[Sonstiges] Bundestag verlängert Windows XP Support: 119.000 Euro

"Die Migration ist fast abgeschlossen", möchte man nun bald im Bundestag sagen. Ende Januar 2015 sollen alle 7.300 Computer der Abgeordneten und Verwaltungsangestellten auf ein aktuelles Betriebssystem umgestellt sein. Doch bis zu diesem Zeitpunkt sind die verbliebenen Windows XP Geräte weiterhin das schwächste Glied in der Sicherheitskette.

Um die Funktionsfähigkeit der alten Geräte weiterhin aufrecht zu erhalten, wurde nun vom Betriebssystemhersteller Microsoft eine Support-Verlängerung eingekauft. So soll der nötige Schutz der Geräte auch nach dem 8. April 2014 weiterhin gegeben sein. Die Kosten für die Verlängerung belaufen sich auf 119.000 Euro, 100.000 Euro für die Verlängerung zzgl. 19% MwSt.

Neben dem Bundestag mussten sich in Deutschland auch bereits das Land Niedersachsen mit 8.000 Geräten und die Bundeswehr mit 50.000 Geräten zusätzlichen Support einkaufen. Warum sich die Umstellung in allen Fällen so lange verzögerte, ist nicht bekannt. Einzig das Land Niedersachsen nannte Probleme mit dem IT-Dienstleister T-Systems.

Microsoft führte dabei an, dass die Support-Verlängerung nur ein Jahr gelte. Sie soll kein "Tarif" sein um die alten Geräte einfach weiterbetreiben zu können, da Windows XP der heutigen Bedrohungslage nicht mehr gewachsen sei und trotz aller Bemühungen ein leichtes Ziel für Hacker ist.


Quelle: /
 
juhu, danke merkel, endlich mal sinnvoll angelegte steuergelder! :T

also, gibts da jetzt nen downloadlink oder geht das wie gehabt über windows update?
 
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  • #4
Ich finde das auch immer wieder erstaunlich, eigentlich sogar eher erschreckend, wie viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen über 10 Jahre IT-Fortschritt verschlafen konnten. 7 Jahre vor dem eigentlichen Supportende war bereits bekannt, dass dort die letzte Stunde für XP schlägt. Die meisten haben es dann doch noch rechtzeitig geschafft, innerhalb der letzten 1-2 Jahre im Akkord umzustellen. Wär das hier nicht so traurig und wären es nicht meine Steuergelder und meine Regierung, würd ich mich vielleicht sogar vor Lachen auf dem Boden kugeln.

Jedenfalls können sich nun Sony und unser Bundestag zusammentun und sich beim Schämen abwechseln - bei der Menge muss zwischendurch auch mal ne Pause drin sein.


Grüße
Thomas
 
Um die Funktionsfähigkeit der alten Geräte weiterhin aufrecht zu erhalten, wurde nun vom Betriebssystemhersteller Microsoft eine Support-Verlängerung eingekauft.
Mussten die Supporter ein Formular "Ey, ich bin keiner von der NSA" unterschreiben, oder hat man darauf verzichtet? ;)
 
Ich finds nur lustig das man für diese Summe einen ganzen Haufen Windows 7 Rechner anschaffen kann. :coffee:
 
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  • #7
Vor allem wenn man bedenkt, dass man ja nachher immer noch neue Windows-Lizenzen und Geräte kaufen muss. Das nimmt einem ja immer noch keiner ab.


Grüße
Thomas
 
ja und wo kriege ich jetzt meine GEZ-finanzierten XP-updates her!?
 
Warum sich die Umstellung in allen Fällen so lange verzögerte, ist nicht bekannt
Ganz einfach, weil die Rechner einfach Altbacken sind, zu lahm, keine Power, Niente Leistung, würden mit Windows 7 oder 8.1 gar nicht klarkommen.

-was brauchen Politiker denn schon für Programme? Leute legt euch Ubuntu Linux zu, das funktioniert noch -_Top auf alten Geräten
 
Mein Dad arbeitet bei der Schufe,

da haben die Kunden ( Banken! ),
da pisst sich der IT-Chef an, wenn er seit Monaten keinen Support mehr zu gesicherten Leitungen bekommt :D.

BANKEN! Da geht es um GELD GOLD und RESSOURCEN!
Die haben bis vor einigen Wochen noch XP verwendet, und die A-Admins der Systeme kommen beim Support mit "Ich klicke jetzt hier drauf und dann passiert das und das..."

Sowas finde ich fürchterlich... Anscheinend ist in vielen großen Firmen noch nicht angekommen, dass beim Thema IT fachkundiges Personal von NÖTEN ist, um nicht mal später erpresst zu werden!
 
Was soll das sein dieser Pinguin? Ist das nicht irgend so ein freies Zeug? Das ist doch bestimmt voller Sicherheitslücken und bekommt keinen Support.

Das keinen PinguinOS zum Einsatz kommt, liegt zum einen denke ich mal an Verträgen, schwarzen Koffern, großer Abneigung von Windows Administratoren und noch größerer Abneigung der Nutzer.
Man könnte von dem Geld neue Hardware kaufen und sowas wie Debian nutzen. Die alte Hardware stellt man Schulen zur verfügung. Mit Debian oder Arch installiert. Dann wissen in Zukunft ein paar mehr Leute, dass es nicht nur Windows gibt.

Ich kenne eine Hand voll Administratoren, zwei davon sind im öffentlichen Dienst tätig. Ums verrecken wollen diese nichts mit Linux Systemen zu tun haben. Solche Themen sind immer ganz schnell vom Tisch oder enden, weil man erstmal "Linux-Distribution" nachschlagen muss. Sowas wie Ubuntu kennt man auch nur vom Hörensagen aus der Berufsschule oder aus der VM der langsamen Uni Computer. Was macht man bei Fehlern, wenn soll man fragen? Vorallem müsste man sich mit etwas ganz neuem befassen.

Was die Abneigung der nutzer angeht, ich habe es schon so oft erlebt.. Man sitzt vor einem zugemüllten PC, soll danach gucken, weil angezeigt wird das er 1000 Fehler hat. Natürlich durch sehr seriöse Programme, die von seriösen Installern mitgeliefert wurden. :m Nach der Feststellung das die Festplatte eingeschmolzen gehört, fragt man was genutzt wird.. Meist ist die Antwort Office (calc und writer) und ein Browser. Sobald man dann etwas wie Mint vorschlägt, ziehen die Leute ihr Kreuz und schreien weiche von mir Daemon! Nur ein paar wenige lassen sich nach den Argumenten, selbst meine Mutter kann... und es jederzeit umkehrbar... zum testen überreden. Von denen meldet sich dann nie wieder jemand. Höchstens mal wenn der Drucker nicht läuft.
 
Wir sind so sehr gegen Monopole das wir den Monopolisten schmieren ein nicht mehr Supportetetes Produkt weiter zu pflegen, reverse Logik ist die beste!

Achja, ich danke dem Herrn(dem Chef von Microsofts Marketing Abteilung) für jeden Tag an dem beim Zoll der IE 6 weiter benutzt wird.
 
Geht man aber davon aus, dass vermutlich eine Menge Rechner beim Bundestag noch so alt sein dürften, dass Win7 oder 8.1 nicht vernünftig drauf laufen können, dann ist die Supportverlängerung gar nicht mal so teuer.

Auch sind die 119.000€ verglichen mit der Diätenerhöhung ein Witz, der nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Und wir sollten auch nicht vergessen, dass die Mitarbeiter beim Wechsel auf 8.1 auch alle Umstellungsprobleme (Office, Kacheln) haben dürften.

Zusammengefasst ist die XP-Weiterbenutzung wirtschaftlich gar nicht so abwegig.
 
Ja, wenn man das Große Problem ignoriert von dem es einen Teil darstellt.:rolleyes:

Es ist ein widerliches Armutszeugnis von sagenhafter Inkompetenz und Korruption.


Wäre man die Problematik ordentlich angegangen hätte man sogar ohne von Windows abzuweichen bislang in dem Sektor jährlich größere Summen sparen können!
 
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  • #19
Ganz einfach, weil die Rechner einfach Altbacken sind, zu lahm, keine Power, Niente Leistung, würden mit Windows 7 oder 8.1 gar nicht klarkommen.
Alles im Desktop-Bereich, was seit ~2006 hergestellt wurde, frisst Windows 7. Das sind zwar nicht die schnellsten Geräte, aber auch unter Windows XP dürften sie -vor allem mit der Originalinstallation von anno damals- nicht gerade die schnellsten sein. Ältere Geräte sollte es bei einer vernünftig geplanten IT eigentlich gar nicht geben, schon alleine aus Datensicherheitsgründen (sterbende Festplatten, usw.).


Grüße
Thomas
 
Ältere Geräte sollte es bei einer vernünftig geplanten IT eigentlich gar nicht geben, schon alleine aus Datensicherheitsgründen (sterbende Festplatten, usw.).
XP sollte es bei einer vernünftig geplanten IT eigentlich gar nicht mehr geben. Ich glaube damit hätten wir die Frage nach Steinzeithardware definitiv beantwortet. :D

Aber es stimmt schon, Windows 7 braucht kaum mehr Ressourcen:

Windows XPWindows 7Windows 8Windows 8.1
Prozessor>= Pentium 233MHz>= 1GHz Prozessor (32/64 bit)>= 1GHz mit Unterstützung für PAE, NX und SSE2>= 1GHz mit Unterstützung für PAE, NX und SSE2
RAM>= 64MB (128)1GB 32bit / 2GB 64bit1GB 32bit / 2GB 64bit1GB 32bit / 2GB 64bit
Festplatte>= 1,5 GB16GB 32bit / 20GB 64bit16GB 32bit / 20GB 64bit16GB 32bit / 20GB 64bit
Grafikkartejamit DirectX 9 mit WDDM 1.0mit DirectX 9 mit WDDM 1.0mit DirectX 9 mit WDDM 1.0
(Anforderungen nach Microsoft.com)

Übrigens:

Windows XP-Modus

Wichtig
Seit dem 8. April 2014 sind technischer Support für Windows XP und den Windows XP-Modus nicht mehr verfügbar, einschließlich Updates zum Schutz Ihres PCs. Wenn Sie nach dem Ende des Supports weiterhin Windows XP oder den Windows XP-Modus auf einem Windows 7-PC verwenden, ist Ihr PC anfälliger für Sicherheitsrisiken und Viren. Um die Sicherheit Ihres Windows 7-PCs auch nach dem 8. April 2014 zu gewährleisten, empfehlen wir die Verwendung des Windows XP-Modus nur, wenn Ihr PC nicht mit dem Internet verbunden ist. Erfahren Sie mehr über das Ende des Supports für Windows XP.​

Das beste aus beiden Welten: Der neue Windows XP-Modus ermöglicht die Verwendung der alten Windows XP-Business Software auf Ihrem Windows 7-Desktop.

Der Windows XP-Modus, der in erster Linie für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt wurde, steht als separater Download zur Verfügung und kann nur in Verbindung mit Windows 7 Professional, Ultimate und Enterprise eingesetzt werden. Der Windows XP-Modus setzt zudem auch eine Virtualisierungssoftware wie Windows Virtual PC voraus. Beides kann kostenlos von der Microsoft-Website heruntergeladen werden.

Quellen:

 
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