@Nero: ich versuche dir das Problem, für das Seedy uns zu sensibilisieren Versucht, anhand eines Beispiels deutlich zu machen:
Eine Bekannte, aufgeschlossen, unpolitisch, bekommt ein IPhone und hält sich seitdem viel in Facebook auf. Plötzlich sind Flüchtlinge in ihren Augen Sozialschmarotzer, die mehr kriegen als die armen Deutschen, Vergewaltiger, müllen alles zu. Facebooks Algorithmen haben diese Frau zu einem tendenziellen Menschenfeind gemacht.
"Aber für die meisten Menschen ist es eine Erholung, wenn sie Überraschungen erleben dürfen"
Überraschungen sind nur dann angenehm, wenn sie eine positive Wenung bringen oder eventuell wertfrei sind. Eine Erkenntnis in das Weltbild einzubauen ist umso anstrengender, desto grundlegender die Erkenntnis ist. Um ein Fundament ändern, muss ich das gesamte Haus abreißen und entsprechend neu bauen.
@KaPiTN & @Nero ("Wieviel mehr? Was mehr? Wie generell?"): Selektive Wahrnehmung ist nicht, was Seedy ursprünglich meint. Die Selektion geschieht nicht im Kopf des Konsumenten, sondern auf den Servern der Newsaggregatoren. Und nur weil derartige Effekte alt und in anderen Kontexten längst beschrieben sind, ist die Auseinandersetzung mit ihnen icht weniger sinnvoll.
Wenn man bedenkt, dass Facebook weltweit zu den meist genutzen Informationsquellen zählt, dann hat der Algorithmus eine enorme Macht.
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MfG,
ckn