[Politik und Gesellschaft] Bund-Länder-Kommission will Verbot von Adblockern prüfen lassen

240px-No_ads.svg.png Die Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz legte gestern ihren Bericht über Medienregulierer und deren gesetzliche Ungleichbehandlung von Online- und Offline-Medien vor. Allerdings nahm sich die Kommission in ihrem Bericht, der heise.de vorliegt, nicht nur gesetzliche Medienregulierer vor, sondern hat auch ein ganzes Kapitel den Adblockern gewidmet.

Erstmal wurden vorwiegend die Beschwerden der Medienindustrie zusammengefasst, in dem sie "einen rechts- und medienpolitischen Bedarf für ein gesetzliches Verbot von Ad-Blockern" sehen.
Komplett wollte sich die Kommission dieser Forderung nicht anschließen, fügten im Bericht aber an, dass sie den Einfluss von Adblockern im Hinblick auf die Finanzierung von journalistischen Medien allerdings als rechtlich und medienpolitisch problematisch ansehen. Sie empfahl daher eine Prüfung, ob gesetzliche Maßnahmen gegen Adblocker nötig seien.


Quelle:
 
Vielleicht eine blöde Frage, aber wie will man mir vorschreiben, was ich lokal auf meinem PC mache? Es ist ja auch nicht verboten, Fernsehwerbung zu muten und dafür ein schwarzes Bild anzuzeigen, sofern die (technische) Möglichkeit vorhanden wäre oder Werbung aus der Zeitung rauszuschneiden.
 
Seitenbetreiber können ja auf ein Abomodell mit Benutzerlogin umstellen wo man Beiträge erst nach Anmeldung sieht. Aber nein, gleich mal was in den Raum stellen was prinzipiell alle User betrifft. Gibt's etwas dass mich davon abhalten würde trotzdem einen AdBlocker zu verwenden?
 
Da haben bestimmt wieder ein paar prall gefüllte schwarze Koffer den Besitzer gewechselt.
Aber zum Glück ist das Internetz ja noch #Neuland für unsere Steinzeitpolitik und wir können uns auf deren Unfähigkeit verlassen.



Wie sie das durchsetzen wollen?
Vermutlich genau so..
 
Auf Cookies muß mittlerweile hingewiesen werden. Warum eigentlich nicht darauf, daß wenn man auf Abc.de geht, man auch Verbindungen hij.kl und opq.rs aufbaut? Warum muß man da nicht zustimmen?
Cookies man im Browseer sehen. Verbindungen im Hintergrund nur mit Zusatztools.

Der Verbraucher muß geschützt werden, nicht die Industrie vor den Verbrauchern ihrer Selbstbestimmung.
 
Die Industrie weiß doch selbst das kein Arsch so ein Abo abschließen würde. Ist wie mit Handy spielen, wenn es Geld kostet dann verzichtet man einfach darauf.
 
Auf Cookies muß mittlerweile hingewiesen werden. Warum eigentlich nicht darauf, daß wenn man auf Abc.de geht, man auch Verbindungen hij.kl und opq.rs aufbaut? Warum muß man da nicht zustimmen?
Weil das möglicherweise den Gewinn von Werbeunternehmen schmälern könnte und bei einem solchen Gesetz hätten die Lobbyisten bestimmt keine Geschenke mehr übrig.

Der Verbraucher muß geschützt werden, nicht die Industrie vor den Verbrauchern ihrer Selbstbestimmung.
Ja schon, aber der Verbraucher hat ja noch genug Zeit sich selbst zu bestimmen, nachdem er ausgenommen und das letzte bisschen Privatsphäre 3x weiter verkauft wurde. Und außerdem hat die vereinigte Werbelobby höchst heilig versprochen auf die Daten aufzupassen und verantwortungsvoll damit umzugehen.
 


Wieso? Paywalls gibt es doch.

Werbung als Teil des Angebots ist ja gar nicht schlimm, wenn sie erkenntlich (dezent, kein Blinken) am Rande plaziert wird.
 
Man muss es ja nicht abschaffen weil es kaum jemand nutzt, wenn etwa 500 Leute für so etwas zahlen dann reicht es doch. Jedesmal wenn so ein paywall link in facebook oder reddit auftaucht beschweren sich die Leute.
 
Ein Link auf eine Seite mit (teilweiser) Paywall ist etwas anderes,, als selber eine solche zu haben.
 
Das Gesetz könnte dazu führen, dass man von jeder Seite, die man mit Adblocker aufruft, abgemahnt werden kann. Schade, dass man keine VPN-Aktien kaufen kann.
 
Vielleicht eine blöde Frage, aber wie will man mir vorschreiben, was ich lokal auf meinem PC mache? Es ist ja auch nicht verboten, Fernsehwerbung zu muten und dafür ein schwarzes Bild anzuzeigen, sofern die (technische) Möglichkeit vorhanden wäre oder Werbung aus der Zeitung rauszuschneiden.

die wollen einfach nur ihren stinkefuß in die tür kriegen (was ich übrigens schon seit jahren prophezeihe).. sie haben es ja auch geschafft, die privatkopie (d.h. kopieren trotz "kopierschutz") illegal zu machen - das hält zwar niemanden mit der entsprechenden intention davon ab und hat auch weiterhin keinerlei konsequenzen für den privatanwender, aber im resultat ist hier aus einem recht einfach mal so eine duldung geworden.. die konsequenzen hatten hier anbieter von kopiersoftware zu spüren, weil sie keinerlei legale unterstützung mehr bekommen können oder nur über extreme umwege.. am ende steigt natürlich der umsatz der scheiße-industrie, weil leute prinzipiell faul sind und etwas einfach sein lassen, wenn es einem "schwer" gemacht wird (und nicht etwa weil sie rechtliche konsequenzen fürchten)..

wenn etwas so willkürliches wie ein kopierverbot rechtlich machbar ist, warum dann kein adblockerverbot? ne grundgesetzkonforme begründung findet man schon (irgendwo im gleichen absatz, der rechtfertigt, warum ein paar TV-sender anspruch auf GEZ haben, aber keine anderen sender oder gar print- und onlinemedien).. sobald die also ihren fuß in der tür haben und manipulationen an der heiligen browserdarstellung verboten sind, werden sie natürlich keine user kontrollieren und verklagen, sondern einfach jegliche unterstützung von adblock-plugins (die dann nur noch in nordkorea gehostet werden können) verbieten und notfalls die hersteller von mainstream-browsern in grund und boden klagen, wenn sie keine maßnahmen ergreifen, den support solcher addons zu unterbinden.. es wird für den faulen konsumenten dann einfach deutlich unbequemer, die werbescheiße abzuschalten, also wird er davon ablassen und die einnahmen steigen - ziel erreicht..
 
Das Gesetz könnte dazu führen, dass man von jeder Seite, die man mit Adblocker aufruft, abgemahnt werden kann.
Theorie und Praxis liegen hier aber um Welten auseinander. Selbst aktuell, wo schon der Abruf von Werbeinhalten durch Adblocker blockiert wird - was theoretisch bei guten Logging-Analysen zu erkennen ist - ist der Nachweis, dass dies durch einen Adblocker auf Seiten des Nutzer passiert ist, schwer zu erbringen. Schließlich können Werbeinhalte auch durch Proxyserver, DNS-Server oder durch WWW-Filter zum Beispiel direkt durch den Provider entfernt werden. Darauf hat der Nutzer keinen Einfluss und kann natürlich auch nicht dafür haftbar gemacht werden. Dann läge es am Abmahner nachzuweisen, dass der Nutzer einen Adblocker eingesetzt hat, was mitunter schwer zu beweisen ist.
Auch ist das Deaktivieren von JavaScript im Browser häufig genug hinreichend, um Werbung zu blockieren. Auch das ist häufig technisch nicht von einem Adblocker zu unterscheiden, kann aber (rechtlich) nicht als Einsatz eines Adblockers gewertet werden, da nicht prinzipiell jeder Browser JavaScript auswerten muss. Noch auffälliger wird das bei Flash-Werbung. Keinen Flashplayer installiert zu haben ist nicht mit einem Adblocker vergleichbar. Flash ist eine proprietäre Technik und man kann wohl kaum den Einsatz davon gesetzlich vorschreiben.

Also insgesamt ist das ein sehr problematisches Feld, das aufgrund der technischen Lücken nicht einwandfrei von einer Abmahnlobby übernommen werden kann.
 
Einfach nur Krass die ganze Sache. Da kassieren die eine Klatsche nach der anderen vor Gericht wie erst neulich vorm OLG Stuttgart ( ) und sagen sich dann: wenn es übers Gericht nicht klappt ändern wir halt mal das Gesetz. An Dreistigkeit kaum noch zu überbieten.
 
Was passiert wenn in diesem Fall eine Werbeeinblendung vom Antivirus geblockt wird weil sie verseucht ist? Bedeutet im Umkehrschluss dass ich meinen Computer nicht gegen Schadsoftware schützen darf um mich nicht rechtlich belangbar zu machen. Viel zu absurd um hier irgendeine realitätsnahe Lösung finden zu können.
 
Selbst aktuell, wo schon der Abruf von Werbeinhalten durch Adblocker blockiert wird - was theoretisch bei guten Logging-Analysen zu erkennen ist - ist der Nachweis, dass dies durch einen Adblocker auf Seiten des Nutzer passiert ist, schwer zu erbringen.

das würde ich nicht sagen.. bei den lange etablierten P2P-abmahnungen reicht ja regelmäßig ein geloggter hash-wert ohne jeglichen datentransfer und es muss nicht nachgewiesen werden, ob die datei tatsächlich auf dem rechner war und ob sie überhaupt an irgendjemanden übertragen wurde.. ich sehe da kein problem, ein "gutachten" mit eidesstattlicher versicherung erstellen zu lassen, dass ein bestimmtes browserverhalten beim webseitenaufruf "zweifellos" als signatur eines adblockers gewertet werden kann, von mir aus auch mit entsprechenden tests für deaktiviertes JS und flash - selbst wenn man die "zweifelhaften" treffer (kein JS, selbstgemachte filterliste usw.) rausnimmt, bleibt mehr als genug masse zum abmahnen..

selbstverständlich wird aber niemand die nutzung eines werbeblockers abmahnen, weil der streitwert unter 10 cent liegt - bei den anbietern von adblockern, filterlisten, anleitungen usw. sieht es natürlich anders aus..
 
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