Facebook: „Fake News“ werden mit „disputed“ gekennzeichnet



In den USA hat Facebook unlängst ein neues Feature aktiviert. So werden erste Artikel als „umstrittene Nachricht“ gekennzeichnet. Nutzer sollen so vor „Fake News“ geschützt werden. Jedoch die Überprüfung durch unabhängige Fakten-Checker dauert noch zu lange, berichtet .



Wurde bereits zum Jahreswechsel dieser Schritt von angekündigt, tauchen nun die ersten Screenshots auf, in denen unterhalb einer geteilten Meldung ein rotes Dreieck als Warnung dienen soll. Aktuell hat Facebook also damit begonnen, Fake-News-Artikel mit der Markierung „disputed“ („umstritten“) zu kennzeichnen.

Es wurde auf diese Weise bereits vor einem Artikel gewarnt, wonach Donald Trumps Android-Smartphone die Quelle von Leaks vertraulicher Informationen aus dem Weißen Haus sei. Im Auftrag von Facebook haben unabhängige Fakten-Checker die Story überprüft, mit dem Ergebnis, dass Snopes.com und PolitiFacts den Artikel für unglaubwürdig hielten. Das Online-Magazin stellte fest, dass in diesem Fall die Überprüfung sehr viel schneller hätte gehen können, denn der Artikel sei auf einer Satire-Website erschienen.

Jedoch auch sonst dauert der Prozess der „disputed“-Markierung noch viel zu lange. Dabei gibt Facebook zweifelhafte Artikel, die von Nutzern oder einem eigenen Algorithmus als Fake-News gemeldet werden, weiter an beauftragte Organisationen. Diese kontrollieren den Quellartikel und geben Facebook eine Freigabe für die entsprechende Markierung. Mindestens zwei der beauftragten Fakten-Checker müssen eine Geschichte als „umstritten“ einstufen, damit Facebook das „Disputed“-Label setzt. Im Falle der Donald Trump-Meldung dauerte die Faktenüberprüfung fünf Tage.

Laut der Facebook-Mitteilung wird es weiterhin möglich sein, diese gekennzeichneten Beiträge zu teilen, allerdings wird die angezeigte Warnung dann mitgeteilt als Zeichen, dass der Wahrheitsgehalt des Beitrags angezweifelt wird. Sobald ein Beitrag mit einem Warnhinweis versehen wurde, kann er auch nicht mehr zu einer Werbeanzeige gemacht oder hervorgehoben werden.

Mitte Januar 2017 hatte Facebook weiterhin erklärt, in Deutschland solle das Recherche-Kollektiv Correctiv als externer Faktenprüfer eingesetzt werden. Das Team wird hierzulande „Fake News“ aufspüren, die dann ähnlich wie in den USA mit einem Warnhinweis versehen werden. Die entsprechende Markierung soll „Von Faktenprüfern außerhalb von Facebook angezweifelt“ lauten. Neben der eigentlichen Faktenprüfung hat Facebook angekündigt, finanzielle Anreize für die Erstellung von Fake-News-Artikeln abzubauen.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Wird doch nur verwendet um bestimmte Nachrichten zu vertuschen, bin mir ziemlich sicher das es größere Verlage nicht treffen wird. Wie lange kaspert die Bild nun rum und hatte das ganze je mal Konsequenzen für die?
 
Hm, interessant, dann war ja meine "Schnapsidee" von gestern doch keine Ente - hatte den Artikel vorher hier gar nicht gelesen :D
Mensch, bin ICH gut..... :)

Kann man bei Facebook keinen Ausschlagpegel einrichten, das man Posts die sehr schnell sehr viel Aufmerksamkeit/Antworten bekommen in ein Raster kommen?
Muß doch durch Monitoring möglich sein, die haben doch bestimmt ne "Hot" or "Trending" List... mag immer noch viel sein - aber anders stelle ich mir eine sinnvolle Überprüfung auch nicht möglich vor.

Wenn man das ganze dann noch mit einer Texterkennung kreuzt, die nach gewissen Key oder Buzzwords/Schlagworten sucht die im Trend sind, vielleicht hilft das auch noch einmal.... um Hausfrauen Talk von politischer Hetze zu differenzieren, zu einem gewissen Grad natürlich nur.

Aber wie gesagt, ist nur ne lapidare Idee, morgens um zehn vor sieben. :D
 


Da steht ja, dass sie einen Algorithmus einsetzen. Also denke ich, sowas wie "Treding" wird bestimmt eingesetzt.
 
Wird doch nur verwendet um bestimmte Nachrichten zu vertuschen, bin mir ziemlich sicher das es größere Verlage nicht treffen wird. Wie lange kaspert die Bild nun rum und hatte das ganze je mal Konsequenzen für die?

Größere Verlage verbreiten auch fast nie "Fake-News" im engeren Sinne, weil die Verbreitung unwahrer Aussagen auch vor Facebook schon schnell vor Gericht landen kann.
Die BILD macht da ja einen anderen Spagat und hat ganz sicher auch eine großzügige Kriegskasse mit der sie verlorene Gerichtsprozesse bezahlen.
 
Das witzige daran ist ja, dass Lügen jetzt "umstritten" heißen und umstrittene Aussagen damit jetzt sozusagen "nicht umstritten" sind.
 
Stimmt. Allerdings kann das mit "LÜGE!!!1" auch nach hinten losgehen. Es ist sicher nicht die perfekte Lösung, aber wenigstens tut sich mal was.
 
Viel sinnvoller wäre ja, eine unabhängige Institution aus dem Boden zu stampfen - oder eine bestehende zu pushen - die zeitnah Artikel über Fake-News erstellt und Facebook halb-automatisch diese Meta-Artikel verlinkt wenn es einen gibt. Und/oder Artikel über bekannte Fake-News Portale erstellen und verlinken.
 
In der Tat glauben Menschen Dinge sofort, wenn sie ihnen passend und sinnig erscheinen (confirmation bias) :P
 
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