@HoneyBadger:
Objektiv hast du recht, aber sei mal ehrlich zu dir selbst:
Würdest du im Ausland deine Wurzeln einfach so abstreifen?
Ich würde meine Wurzeln wohl nicht abstreifen. Das ist aber auch nicht notwendig, um sich vernünftig zu verhalten. Denn ich würde es einfach machen, wie ich es auch jetzt tue, wenn ich ein fremdes Land z.B. aus beruflichen Gründen oder zwecks Urlaub bereise. Ich verhalte mich angepasst und respektiere die dort herrschenden Gesetze / kulturellen Gepflogenheiten und versuche nicht, denen meinen Stempel aufzudrücken.
Jeder darf sein Glück finden, wo er möchte. Nur muss ich mir eben auch über die Konsequenz im Klaren sein, dass es anderenorts anders zugeht, als im gewohnten Nest.
Wenn sich hier also beispielsweise ein Türke niederlassen möchte, ist das für mich völlig in Ordnung. Warum auch nicht? Er darf auch sein Glauben weiterhin ausleben usw.. Alles gut. Nur macht es schon einen Unterschied, ob man das hier friedlich für sich tut, oder ob man beispielsweise anfängt, hier Frauen dazu zwingen zu wollen, ein Kopftuch tragen zu müssen. Gleiches gilt für die Politik. Wenn die hiesige Politik nicht genehm ist und man eigentlich lieber das möchte, was Erdogan z.Zt. macht, war das mit dem Auswandern wohl doch keine gute Idee. Statt hierzulande marodierend durch die Straßen zu ziehen, wäre der richtige Schritt m.M.n. eher, seine sieben Sachen zu packen und eben wieder dorthin zu gehen.
Der Wahlkampf unserer Politiker hat m.M.n. auch in unseren Landesgrenzen zu geschehen und nicht in Polen, Afrika oder auf den Malediven. Insofern finde ich es auch nicht richtig, dass versucht wird, hier oder in Holland türkischen Wahlkampf zu betreiben. Es ist vielleicht noch okay, anzufragen, ob man das in einem fremden Land machen darf. Bekommt man von der entsprechenden Regierung grünes Licht, meinetwegen. Ist dem jedoch nicht so, wie eben in Holland geschehen, so sollte man dieses Nein auch entsprechend respektieren und insb. akzeptieren ohne gleich "Faschist" zu schreien.