Freiwillige Feuerwehr

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  • #21
Danke erstmal für die vielen und auch sehr ausführlichen Antworten. :T

@Feuerfurz: Weißt du in etwa, wie groß die infrage kommende Wehr ist?

Ich glaube zirka 20 Mitglieder auf 10km² Gebiet. Und das Gerätehaus ist von meinem Wohnort knapp 2 km entfernt, ein Führerschein (und auch Auto) ist nicht vorhanden. Fahrrad würde ich mir besorgen, nur ist es in der Gegend besonders am WE schwer vernünftig durchzukommen denke ich.


Habt ihr Erfahrungen mit Lehrgängen wie dem RettSan bei der FFW? Bzw. First Responder und Sanitäter der Feuerwehr.

Achso und was dass mit den hässligen Einsätzen angeht, da hab ich glaub ich nicht so die Probleme damit. Hab in meinem jetzigen Beruf schon mit genug üblen Sachen zu tuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fahrrad würde ich mir besorgen, nur ist es in der Gegend besonders am WE schwer vernünftig durchzukommen denke ich.
Das geht eigentlich immer recht gut. Kleiner Tipp: Besorg dir ne Warnweste mit dem Feuerwehr-Schriftzug aufm Rücken (falls eure FF das erlaubt) - dann sieht man dich und weiß auch, warum du so halsbrecherisch unterwegs bist.

Habt ihr Erfahrungen mit Lehrgängen wie dem RettSan bei der FFW? Bzw. First Responder und Sanitäter der Feuerwehr.
Ich kenne keine Feuerwehr, die Freiwilligen den Sani/RettSan/RA komplett zahlt. Man bekommt meist aber Vergünstigungen beim DRK/Malteser/sonstige, wenn man Feuerwehrler ist und sich anmeldet. In der FF selbst wird (zumindest wo ich bin/war) eigentlich immer nur der "Große Erste-Hilfe-Kurs" ausgebildet und jährlich aufgefrischt, also den Schein, den man auch als LKW-Fahrer machen muss.

Hab in meinem jetzigen Beruf schon mit genug üblen Sachen zu tuen.
Krankenpfleger?
 
An Lehrgängen steht erstmal die Grund- bzw. Truppmannausbildung an. Danach kommen technische wie Atemschutz- oder Funklehrgang
20 Mitglieder in einer Feuerwehr ist schon sehr wenig, Mindeststärke liegt bei mir in Niedersachsen schon bei 23 aktiven Mitgliedern. Daher geh ich auch mal davon aus, das es sich um eine kleine Feuerwehr mit Grundausstattung handelt, also keine schweren Fahrzeuge wie Tanklöschfahrzeuge oder spezialisierte Sonderfahrzeuge. Da geh ich dann auch mal von aus, das kein Rettungstransportfahrzeug (man ist das schlimm, ich will immer nur TLF, GW, RW und RTF schreiben) in der Wache steht. Da wird eine Ausbildung zum Rettungssanitäter kaum zum Programm gehören.

Bzgl. üblen Sachen: Sei vorsichtig mit solchen Aussagen. Es gibt genug Situationen, die selbst den stärksten Bären umhauen (Stichwort: VU mit Kindern).

Aber ganz ernsthaft: Geh einfach mal hin. Besser kannst du dich gar nicht informieren, als einfach mal bei nem Übungsdienst hinzugehen. Der Rest ergibt sich dann ganz von allein.

[SUP](wo bleibt eigentlich die Bratwurst bei dem Thema?)[/SUP] :p ;)
 
Mein Angsteinsatz. Hoffentlich niemalsnicht - ich glaub, da bin ich spätestens beim Wiedereinrücken mit den Nerven am Ende.
[SUP](wo bleibt eigentlich die Bratwurst bei dem Thema?)[/SUP] :p ;)

HLF, G6, rechts unten, hinter den Wasserkästen (aber auch nur, wenn niemand Steaks eingekauft hat) ;)
 
Zum Thema San und Co: hängt von deiner Wehr ab. Normalerweise ist das kein Problem, einfach den Wehrführer fragen - der schickt dich denn je nach Warteliste +/- schnell zum Lehrgang "Feuerwehrsanitäter". Wird aber in aller Regel auf Landesebene ausgeblidet, d.h. es muss ein Platz auf der entsprechenden Landesfeuerwehrschule verfügbar sein. Wir fahren jetzt seit knapp 2 Jahre zusätzlich als FirstResponder durch die Gegend (ein Teil), hier bekommst Du eine breite Ausbildung und auch andere Optionen.
 
Ich kann Metalwarrior fast komplett zustimmen.
Also ich war von 16-22 in einer freiwilligen Feuerwehr in einer Kleinstadt mit 20k Einwohnern.
Keine BF, bzw die nächste hätte mehr als 30 Minuten gebraucht und ich hab nur einmal erlebt, dass die als Unterstützung gerufen wurde.
Das war ein Großbrand in einer Schule.

Wir hatten ungefähr 20 Einsätze pro Monat.
Das heißt 5 Einsätze pro Woche.
Das klingt zwar erstmal Geil, wird aber schnell nervig.
Man nimmt auch nicht jeden Einsatz mit.

mit 16 bis 18 durfte ich nur zwischen 6 und 22 Uhr zu Einsätzen fahren.
Nicht weg von der Schule und nicht vor der Schule.
Nur auf die Gruppen Fahrzeuge oder die Nachschub Einheiten.
Und nur außerhalb der Gefahrenzonen Arbeiten.
Keine Verkehrsunfälle oder anderes wo tote Menschen sind.
Prinzipiell bist du zu Anfang sowieso der Laufbursche für die Drecksarbeit.
In der Zeit machst du die Truppmann Ausbildung.
Tm1 ist ein ungefähr ein Monatiger Lehrgang, meist abends und aufs Wochenende gelegt.
Tm2 ist eine Wiederholungsprüfung nach einem Jahr.

Wenn du 18 bist und deine G26-3 bestanden (Das ist eine Medizinische Eignungsprüfung mit Sport, Lungen, Seh und Blut Test). Die du alle 2-3 Jahre Wiederholen musst.
Kommen die technischen Lehrgänge.
Das ist erstmal Atemschutz, Funken, Maschinist.
Einige Feuerwehren verlangen die G26-3 sogar als Aufnahmevorraussetzung. Bei uns nicht.

Wenn du Älter als 18 bist und dich nicht als komplett unfähig zeigst.
Wird das alles ein wenig Schneller gehen.

Was Schichtarbeit angeht:
Offiziell darfst du von der Arbeit weg, die Stadt bezahlt deinen Arbeitgeber den enstanden Schaden.
Allerdings musst du das selber sehr streng einschätzen.
Kenne einige, die betrieblich gekündigt wurden, irgend eine Möglichkeit dich rauskanten, finden die immer.

Schichtarbeit hat den Vorteil, dass du ab und an auch erreichbar bist, wenn andere Leute Arbeiten.
Grade vormittags sind die Feuerwehren miserabel besetzt, da sind Schichtler ganz praktisch.

Was die Anfahrt zum Gerätehaus angeht:
Es gibt die Offizielle Regelung.
Die besagt SONDER und WEGERECHTE.
SONDERRECHTE:
Du darfst mit deinem PKW dich über jede Verkehrsregel hinwegsetzten BIS auf Paragraph 1
§ 1
Grundregeln

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Das heißt, wenn du mit 100 durch ne Spielstraße ballerst, bist du nen Gefährlicher Vollidiot.
Wenn du nachts über ne 4 Spurige Kreuzung fährst, bist du nen gefährlicher Vollidiot.

Aber solange du niemanden gefährdest darfst du das.
Wenn aber was passiert, bist du und nur du voll und ganz Haftbar.
Du musst immer daran denken, dass du für andere Verkehrsteilnehmer nicht zu erkennen bist.
Auch Schilder und Leuchten, sind zwar Nett, haben aber keinerlei rechtliche Bewandtnis, teilweise sind sie sogar Verboten.

WEGERECHTE
Für die brauchst du Blaulicht und Martinshorn. Die besagen, dass dir jeder andere Verkehrsteilnehmer Platz machen muss, solange der dabei keine Gefährdung anderer begehen muss.

10 Minuten sind eigentlich die Marke, bei der das erste Fahrzeug den Einsatzort erreicht haben sollte.
Aber auch wenn du schon 5-10 Minuten zum Gerätehaus brauchst, dann kannst du auch auf den späteren Fahrzeugen nach rücken.
Ist nicht toll, aber auch nicht zu ändern.

Zu der BF:
In der Großstadt hat die BF die Hoheit, ihr arbeitet unterstützend unter deren Führung.
Ihr macht zwar mehr, als Drecksarbeit.
Aber die BF ist trotzdem der Cheff, wenn sie da ist.

Zu den Einsätzen selber:
Das meiste ist Fehlalarm und klein kram.
Das heißt, zur Feuerwehr hin, aufs Auto, zum Einsatz und oft nicht mal Aussteigen.
Oder kurz nen Eimer Wasser in den Mülleimer gießen.
Türen für Rettungsdienste aufbrechen, Schnittholz aufsammeln, Ölspuren wegfegen, Tiere Einfangen/Einsammeln, Omas Braten aus dem Ofen holen.

Wenn dann mal was passiert:
Verkehrsunfall oder ein echtes Feuer
Dann hast die Arschkarte gezogen, dann darfst du dich übermüdet halb tot Arbeiten.
Nachts um 3 Straßen ausleuchten, Leute aus Autos schneiden, mit 20 Kilo Gepäck Leute aus dem Haus tragen, während du das Gefühl hast mit einer Winterjacke in einem Ofen zu sitzen.
Dich beim Straßesperren anpöbeln und beschimpfen lassen.
Bei Minusgraden mit Wasser planschen, während dir die Gräten abfrieren.
Dann ohne Schlaf morgens zur Arbeit.

Was die Mistigen Einsätze angeht, VU mit Kindern, Bahnleichen oder sowas.
Da musst du sehen ob du es ab kannst, wichtig ist nur das du in dem Moment funktionierst und hinterher mit deinen Kameraden darüber sprichst.
Immer daran denken, wärst du nicht da wär es noch schlimmer gewesen.
Richtig mies sind die dinger, man als feuerwehrman denkt "wäre ich ne Minute schneller/hätte ich diesen Fehler nicht gemacht. Damit muss man dann sofort zur Seelsorge, damit sich die Kacke nicht festsetzt.

Okay so mies machen wollte ich das jetzt auch nicht.
Wenn du nach nem richtigen Feuer, nach rauch stinkend in der Dusche stehst, dir mit den Kameraden auf die Schulten klopfst und mit dem Gefühl nach hause gehst, ich hab grade was sehr Sinnvolles getan, vllt sogar dabei geholfen jemanden das Leben zu Retten. Dann hast du erstmal ein verdammten Glücksrausch und Egopush, der sich dich besser fühlen lässt als auf Koks.

Und wenn du nachts um 3 Mit deinen Stiefeln die Treppe hoch polterst noch nach Schweiß, Dreck und Mann riechst, dann wird sich deine Freundin dir auch noch an den Hals werfen und ihren Helden ein wenig bespaßen ;)

Meine Angaben beziehen sich auf Niedersachen, andere Bundesländer, andere Regeln!

p.S.
Sanitäter:
Da muss man mit den Begriffen vorsichtig sein.
Als Feuerwehrmann musst du eigentlich nur den 2*8h Sanschein haben (der ist nen bisl. mehr als der für den Führerschein).
Rettungsassitent ist kein Schein, denn man mal eben macht.
Das ist eine 2 Jährige schulische Ausbildung. Bei BF ist der in die normale Ausbildung integriert.

Etweige Ausbildung wie
Die Sanscheine a+b können, müssen aber nicht gemacht werden.

Aus Erfahrung weiß ich aber, dass du die Teile im Einsatz quasi nicht brauchst.
Du hast in jeder Freiwilligen Feuerwehr immer irgendjemanden der auch in der BF oder Rettungsassistent ist.
Grade in der Großstadt sind Krankenwagen sowieso meist vor euch da.

Schaden können sie aber auf keinen Fall.
Wichtiger ist LKW lappen!
 
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Wieso meldest du dich nicht einfach mal bei denen? Vorbei fahren und nachfragen kostet schließlich nichts, außer Zeit und die kostet dich auch hier duzende Meinungen zu hören. Der Unterschied ist, dass man dir dort höchst wahrscheinlich konkrete und verbindliche Auskünfte geben kann, während du hier wohl hauptsächlich Meinungen zu hören bekommst, mal abgesehen von u.A. Seedy, der richtig Ahnung zu haben scheint..

Wenn du aber eine Auskunft erhalten hast, dann kannst du uns wiederum mit deinem neu erworbenen Wissen bereichern und uns aufklären. ;)
 
Meinungen sind das nicht, sondern Erfahrungen aus den eigenen Wehren. Überall wird es etwas anders gehandhabt, so ist ja selbst die Ausbildung von Bundesland zu Bundesland teilweise unterschiedlich.

Deswegen hast du zumindest in einem Recht: Das beste ist es, wenn der TS sich einen oder mehrere Dienste vor Ort anschaut. Denn ohne genau zu wissen, wo er denn jetzt genau hin will, was er dort machen möchte und wie in der Wehr etwas gehandhabt wird, kann hier keiner verlässliche Infos geben. Aber das schrieb ich ja auch bereits...
 
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  • #29
Na klar, hab ich auch schon einen Termin um bei einem Übungsdienst dabei zu sein. Ist trotzdem interessant noch andere Erfahrungen aus erster Hand zu hören/lesen. Hätte auch nicht gedacht dass hier soviele damit Erfahrungen gemacht haben.
 
Und, hast du dir selbst ein Bild gemacht? Wir hatten in letzter Zeit wieder ein paar Einsätze mehr, u.a. aufgrund der Hitze. Ist ein Stoppelfeld abgebrannt, war echt heftig wie schnell sich das Feuer vom Mini-Flächenbrand ausgebreitet hat. War zum Glück schon abgeerntet aber ein noch abzuenterndes Weizenfeld hat auch bisschen was abbekommen.
 
Alle Achtung denen die das unter einen Hut bekommen mit Ihrer Hauptarbeit. :T

Zum einen hätte ich wohl da das Problem, das mein Chef mir bestimmt in den Arsch treten würde, weil ich nicht einfach so weg kann. Zum anderen würde es mir an Freizeit fehlen. Für mich wäre das auch nichts 2 oder 3 Jobs zu machen, habe das zum Glück auch nicht nötig.
 
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  • #32
Hatte einen Probetermin und war ganz geil. Da man gleich voll mit eingebunden wurde, die Kameraden sind auch super drauf. War bei der Ausbildung Wasserförderung aus Gewässern dabei.

Nur leider lässt sich das alles nicht mit meinem Schichtplan vereinbaren, und somit muss ich das Unterfangen auf Eis legen.
 
Ich hol mal den Thread etwas hoch, bevor er noch komplett verstaubt.

In München dauert es echt etwas länger, bis man mitmachen kann. Im Herbst bei der ersten Übung dabei gewesen, heute Eintrittserklärung abgegeben. Ich freu mich schon drauf, wenn ich endlich etwas mehr machen darf.
 
Ich bin kein Feuerwehrmann, sondern Dienstflaggenträger->THW. Wir fahren etwa 10 Einsätze im Jahr.

Es gibt bei uns auch eine Menge Schichtler, aber für einen Einsatz finden sich immer genug bei ca. 30 Aktiven. Job geht immer vor und wenn jemand nicht wegkann, dann ist das eben so. Wir haben aber auch keine spotanen Einsätze und auch mehr als 10 Minuten Frist bis zum Eintreffen. Und wir haben weder Sonder- noch Wegerechte bei der Anfahrt zur Unterkunft.
 
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