Es ist 1984. Tencent will unser Leben mit dem Messenger WeChat übernehmen.

Ja, aber Du googelst vielleicht besser noch einmal?
 
Gab in am 16. April 2019 wieder einen Artikel dazu

Wirklich was Neues im Vergleich zum Talk (Link in #8) hat Golem aber nicht. :unknown:



TLDR:
Über 600.000 Miniprogramme lassen sich in das Ökosystem integrieren. Es ist nicht notwendig, immer wieder eine App herunterzuladen oder sich den exakten Namen der Marke zu merken. Es reicht völlig aus, dem Barcode zu folgen, der auf Firmenwebsites, Broschüren, Visitenkarten oder in Chatgruppen zu finden ist.

[...]

Tencent weiß mit Wechat alles über seine Nutzer: was sie kaufen, wohin sie gehen, worüber sie sich unterhalten, wen sie lieben. Dieses Wissen ist nicht nur ein gewaltiger Pluspunkt für die Konsumindustrie, sondern auch bei der Entwicklung von Anwendungen für die künstliche Intelligenz. Die selbstlernenden Programme der Zukunft brauchen Anschauungsmaterial. Und kaum einer weiß so viel über die Menschen wie Tencent.

[...]

In Shenzhen kooperiert Tencent mit den örtlichen Behörden. Sie probieren in mehreren Pilotprojekten eine völlig neue Form des E-Government aus. So sind Ausweis und Sozialversicherungskarte in dem personalisierten Wechat-Barcode gespeichert, ebenso Führer- und Fahrzeugschein.

[...]

Chinas Regierung hat Tencent den Zuschlag fürs E-Government gegeben.

[...]

Die chinesischen Sicherheitsbehörden haben jederzeit Zugriff auf die Daten. Zahlreiche Nutzer sitzen in China in Haft, wegen aus Sicht der kommunistischen Führung politisch nicht korrekter Einträge, die der Nutzer selbst verfasste oder es zuließ, dass andere sie auf der Gruppe posteten.

[...]

[Die] Regierung [will] in den kommenden Jahren landesweit ein Social-Scoring-System einführen, welches das Verhalten jedes einzelnen Bürgers sowohl im Netz als auch im realen Leben genau unter Beobachtung stellen und entsprechend auswerten soll.

Es bleibt jedem übrig, sich und sein Bewusstsein dagegen auszusprechen.

dagegen


Ich denke es muss aus Datenschutzrechtlicher Sicht sehr wohl darüber gesprochen werden wie wir damit umgehen.

[...]

Und den Schindluder, den man damit treiben kann möchte ich nicht riskieren. Vor allem nicht solange kein erkennbarer Nutzen aus dem Datenreichtum von Staat und Konzernen hervorgeht.
Konzerne sehen in derlei Datensammlungen ja durchaus einen Nutzen und auch der chinesische Staat wohl auch.

Datenschutzrechtlich kann man nur von der Nutzung des Dienstes abraten und darauf hinweisen, dass dessen Nutzung insbesondere im beruflichen oder behördlichen Kontext, im Allgemeinen inakzeptabel ist. (Ausnahmen, z.B. wenn eine Chinesin sich damit Ausweisen will, darauf sollten unsere Behörden vorbereitet sein)

In den Wirtschaftswissenschaften wird ja offen über Globalisierung geredet. Wie sieht das in den Geisteswissenschaften aus? Über die DSGVO wird ja viel gemeckert, ich persönlich hatte mich lange auf Artikel 3 gefreut :D
 
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