EU-Kommission fordert digitalen Fingerabdruck auf Personalausweisen

finger-2081169_960_720.jpg

Die EU-Kommission unterbreitet am 17. April 2018 den 28 Mitgliedsstaaten mit neuen Plänen ein erweitertes Maßnahmenpaket zur Abwehr des Terrorismus. Demnach sollen die Mitgliedsstaaten verpflichtet werden, digital gespeicherte Fingerabdrücke und weitere biometrische Daten in den Personalausweis aufzunehmen, wie .



Kriminellen und Terroristen soll es durch Einführung dieser Maßnahme erschwert werden, Dokumente zu fälschen. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sagte der „Welt“: „Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen. Das bedeutet, dass ihnen der Zugang zu Geld, gefälschten Dokumenten, Waffen und explosiven Stoffen versperrt werden muss und sie zugleich daran gehindert werden müssen, unsere Grenzen unentdeckt zu überqueren.“ Brüssel werde aus diesen Gründen heraus vorschlagen, die Sicherheitsvorkehrungen bei Personalausweisen zu verbessern.



Nach Informationen der „Welt“ ist konkret geplant, dass der digitale Fingerabdruck auf Personalausweisen zum Standard in der EU wird und somit Personalausweise in allen EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend mit dem digitalen Fingerabdruck und weiteren biometrischen Daten versehen werden. Anschließend müssen die Mitgliedsstaaten dem Vorhaben aber noch zustimmen. Als Identifikationsmerkmal ist in Deutschland die Erfassung von Fingerabdrücken bisher nur bei Reisepässen verpflichtend und im Personalausweis freiwillig, allerdings verfügen die Personalausweise auch aktuell bereits über biometrische Merkmale, denn das Passfoto muss maschinell auswertbar sein.

Kritik an dem neuen Vorhaben der EU-Kommission kommt von Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen. Auf Anfrage von meint er dazu: „Die Kommission geht mit ihrem Vorstoß, künftig auch Fingerabdrücke und andere biometrische Daten verpflichtend in Ausweisdokumenten zu speichern, den nächsten Schritt in Richtung einer drohenden Totalüberwachung von mehr als 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern. In Verbindung mit dem im vergangenen Jahr beschlossenen automatischen Abgleich der Lichtbilder und dem Ausbau der ‚intelligenten Videoüberwachung‘ bekommt der Staat immer mehr Möglichkeiten, umfangreiche Bewegungsprofile von Bürgerinnen und Bürgern zu erstellen. Avramopoulos Aussage sei „nicht weniger als die Abkehr vom liberalen Rechtsstaat.“

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Ich hab ein Gegenvorschlag:
"Nein"
wäre das ein Kompromiss?
 
Doppel-Ungut plusplus.
Mal schauen was draus wird.
(Was die Videoüberwachung angeht reiben sich Google und Cisco sicher schon die Hände )
 
Zuletzt bearbeitet:
„Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen."

Wie oft denn noch? Der Raum wird für alle enger, aber nie eng genug, Terroristen zu verhindern.

Originalartikel Welt.de schrieb:
EU-Kommission macht seit mehr als zwei Jahren nahezu im Akkord neue Vorschläge zum Aufbau einer effizienten „Sicherheitsunion“. Oberstes Ziel: mögliche Täter frühzeitig identifizieren, um Anschläge im Vorfeld zu verhindern.

Das klappt immer besser, nicht zuletzt wegen neuer Kompetenzen für die Sicherheitskräfte, verstärkter Zusammenarbeit von nationalen Behörden, Vernetzung von Datenbanken und einer intensiven Überwachung im Internet. Viele Tabus, auch beim Datenschutz, sind gefallen. Europa ist heute sicherer als vor zwei Jahren.

Bislang mein Lacher des Tages. :D
 
Dann habt Ihr Euch hoffentlich alle registriert, so dass Ihr Eure Gegenargumente vorbringen könnt sobald es so weit ist:
 
Und wem die subtile Ironie noch nicht reicht, der wendet sich an die Macher der Seite und frägt freundlich nach, ab wann denn die Anforderungen gemäss
VERORDNUNG (EU) 2016/679 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
eingehalten werden :)
 
ob man dann ein Händy ....äh iPhon per Ausweis entsperren kann ohne die teuren Softwarefirmen zu bezahlen. Welch ein Glück, ich hab den Irisscan.
 
... sobald es so weit ist
Die öffentliche Konsultation lief vom 12.09 bis 5.12.2017
Hier die (relevante) Frage, Antwortmöglichkeiten und die Stimmen.

Which of the following statements do you agree most with?
- Strong security features are unnecessary. I’m not worried about document fraud or identity theft. (22)
- The strongest possible security features are needed to reduce the risk of document fraud and identity theft. (141)
- Strong security features are essential to reduce the risk of document fraud and identity theft. (155)

Demokratie auf Feedback-Basis. Ist ja fast wie im NGB :ugly:
 
Zurück
Oben