[Politik und Gesellschaft] Bundestag: Petitionsausschuss hat 99,82% der Petitionen verworfen

Petitionen für die Papiertonne statt für Parlamentarier? Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags hat kürzlich vorgelegt. Demnach wurden von den eingereichten 15.325 Anliegen lediglich 0,18% an die Bundesregierung weitergeleitet. In einem einzigen Fall wurde der Bundesregierung empfohlen, dem Anliegen zu entsprechen. 31 weitere Petitionen wurden zur Prüfung weitergeleitet. 15.293 Petitionen wurden verworfen. Dazu kommt: Weniger als 3% wurden auf dem Petitionsserver des Bundestags veröffentlicht, damit sie online unterzeichnet werden konnten.

petitionen-papiertonne.jpg Die „Abteilung Controlling des Unternehmens Deutscher Bundestag“, wie der Petitionsausschuss manchmal genannt wird, führt sich im neuesten Jahresbericht selbst ad absurdum. Zwar wurden im Vorjahr 15.325 Anliegen eingereicht. Doch nur eine einzige Petition wurde an die Bundesregierung „zur Berücksichtigung“ weitergeleitet. Der Bundesregierung wurde also mehr oder weniger unverbindlich empfohlen, dem Anliegen des Bürgers zu entsprechen. 31 weitere Petitionen wurden letztes Jahr „zur Erwägung“ vorgelegt, also als Ersuchen, das Anliegen zu prüfen. Das sind zusammen lediglich 0,18% der 2014 behandelten Petitionen. 99,82% der Petitionen, die die Bürgerinnen und Bürger eingereicht haben, wurden hingegen aussortiert. Bei den meisten Anfragen wurden keinerlei Schritte unternommen, um die zuständigen gewählten Vertreter dazu aufzufordern, das Anliegen zu bearbeiten.

Natürlich werden jedes Jahr auch diverse sinnlose Petitionen eingereicht. So wurde von den Volksvertretern in den letzten Jahren beispielsweise ein Verbot von Blondinenwitzen oder eine Ausweitung der Ufo-Forschung gefordert. Trotzdem müssten sich die Mitglieder des Ausschusses selbst die Frage stellen: Soll so tatsächlich ein effektives Controlling aussehen? Wird man damit dem gerecht?

Petitionen der Bürger primär für die Altpapiersammlung?

Kritisiert wird von Dritten auch, dass weniger als 3% der 2014 eingereichten Petitionen auf dem Petitionsserver des Bundestags veröffentlicht wurden. Damit konnte nur über wenige Einreichungen online diskutiert oder abgestimmt werden. Laut OpenPetition ist dieser Anteil seit Jahren gleichbleibend gering. Damit beschäftigt sich der Ausschuss zu wenig mit Anliegen von öffentlichem Interesse.

OpenPetition-Sprecher Fritz Schadow , dass oftmals in Sammel*beschluss*empfehlungen über bis zu 200 Petitionen gleichzeitig abgestimmt wird. Er hält es für fraglich, ob man den Anliegen der Petenten gerecht wird, wenn diese Abstimmungen dann auch noch meist am Ende eines langen Sitzungstages vorgenommen werden. Damit wandert jede Menge Bürgerbeteiligung im wahrsten Sinne des Wortes unbearbeitet in der Mülltonne.
 
Ja, da hat es das böse Parlament den Volksspammern mal wieder gezeigt. Vermutlich standen 99% der Betteleien in näherem oder weiterem Zusammenhang mit "GEZ" oder "Rundfunkbeitrag". Beim Rest gings dann vielleicht um Selbstauflösung und Wiederherstellung des Deutschen Reiches in den Grenzen von drölfhundertdrölfzig. Was das dumme Volk von seinen genervten Vertretern halt so an Blödsinn fordert. Dass dieser Ausschuss für Bettelei überhaupt existiert ist eine Schande für ein demokratisches Staatswesen.
 
@Levisca
Umweht mein Näschen da der süsse Duft der Ironie?
 
Meine letzte Petition, war, das sie die Bankzinsen anders staffeln sollen, höhere Kredite, höhere Zinsen, abgelehnt, denkt euch was ihr wollt.
 
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  • #5
Ich denke, es wurden in der Vergangenheit einfach sehr viele Petitionen abgelehnt. Fast 100% Abfall ist einfach viel zu viel.
 
Wer jetzt glaubt, das waren alles nur Spaß Petitionen, die abgewürgt wurden, irrt. Es waren auch ernsthafte Sachen dabei, über die sich unsere Volks Wirtschaftsvertreter einfach mal hätten Gedanken machen müssen. Aber lieber alles ignorieren und aussetzen... :dozey:
 
Was das dumme Volk von seinen genervten Vertretern halt so an Blödsinn fordert.

wenn die mehrheit des volkes rosa strassenbelag haben will, wer urteilt dann darüber, ob das 'blödsinn' sei? entweder demokratie oder eben nicht.

Wer jetzt glaubt, das waren alles nur Spaß Petitionen, die abgewürgt wurden, irrt.

spass hin oder her. auch hier sollte doch das gleiche gelten.
 
Seit wann ist der Bundestag ein Unternehmen?

--- [2015-06-14 16:57 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Und da es scheinbar keinen allgemeinen Feedback-Thread für news gibt: Hier wird der Eindruck vermittelt, die meisten Petitionen werden vollkommen unbearbeitet weggeworfen (sogar ein Bild von einer Papiertonne ist vorhanden, ->Sinn?), liest man sich jedoch folgenden Artikel durch, wird klar dass jeder eine persönliche Antwort bekommt:
Des Weiteren ist mir der Artikel ein wenig zu meinungslastig geschrieben, z.B. Suggestivfragen wie :
Soll so tatsächlich ein effektives Controlling aussehen? Wird man damit dem Artikel 17 Grundgesetz gerecht?

Zum Thema selbst:
Dass sich zu wenig mit Petitionen auseinandergesetzt wird, finde ich auch, aber wer glaubt dass sich das Parlament wirklich mit sovielen Petitionen auseinandersetzen kann, träumt wohl.
 
Ich find, man könnte zumindest - wie man es vor einiger Zeit bei der Wikipedia überlegt hat - alles was eingereicht aber nicht weitergeleitet wird und gegen keine Richtlinien verstößt, veröffentlichen. Dann könnte sich "die Crowd" zumindest Gedanken darüber machen, wenn Politiker zu beschäftigt dafür sind.
 
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