Eure Pfuscher Erfahrungen

Nachdem der Tag heute nach dem Feiertag nochmal extra fad war, wegen schlechtem Wetter und Pandemie, ist mir da was Interessantes in die Hände gefallen, mit dem man gut Zeit totschlagen kann. Für über 15 Jahren ging ich am Flohmarkt entlang und fand etwas Interessantes, was mich dazu zwang, es mitzunehmen: Ein Amiga 500. Leider kam die Ernüchterung ziemlich schnell, denn es war ausschließlich ein Amiga 500. Also kein Netzteil, keine Kabel, keine Disketten, etc. Daher verschwand das gute Stück in der Ecke, bis heute. Heute war der ideale Tag, ihn wieder zum Leben zu erwecken.

Also zunächst einmal das gute Stück aufgeschraubt. Ausgangsbasis schaut ganz gut aus, einzig die Batterie auf der RAM-Erweiterungskarte ist ausgelaufen. Außerdem hat jemand ganz offensichtlich am Laufwerk herumgeschnitzt. Das Blech ist verbogen und wurde mit der Schere zurechtgeschnitten. Die Erklärung findet man auch gleich, wenn man die Aufschrift am Laufwerk liest. Es ist ein externes Laufwerk gewesen. Das hat dort drin gar nichts verloren. :dozey:
Aber ruhig bleiben, wird schon hoffentlich funktionieren.




Aber woher am Pandemiesonntag ein Netzteil nehmen, wenn nicht stehlen? Zunächst einmal stellt aber schon der reine Anschluss am Amiga ein Problem dar, denn einen derartigen Stecker besitze ich nicht. Nicht mal einen ähnlichen. Deswegen willkommen im Grundkurs: Wie murkse ich mir den Stecker, den ich nicht habe?

Also wir brauchen zunächst ein Kabel mit ausreichender Adernanzahl. Ich habe hier eines genommen, auf dem bereits Adernendhülsen verpresst waren, denn das hat sich gerade förmlich angeboten.



Nun decken wir den Anschluss am Gerät mit durchsichtiger Folie ab. Durch die Folie stechen wir die Aderendhülsen in die passenden Kontakte am Anschluss.



Als nächstes brauchen wir Heißkleber. Viel Heißkleber. Mit dem fixieren wir die einzelnen Kabel auf Position. Vorteilhaft ist es dabei, wenn man auch tatsächlich eine hitzefeste Folie genommen hat. Einzig zu Demonstrationszwecken hab ich extra eine genommen, die schmilzt, wenn sie zu warm wird - *grml*. Während des Abkühlens dann schön langsam die Form formen, damit das dann auch alles schön wird.



Jetzt noch eine Viertelrolle Isolierband herum und schon haben wir den passenden Stecker.




Ich muss aber dazu sagen, dass ich beim nächsten Mal lieber längere Adernendhülsen verwenden werde. Die Pins sind so wie Marmelade, auch wenn sie sonst gut auf Position gehalten werden. Nun fehlt nur noch das Gegenstück auf der anderen Seite: Das Netzteil. Im Internet gibt es Anleitungen, wie man ein ATX-Netzteil dafür modifiziert. Aber ich will was für richtige Männer. Ich habe deswegen ein AT-Netzteil genommen. Also eines, wo noch richtig Netzspannung am mechanischen Schalter anliegt. Nicht deswegen, aber es lag hier noch rum. Hier ebenso auf die einzelnen Adern Endhülsen gepresst, am Stecker "eingesteckt" und mit Isolierband fixiert. Fertig.



Und er läuft wieder. :)
Das Diskettenlaufwerk scheint wohl auch zu funktionieren, allerdings mangelt es mir aktuell noch an passender Software. Im Bild fehlt es gerade noch.

 
Das was da grün ist sollte eigentlich weiß sein und die Diskette Blau.
Aber immerhin, er läuft.
 
Das ist ein 1802. Das Problem ist, dass der Amiga 500 afaik nur Monochrom am S-Video kann. Daher hab ich ihn dort am Monochrom-Eingang angeschlossen, was zu diesem grünen Bild geführt hat. War mir zu dem Zeitpunkt auch egal, wollte nur wissen ob Bild oder kein Bild. Am anderen Eingang des Bildschirms passt alles. :)
 
Hand aufs Herz: Wer hat noch nie irgendwelche viel zu großen Bauteile eingelötet, weil er das passende Teil nicht da hatte?


Heute einen harten Fall von Elkopest gehabt. Eigentlich schon lang wieder vergessen das Thema, weil ich das schon Jahre nicht mehr gesehen habe. Aber wehe man nimmt ein Board, das einige viele Jahre alt ist.






Naja, hat ja noch fast 2200µF...




 
Das mit dem Kabel ist echt Pfusch!
Ich hab bei mein PC-Netzteil mal nen Elko getauscht, der alte war ausgelaufen.
Der neue natürlich viel zu groß, hab die Beinchen eben länger gelassen.
 
Könnte man so machen, wenn es ein neuer Elko gewesen wäre. Leider hatte ich keinen neuen Elko mit der passenden Kapazität mehr, also musste ich den von einer alten Platine stehlen. Da sind natürlich keine langen Füße mehr dran. :ugly:
 
Gerade bei PC-Bauteilen kann man Elkos auch gerne mal vergessen bzw. überbrücken. Ich hab schon Mainboards gesehen, da waren einige rausgerissen worden (ebay-Betrug wahrscheinlich). Die Dinger haben dennoch funktioniert.
 
Rausreißen ist aber etwas anderes als überbrücken. ;)

Ich hab nur den besseren der Elkos fotografiert gehabt. Ein Anderer war praktisch kurzgeschlossen, weswegen das Board wahrscheinlich nicht mehr lief. Da sind auch noch mehr Elkos kaputt, aber ich war zu faul, die zu tauschen. Ein paar Jahre zuvor lief das Board auch noch, wo alle Elkos kaputt waren (aber wahrscheinlich nicht ganz so kaputt).
 
Ich hab hier noch Elkos rumliegen die sind locker 20 Jahre alt und entsprechend groß.
Ich muss mir mal bei (Der-Shop-wo-der-Chef-die-Decke-vom-Tisch-zieht-auf-dem-die-Katze-sitzt-und-für-den-Spot-selbst-verantwortlich-ist) einen Satz Elkos von 1µF bis 1000µF In den gängigen Spannungen neu bestellen.

Hab hier noch ein 100µF/16V Elko hier liegen. Noch nie irgendwo eingebaut gewesen. Ist jetzt etwa 35 Jahre alt. Ist jetzt noch in der Toleranz.
 
Nee, lass mal. Aber ich rede schon von wirklich rausgerissenen Elkos. Du nimmst Deine Finger und reißt das Ding vom Mainboard ab. Und, oh Wunder, es funktioniert immer noch in den erwarteten Parametern. Selbst die Lötstellen können da mit weggerissen werden. Ich hab solche Mainboards schon gesehen.
 
Wobei das mit den rausgerissenen Elkos auch mal hart in die Hose gehen kann. Mir brach auch mal ein Elko von einem Mainboard ab. Dann wollte ich mal schauen, ob es denn noch funktioniert, weil kann ja nicht so schlimm sein. Leider stellte es sich ziemlich schnell heraus, dass der Elko vom IDE-Controller war und mit dem Booten schrieb mir das Mainboard die Platte mit Müll voll. Vorsichtshalber hatte ich natürlich vorher kein aktuelles Backup von der HDD gemacht.
 
Ich muss mir mal bei (Der-Shop-wo-der-Chef-die-Decke-vom-Tisch-zieht-auf-dem-die-Katze-sitzt-und-für-den-Spot-selbst-verantwortlich-ist) einen Satz Elkos von 1µF bis 1000µF In den gängigen Spannungen neu bestellen.

Ist das der gleiche Shop, bei dem man auch "500g ICs aus überwiegend russischer Herstellung" kaufen kann? :D
 
Ach, hier die Bilder (vor dem saubermachen gemacht):

Ist der schwarze Elko, der einfach mal zu groß ist.

Und hier diese ewig langen Beinchen dran.
Nun, eins davon :D
 
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