[Politik und Gesellschaft] G20-Krawalle: Polizei hat keine Beweise für Hinterhalt

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli wurde im Hamburger Schanzenviertel randaliert: Kriminelle haben Geschäfte geplündert, Barikaden angezündet und das Viertel verwüstet. Die Polizei hat gezögert und nicht eingegriffen, weil sie auf den Dächern Gewalttäter vermutet hatte, die Polizisten mit Steinen, Gehwegplatten, Eisenstangen und Molotowcocktails bewerfen würden. Erst später bekam ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Lage in den Griff.

Nun muss die Hamburger Polizei einräumen, dass sie für den Hinterhalt keine Beweise hat und keine Steine, Gehwegplatten, Eisenstangen oder Molotowcocktails gefunden hat. Auch selbstgemachte Eisenspeere, mit denen die Täter bewaffnet gewesen sein sollen, haben die Polizisten nicht entdeckt. Allerdings haben die Ermittler erst vier Tage später nach Beweismitteln gesucht. Damit lassen die Aussagen der Polizei nicht beweisen.

Am Morgen des 7. Juli sollen Randalierer außerdem ein Fahrzeug der Bundespolizei mit einem Molotowcocktail angezündet haben. Auch das war wohl falsch: Es gab keinen Brand, räumt die Polizei nun ein.

Quelle:
 
Zuletzt bearbeitet:
Weiß nicht, was da welche Straße ist, aber sieht man ganz klar geworfene Ziegelsteine(?) und einen Molotov-Cocktail von einem Dach.
Was soll daran jetzt 'kein Beweis' sein, oder gehts um ne andere Stelle?


Dieter: Und wenn 5 Journalisten das selbe Schreiben, das glaube ich kein Stück mehr dann ohne die Quelle gesichtet zu haben.

Generell ist das interessant... entweder greift die Polizei zu viel ein oder zu wenig.

Wenn 1000 bis 2000 Randalierer ein Stadtviertel besetzen, ist das dann gute Polizeiarbeit? Vor allem, wenn man sich auf 10.000 vorbereitet hat?
Mal davon abgesehen, dass die 80 Millionen Bundestrainer über Nacht zu Experten der Polizei-Taktik werden
Tust du ja selber auch schon im vorherigen Satz, oder missverstehe ich das? Verklausuliert hinter einer rethorischen Frage, dennoch.
 
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  • #22
und einen Molotov-Cocktail von einem Dach.
Ein Molotow-Cocktail, der am Boden nicht explodiert?

Tust du ja selber auch schon im vorherigen Satz, oder missverstehe ich das? Verklausuliert hinter einer rethorischen Frage, dennoch.
Ich sage nicht die Polizei hätte es so und so machen müssen. Aber für mich sieht es so aus, als hätte sie die Kontrolle verloren und am Ende falsche Entscheidungen getroffen. Sie tut nicht gerade viel, um diesen Eindruck zu entkräften.
 
Da ich nicht selber dabei war kann ich natürlich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen was da wirklich geflogen ist. Also von den Hausdächern. Pflastersteine zu werfen ist mittlerweile ja schon normal und in Demonstrationskreisen anerkannt so wie sich das anhört :p Für mich ist es aber auch nachvollziehbar in einer solchen Situation da keine Menschen ins Ungewisse zu schicken. Das waren ja nur Bullen. Die Haben daheim halt auch eine Frau und Kinder. Viele davon sind evtl sogar selber gegen G20 :unknown: Mir geht es irgendwie zu weit diese Täter, was auch immer sie jetzt genau getan haben, zu beschützen. Man kann es einfach mit allem übertreiben - und so wie es am Schulterblatt aussah und auch von dem was ich gehört habe hat man es da auf jeden Fall mal übertrieben.

Das sind ja keine Soldaten im Kriegseinsatz sondern Polizisten die versuchen eine Demo in Schach zu halten. Und ich bin sicher nicht der größte Polizei-Freund :D Für mich gehören Menschen die im Endeffekt Tote in Kauf nehmen hart bestraft. Egal ob G20 oder nicht....

Ist halt doof wenn es am Ende keine eindeutigen Beweise gibt die man vor Gericht nutzen könnte. Ist das dann der Freifahrtschein für das nächste Mal?
 
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  • #24
Für mich ist es aber auch nachvollziehbar in einer solchen Situation da keine Menschen ins Ungewisse zu schicken.
Klar, hinterher ist man immer schlauer. Und wie unübersichtlich die Lage an dem Abend für die Polizei war, kann man als Außenstehender nicht sagen. Sowas passiert. Aber die Polizei muss dann auch Fehler zugeben und ihren Einsatz kritisch betrachten. So kann man es das nächste Mal besser machen.

Und es war definitiv kein Molotow-Cocktail, auf den Bildern:
Georg Dittié, Fachingenieur für Wärmebildtechnik und anerkannter juristischer Sachverständiger, kommt zu einem anderen Ergebnis. Seiner Einschätzung nach handelt es sich um einen Böller. „Die Infrarot-Emission auf dem Bild ist nur geringfügig höher als die der Personen“, so Dittié. „Ein brennender Stofflappen wie bei einem Molotow-Cocktail müsste eine viel höhere Infrarot-Emission abgeben. Die Kamera würde in die Sättigung gehen, das Bild wäre überstrahlt.“ Das sei hier nicht der Fall.


Dafür gibt es also weiterhin keine Beweise. Das bedeutet natürlich auch nicht, dass es in der Nacht für Polizisten völlig ungefährlich war.
 
Spannend. Die Crew im Heli ist sicherlich geschult diesbezüglich und kennt den Unterschied.
Ist die Frage, ob es so einen großen Unterschied macht, dass da 'nur' Pflastersteine und Böller aus großer Höhe geworfen wurden.
In so eine Umgebung kann man ja vermutlich ohne weiteres keine Polizisten schicken. Jedenfalls geht aus dem Wärmebild doch erst einmal eine Bedrohungslage hervor, wie sie die Polizei geschildert hat.

Ist halt doof wenn es am Ende keine eindeutigen Beweise gibt die man vor Gericht nutzen könnte. Ist das dann der Freifahrtschein für das nächste Mal?
Ohne die Originale Antwort, die niemand hochläd bleibt es rätselraten. Zu sehen ist immerhin auch, wie die Personen später festgenommen werden. Insofern ist eine fehlende Beweislage erstmal verwunderlich. Entweder waren das keine Steine, die da geworfen wurden oder was die Journalisten da wiedergeben ist 'sehr ungenau' oder irgendwas anderes drittes ;), wie z.B. was wir da sehen ist ganz woanders passiert oder an einem anderen Tag.
 
Was bedeutet es denn, wenn diese Sachen jetzt nicht nachzuweisen sind. Gehen wir mal davon aus, daß sie auch wirklich nicht da waren.
Dann wären da trotzdem Straftäter und Randalierer gewesen die dann auf die einrückenden Polizisten getroffen wären. Die hätten dann sicher nicht einfach die Personalien feststellen können.
Ich argumentiere nicht, daß bei einem Eingreifen der Schaden noch größer gewesen wäre. Das wäre zum einen spekulativ und des weiteren auch kein Rechtfertigungsgrund für polizeiliche Untätigkeit.
Ich wundere mich nur, daß, wenn jetzt die Beweise, die die Untätigkeit erklären sollen,fehlen, dies als Beleg für polizeiliche Überreaktion gegen Demonstranten, denen man nichts nachweisen kann, angesehen werden soll.
 
Ich denke eher, dass sind zwei getrennte Argumente die auf zwei getrennte Punkte abzielen:
1. Die Polizei hat überreagiert und/oder provoziert
2. Die Polizei hat absichtlich/unnötig die Randalierer gewähren lassen

Läuft so grob unter dem Thema
3. "Die Polizei wollte (warum auch immer) G20 so, wie es jetzt stattgefunden hat".
Das ist natürlich eine Dritte Aussage, der man nicht folgen muss, wenn man 1. und/oder 2. meint.
Drittens ist jedenfalls in dieser Einseitigkeit kompletter Bullshit und lässt sich z.B. durch stöbern auf der offizlellen "Welcome to Hell" Demoseite widerlegen.
 
Aus ihrer Sicht hat die Polizei hier taktisch äußerst klug gehandelt,
Klar hat sie das. Hartmut Dudde wurde geholt um zu eskalieren und durch Fake News wurde dann das Bild des bösen gewalttätigen Terrorlinken auf der einen Seite gezeichnet, während auf der anderen Seite der Polizeiapparat mit der weißen Weste die Sicherheit Deutschlands garantiert. chapeau!
 
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  • #30
Müssen wir wirklich erst die Basis festlegen? Also:
- Es gab Randalierer und Chaoten.
- Es gab prügelende Polizisten.

Ich finde die Polizei hat kein gutes Bild abgegeben. Dass sie diese Lage genau so erzeugen wollte, halte ich für Unsinn.
 
Ich finde die Polizei hat kein gutes Bild abgegeben.
Das scheint aber auf Annahmen zu beruhn, die nicht wahr sind. Oder was ist mit den Steineschmeißern auf dem Dach?
Thread hat ja zum Thema: Polizei hätte ohne Eigenrisiko eingereifen können, da es vermutilich/anscheinend gar keine Steine/Molotovwerfer gegeben hat.
Mindestens die Steinewerfer scheint es ja aber gegeben zu haben.
 
Hat die Polizei denn keine Hubschrauber mit Suchscheinwerfer?

Damit hätte man völlig gefahrlos die Situation auf den Dächern klären können

Oder hatte die Antifa angeblich auch Boden-Luft-Raketen dort oben?
 
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  • #33
@BurnerR: Die Steineschmeißer leugne ich nicht ;) Aber das war nicht der Grund für das Chaos. Die Polizei hat das Viertel nicht gestürmt wegen der Molotow-Cocktails, Gehwegplatten und Eisenstangen, für die es keine Beweise gibt.

Wenn zwölf Leute auf einem Dach ein ganzes Viertel mehrere Stunden lang für Chaoten freihalten können, dann hat die Polizei bei ihrer Aufgabe versagt. Die Hinweise des Hausverwalters wurden ignoriert, die Polizei hat das Gebäude im Vorfeld nicht besetzt, obwohl sie es hätte tun können. Die Einsatzleiter haben falsche Informationen verbreitet (Ja, nachher ist man...).
Es waren zu wenig Polizisten da und die, die da waren, waren erschöpft. Was hätte man getan, wenn wirklich 10.000 Chaoten da gewesen wären, wie im Vorfeld zu lesen?
Von der anderen Seite konnte man nicht einrücken weil... Ja, warum nicht?
Das SEK zu holen hat zu lange gedauert, weil die meisten noch bei der Elphie waren.
Alle Festgenommenen wurden wieder freigelassen (soweit ich weiß). Hundertschaften weigern sich einzumarschieren und es gibt keine Beweise oder Festnahmen?

Es wurden im Vorfeld und im Eifer des Gefechts falsche Entscheidungen getroffen. Das hat dazu geführt, dass Chaoten ein Viertel mehrere Stunden unter Kontrolle hatten und plündern konnten. Und das gibt kein gutes Bild für die Polizei, deren Aufgabe es ist so etwas zu verhindern. Das muss man nicht schönreden oder überdramatisieren. Aber Lehren kann man daraus ziehen.
 
Das Thema lautet Polizei hat keine Beweise für einen Hinterhalt. 2013 war es ein angeblicher Überfall und im Sommer ein angeblicher Hinterhalt. Beides in Hamburg. Das darf man ja wohl noch zusammenführen. :)
 
Wenn Du magst. Aber das ändert nichts an der Existenz der bösen, gewalttätigen Terrorlinken bei Gipfel.
 
@KaPiTN
Ich kann dir nicht folgen.
Wer leugnet dies?
 
In letzter Zeit verstehe ich deine Aussagen kaum noch. Verpasse ich da immer etwas?
Wo leugnet nachtmesse die "Existenz der bösen, gewalttätigen Terrorlinken beim Gipfel"?
 
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