[Politik und Gesellschaft] CIA soll Regierung über brutale Verhörmethoden getäuscht haben

Ein aktueller Untersuchungsbericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats erhebt schwere Vorwürfe gegen den Geheimdienst CIA: dieser soll die Regierung und die Öffentlichkeit bei seinen umstrittenen Verhören von Terrorverdächtigen jahrelang hinters Licht geführt haben.

Die CIA soll Einzelheiten über die Brutalität der Verhörmethoden - unter anderem das sogenannte "Waterboarding" verschwiegen und die Bedeutung der dabei gewonnenen Erkenntnisse übertrieben haben. Die CIA habe das Verhörprogramm dem Justizministerium und dem Kongress gegenüber als Möglichkeit beschrieben, "einzigartige, andernfalls nicht zu beschaffene Geheimdiensterkenntnisse" über Terrorpläne zu erhalten, zitierte die US-Zeitung "Washington Post" einen Regierungsvertreter mit Kenntnis des als vertraulich eingestuften 6300 Seiten langen Berichts. "War das tatsächlich die Wahrheit? Die Antwort ist nein." Unter anderem seien Informationen den harschen Befragungen zugeschrieben worden, die Terrorverdächtige schon vorher preisgegeben hätten.

Laut "Washington Post" gehen aus dem Senatsbericht auch bisher nicht bekannte Verhörmethoden hervor. So soll in Afghanistan ein Terrorverdächtiger mehrfach in einen Tank voller Eiswasser getaucht worden sein. In einem Geheimgefängnis in Thailand seien einige CIA-Mitarbeiter über den Umgang mit den Verdächtigen so verstört gewesen, dass sie die Einrichtung verließen.

Ob und in welcher Form der Bericht für die CIA Konsequenzen haben wird, ist bislang noch völlig unklar.

Quelle:
 
Ich finde es schlimm das Menschen überhaupt in der Lage sind so etwas zu machen, es überrascht mich aber nicht.
 
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  • #3
Diesbezüglich können einem die diversen Regierungen und Geheimdienste schnell jegliche Illusionen rauben; da bilden die Kämpfer für Freiheit und Demokratie, aus dem Heimatland der Freien und Tapferen, leider keine Ausnahme.

Warum das so ist, darüber könnte man jetzt fein trefflich philosophieren (Theorien habe ich), aber dass es so ist, steht leider wohl fest.
 
Immerhin verstehe ich nun deren Terror-Paranoia.
Wenn ich weltweit solche Schweinereien aufführen würde, dann würde ich mich auf wundern warum nicht mehr passiert.
 
ich fuerchte, dahinter steckt methode: wenn sie die halbe welt zum feind haben, steht erstens das volk vereint hinter seiner regierung und zweitens sprudeln die gewinne der ruestungsfirmen.
 
Die CIA soll Einzelheiten über die Brutalität der Verhörmethoden - unter anderem das sogenannte "Waterboarding" verschwiegen und die Bedeutung der dabei gewonnenen Erkenntnisse übertrieben haben.
Ist das wirklich eine Meldung wert? :eek:
Jeder, der nicht entweder heftig auf den Kopf gefallen oder aber ignorantes Arschloch ist, müsste eigentlich wissen, dass unter Folter "gewonnene Erkenntnisse" quasi bedeutungslos sind. Sind sie hier natürlich nicht im Sinne von Widerstand brechen, wenn es um Informationsgewinnung geht.
Aber wenn man jemanden so lange foltert, bis er nicht mehr weiß, ob er Männlein oder Weiblein ist, wird er alles "gestehen". Das sollte man als mindestens durchschnittlich gebildeter Mensch aus den Hexenverbrennungen im Mittelalter gelernt haben.

Wie schön es ist, wenn man beim Waterboarding das Gefühl hat, man würde ertrinken, wird auch so ziemlich jeder nachvollziehen können, der schon mal (z.B. im Schwimmunterricht) fast abgesoffen wäre. Folter - und dazu zähle ich bereits die Androhung von Schmerz/Folter - ist immer brutal, weil man sich die ureigensten Ängste eines Menschen zunutze macht.

Ich finde es schlimm das Menschen überhaupt in der Lage sind so etwas zu machen, es überrascht mich aber nicht.
Das scheint leider sogar sehr einfach zu sein. Siehe
So lange man von der "Notwendigkeit" überzeugt ist und außerdem die Verantwortung an die Autoritätsperson abgeben kann, halten einen höchstens noch die Hemmungen aus Mitgefühl ab. Das Mitgefühl dürfte aber ziemlich schnell sinken, wenn man selbst ggf. Repressalien fürchten muss.
Ich will einfach mal hoffen, dass es selbst unter den Amis Leute gibt, die als Befehlsempfänger gefoltert haben und nicht aus Spaß an der Freude.
 
Aber wenn man jemanden so lange foltert, bis er nicht mehr weiß, ob er Männlein oder Weiblein ist, wird er alles "gestehen".
Auch dazu sind übringes die letzten paar Seiten von 1984 ziemlich interessant. Da geht es darum, dass der Start, alias The Party, vom Gefangenen nicht einfach nur ein Geständnis seiner Taten hören will. Die Taten sind längst klar. Es geht dabei darum, dafür zu sorgen, dass derjenige wirklich glaubt, dass das, was er da gesteht, Verbrechen sind und dass die Partei unfehlbar ist.

Als banales Beispiel hält dort der Aufseher eine Anzahl an Fingern hoch (meinetwegen 4) und der Gefolterte soll sagen und selbst glauben, es seien 5. Ich weiß nicht, inwieweit man den Menschen wirklich mit Schmerz in seinen Überzeugungen beeinflussen kann. (Es ist ja ein Unterschied, ob jemand macht, was man sagt, weil er seine Überzeugungen im Angesicht des Schmerzes aufgegeben hat, oder weil er wirklich der Meinung ist, es sei richtig.) Aber ich denke, wenn es an den Rand des menschlich möglichen Ertragens geht, also auch an den Rand des mit dem Verstand begreifbaren, dann könnte so etwas vielleicht möglich sein.

Passt jetzt nicht ganz zum Thema. So oder so finde ich Folter ziemlich abartig. Sowas sind auch tatsächlich die wenigen Szenen in Filmen, die ich nicht gut sehen kann :confused:
 
Naja, bei 1984 ist es so, dass man die Menschen deswegen psychisch brechen will, damit diese nicht als Märtyrer in das Bewusstsein der restlichen Bevölkerung eingehen, sondern als Gedankenverbrecher und sich selbst dafür hassen, weil sie wissen, dass es falsch ist (obwohl sie eigentlich ganz richtig denken, wie man später durch O'Brians wahres Gesicht erfährt).

Bei Geheimdiensten wie der CIA bin ich mir nicht so sicher, ob die nicht letztendlich nur auf ein Geständnis und Informationsbeschaffung aus sind. Immerhin sorgen diverse Klischees schon genug dafür, dass Ausländer - gerade aus dem nahen Osten - leicht als Terroristen denunziert werden können. Wenn dann noch ein Geheimdienst sagt, der Typ ist schuldig, dann sind der Bevölkerung die Beweise auch egal, sondern er ist es einfach. Märtyrer kann es also gar nicht erst geben, weil das über den Horizont des Durchschnittsamerikaners hinaus geht.
 
An das Milgram Experiment dachte ich auch als ich das ganze las, deswegen sagte ich ja das es mich nicht überrascht. Das ganze wurde ja mal wiederholt und da konnte man schon sehen das einige überhaupt keine Probleme damit hatten den anderen zu foltern. Wenn ich zum Beispiel neue Menschen treffe dann beobachte ich diese auch und versuche mir immer vorzustellen wie die sich in diesem Experiment verhalten hätten.
 
An das Milgram Experiment dachte ich auch als ich das ganze las

Dazu braucht man wirklich kein Milgram-Experiment, umd zu wissen, wozu Menschen fähig sind.

Die Folter ist nämlich so alt wie sie, früher waren die Methoden noch fantasievoller.

Eigentlich reich schon etwas Introspektion. Wer ernsthaft behauptet und glaubt, er habe noch nie in der Wut sadistischen Anwandlungen gehabt, belügt sich selbst.

Zum Thema: Eine Regierung erfährt nichts über praktizierte Folter, wenn sie nichts erfahren will. Das ist bei diesem delikaten Thema auf jeden Fall zu empfehlen. Man belästigt den Minister nicht mit den Details. Er wenigstens muss immer sagen können, dass ihm offiziell nichts gesagt worden ist. Natürlich weiß er es und duldet es.
 
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Ich bin ja mal gespannt ob sie jemand aus diesen Unrechtsregiem zu verantwortung ziehen ... und in in ein tiefes Loch schmeissen ... .

Ach ich vergass es ging ja um die USA und die sind ja immer die "guten"
 
Oha, ein Geheimdienst lügt, betrügt, erpresst und begeht Verbrechen?
Mal was ganz neues.
Naja, In einem Schurkenstaat ist das echt nichts neues.
 
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  • #14
So oder so finde ich Folter ziemlich abartig. Sowas sind auch tatsächlich die wenigen Szenen in Filmen, die ich nicht gut sehen kann :confused:

Geht mir auch so. Ich guck mir mit Begeisterung Gruselfilme an, habe als ich noch mehr Zeit für sowas hatte blutigste Computerspiele gezockt... aber zB die eine Szene in "A Good Shepherd" war für mich echt grenzwertig, vor allem beim ersten Mal im Kino, und für das Waterboarding-Video von Amnesty International (oder entsprechende Erfahrungsberichte zB von Christopher Hitchens) musste ich mich bewusst um professionelle Distanz bemühen...
 
Die Folter ist nämlich so alt wie sie, früher waren die Methoden noch fantasievoller.
Das würde ich nicht sagen. Du meinst, die Methoden waren spektakulärer. Sicher, da gebe ich dir Recht. Ich glaube aber, dass die Menschheit heute weit "effizientere" Foltermethoden kennt. Solche, die keine sichtbaren Spuren hinterlassen, oder eben weniger dreckig, aber genau so wirkungsvoll sind. Ich denke, dass heute sozusagen einfach ausgefeilter gefoltert wird, weil man Erkenntnisse aus Anatomie und Psychologie mit einfließen lassen kann.

Zum Beispiel Foltermethoden, bei denen der Gefangen einfach rund um die Uhr mit lauter Musik beschallt wird. Wenn das immer knapp über der Grenze zum Unangenehmen liegt und man sich 24 h lang dem Lärm nicht entziehen kann, dann ist das mit Sicherheit ziemlich mies und verursacht enormen psychischen Stress.
 
Ich glaube aber, dass die Menschheit heute weit "effizientere" Foltermethoden kennt. Solche, die keine sichtbaren Spuren hinterlassen, oder eben weniger dreckig, aber genau so wirkungsvoll sind.

Ich dachte an die chinesische Wasserfolter, hier: .

Mit der scheint es aber nicht weit her zu sein.

Mit Radau klappt es erwiesenermaßen. Unter einer Glocke sitzen, und jemand haut von draußen drauf, das macht einen erst weich und bringt einen schließlich um.
 
Die Wasserfolter wurde von den Mythbuster in Teilen widerlegt, der Wasserteil ist sinnlos. Das einzig schlimme daran sind die fesseln und der dumme Mythos.
 
Geht mir auch so. Ich guck mir mit Begeisterung Gruselfilme an, habe als ich noch mehr Zeit für sowas hatte blutigste Computerspiele gezockt... aber zB die eine Szene in "A Good Shepherd" war für mich echt grenzwertig, vor allem beim ersten Mal im Kino, und für das Waterboarding-Video von Amnesty International (oder entsprechende Erfahrungsberichte zB von Christopher Hitchens) musste ich mich bewusst um professionelle Distanz bemühen...

Die Grenzen sind fließend und sehr elastisch.

Chaplin-Filme zum Beispiel fand man früher in Russland überhaupt nicht lustig, sondern grausam. Das Publikum hat geweint.

Italo-Western mochte ich anfangs überhaupt nicht, wegen der Grausamkeiten. Heute liebe ich sie. Das gleiche Spiel bei Filmen von Tarantino.

Tatsache ist: Höllenqualen werden von allen Religionen genüsslich ausgemalt. Also müssen die Menschen, sie haben die Religionen schließlich erfunden, eine unausrottbare Schwäche dafür besitzen.

Der Tod auf dem Scheiterhaufen dürfte kein besonders angenehmer sein. Aber fürs Publikum war das Autodafé eine Volksbelustigung, ein richtiges Volksfest am Sonntagnachmittag.

Alle Initiationsriten besitzen Züge von Sadismus und Folter.
 
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