Auswandern in die Schweiz

War-10-ck

střelec
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Wenn alles läuft wie geplant werde ich mit meiner Freundin gegen Mitte/Ende des Jahres in die Schweiz auswandern. Kanton St. Gallen oder Thurgau. Ich lasse das mal so ganz allgemein als Frage stehen: Hier gibts sicher den ein oder anderen Schweizer. Habt ihr irgendwelche Tipps? Fettnäpfchen die es zu vermeiden gillt?
Ich bin fleißig am Lesen von Erfahrungen und Berichten, aber vielleicht findet hier sich ja doch noch was neues.

:beer:
 
Die Schweizer haben echt krassen und langen Militärdienst. Wie läuft das als Zuwanderer, muss man da extra Steuern zahlen, wenn man da nicht teilnimmt?
 
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  • #4
Arbeitslosigkeit ist eh keine Option. Ich ziehe da u.A. aufgrund eines Jobangebotes hin. Sollte ich den Job verlieren suche ich mir etwas neues oder es geht zurück nach Deutschland. Vom Sozialsystem mag ich nicht abhängig sein solange ich noch einfach an Arbeit komme. Stellt somit für mich vorerst kein Problem dar. :)
 
Stelle vorab sicher, dass mindestens(!) 100k Franken Jahresgehalt drin sind.
Schweiz ist nicht Hoyerswerda und teuer. Und zudem sollte sich eine Auswanderung mit allen Strapazen ja auch finanziell lohnen.
 
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  • #6
Mein Gehalt wird ausreichen, meine Freundin wird deutlich weniger verdienen. Ich gehe aber davon aus, dass die Wohnung nicht sonderlich teuer wird wenn ich mir den aktuellen Markt dort anschaue (ist nicht zu vergleichen mit Zürich). Und Lebensmittel und Sprit gibts in Deutschland und Österreich.
 
Erstmal herzlichen Glückwunsch! Ich war an Deiner Stelle vor ca. 10 Jahren. Ich hab's damals (leider?) nicht geschafft.

Grundregel damals für das Gehalt war: Deutsches Jahresgehalt x 2 in Franken. Also wenn du in Deutschland 50k€ Jahresgehalt hättest, brauchst du für denselben Lebensstandard in der Schweiz 100k€.

Als nächstes solltest du die bedenken. Als Ausländer kommt's darauf an, welchen Aufenthaltstitel du hast. Heißt für Dich: Schweizer zahlen ihre Steuern mit Abgabe der Steuererklärung. Dir wird die Steuer gleich vom Lohn abgezogen.

Dann solltest du noch ein paar typische Schweizer Eigenarten bedenken:
  • Schweizer arbeiten normalerweise länger. Auch wenn du eine 40-Stundenwoche im Vertrag stehen hast, ist es durchaus wahrscheinlich, dass du bis zu 50 Stunden arbeiten kannst. Mir hat mal ein Schweizer verraten, dass das an deren Bescheidenheit liegt. Schweizer denken oft, dass sie schlechter sind als ihre Kollegen, also arbeiten sie mehr.
  • Urlaub: Liegt bei .

Und nicht zuletzt sind Deutsche als in der Schweiz nicht immer willkommen.
 
Zu schnell fahren ist da wohl höllisch teuer. Und zwar schon ab 1 km/h zu schnell.
Ab 16 km/h zu schnell hagelt's schon Anzeigen und, ich glaube, um die 250 Franken sind fällig.

Wir hatten ja mal ein Usertreffen und da war @Aurelio auch bei. Der hat einiges erzählt.
Ich weiß nicht, ob das auch auf ausländische Arbeitnehmer zutrifft, aber er hat am Jahresende ein volles Gehalt extra bekommen
und von diesem Gehalt wurden dann komplett die Jahressteuern bezahlt.
(Und die Geldscheine bei denen sind ausgesprochen ansprechend anzusehen ;) )
 
Es gibt Fettnäpfchen. :D
Wir Schweizer sind oft sehr bescheiden und zurückhaltend. Deshalb kassiert man schnell einen bösen Blick, wenn jemand meint "ich krieg ein Bier". Wir sagen dazu "Ich hätte gerne ein Bier".
Weiter sollte eine direkte Art (so wie es in Deutschland üblich ist) besser gemieden werden. Sonst wirkt es leider schnell arrogant, auch wenn es nicht so gemeint ist.

Es ist immer gern gesehen wenn man versucht, sich Mundart Wörter anzueignen.
 
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  • #10
Urlaub sind vorraussichtlich 25 Tage, was ich schon sehr okay finde.Mit der 40 Stundenwoche werd ich sehen. Wenn Überstunden bezahlt werden hab ich da kein Problem mit, ansonsten muss ich halt schauen bis zu welchem Maß ich das für mich vertreten kann.

Das mit dem Schweizerdeutsch oder Mundart ist so eine Sache. Ich hab das Gefühl je nachdem wen ich frage ist es absolutes no-go es als Deutscher zu wagen Schweizerdeutsch sprechen zu wollen (bekommt man ja eh nicht korrekt hin), andere finden es wieder gut. Da bin ich ein wenig ratlos. :unknown:

Bis jetzt bin ich von der Höflichkeit dort überwältigt. Ich hoffe mal das bleibt so wenn man da lebt und nicht nur als Besucher kommt.
 
Thema Überstunden ist stark vom Unternehmen abhängig. Es gibt Firmen wo man z.B. keine Stunden aufschreibt und einfach nur seine Arbeit erledigt, andernorts entfallen nicht abgebaute Überstunden Ende Jahr oder das Gegenteil: Auszahlung mit 25% Zuschlag. 40 oder 42h sind je nach Branche normal.

Zur Sprache: oft denken eingewanderte Deutsche, dass sie ja in Schweiz verstanden werden mit Hochdeutsch und bleiben deshalb bei ihrer Aussprache. Durch eine Anpassung (wenn auch nur ein bisschen) zeigt sich jedoch in meinen Augen klar das Interesse am Land und seinen Leuten.
 
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  • #12
Seit ich damals an den Bodensee gezogen bin hab ich mir auch Teile vom Schwäbischen angeeignet. Ich denke mal das ist ganz normal wenn man tagtäglich mit einem Dialektkonfrontiert wird.
Mir ist halt nur wichtig mich dort anständig zu integrieren und mich anzupassen. Ich sehe mich da als Gast im Land und möchte mich auch entsprechend so verhalten und nicht den Deutschen raushängen lassen der die Schweiz als zusätzliches Bundesland sieht.
 
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