Facebook: Einführung von Gesichtserkennung, die Zweite…

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Bereits im Juni 2011 führte Facebook die Funktion der Gesichtserkennung in Deutschland ein. Diese Maßnahme stieß jedoch auf zahlreiche Kritik und wurde nach einer Klage des deutschen wieder zurückgenommen. Das Online-Netzwerk erklärte sich damals bereit, bis zum 15. Oktober 2012 alle dafür schon erstellten Nutzerprofile zu löschen.



Ursprünglich sollte die automatische Gesichtserkennung gemäß Angaben von Facebook dazu genutzt werden, um den Usern zu helfen, ihre Freunde in Fotos zu finden und zu markieren. Hamburgs Datenschützer Johannes Caspar kritisierte, dass eine Datenbank mit dem “Gesichtsabdruck” von Millionen Mitgliedern ein immenses Risiko- und Missbrauchspotenzial habe, zumal die Funktion standardmäßig eingeschaltet war und nur in den Einstellungen abgewählt werden konnte. Caspar forderte, Facebook müsse von jedem Nutzer explizit die Erlaubnis einholen, seine biometrischen Merkmal zu speichern und zu verarbeiten und von den Nutzern, deren biometrische Gesichtsmerkmale bereits in die von Facebook betriebene Datenbank aufgenommen wurden, solle sie nachträglich noch eingeholt werden.



Damals äußerte Facebook-Europachef Richard Allan im Gespräch mit der dpa: “Wir glauben weiter, dass man Gesichtserkennung in Europa legal anbieten kann”. Er nannte allerdings keinen Zeitrahmen, wann die Funktion wieder eingeführt werden könnte, jedoch ist es nun offenbar erneut soweit. Facebook hat das System angepasst und geht nun mit der Funktion der Gesichtserkennung in Runde zwei.

Künftig soll die Gesichtserkennungsaktivierung für jeden Nutzer freiwillig sein, das teilte Facebook . Von Facebook wird sie lediglich vorgeschlagen, allein der Nutzer entscheidet darüber, ob er sie auch für sich auswählt. Wer den Vorschlag ignoriert oder ablehnt, kann demnach sicher sein, dass sein Gesicht nicht in Facebooks Datenbank gespeichert wird. Facebook hält sich mit dieser Vorgehensweise an die (DSGVO), die im Mai dieses Jahres in Kraft tritt, und die festlegt, dass sich Internetkonzerne die Zustimmung zur Datennutzung ausdrücklich einholen müssen.

Wer sich für das “Opt-in” entscheidet, erhält eine Nachricht, wenn ein anderer User das Foto des Betroffenen als sein Profilfoto hochlädt. Damit soll verhindert werden, dass Menschen sich als andere auf der Plattform ausgeben. Zudem erfolgt eine Benachrichtigung, wenn User auf einem Foto auftauchen, auch wenn sie darauf nicht markiert sind. “Sie können wählen, ob Sie sich selbst taggen, sich selbst unmarkiert lassen oder sich an die Person wenden, die das Foto gepostet hat, wenn Sie Bedenken haben”, gibt Facebook dazu bekannt. Besonders sollen Menschen mit einer Sehbehinderung von der Gesichtserkennung profitieren, die dann auch ohne Markierungen erkennen können, wer auf Fotos abgebildet ist.

Was Facebook allerdings nicht verrät: Mit jedem markiertem “Ja, das bin ich” oder “Nein, das bin ich nicht” trainieren die User den Gesichtserkennungsalgorithmus weiter und machen so die Gesichtserkennung immer perfekter. All das sind wertvolle Trainingsdaten für den Konzern, die er auf diesem Weg kostenlos erhält.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Naja, das ein Algorithmus damit trainiert wird, ob man "ja" sagt, oder "nein" - ist kein Geheimnis und finde ich auch nicht verwerflich.

Aber klar, wie da mit den Daten umgegangen wird, ist etwas verwerflich bzw. kann man ankreiden. Nicht jeder will in einer digitalen Kartei mit hunderten von "Verknüpfungen" seines Gesichts in Ausschnitten bereitliegen, die man alle abgreifen könnte, wenn mal jemand Daten von Facebook braucht - dagegen ist Interpol vielleicht ein Witz, wenn die ihre Fahndungsfotos herausbringen. Facebook bietet gleich "10", bestätigte, "Perspektiven" ;)
 
@theSplit: Aha... also wenn er mit Ja und Nein trainiert wird, ist es nicht verwerflich.

Was ist, wenn er mit "Markus Söder", "Jennifer Lawrence", "Eduard Ponter", "Hans Meier", "Dieter Huber", "Manfred Gerstenscheid" trainiert wird? Ist das auch OK?
 
@theSplit: Aha... also wenn er mit Ja und Nein trainiert wird, ist es nicht verwerflich.

Nein, ist es nicht würde ich sagen, aber du verstehst es falsch - "mir" ist es klar, das eine künstliche Intelligenz trainiert werden muß. Eben mit "ja trifft zu" oder "trifft nicht zu".

Das hat ja nichts mit Wertung zu tun. Eher "das könnte ich auf dem Foto sein" (man denke an den Zwilling den fast jeder hat) - "oder eben nicht, weil ich gar nicht da gewesen bin".

Deßhalb empfinde ich dieses "ja" und "nein" nicht als neu - aber es hilft natürlich einer Datenkrake "exakte" Vorhersagen zu treffen.
 
@theSplit: Du verstehst meine Zielrichtung nicht. Du sagst hier nicht, ob *du* das auf dem Foto bist, sondern ob ID2859482-5 das auf dem Foto ist, oder eben nicht. Und das nutzt der Algorithmus, um hinterher zu wissen, ob ID2859482-5 auf dem Foto von ID3943827-1, hochgeladen am 8.2.2018 um 14:45 Uhr, Metadaten: iPhoneX, 1920x1080px, Aufnahmedatum 2.2.2018, 04:03 Uhr, Blitz, Verschlusszeit 2ms, Modus: Sport; Bildunterschrift: "Wir im X-23 in Bochum beim Saufen!" ist. Und an welcher Stelle. Mit welchen anderen IDs. Die Location kennt der Algorithmus wenig später auch aus jedem Foto heraus, mit den Standortdaten der App sekundengenau ins Profil gegossen...

Nein, verwerflich ist das nicht. Vor Allem, weil der Algorithmus spätestens dann, wenn deine cleveren Freunde sagen "ja, das ist ID2859482-5 neben mir auf dem Foto", auch gegen deinen Willen deine Visage kennt. Und es ja so praktisch ist, dass die Facebook-Fotoapp auf dem Windows 10 in zwei Jahren jedes Gesicht automatisch erkennt und dir alle Fotos raussuchen kann, wo dein guter Kumpel Hans Meiser mit drauf ist, auch wenn die Fotos von nem privaten Männerabend sind... Perfekt. Und so gar nicht nützlich für Facebook, um zum Beispiel emotionale Verwundbarkeit finanziell auszunutzen.
 
öffentliche fotos im internet taggen ist verwerflich aber 0,1% "rabatt" beim einkaufen im austausch für die DNA deines erstgeborenen ist ein guter deal? was genau wollen die "datenschützer" eigentlich immer von werbeunternehmen wie google und facebook? dass sie weniger werben? :confused:

wenn irgendeine arschgeige ungefragt fotos von mir ins internet stellt, ist nicht facebook dran schuld und ich habe immernoch die möglichkeit dagegen vorzugehen, wenn es unter das persönlichkeitsrecht fällt.. es ist sogar wesentlich einfacher für jennifer lawrence, ihre getaggten tittenbilder von facebook herunterzuklagen als von irgendeiner .to-domain oder gar aus der bildzeitung.. ich persönlich hätte mehr probleme mit gesichtserkennung bei videoüberwachung von öffentlichen plätzen - da gibt es nicht einmal ein wirksames opt-out (oder zumindest nicht mehr lange, österreich macht's vor ;))..
 
@theSplit: Du verstehst meine Zielrichtung nicht. Du sagst hier nicht, ob *du* das auf dem Foto bist, sondern ob ID2859482-5 das auf dem Foto ist, oder eben nicht. Und das nutzt der Algorithmus[...]

Scheinbar gibt es bei der News mehrere Deutungsweisen. ;)
Hab mal Fett hervorgehoben auf was ich anspiele:

Wer sich für das “Opt-in” entscheidet, erhält eine Nachricht, wenn ein anderer User das Foto des Betroffenen als sein Profilfoto hochlädt. Damit soll verhindert werden, dass Menschen sich als andere auf der Plattform ausgeben. Zudem erfolgt eine Benachrichtigung, wenn User auf einem Foto auftauchen, auch wenn sie darauf nicht markiert sind. Sie können wählen, ob Sie sich selbst taggen, sich selbst unmarkiert lassen oder sich an die Person wenden, die das Foto gepostet hat, wenn Sie Bedenken haben”, [....]

Das heißt für mich, nicht wie du sagst, das andere entscheiden ob "ich auf einem Foto bin", sondern ich zumindest die Wahl habe "das zu bestätigen" oder "es sein zu lassen" bzw. dagegen vor zu gehen, so fern ich eingewilligt habe, das ich in die Datenbank/im Algorithmus mit aufgenommen werden will und jemand ein Foto postet auf dem ich drauf bin.

Ansonsten kannst du natürlich Recht haben, das Facebook (Meta-)Daten verknüpfen wird bzw. könnte.

PS: Aber auch mal eine Frage an die Facebook User hier, kann man verhindern das man in Fotos getaggt wird? Gibt es dafür eine Option? Oder müsste man "Opt In" gehen, wie beschrieben wurde um das mit zu bekommen/zu verhindern?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich manche von deinen Posts so lese halte ich dich für ziemlich Naiv. Als ob es FB interessiert was du bei dir einstellst. Die Daten, die M_W erwähnt hat, hat FB ja trotzdem. Nur weil du beim Opt-Out keine Benachrichtigung bekommst und im Front-End nicht getaggt bist, sind die Daten bei FB auf magische weise verschwunden.
 
Zum Glück hab ich vor ein paar Wochen mein Facebook gelöscht.
Ist zwar spät, da sie schon ein Haufen meiner Daten haben, aber besser als sie weiter zu füttern.
 
@Seedy:

Du kannst deinen Facebook Account nicht löschen.

Melde dich mal mit deinen Login Daten an.
Komisch, dein Account ist noch 1zu1 da :p
 
Da ja vor allem die AMIS paranoid sind was Überwachung angeht - aber die AMIS ja auch schreckliche Angst vor Brüsten und Penissen haben, sind wohl DIESE Scherzbrillen die ultimative Abwehr gegen Gesichtsscanner - jede Erkennung wird SOFORT und ULTIMATIV ZENSIERT !!!

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Was ist dein Argument? "Als ob es FB interessiert was du bei dir einstellst." - ist das die Quintessenz des Ganzen? *kopfschüttel*

Und woher weist du so genau, das diese Daten gesammelt werden, wenn zum Beispiel das Taggen eines anderen Users nicht "erlaubt" ist? Wäre ja genial, alle dürfen dich munter "taggen" (deine Freunde...) und das, obowhl du bei dir die Option einstellst das Fototagging zu verbieten.

Aber die Information wird trotzdem mit dir verknüpft, interessant. Ist dem so?

Wer greift dann hier deine Privatsphäre an, deine Freunde die munter die Daten preisgeben (über dich +- mit Fotos) oder Facebook die die Daten sammeln?
 
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