[Netzwelt] Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interaktionen

Die Abteilung für Marktforschung bei Facebook "Facebook Data Science" hat am Valentinstag Statistiken veröffentlicht, die Zusammenhänge zwischen dem Beziehungsstatus von Facebook-Nutzern und deren Aktionen auf Facebook verdeutlichen. Dafür wurden anonymisierte, aggregierte Daten von einer großen Anzahl von Facebook-Nutzern von April 2010 bis Oktober 2013 betrachtet.

Während der 100 Tage vor neu beginnenden Beziehung gibt es einen langsamen aber stetigen Anstieg an Einträgen, die sich das zukünftige Pärchen gegenseitig auf der Pinnwand hinterlässt. Wenn die Beziehung dann begonnen hat, nimmt die Anzahl der Pinnwandeinträge rapide ab:

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Außerdem wurden die Emotions untersucht, die während eines Eintrags auf der eigenen Pinnwand angegeben werden können und der Anteil an Emotionen wie "live", "nice", "happy", abzüglich des Anteils der negativen Emotionen wie "hate", "hurt", "bad" ermittelt. Die daraus erstellte Statistik zeigt einen einen sehr schnellen Anstieg zum Beginn der Beziehung:

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In einer weiteren Untersuchung wurde die relative Anzahl an Interaktionen im Zeitraum um Trennungen betrachtet. Die daraus resultierende Statistik zeigt eine nahezu konstante Anzahl an Interaktionen vor der Trennung, gefolgt von einem kurzzeitigen Anstieg um 225% am Tag der Trennung. Dieser nimmt jedoch innerhalb der ersten Woche wieder ab und nähert sich dann etwa der 1,5-fachen Menge an Interaktionen vor der Beziehung an:

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In der Veröffentlichung wird angedeutet, dass es sich dabei um die Zusprüche von Freunden handeln könnte, die die Ex-Partner nach der Beziehung emotional unterstützen.

Kaum ein anderes Unternehmen besitzt so viele Daten zur Analyse von Beziehungsverhalten bei so einer großen Menge von Leuten. Theoretisch könnte Facebook die Erkenntnisse dieser Studie auch verwenden, um Prognosen über die Beziehungen einzelner Nutzer zu machen, ohne dass diese überhaupt die Angabe ihres Beziehungsstatus geändert haben. Vielen Internetnutzern ist nicht klar, welche Einblicke in ihre Privatshäre sie den Betreibern sozialer Netzwerke ermöglichen, ohne dass sie dafür persönliche Angaben machen.

Vielleicht weiß Facebook aufgrund seiner Prognosen schon über anstehende Beziehungen Bescheid, noch bevor man sie selbst erahnt.

Quellen:
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Sofern denn die ganzen Profile auch alle echt sind und nicht etwa gefakt. ;)
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Ob das allen so bewusst ist? Ich empfehle dazu mal eine noch effizientere Herangehensweise. Noch nicht real, aber absehbar. "Black Mirror: The Entire History of You"
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Ist dafür nun wirklich eine Studie nötig? Das ist doch völlig logisch, zumindest die Anzahl der Beiträge vor einer Beziehung. Früher hat man in dem Fall öfter miteinander telefoniert oder sich Zettelchen geschrieben. Heute wird eben gemailt oder an die Pinnwand gepostet.
Habe das übrigens bereits selbst erlebt und kann das somit bestätigen :)
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Wahau, dafür musste facebook entwickelt werden, oder? Captain Obvious hat wieder zugeschlagen.
Die Ergebnisse der Studie sind so spannend, wenn ich mir nicht gleich eine Spritze mit Koffein ins Blut jage, falle ich ins Tiefschlaf-Koma.

Aber mal im ernst, das Verhalten ist doch ziemlich logisch, dafür braucht man weder ein Psychologiestudium, noch eine Studie mit riesiger Stichprobe, der gesunde Menschenverstand reicht da vollkommen aus.

Ob facebook mit den Daten etwas anfangen kann, steht auf einem anderen Papier, denn nur weil dieses Verhalten Beginn/ Ende einer Beziehung verzeichnet werden kann, heißt das nicht, dass es auch unabhängig von einer Beziehung nicht zu erwarten wäre.
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti


Aber mal im ernst, das Verhalten ist doch ziemlich logisch, dafür braucht man weder ein Psychologiestudium, noch eine Studie mit riesiger Stichprobe, der gesunde Menschenverstand reicht da vollkommen aus.

Aber mal im Ernst, das Verhalten ist doch ziemlich logisch, dafür braucht man doch kein Physikstudium, noch einen wissenschaftlichen Beweis, der gesunde Menschenverstand reicht doch vollkommen aus, um zu sagen das die Sonne um die Erde kreist...
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Das ist eine Geschichte von der Kirche und welch Wunder, die Kirche hat ziemlich viel bullshit erzählt über die Jahr-Tausende. Aus gutem Grund setze ich Kirche und Religion als Gegensatz zu gesundem Menschenverstand. ;)
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Aber mal im Ernst, das Verhalten ist doch ziemlich logisch, dafür braucht man doch kein Physikstudium, noch einen wissenschaftlichen Beweis, der gesunde Menschenverstand reicht doch vollkommen aus, um zu sagen das die Sonne um die Erde kreist...
Laut einer US Studie siehts so aus....
Nur 74 Prozent der Befragten wussten beispielsweise, dass die Erde sich um die Sonne dreht
Ein Hoch auf den gesunden Menschenverstand. :D
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Ist dafür nun wirklich eine Studie nötig? Das ist doch völlig logisch, zumindest die Anzahl der Beiträge vor einer Beziehung.
Das hab ich mir auch gerade gedacht... Echt toll welche bahnbrechenden Erkenntnisse hier wieder zutage gefördert wurden :coffee:
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Wissenschaft muss sich eben auch mit dem vermeintlich Trivialen befassen. Erst dann wird es für selbige nämlich greifbarer. Klar, DIESE Studie ist nun wirklich etwas strange und mir fällt auf Anhieb nichts ein, was man auf ihren Ergebnissen aufbauen kann. Aber trotzdem kommt man mit "wie jeder weiß"-Floskeln nicht weiter und kann dann notfalls genau solche Studien heranziehen.

Oft entpuppt sich das "weiß doch jeder" aber auch als unzutreffend. Dann wirds erst recht spannend.
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Möglicherweise wurden die wirklich interessanten Studien auch nicht veröffentlicht, weil Facebook die Ergebnisse für sich nutzbar machen kann/will.
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Daran, dass Facebook mit den vorhandenen Datensätzen eine ganze Menge verdammt interessanter Studien anstellen könnte, zweifel ich nicht :coffee:
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Ich auch nicht, aber ich habe meine Zweifel, ob sie es "nur" könnten. Ich glaub die machen das schon fleißig.
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti


Mein Vergleich hat gar nichts mit der Kirche und irgendwelchem Glauben zu tun. Es geht nur einfach um die Feststellung, dass etwas augenscheinlich logisch aussieht, aber genau das Gegenteil der Fall ist. Jeder normale Bürger, der damaligen Zeit, konnte wie wir heute nur beobachten, dass die Sonne auf und untergeht, ergo kann man zu der Erkenntnis kommen, dass sich die Sonne um die Erde dreht! Diese Erkenntnis resultiert auch nur auf gesunden Menschenverstand,diese ist trotzdem völlig falsch!
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Du willst doch wohl nicht ernsthaft Erkenntnisse der Wissenschaft (und dann auch noch so elementare) mit Studien über das Sozialverhalten der Menschen vergleichen. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben die Menschen zu Galileis Zeiten (und wohl auch schon früher), in Anbahnung einer Beziehung (welcher Art auch immer), öfter miteinander kommuniziert, als wenn sie sich nicht leiden konnten. Also genau das was uns diese Studie hier als bahnbrechende Erkenntnis verkaufen will.

Das ist nicht nur völlig logisch, sondern liegt mit Sicherheit bereits seit Anbeginn des Homo sapiens in dessen Natur. Insofern ist dein Vergleich völliger Unsinn.
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti


Klar steigen die Interaktion miteinander umso näher man sich kommt. Interessant ist aber zu beobachten, dass diese Onlineinteraktion ab dem Beginn einer Beziehungen zurückgehen. Für den einen mag, dass logisch sein, ein anderer könnte annehmen, dass diese sogar steigen oder auch nur stagnieren.
War dir auch bekannt, dass kurz nach dem Beziehungsstatus, das "Positiv emotions level" sinkt und danach wieder steigt ?
Dies alles als logisch und so sonnenklar darzustellen ist naiv und nicht wissenschaftlich, da die Wissenschaft nun mal eben auf Beweisen bzw. Studien basiert!
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Logisch ist in der zwischenmenschlichen Interaktion herzlich wenig (außer vielleicht aus der Perspektive des ). Studien zeigen niemals irgendwas logisches auf, sie tragen nur dazu bei einen winzigen Ausschnitt ihrer übergeordneten allgemeinen aufzuzeigen. NecroniX hat insofern recht. Wissenschaftliche Studien prüfen Hypothesen. Wie im Eingangspost erwähnt wird, handelt es sich bei der vorliegenden Studie allerdings um Marktforschung im engeren Sinne (nichtsdestotrotz sind die erhobenen bzw. gesammelten Daten wie gesagt von gewissem wissenschaftlichem Wert). Sie wurde auf ein bestimmtes, ökonomisches Ziel ausgerichtet und ist damit ein eher schlechtes Beispiel um über die zu diskutieren.
 
Re: Facebook-Marktforschung: Zusammenhang von Beziehungsstatus und Facebook-Interakti

Zugegeben, das ist jetzt nicht unbedingt eine bahnbrechende Neuigkeit, aber selbst solch triviale Wahrheiten mit Daten in einer derartigen Größenordnung zu belegen, ist schon ziemlich beeindruckend.

Und jetzt stellt euch mal vor, was Facebook mit den wirklich interessanten Daten alles anstellen könnte. Oder besser: Stellt euch vor, was Google aus diesen Daten herausholen könnte, wenn sie Zugriff darauf hätten...

Also ich finde es schon eine sehr spannende Idee, Facebook als einen riesigen Datensatz zu betrachten, der wissenschaftliche Studien in einem Ausmaß ermöglichen könnte, was bisher undenkbar war!
 
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