geplanter Unternehmensgründung dies etwa kenntlich machen, etwa "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) i.G."
(Wobei i.G. für in Gründung steht, aber keine rechtsverbindliche Formulierung ist.)

Es gibt trölftausend Dinge zu beachten. Es gibt diverse Gründerportale im Netz, wo man dir sicherlich bessere Auskunft geben kann, als ich hier.
 
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