[Politik und Gesellschaft] BND plant Echtzeitüberwachung der Sozialen Netzwerke

Der Bundesnachrichtendienst soll moderner werden. Hierfür sollen bis 2020 in einer sogenannten Strategische Initiative Technik (SIT) 300 Millionen Euro aufgewendet werden. Das geht aus mehreren Papieren hervor, die NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" vorliegen. Besonderer Schwerpunkt soll dabei die Überwachung der sozialen Netzwerke in Echtzeit sein.

Bezüglich der Überwachungsprogramme orientiert sich der BND explizit an den technischen Möglichkeiten der amerikanischen NSA und des britischen GCHQ. Damit soll es möglich werden, beispielsweise Stimmungen in der Bevölkerung ausländischer Staaten sofort in BND-Lagebilder einfließen zu lassen.
Insgesamt benennt der BND fünf Bereiche, in denen umfangreich modernisiert werden soll.

  1. Echtzeitüberwachung der Soziale Netzwerke
  2. Analyse sogenannter Metadaten
  3. Abwehr von Cyber-Attacken
  4. Automatisierte Gesichtserkennung
  5. Verfremdung und Manipulation von Bildern im Internet

Quelle:
 
Ja ja, Krauts auspionieren geht ja nun gar nicht, aber den Ali und all die anderen abhören, das ist alternativlos.
Man will ja zum "Club" gehören.
 

Ach, ich bitte dich, Facebook kennt den Gesichtserkennungs-Algorhitmus schon seit ein paar Jahren, BND zieht nur nach.

Aber mich würde interessieren, was sie mit "Echtzeitüberwachung der sozialen Netzwerke" meinen: sitzen dann Mitarbeiter vor Twitter und Facebook und starren intensiv darauf? Wie genau soll diese Echtzeitüberwachung stattfinden und zu welchem Zweck? Und vor allem - wen wollen sie überwachen? Alle? Die Deutschen? Na, da haben sie aber viel vor.
Und was ist unter Punkt 5 zu verstehen? BND-Shoops?
 
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  • #6


Aber mich würde interessieren, was sie mit "Echtzeitüberwachung der sozialen Netzwerke" meinen: [...]
Und was ist unter Punkt 5 zu verstehen? BND-Shoops?

Sie wollen halt alles besser wissen und als Besserwisser dann aufkommende Trends mit gestalten. Die rechnergestützte Analyse von Menschen bietet eben ideale Ansätze für subtile Manipulation. In einigen Ländern hat sich gezeigt, dass sich Widerstand über diese Netzwerke organisiert kann.

Zu Punkt 5.

So soll eine Software geschaffen werden, die die im Internet verfügbaren Bilder deutscher BND-Agenten so verfremdet und manipuliert, dass die BND-Mitarbeiter künftig unerkannt durch ausländische Grenzkontrollen schlüpfen können.
 
Tja, das kommt davon wenn man geheime Folien leakt: Andere Geheimdienste wollen nun genau das selbe :D Benchmarking wird das strategische abgucken in der Branche wohl genannt.
300 Millionen sind aber nicht sehr viel. besonders bis 2020. Lausige 50 Millionen pro Jahr für bessere Technik. Dafür, dass kein Terroranschlag verhindert wird, ist das recht wenig.
 
Eigentlich müsste doch ein Aufschrei durch jede politische Kaste, die Medien und die Bevölkerung gehen.
Hat der NSA-Skandal eigentlich noch nicht genug deutlich gemacht, welche technischen Möglichkeiten es in etwa gibt und wie sich der Überwachungswahn auf die Menschen auswirkt? Ach nein - hatte ich ja vergessen. Der Deutsche hat sowieso nichts zu verbergen und unsere Politiker sind noch nicht ganz aus dem US-Arsch wieder herausgekrochen. :m
Außerdem gilt natürlich sowieso die Maxime: Wir müssen noch besser und noch mehr überwachen als alle anderen. Kann ja nicht sein, dass die Spaghettifresser und die spanischen Pleitegeier besser und moderner ausgestattet sind als wir. Und das von unseren EU-Rettungsschirmmilliardensteuergeldern. :rolleyes:

Was ist eigentlich mit der Klatsche zur VDS? Wenn jetzt "Metadaten" anlasslos und auf Vorrat gespeichert und ausgewertet werden sollen, ist das doch im Prinzip nichts anderes als die VDS? Nur mit dem Unterschied, dass nicht mehr vom Provider gesammelt wird. Und was ist mit einem Richtervorbehalt (der aus begreiflichen Gründen im Grunde eh eine lächerliche Alibi-Funktion ist)? Gilt der nicht für den BND?
Aber selbst wenn nicht - gegen unser Grundgesetz und gegen unser Grundrecht dürfte wohl auch diese Art der anlasslosen Speicherung durch den BND (oder andere Behörden) verstoßen.
 
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  • #9
Ach, etwas hab ich noch vergessen. Neben der automatisierten Beobachtung von Internetinhalten und Streaming-Daten von Weblogs, Foren oder Portalen, wollen sie auch noch portable Geräte zum Abfangen von Messdaten von Raketentests anschaffen.
 
LOL, bis die damit fertig sind sieht Facebook aus wie MySpace und alle nutzen das nächste schreckliche Netzwerk.
 
300 Millionen Euro
Was man mit 300 Mio Euro alles sinnvolles anstellen könnte. :(
Schulen, Krankenhäuser, Öffentliche Einrichtungen, Straßenbau, Rentenkassen, Staatshaushalt, 300 Menschen zu Millionären machen, ein riesiges Lagerfeuer... Endlich mal diesen beschissenen Flughafen oder den Bahnhof fertig bauen, diese wunderbaren Großprojekte die nicht fertig werden und trotzdem schon Geld kosten.
Das wäre alles sinnvoller, als es in solche von vorne herein zum Scheitern verurteilte Projekte zu stecken.


Aber mich würde interessieren, was sie mit "Echtzeitüberwachung der sozialen Netzwerke" meinen: sitzen dann Mitarbeiter vor Twitter und Facebook und starren intensiv darauf? Wie genau soll diese Echtzeitüberwachung stattfinden und zu welchem Zweck?
Ist doch immer das gleiche. Nein, es ist nicht wie im Simsons-Film wo eine riesge Halle voller Menschen sämtliche Kommunikation mitliest.
Das funktioniert nur computerbasiert. So wie Twitter das im Übrigen auch macht, um Trends zu erkennen. Da werden Muster in Texten gesucht, Filter angewandt und die Vorkommen ausgewertet. Wenn ein Algorithmus ein Ergebnis findet, gibt er einen Hinweis aus und dann kommt vielleicht ein Mensch und schaut sich die Sache mal an.
Mein Gott, ist ja klar, dass ihr Überwachung für unmöglich haltet, wenn ihr glaubt, dass für alles Menschen eingesetzt würden.


Und was ist unter Punkt 5 zu verstehen? BND-Shoops?
Die Initiative ist voll und ganz zu unterstützen. Endlich eine hübsche Bundeskanzlerin. :D


Ich weiß nicht, ob ich froh oder traurig sein soll. Einerseits werden die Ergebnisse vermutlich mal wieder so grandios, wie die des Bundestrojaners, der so schlecht war, dass er keine wirkliche Bedrohung darstellen konnte. Da habe ich mehr Angst vor einem 12jährigen Russen mit zu viel Zeit, als vor den IT Spezialisten des BND. Andererseits sind es eben 300 Mio Euro, die mal wieder zum Fenster heraus geschmissen werden.
 
Ist doch immer das gleiche. Nein, es ist nicht wie im Simsons-Film wo eine riesge Halle voller Menschen sämtliche Kommunikation mitliest.
Das funktioniert nur computerbasiert. So wie Twitter das im Übrigen auch macht, um Trends zu erkennen. Da werden Muster in Texten gesucht, Filter angewandt und die Vorkommen ausgewertet. Wenn ein Algorithmus ein Ergebnis findet, gibt er einen Hinweis aus und dann kommt vielleicht ein Mensch und schaut sich die Sache mal an.

Ich wollte darauf hinaus, dass die sozialen Netzwerke diese ganzen Möglichkeiten schon von Haus aus bieten - Algorithmen, Trends, Wortsuche. Dazu braucht es keine spezielle Abteilung. Jeder kann soziale Netzwerke in Echtzeit überwachen, du und ich genauso.

Mein Gott, ist ja klar, dass ihr Überwachung für unmöglich haltet, wenn ihr glaubt, dass für alles Menschen eingesetzt würden.
...the fuck? :unknown: Ich halte es nicht für unmöglich. Was ist das für ein merkwürdiger Einwurf?
 
Mit Echtzeitüberwachung ist wohl gemeint, dass man die Daten sofort bekommt und auch sofort auswertet. Und nicht erst im Nachhinein. Technisch gesehen ist das ein Unterschied. Das wird so ähnlich sein wie bei der Online- und Offline-Handschrifterkennung.

@TheTSA als ob jeder seinen Quellcode einfach so frei gibt. So ganz einfach ist die Programmierung für die Auswertung gar nicht. Außerdem gibt es nicht den einen Algorithmus. Am besten ist wohl der Ansatz bei dem mehrere Algorithmen, die Daten auswerten und anschließend die Auswertung und Bewertung der einzelnen Ergebnisse.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ich glaube kaum, dass facebook und Twitter die Daten auf direktem Wege an den BND weitergeben - es sind amerikanische Unternehmen und sind dem BND gegenüber kein bisschen verpflichtet. Der BND hat dann den selben Zugang wie du und ich auch.
Außer BND fragt bei der NSA an...
 
die wissen doch wie die NSA an unsere Daten kommen. Sie müssen diese nur abzwacken bevor diese Deutschland verlassen. Axo ja diese sind verschlüsselt.. da wird es schwer mit Echtzeitauswertung
 

Die NSA greift direkt auf die Server der Data Centers der jeweiligen Dienste zu - die nunmal in den Staaten stehen. Sie zwacken nichts aus der Leitung ab :D
 
ja gut, hat der BDN diese Möglichkeit auch? Oder müssen sie anders dran kommen?
 
[der] Bundestrojaners, der so schlecht war, dass er keine wirkliche Bedrohung darstellen konnte.
Bei der Geschichte des Bundestrojaners zieht mir ein kalter Schauer in den Nacken :confused:
DigiTask, der alter Wanzenhersteller, schafft es über seine Verbindungen als Zulieferer der Geheimdienste den Auftrag für den Trojaner zu bekommen. Also schnell die IT Abteilung mit ein paar neuen Leuten verstärkt und losgehackt. Das Ergebnis ist entsprechend schlecht, erfüllt aber zumindest fast die Mindestanforderungen. Die paar Funktionen, wie "hält sich an die gesetzlichen Rahmenbedingungen" und "hohe Qualität", die unter den Tisch fielen, brauchen die Behörden nicht unbedingt.
Und dann kommt der CCC und zeigt die Fehler der Software. Kein Aufschrei geht durch die Bevölkerung, doch die Behörden sind geschockt. Es wird debattiert und diskutiert und schließlich eine Lösung gefunden: Wir werfen mehr Geld auf das Problem und kaufen die Software von Gamma, einem renommiertem Hersteller global marktfähiger Trojaner. Die Software entspricht zwar auch nicht den deutschen Gesetzen, war ja auch nicht für den deutschen Markt gedacht, aber die Qualität ist deutlich besser. Der CCC bekommt vom Innenminister einen Obstkorb als Dank für seine Beratertätigkeit.
Ende.
 
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  • #20
Update:

Nutzen und Rechtmäßigkeit generell fraglich.
Der Bundesnachrichtendienst (BND) würde gern technisch aufrüsten, um ähnliche Überwachungs-Programme wie die NSA fahren zu können. Doch dies kostet eine Menge Geld, die der Bundestag dem Geheimdienst erst einmal nicht ohne Weiteres zur Verfügung stellen will. Für dieses Jahr haben die Parlamentarier zwar durchaus ein zusätzliches Budget bewilligt, allerdings liegt dies mit 6 Millionen Euro weit unter den Forderungen der BND-Führung. Zudem müsse der Geheimdienst "eine ausführliche Darlegung und Begründung der geplanten Maßnahmen" vorlegen, heißt es in einem Beschluss der Sitzung des Gremiums vom 6. Mai.
-Quelle: Winfuture​
 
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