[Politik und Gesellschaft] Gericht erlaubt Anbau von Cannabis zur Eigentherapie

Unter besonderen Bedingungen müsse chronischen Schmerzpatienten der Anbau von Cannabis zur eigenen Therapie erlaubt sein, urteilte jetzt das Verwaltungsgericht Köln.
Damit wurde der Klage von drei Kranken stattgegeben, die schon länger die Erlaubnis besaßen, zu Therapiezwecken Cannabis aus der Apotheke zu beziehen.

Voraussetzung sei demnach eine ärztliche Bescheinigung, dass alle herkömmlichen Therapieformen ausgeschöpft seien. Kann sich weiterhin der Patient den Kauf der Arznei nicht leisten, so hat er die Möglichkeit, eine Erlaubnis zum Eigenanbau zu beantragen.

Diese Möglichkeit bleibe eine "Notlösung" und die Erfüllung der Bedingungen müsste in jedem Einzelfall sorgfältig geprüft werden, so das Gericht.


 
Soweit ich den Artikel verstanden habe, werden die Voraussetzungen von Fall zu Fall überprüft. Ich gehe also davon aus, dass es eben keine gesetzlichen Vorgaben gibt wie "du brauchst ein extra Zimmer dafür", sondern eben jedes Mal entschieden wird, ob die Gegebenheiten dem genügen.

Ansonsten hab ich aber das Gefühl, dass du einfach nur das letzt Wort haben willst. Das sei dir hiermit vergönnt:

Ich kann euch ja mal skizzieren, wie der Weg aussieht:

1. Finde einen Arzt, der Marihuana gegenüber positiv eingestellt ist. Meine Erfahrung zeigt, dass das die Generation 30-40 jährigen Ärzte sind. Ältere sind oft noch Vorurteilsbehaftet.
2. Stelle einen Antrag bei der Bundesopiumstelle auf eine "vom Arzt begleitete Selbsttherapie mit Marihuana". Darin enthalten sein müssen: Ein Arztbericht, in dem steht warum Marihuana in betracht gezogen wird und dass alle anderen Medikamente erfolglos ausprobiert wurden. Weiterhin wird in einem Formular vom Arzt eintragen, welche Art und Dosierung von Marihuana gewünscht werden. Es gibt Extrakte, syntetische Erzeugnisse und Blüten in 3 Stärken. Der Arzt gibt dort auch die Dosierung an, die bei max 5g Blüten Tagesdosis liegen kann. Und natürlich eine schriftliche Erklärung, wie man Unbefugten den Zugang verwehrt
3. Warte auf eine willkürliche Entscheidung der Bundesopiumstelle.
4. Falls die Bundesopiumstelle dem Antrag stattgegeben hat, suche eine Apotheke auf, die Marihuana gegenüber positiv eingestellt ist. Diese stellt nun wiederum einen Antrag bei der Bundesopiumstelle, damit sie für mich aus Holland Blüten, oder Extrakt bestellen darf.
5. Jetzt kann man Marihuana legal in der Apotheke für einen Preis von 15-25 € für ein Gramm (laut Hanfverband) erwerben.

Da bei einer richtigen Behandlung mehrere hundert Euro im Monat draufgehen würden, kann man sich das kaum leisten. Wenn man es jedoch bis Schritt 4 geschafft hat und wirklich erst dann, hat man die Möglichkeit einen Antrag auf Anbauerlaubnis zu stellen.

Diese Anträge wurden bis zu dem aktuellen Urteil zu 99% abgelehnt. Geändert hat sich jetzt, dass man nach Schritt 4 eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf eine Anbaugenehmigung erhält, mehr nicht (leider).
 
Zuletzt bearbeitet:

Darf man fragen wieviel Gramm du bei Morbus Crohn benötigst? Bei dir setzt ja schon eine Linderung ein bevor der Rausch richtig kommt, bei Nervenleiden ist das nämlich genau umgekehrt.
 
Das hängt so ein bisschen von der Sorte ab. Zurzeit benutze ich eine Sorte, die sich Pandora nennt ( ). Davon reichen mir 0.1 - 0.2 Gramm vaporisiert für ca. 2 Std. Schmerzfreiheit und einen entspannten Abend. Es gibt aber auch Sorten, die weitaus länger wirken und ebenso welche die eher wenig helfen.
Mr Nice Seeds, bzw. die CDB Crew empfiehlt mir zum Beispiel die Sorte Medi Haze ( ), die nur ca. 4% THC, aber bis zu 8% CBD enthält.

Diese Sorte würde ich anbauen, wenn ich es denn legal dürfte.

Noch ein Tipp. CBD Öl, welches unter einem Prozent THC enthält und bis zu 2,7% CBD, ist in Deutschland legal und kann über Samenbanken und/oder Amazon bestellt werden.
Es gibt aber auch weitaus wirksameres CBD Öl, welches bis zu 7% enthalten kann. Das ist aber natürlich verboten
 
du kannst doch nicht gutes Apothekenzeugs mit garantierten Mengen an Inhaltsstoffen mit irgendwelchem Straßenmüll vergleichen.
Klar, direkt aus Holland bekommt man sicher auch gutes Zeugs.
Was hier auf der Straße verkauft wird ist aber oft gestreckter Dreck oder enthält von mal zu mal unterschiedliche Wirkstoffkonzentration.
Das ist sicher ok wenn man mal ein bisschen am Wochenende Kiffen will. Aber selbst da hätte ich auf gestreckten Dreck keinen Bock, aber für einen Kranken bedarf es dann schon garantierte Wirkstoffmengen.
 
Ist es da nicht sogar beim nächstbesten Dealer wesentlich billiger? oO
Ja, wesentlich billiger. Dafür weiß man aber auch nicht ob es gestreckt ist.
Am wichtigsten für mich, und sicher auch viele andere medizinische Anwender, ist es, aus der Illegalität herauszukommen.
Meiner Meinung nach bergen gesellschaftlicher Normen und Zwänge größere Gefahren als der Konsum.
 
Meine Güte, 2g am Tag, da ist die Person aber dauerbreit.

In dem Medihanf ist wie schon erwähnt sehr viel weniger THC enthalten als im "Straßengras"
Soll ja den Schmerz lindern und nicht einfach nur high machen ;)
Sowas bekommst du auf Umwegen auch nur schwer zu kaufen, da die wenigsten "Dealer" wissen, was sie da überhaupt verkaufen.
(Also Sorte, THC Gehalt, Inhaltsstoffe usw.)

Zudem ist vieles wie von elgitarre schon erwähnt mir iwelchem Mist verunreinigt.
Sei es Brix, Haarspray, Glassplitter/Sand oder einfach nur überdüngung.
Gab vor ein paar Jahren auch einen Fall im Osten, wo Gras mit winzig kleinen Bleikugeln verunreinigt war.


Wenn ich Schmerzen habe und drauf angewiesen bin, würd ich wohl auch das Apotheken-Zeug kaufen bzw selbst anbauen, bevor ich mir mit dem Mist noch was anderes "einfange" und ein paar Euro spare.
Das Rauchen in größeren Mengen ist btw alles andere als gut für den Magen. Erst mit einem ordentlichen Verdampfer verschafft der Konsum die gewünschte Linderung, ohne neue Probleme aufzuwerfen. U.a. die Lunge dankt es euch ;)

€: Mist, wir sind ja schon auf Seite 3.
 
Soll ich Monatelang Kortison nehmen, wenn das nicht wirkt, Keimzellenschädigende Immunsuppressiva, dabei wochenlang Schmerzmittel auf Opiumbasis schlucken, die mich letztlich körperlich und physisch kaputt machen würden, oder stattdessen Marihuana konsumieren, dass mich noch nicht mal high macht?!
Danke, genau das ist die ganze perfide Frechheit an der Sache! Da sollte man sich als Arzt noch mal an den Kopf fassen. Jeder normale AN bildet sich weiter, lernt neues. Hier herrscht scheinbar Willkür und Ignoranz.
 
Doch, weil die, wenn sie sich gescheit über die Thematik informieren würden, auf jeden Fall zur Aufklärung beitragen könnten. Wer sonst wenn nicht diese? Die meisten Greifen aber wohl viel schneller zu Opiaten/Morphinen anstatt sowas in Erwägung zu ziehen. Es kann ja nicht die Aufgabe vom Patienten sein Alternativen aufzuzeigen. Die Krankenkassen bestimmen sicher nicht was man Patienten verschreibt. Außerdem sollten Opiaten wohl auch teurer in der Produktion sein wie Cannabis. Wenn man es mal vernünftig anpacken würde und kontrolliert anbauen. Staatlich kontrolliert. Oder sehe nur ich das als seltsam an das sich ein System so dagegen verschließt.
 
Und genau da hätten Imho die Ärzte vielleicht die Macht Druck auszuüben in dem sie einfach öfter auch mal alternative Behandlungen anwenden/vorschlagen. Glaube nicht das da die Pharma-Polizei dann mit nem Knüppel bei denen klingelt oder so :coffee:
 
Das nicht, aber dann gibt es eben nicht mehr nen schicken Benz oder sonstige Annehmlichkeiten, wenn man es sich als Arzt mit der Pharmaindustrie verscherzt:



[url="http://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/news/von-pharma-firmen-geschmiert-fast-tausend-aerzte-stehen-unter-korruptionsverdacht_aid_897175.html]Von Pharma-Firmen geschmiert?Fast tausend Ärzte stehen unter Korruptionsverdacht[/url]


gibt eben nur wenige Ärzte, die den Arsch in der Hose haben ihren persönlichen Vorteil für das Wohl des Patientens aufzugeben. Wobei ich jetzt nicht sagen will, das alle Ärzte korrupt sind, aber lege ich mich als Arzt tatsächlich mit den Leuten an, von denen ich mehr oder weniger Abhängig bin? Da steht dann der Selbstschutz vor dem Eid des Hippokrates.
 


Du hast den absoluten Durchblick wie es bei Ärzten aussieht.
Nutz einfach mal Google und befreie Dich von deinem Glauben mit Wissen.
 
godlike schrieb:
Es kann ja nicht die Aufgabe vom Patienten sein Alternativen aufzuzeigen.
doch, leider ist das effektiv seit Jahren schon so.
Bei so dämlichen Sprüchen wäre ich für die Wiedereinführung der Prügelstrafe. :m
Nur weil etwas so ist, wie es ist, ist es noch lange nicht legitim. Also hat godlike vollkommen Recht. Es ist nicht die Aufgabe der Patienten, Alternativen aufzuzeigen. Der Patient ist der unwissende Kunde, der Arzt ist die Fachkraft.

Die Krankenkassen bestimmen sicher nicht was man Patienten verschreibt.
Doch, leider ist das so. Die Krankenkassen sind es nämlich, die bspw. Rabatte mit den Pharmaunternehmen aushandeln.
Und außerdem zahlen sie schließlich für die Arzneimittel, so lange ein Arzt sein Arzneimittelbudget nicht überschreitet.
Der wird dann nämlich unter Umständen regresspflichtig, wenn er die Überschreitung des Budgets nicht plausibel begründen kann.
Soweit ich weiß, liegt das Arzneimittelbudget derzeit bei knapp über 40,-€ pro Patient im Quartal.

Daneben ist ein Arzt natürlich dazu angehalten, das billigste, mögliche Medikament zu verschreiben. Tut er dies nicht und kann seine Wahl nicht begründen, entsteht u.U. wieder eine Regresspflicht.

Ähnlich sieht es übrigens auch mit der Behandlung an sich aus. In der Praxis erhält der Arzt für jede Tätigkeit Punkte, z.B. schon für das Einlesen der Chipkarte. Überschreitet der Arzt hierbei sein "Punktzahlgrenzvolumina" (von seiner Kassenärztlichen Vereinigung berechnet), arbeitet er ab dem Zeitpunkt quasi umsonst, denn Geld erhält er eben nur bis zu dieser Obergrenze an Punkten.

So ganz einfach haben es unsere Ärzte also tatsächlich nicht. Auch wenn sie durchaus noch zu den Besserverdienern gehören.
Als Lösung bleibt dann halt teilweise die Budgetsteuerung über Termine oder aber die bevorzugte Behandlung von Privatpatienten, die nicht der Budgetierung unterliegen.
 
Und genau da hätten Imho die Ärzte vielleicht die Macht Druck auszuüben in dem sie einfach öfter auch mal alternative Behandlungen anwenden/vorschlagen. Glaube nicht das da die Pharma-Polizei dann mit nem Knüppel bei denen klingelt oder so :coffee:
Grade als sogenannter Moderator solltest du dich mal sachkenntlich machen, bevor du hier Unfug postest. Desweiteren klingt die ganze Schwafelei in diesem Thread so, als stände die Medizin ohne Rauschgift schweren chronischen Schmerzzuständen uä. ohnmächtig gegenüber. Der nächste Irrsinn ist, in "alternativen Heilmethoden" das Heil der Heilkunst zu sehen. Ich will keinesfalls gegen die Mehrheit der Substanzabuser und ihren erleuchteten Schulterklopfermoderator "stänkern", aber mal anregen vor lauter Euphorie nicht den Gebrauch des Eigenhirns zu vergessen. Die Weltlage da draussen im allgemeinen und die der Medizin im besonderen stellen sich leider nicht so simpel dar, wie die Godlikes dieses Threads das gern hätten.
 
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