BKA-Hinweisportal durch DDoS-Angriff lahmgelegt


Einen Tag nach dem Berliner Anschlag auf den Weihnachtsmarkt war das für mehrere Stunden nicht erreichbar. Unbekannte hatten die Webseite mit einem DDoS-Angriff lahmgelegt. Inzwischen ist es wieder erreichbar.


Einen Tag nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt wurde das Hinweisportal des Bundeskriminalamts durch einen DDos-Angriff für mehrere Stunden blockiert. Das extra eingerichtete Hinweisportal des Bundeskriminalamtes wurde am Dienstagabend stundenlang durch einen DDoS-Angriff außer Gefecht gesetzt. Verantwortlich war laut einem Bericht der ARD ein Botnetz. Die ARD berichtete ferner, intern sei der Angriff als „professionelle Attacke“ gewertet worden, was allerdings später nicht offiziell bestätigt wurde. Es wurde hingegen schon öfters deutlich, welche Wirkung gemietete Botnetze haben können. Die Auswirkungen des Angriffs konnten zeitnah mit entsprechenden Gegenmaßnahmen eingedämmt werden.

Auf dem Hinweisportal unter www.bka-hinweisportal.de können Augenzeugen noch immer Bilder und Videos der Tat von Montag hochladen, die bei der Suche nach dem Täter helfen sollen. Das neue Portal wurde nach dem Vorbild eines FBI-Servers angelegt, mit dem das FBI 2013 nach dem Bombenanschlag auf den Bostoner Marathon die Minuten vor und nach der Detonation aus vielerlei Blickwinkeln analysieren konnte. In Fachkreisen wird eine derartige Webseite deswegen als „Boston Cloud“ bezeichnet.

Der Täter wurde zwischenzeitlich in Mailand durch einen Polizisten erschossen. Das BKA hat zu dem Vorfall keine Angaben gemacht.




Autor: TheMentalist
 
Es ist immer wieder faszinierend, wie blauäugig unsere Behörden in IT-Dingen sind. Ein Botnet zu mieten und per DDoS anzugreifen ist doch (wörtlich!) ein Kinderspiel...
(Mit blauäugig meine ich natürlich, dass nicht standardmäßig Abwehrmaßnahmen dagegen vorgenommen werden, dass das BKA das wirklich als "professionellen Angriff" einstuft, halte ich dann doch für etwas fragwürdig.^^)
 
Frage:
Ist das Ding in irgend einer Form abgesichert gewesen?
Cloudflare oä?

Oder sind unser federal bureau of inkompetenz da einfach naiv ins Internet gegangen und hat gedacht das im Internet alle lieb und freundlich sind und im Darknet mit Glücksbärchies gechattet wird?
 
Frage:
Ist das Ding in irgend einer Form abgesichert gewesen?

Sicher nicht, dafür muss erstmal ein Gremium erstellt werden, die eine Tagung abhalten um eine Studie in auftrag zu geben, welche Schutzvorichtungen man am besten einsetzen könnte um in Zukunft solche Aktionen zu unterbinden.

-Kostenfaktor 2,3 Milliarden €uro.
-Dauer bis zum Ergebnis 3/4 Jahr.
-Lachfaktor für den rest der Welt? Unbezahltbar!
 
@Der3Geist:
vergiss nicht die europaweite Ausschreibung die erst fehlschlagen muss bis man zum Marktführer greifen darf :D
 
Sind denn andere DDoS Attacken immer abgewehrt worden?
Ist es nicht eher so das da selbst große IT Unternehmen nicht wirklich davor gefeit sind?
 
@Seedy:

So gut wie Seiten, die hinter Cloudflare laufen, im Werbebereich ankommen würde ich mir den Einsatz als Admin allgemein stark überlegen. Zumal Cloudflare auch so einige technische Nachteile hat, so dass ein paar Stunden Ausfall eventuell das kleinere Übel sind.

Davon abgesehen haben auch bekannte Unternehmen wie Akamai Probleme wenn der Angriff gut genug ist. Der Angriff auf Brian Krebs Seite mit über 600 Gigabits / Sekunde fanden die auch nicht lustig und haben diesen auch nicht mal eben abgewehrt.
 
@Seedy:

So gut wie Seiten, die hinter Cloudflare laufen, im Werbebereich ankommen würde ich mir den Einsatz als Admin allgemein stark überlegen. Zumal Cloudflare auch so einige technische Nachteile hat, so dass ein paar Stunden Ausfall eventuell das kleinere Übel sind.

Magst du das mal spezifizieren, besonders den zweiten Teil?
Ich weiß das geht sehr ins OT, aber was sind die Nachteile von Cloudflare?
 
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