Autophysik

werner

Suchtspielmacher (ehm.)
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Hallo,

ich bin ja technisch nicht ganz dumm (meiner Auffassung nach) und verstehe eins leider nicht.

Wenn ich im Auto sitze und die Handbremse fest angezogen habe, und dann die Kupplung kommen lasse. Dann neigt sich das Fahrzeug merklich nach hinten. Obwohl die Räder keinerlei Bewegung ausführen. Die Neigung des Fahrzeuges ist dann so stark, wie bei einem schnellem Anfahren.

Wie kann sich das Auto neigen, wenn keine Kraft bei den Rädern ankommt? :confused:

Kann mir das jemand erklären? :o
 
Klar kommt eine (Antriebs-)Kraft bei den Rädern an. Nur wird die eben mit der Reibungskraft der Feststellbremse noch getoppt.
Dabei werden die Stoßdämpfer an der gebremsten Achse eingezogen bis zum Maximum.
 
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  • #3
Ja gut. Die effektive Kraft ist aber 0 (sonst würde sich das Auto ja bewegen).

Also zwei Zustände: Auto steht, Bremse betätigt, keine Kraftübertragung an die Räder, effektive Kraft = 0
Und Auto steht, Bremse betätigt, Kraft an die Räder, Reibungskraft ist größere, effektive Kraft = 0

Doch hebt sich das Fahrzeug. Wie kann das sein, wenn das Fahrwerk sich weder nach hinten noch vorne bewegt?
 
Vermutlich wirkt deine Handbremse nicht auf die angetriebene Achse? ;)

Bei meinem Auto (Bremse hinten, Antrieb hinten) passiert das nicht.
 
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  • #5
Das heißt ja entweder 1. die Bremse ist zu schwach und das Auto rollt doch (ausgeschlossen) oder 2. Die Reifen drehen durch. (auch ausgeschlossen)
 
Ich weiß zwar warum hab aber grad extreme Schwierigkeiten das zu erklären :D

-Hier stand totaler Müll-

Edit: Jetzt bin ich total verwirrt :confused:
 
Also Folgendes Bsp.

Unbenannt.png


Wir nehmen an:

  • Man gibt Gas, zieht die Handbremse, Auto steht, neigt sich nach hinten

Die vorderen Räder wollen nach vorne, die Handbremse will aber stehen bleiben, zwei entgegengesetzte Kräfte quasi. Und die Kraft wird durch die Federn "verbraucht".

Könnte man ja testen, wenn man was komplett starres gegen die Federn tauschen würde, dann wäre es vmtl. nicht möglich stehen zu bleiben und die Handbremse zu ziehen, dann würde eins der Teile nachgeben, das wären normal die Räder die dann durchdrehen.

Boah, im Kopf bei mir ists eigentlich logisch, nur das richtig rüberzubringen :m:D
 
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  • #9
Aber welche Kraft wirkt denn auf die Federn? Einmal die Federkraft und die Gravitationskraft. Wenn ich stehe, dabei bremse UND gasgebe, welche Kraft zieht das Chassis (ich meine der Aufbau, der über die Federn mit dem Fahwerk verbunden ist und sich sichtlich bewegt) hinten nach unten? Und wieso geht es hinten nach unten, und nicht vorne?

Was mich daran so stört, ist, dass die Räder sich nicht bewegen. Also wenn 1 Millionen Newton auf die Räder übertragen würde, 1.000.001 von der Bremse aus wirken, würde das Auto doch auch stillstehen und nicht losfahren können. Wäre die Neigung dann stärker?
 
Und wieso geht es hinten nach unten, und nicht vorne?

Dann leg den Rückwärtsgang ein, dann geht die vordere Feder nach unten.

Die Kräfte verteilen sich ja nicht komplett waagrecht. Zeichne dir mal "Kraftverteilungspfeile", dann wirds vielleicht logischer.
 
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  • #11
Verstehe trotzdem nicht, wie Kraft auf die Federn übertragen werden soll, wenn sich die Räder nicht bewegen.
 
Die Kupplung Trennt NIE Komplett... ein bisschen Reibung ist IMMER .. daher immer etwas Leistung an die Antriebsräder
Und da das Auto in deinem Fall Frontantrieb hat ist das normal vorallem wenn die Kupplung kommen lässt oder schleifen lässt ist oben recht gut beschrieben mit dem Bild
An ner ampel sieht das Lustig aus wenn die Karre mit dem Arsch am Wippen ist #D
 
Zuletzt bearbeitet:
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  • #13
Natürlich ist die Kupplung nicht getrennt, da ich ja versuche loszufahren. Was aber nicht klappt, weil Handbremse. :unknown:
 
Ich geh mal von Frontantrieb aus. Da wird der Wagen nicht hinten nach unten gedrückt, sondern vorne nach oben. Bei Heckantrieb passiert das nicht, da die Handbremse nur auf die Hinterräder wirkt.
Das vom TS beschriebene Verhalten merkt man übrigens auch beim schnellen Beschleunigen ohne angezogene Handbremse.
Und eine Kupplung trennt im Normalfall komplett, die Reibungskräfte der Welle sind zu vernachlässigen...
 
den Effekt kann man sich noch anderweitig zu Nutze machen:D
Man steht an einer Kreuzung, Ampel zeigt rot.
Ein Idiot, der meint ein schnelleres Auto zu haben als man selber, steht neben einem.
Idiot spielt mit dem Gas und schaut ständig rüber.
Dann spielt man selber mit dem Gas und zieht die Handbremse bis kurz vom abreißen an.
Dann schaut man zum Idioten rüber.
In dem Moment wo er einem anschaut statt auf die Ampel zu achten, gibt man Gas und lässt die Kupplung los.
Was ab dem Moment dann alles passieren kann läuft im Kopfkino Saal-3:beer:
 
Das ist wirklich schwer zu erklären, auch wenn man es im Kopf versteht. :)

Fangen wir einfach mal mit einem Motorrad/Quad an.

Dort kennt sicher jeder den Wheelie.
Dazu sollte man Verstehen wie es passieren kann, dass ein Fahrzeug vorne hochsteigt und man auf den Hinterrädern fährt.


Beispiel:

Man fährt scharf an.
Die Trägheit der Masse (Das Fahrzeug) ist zu schwer und zu Träge sich Entsprechend schnell zu Beschleunigen.
Dadurch passiert es, das das die Hinterräder/ das Hinterrad durch die drehbewegung nach vorne Rollen will. (Man kann sich quasi vorstellen, das Rad möchte Unter dem Fahrzeug nach vorne durch)
Dies Funktioniert aber nicht, da der Rahmen,motor und der rest vom Fahrzeug ja mit dem Rad Verbunden ist.

Durch diese Drehbewegung und die Masse passiert es, das sich das Motorrad vorne hebt und man auf dem Hinterrad fahren kann.

Überträgt man dieses vorgehen nun auf dein Auto, passiert das wie folgt.

Die Vorderräder wollen nach vorne, aber die Hinterräder halten fest. (so wie in Sibis bild)
Die Vorderreifen möchten drehen, können aber durch die Bodenhaftung nicht drehen.
Es gibt für die Kraft eben nur die Möglichkeit über den Antriebsstrang den weg zu gehen das Fahrzeug vorne Anzuheben, da die Kraft irgendwohin muss.
Also der ganze Antriebsstrang verwindet sich.

d.h. das Fahrzeug hebt sich selber vorne durch die Verwindung der drehbewegung an und wird an der hinterachse nach unten gedrückt.

Du kannst das Vergleichen mit einem Akku schrauber.
Nehme diesen, lege ihn einfach auf den tisch.

Halte nun das Bohrfutter fest und versuche den schalter zu Betätigen.

Du wirst sehen, das wenn sich das Bohrfutter (der Reifen) nicht drehen kann, sie entsprechend der ganze Schrauber (Das Auto) Verdrehen will.

Ich hoffe, ich konnte mich etwas Verständlich ausdrücken und halbwegs erklären, warum sich das Fahrzeug hebt und senkt.
 
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  • #18
Ah gut, das hilft doch. Das macht Sinn. Danke :T
 
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