[Politik und Gesellschaft] Bayer schluckt Monsanto für 66 Milliarden Dollar

Die größte Übernahme in der deutschen Firmengeschichte ist nahezu perfekt: Bayer schluckt den US-Agrariesen Monsanto für ca. 128 Dollar je Aktie.
Nach monatelangem Widerstand, stimmte Monsanto nun dem Übernahmeangebot zu. Bayer versucht bereits seit Mai die Übernahme von Monsanto und musste das Angebot mehrmals erhöhen.
Mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet ca. 59 Milliarden Euro ist dieser Deal die größte Übernahme eines ausländischen Unternehmens durch ein deutsches in der Geschichte.
Durch die Übernahme wird Bayer zur weltweiten Nummer eins im Geschäft mit Agrarchemie.
Das kombinierte Unternehmen sei "sehr gut positioniert", um am Agrarsektor und dessen erheblichem langfristigem Wachstumspotenzial teilzuhaben, teilte Bayer mit.
Für den Fall, dass die notwendigen Kartellfreigaben nicht erteilt werden sollten, hat Bayer Monsanto eine Zahlung in Höhe von 2 Milliarden Dollar zugesichert.

Die Monsanto-Übernahmepläne waren von Anfang an umstritten. Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte und dem Unkrautvernichter Glyphosat in der Kritik, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein.
Bayer-Chef Werner Baumann hingegen verteidigt die Übernahme und betont die Vorteile. Die Agraindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung (drei Milliarden Menschen zusätzlich bis 2050) und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen. Durch die Kombination ihrer Fähigkeiten könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben.

Quellen:

 
Schon krass.
GMO, Glyphosat... puh :D. Kritk geht afaik oft weit am Ziel vorbei und die Anti-GMO Lobby produziert auch gerne mal Probleme, GMO-frei heißt auch gerne mal: Mehr giftigeres Zeug spritzen.
 
@BurnerR:
Geht gar nicht so sehr um GMO's als Solche, eher um die Geschäftsgebaren dieser beiden Pharmakonzerne.

Naja, Pest und Cholera sind jetzt zusammen Super-Aids... wer hätts gedacht :rolleyes:
 
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  • #4
Gegen Glyphosat zu bashen ist immer sehr einfach und populär, aber weiterdenken tun dann halt auch nur die wenigsten.
Was glauben die denn, was die Alternative dazu ist? Bio-Anbau mit Pferdepflug und Vogelscheuche? Und die Käfer sammelt der Bauer dann von Hand ab? Eher nicht.
Die Alternativen haben auch kein besseres Risiko-Profil, oder eben nicht den selben Nutzen. Ein Glyphosat-Verbot erhöht in letzter Konsequenz bloß die Weltmarktpreise für Lebensmittel. Das kratzt den Teilzeit-Öko, der mit seinem Hybrid durch den Vorort summt natürlich herzlich wenig, aber was das für ärmere Länder/Menschen bedeutet, das bedenkt dann wieder keiner.
 
Was glauben die denn, was die Alternative dazu ist? Bio-Anbau mit Pferdepflug und Vogelscheuche? Und die Käfer sammelt der Bauer dann von Hand ab? Eher nicht.

Stimmt, Ertrag und Profit der Bauern geht natürlich vor, die Gesundheit ist Nebensache.

GMOs sind vermutlich gesünder als Glyphosat. Ein Ansetzen bei den Endverbrauchern (z.B. Reduzierung von Lebensmittelmüll) könnte effektiver sein als die stumpfe Steigerung von Erträgen. GMO-Verbot ist Schwachsinn, aber wäre Glyphosat verboten, hätte die Agrarindustrie innerhalb weniger Monate ein Mittelchen, was nicht im Verdacht stünde, krebserregend zu sein.

Finde es toll, dass Bayer, ein deutsches Unternehmen mit etwas mehr Gewissen als Monsanto, letztere geschluckt hat. Jetzt müssten sie nur noch ihre Steuern in DE bezahlen, dann würde ich mich dort bewerben ;)
 
@TheOnly1:
Afaik ist der Glyphosat hype eigentlich dadurch entstanden, dass man es normaler weise in so geringen Mengen wie es vorkam kaum nachweisen kann.
Daher wurde Grenzwert nicht medizinisch festgelegt sondern als "Nachweisbarkeitsgrenze = Grenzwert"
Daher ist jedes Glyphosat, welches man feststellen kann, technisch gesehen zu viel, egal ob es nun in der Menge schädlich ist, oder nicht.

oder erzähle ich da Blödsinn?
 
Ich meine das stimmt so nicht. Jedenfalls waren im Bier damals die Grenzwerte um das 100-fache unterschritten.
GMO-Verbot ist Schwachsinn, aber wäre Glyphosat verboten, hätte die Agrarindustrie innerhalb weniger Monate ein Mittelchen, was nicht im Verdacht stünde, krebserregend zu sein.
Soweit ich weiß sind die alternativen deutlich schlimmer, töten mehr Nutztiere z.B..
Ich finde den BioTech Bereich aber schwer zu beurteilen generell. So oberflächlich sind Dinge wie 'nehmt einfach Essig und Orangenöl' schnell gesagt, aber ob man dann auch wirklich sinnvolle, breitflächig einsetzbare Prdukte erhält ist in der Praxis dann ja doch oft eine Sache der Detailfragen.
 
Die Alternativen zu Glyphosat sind einfach nur schweinemäßig teuer oder haben eben andere Nebenwirkungen, wie du schon sagtest. Chemische Alternativen sind derzeit nicht bekannt, aber auch sicher nicht das Zentrum der Forschung in bezug auf Ackerbau.

Siehe auch:

Abstract von "Ökonomische Bewertung von Alternativen zur Glyphosatanwendung im Ackerbau" schrieb:
Als hinreichend wirkungsäquivalente Alternativen konnten lediglich mechanische Maßnahmen gefunden werden. Für die betrachteten Anwendungsbereiche (Sikkation, Vorsaat- oder Stoppelbehandlung) hingegen, wurden keine zugelassenen, ausreichend wirksamen chemischen Alternativen identifiziert.

Eine Reduzierung durch Kombination von Glyphosat mit anderen Mitteln oder mechanischen Alternativen ist meiner Meinung nach wünschenswert und sollte gefördert werden.
 
Gegen Glyphosat zu bashen ist immer sehr einfach und populär, aber weiterdenken tun dann halt auch nur die wenigsten.

Du weisst scheinbar nicht, wozu das (hauptsächlich) eingesetzt wird. Bspw. wird das kurz vor der Getreideernte über die Äcker gekippt, damit man a: keine Unkräuter erntet und b: damit das nicht ausgereifte Getreide abstirbt (sprich: wirklich reif ist). First-world-luxusprobleme. Kann man mit Gift und nur "wenigen" Kollateralschäden beheben, yeah.


Was glauben die denn, was die Alternative dazu ist? Bio-Anbau mit Pferdepflug und Vogelscheuche? Und die Käfer sammelt der Bauer dann von Hand ab? Eher nicht.

Bio-anbau funktioniert seit Jahrtausenden.

Ein Glyphosat-Verbot erhöht in letzter Konsequenz bloß die Weltmarktpreise für Lebensmittel.

Fleisch ist kein (Über-)Lebensmittel. Dafür wird aber der Grossteil an Äckern vergiftet. Da ist das Problem. Ein Kilo Getreide kostet 50 Cent und weniger.
 
Das ist doch super. Jetzt hat Bayer einen Weg gleich doppelt zu kassieren:
Zuerst versetzen sie Nahrungsmittel mit krebserregenden Chemikalien und anschließend verkaufen sie die Chemiekeule an ihre neu gewonnenen Krebspatienten. :T
 
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  • #11

Doch. Das weiß ich alles sehr gut.
Aber du argumentierst an dem Punkt den ich meinte vorbei: Natürlich funktioniert Bio-Anbau. Trotzdem ist er teurer auf das Kilo Output gerechnet.
Dass du jetzt plötzlich Fleisch als Bezugsgröße nimmst, ist argumentativ nicht wirklich valide. Du musst schon Getreide mit Getreide vergleichen.
Wenn du jetzt anfängst mit "man könnte statt Fleisch auch biologisch angebautes Getreide essen", dann argumentierst du an der Realität vorbei, weil das eben nicht der Punkt ist.

Du weisst scheinbar nicht, wozu das (hauptsächlich) eingesetzt wird. Bspw. wird das kurz vor der Getreideernte über die Äcker gekippt, damit man a: keine Unkräuter erntet und b: damit das nicht ausgereifte Getreide abstirbt (sprich: wirklich reif ist). First-world-luxusprobleme. Kann man mit Gift und nur "wenigen" Kollateralschäden beheben, yeah.
Ist inhaltlich richtig, ändert aber nichts daran, dass es die Produktionskosten erhöhen würde, wenn man das nicht macht.

Niemand hat behauptet, dass es nicht möglich wäre ohne Glyphosat und Co. Getreide anzubauen, es ist eben nur schwieriger im Bezug auf Ertrag pro Fläche und das wiederum führt zu einer Erhöhung der Weltmarktpreise.
 
Zuletzt bearbeitet:
Niemand hat behauptet, dass es nicht möglich wäre ohne Glyphosat und Co. Getreide anzubauen, es ist eben nur schwieriger im Bezug auf Ertrag pro Fläche und das wiederum führt zu einer Erhöhung der Weltmarktpreise.

Nicht zwingend, lies mal die Studie, die ich verlinkt habe. In ~25% der Fälle könnte man ohne Glyphosat auskommen, in weiteren 25% könnte man es zumindest mit harmloseren Mitteln ergänzen und die Menge reduzieren.

Und ganz ehrlich: Ich scheiße drauf, ob sich die Weltmarktpreise erhöhen. Sollen die Armen halt selbst anbauen; man muss Glyphosat ja nicht für die private Nutzung verbieten. Wenn ich mir mit Roundup meine Einfahrt alle paar Monate punktuell unkrautfrei halten will ist das vom Volumen her weit weniger als die wöchentliche Bespritzung von 400 Hektar Anbaufläche meines Supermarkt-Zulieferers.

EDIT: Ich glaube dir nicht, dass du das "mimimi, wird teurer" so altruistisch auf den Weltmarkt beziehst, du hast einfach keine Lust, mehr zu bezahlen.
 

Aber du argumentierst an dem Punkt den ich meinte vorbei: Natürlich funktioniert Bio-Anbau.
Bio ist auch so ein Thema, wo man über valide/nicht valide nachdenken könnte. Gibt auch reichlich "traditionellen" Anbau, wo kein Glyphosat&Co verwendet wird.
Ich hab da keine Daten dazu und stecke auch gar nicht so tief drin in der Materie, aber rein gefühlsmässig bezweifle ich, dass Glyphosat im Endeffekt signifikant billiger ist. Ich glaube eher einfacher.

Dass du jetzt plötzlich Fleisch als Bezugsgröße nimmst, ist argumentativ nicht wirklich valide. Du musst schon Getreide mit Getreide vergleichen.
Nene, das is schon valide. Wo Du Dich am Preis festbeisst: wenn die Nachfrage sinkt, dann sinkt auch der Preis. Und die grösste Nachfrage nach "Agraprodukten" ist eben Futter für's Vieh.
 
Bio ist auch so ein Thema, wo man über valide/nicht valide nachdenken könnte. Gibt auch reichlich "traditionellen" Anbau, wo kein Glyphosat&Co verwendet wird.
Ich hab da keine Daten dazu und stecke auch gar nicht so tief drin in der Materie, aber rein gefühlsmässig bezweifle ich, dass Glyphosat im Endeffekt signifikant billiger ist. Ich glaube eher einfacher.
Schön, dass du bei solchen Themen für "einfacher" bist. Vielleicht solltest du deine Lebenseinstellung mal überdenken: Es ist auch einfacher, von einer Brücke zu springen, als 30-40 oder 50 Jahre zu arbeiten, sich um Haus und Hof und Kinder zu kümmern. Trotzdem wirst du wohl kaum auf die Idee kommen und den einfachen Weg wählen, oder? Warum willst du dann bei deiner Gesundheit plötzlich den einfachen "scheiß-drauf"-Weg wählen?

Nene, das is schon valide. Wo Du Dich am Preis festbeisst: wenn die Nachfrage sinkt, dann sinkt auch der Preis. Und die grösste Nachfrage nach "Agraprodukten" ist eben Futter für's Vieh.
Das stimmt nicht unbedingt. Gerade in einer sozialen Marktwirtschaft greift der Staat ab einem gewissen Punkt regulierend ein und auch sonst stimmt das nur in bestimmten Dimensionen. Sinkt die Nachfrage an Futtermittel, dann sinkt zwar zunächst der Preis, aber auch nur maximal bis zu dem Punkt, an dem sich die Herstellung von Futtermitteln nicht mehr lohnt. Gleichzeitig wird allerdings die Produktion zurück gefahren ("kein lohnendes Geschäft mehr"), damit kommt es zu einer Verknappung der Futtermittel, womit Angebot und Nachfrage wieder ausgeglichen wird und der Preis wieder auf ein höheres Niveau gehoben werden kann. Sollte ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bestehen, dann greift der Staat regulierend ein, um zum Beispiel den Preis künstlich höher zu halten.
 
Wird Zeit, dass jemand Löwenzahn züchtet - resistent gegen Roundup. Und dann ab in Nachbars Garten damit :cool:
 
Schön, dass du bei solchen Themen für "einfacher" bist. Vielleicht solltest du deine Lebenseinstellung mal überdenken: Es ist auch einfacher, von einer Brücke zu springen, als 30-40 oder 50 Jahre zu arbeiten, sich um Haus und Hof und Kinder zu kümmern. Trotzdem wirst du wohl kaum auf die Idee kommen und den einfachen Weg wählen, oder? Warum willst du dann bei deiner Gesundheit plötzlich den einfachen "scheiß-drauf"-Weg wählen?

Wie kommst Du zu der Annahme Selbstmord sei einfach? Den natürlichsten Instinkt des Menschen zu überwinden (zu überleben) ist nicht einfach.
 
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