[Netzwelt] Generation #Hashtag: Neue Studie zur Nutzung von digitalen Medien

Die Unternehmensberatung Bain & Company veröffentlicht eine neue Studie mit dem Titel "Generation #Hashtag: A new wave of content in the age of digital natives" für die sie 7.000 Personen in jeweils fünf Industrie- und Schwellenländern zu ihrer Nutzung von digitalen Endgeräten und dem Internet befragt hat.

Untersucht wurde neben der Nutzung von Video, Musik, Spielen und Büchern auch die persönliche Präferenz der Befragten für analoge oder digitale Medien.
Das Fazit: Streaming-Dienste und E-Books verdrängen bekannte Wertschöpfungsketten und zwingen Medienunternehmen dazu, neue Geschäftsmodelle zu ergründen. Dahinter verbirgt sich jedoch die Chance für traditionelle Anbieter rasch auf dem neuen Markt Fuß zu fassen, wenn sie die Bedürfnisse jüngerer Nutzer berücksichtigen.

Laut der aktuellen Studie bevorzugen zwei Drittel der deutschen Nutzer rein digitale Medien. 70 Prozent der Deutschen besitzen ein Smartphone und 90 Prozent der Digital Natives benutzen es auch für Videostreaming. Alleine innerhalb des vergangenen Jahres hat die Zahl der Smartphone-User um 10 Prozentpunkte, bei Tablets um 15 Prozentpunkte, zugelegt.
Noch beliebter sind Handy, Tablet und Streaming für den Musikkonsum; nur noch 13 Prozent der unter 25-Jährigen bevorzugen CDs.
Einzige Ausnahme ist das Buch. Selbst in der Gruppe der bis zu 25-Jährigen bevorzugen noch 3 von 4 Befragten ein gedrucktes Buch.

Empfehlungen für neue Videos, Musik, Spiele oder Bücher beziehen 60 Prozent der unter 25-Jährigen aus sozialen Netzwerken. Laut der Untersuchung hat etwa die Hälfte der jüngeren Internet-Benutzer kaum Probleme damit, private Details für personalisierte Werbung bekannt zu geben. Bei den über 36-Jährigen sind es immerhin nur rund 30 Prozent, die ihre persönlichen Details ohne größere Sorgen weitergeben.

Bain nennt diese Entwicklung die "zweite digitale Revolution" und Empfiehlt Medienunternehmen, sich auf drei Bereiche zu konzentrieren:

  • Investitionen in rein digitale Formate. Es geht um kurze, leicht handhabbare und jederzeit verfügbare Formate, die Inhalte und Feedback von Nutzern einbinden.
  • Umstellung der Bezahlmodelle. Neue Möglichkeiten über den Verkauf und die Werbung hinaus ergeben sich unter anderem durch Freemium-Ansätze sowie aus der Monetarisierung von Nutzergruppen.
  • Allianzen zwischen Inhalt-, Plattform- und Netzanbietern. Aus der Verknüpfung attraktiver Inhalte mit leistungsstarken Internetanbindungen lassen sich Vorteile für alle Beteiligten ziehen.

Unter der "Generation #Hashtag" versteht Bain die Gruppe der bis 25-jährigen Digital Natives sowie Erwachsene die sich überdurchschnittlich viel mit digitalen Medien beschäftigen. Sie haben keine Probleme damit, neue digitale Angebote zu verstehen und regelmäßig zu nutzen. In Deutschland zählen etwa 70 Prozent der 15- bis 25-Jährigen sowie die Hälfte der bis 35-Jährigen zu dieser Gruppe.

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  • #3
Ist diese Studie von 1998?

Gegenfrage: Seit wann kann man Netflix, Spotify und ähnliche Angebote in Europa legal nutzen?

Ich muss dir Recht geben, die Studie klingt ein wenig nach #Neuland, aber das scheint es für die traditionellen Rechteverwerter auch 15 Jahre später noch immer zu sein. Wie sonst erklärst du dir, dass nicht etwa Unternehmen, die seit Jahrzehnten von der Produktion und dem Vertrieb von Musik, Film und Literatur leben, ein sinnvolles digitales Angebot schaffen, sondern branchenfremde Quereinsteiger mit Diensten wie Spotify, iTunes oder Netflix diesen Markt erschließen?

Wer sonst als die Big Player wie Sony und Co, hätte jahrelangen Vorsprung, das unternehmerische Netzwerk, die finanziellen Ressourcen und das notwendigen Know-How gehabt um solche Services aus dem Boden zu stampfen? Nicht nur hat die Unterhaltungsindustrie den Umstieg in den digitalen Absatzmarkt verschlafen, sondern sie versucht bis heute aktiv zu verhindern, dass sich am traditionellen Modell etwas ändert.

Während in Deutschland Gema und Youtube , ziehen ihnen "die Neuen" davon und können einen Gewinnzuwachs verzeichnen, von dem die Musik- und Filmindustrie in den vergangenen zehn Jahren nur träumen konnte.

Ich nehme an, an genau diejenigen richtet sich diese Studie, die wider Erwarten aus dem Jahr 2015 stammt ;P
 
Wie sonst erklärst du dir, dass nicht etwa Unternehmen, die seit Jahrzehnten von der Produktion und dem Vertrieb von Musik, Film und Literatur leben, ein sinnvolles digitales Angebot schaffen, sondern branchenfremde Quereinsteiger mit Diensten wie Spotify, iTunes oder Netflix diesen Markt erschließen?
Weil sie erwartet hatten, durch gut geschmierte Politiker und andere Lobbyarbeit ihr extrem ertragreiches Geschäftsmodell bis in alle Ewigkeit verteidigen zu können?

Die großen Autokonzerne haben auch erst angefangen, Elektroautos zu produzieren als sich neue Unternehmen (zB Tesla) genau dafür gründeten und sie in Zugzwang gerieten - hier dürfte der Einfluss der Mineralöllobby die treibende Kraft gewesen sein.

Ich nehme an, an genau diejenigen richtet sich diese Studie, die wider Erwarten aus dem Jahr 2015 stammt ;P
Um diese Betonköpfe aufzuwecken hätte es aber eine anderen Formulierung bedurft:
Dahinter verbirgt sich jedoch die letzte Chance für traditionelle Anbieter rasch auf dem neuen veränderten Markt Fuß zu fassen, wenn sie die Bedürfnisse jüngerer Nutzer berücksichtigen bevor sie der Fortschritt überrollt.
 
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