Aus für Adblocker in China


Ein neuer Gesetzentwurf in China erklärt Adblocker aller Art für illegal. Somit wird Web-Nutzern künftig das „Abfangen, Filtern und Ersetzen“ von Werbeanzeigen untersagt. Ebenfalls verboten werden sollen aber auch alle Techniken, die zur Blockade von Werbung genutzt werden.


besagt außerdem ganz klar, dass künftig bezahlte Werbung deutlich von Suchergebnissen getrennt werden und als solche gekennzeichnet sein müsse: Pop-ups müssen einfach zu schließen sein und irreführende Werbungen für Medikamente oder Tabak sollen gänzlich verboten werden.

Als Grund für die Änderungen gibt die Regierung den Wunsch nach einer Verbesserung der Werbung und einer größeren Usability bekannt. Daneben aber geht es China offenbar um erhöhte Steuereinnahmen, so sollen bezahlte Suchanzeigen künftig besteuert werden, was für den chinesischen Suchmaschinenanbieter Baidu Gewinnrückgänge bedeuten könnte.

Laut Adblock Plus nutzen rund 160 Millionen Leute in China Werbeblocker auf ihren Smartphones. Auf Desktop-Rechnern sind Adblocker in China hingegen im internationalen Vergleich weniger verbreitet. Vordergündig geht es nicht darum, die Werbung nicht sehen zu wollen, sondern es wird vielmehr ausgefiltert, weil einerseits die Auslieferung von Werbung zu viel Datentraffic verbraucht und andererseits Werbung als potentielles Einfallstor für Schadsoftware gilt. In China sind dabei sichtbare und unsichtbare „Dialogfenster“ mit Werbung, die teils nicht vom Nutzer gesteuert werden können, sehr beliebt. Diese Form der Anzeigen will der Staat aber nun gänzlich verbieten.

Die geplanten Änderungen könnten Adblocker-Anbieter in Schwierigkeiten bringen. AdBlock-Plus-Betreiber Eyeo will nun erst einmal abwarten, wie sich die Umgestaltungen tatsächlich auswirken. „Ehrlich gesagt wissen wir noch nicht, wie sich die Regulierung in der Praxis erweisen wird“, äußert sich Eyeo-Manager Ben Williams. Möglicherweise sieht sich die Firma dazu gezwungen, einen Rückzug aus dem chinesischen Markt zu erwägen, meint er noch. Zudem lobte er die Bemühungen, die Werbung zu verbessern, warnt aber zugleich davor, dass ein Verbot von Adblockern die Sicherheit der Nutzer gefährden könnte.

Fazit:

Aller Voraussicht nach treten die Änderungen für China bereits im September in Kraft.

In Deutschland ist das Thema Adblocker indes nicht so einfach per Gesetzesänderung vom Tisch zu bekommen, denn Gerichte sehen die Software bei uns als legitime Tools an, die jeder User benutzen kann, wie er möchte. Erst nach einigen Verhandlungen der Publisher gegen Eyeo, mit Entscheidungen, die alle sehr zu Ungunsten der Medienkonzerne ausfielen, konnte Axel Springer erst kürzlich aber einen Teilerfolg erzielen im Kampf gegen AdBlock-Plus-Betreiber Eyeo. Das OLG Köln erklärte das sogenannte Whitelisting für wettbewerbswidrig und untersagte somit den Vertrieb des Plug-Ins.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Und erst gestern, oder vorgestern sagte man auf Reddit das man schon bald adblocker verbieten würde und heute haben die Chinesen schon damit angefangen.

Blockieren von Werbung ist für mich fast Ausdruck meines Lebensstils. Ich habe keinen Bock, mir von irgendwelchen Marketing- und Psychologieabsolventen unbewusste Purchase Decisions oder Brand Recognition ins Hirn einpflanzen zu lassen. Das passiert mir schon auf der Straße genug. Im Internet blockiere ich ohne Ausnahme auf allen Geräten und allen Seiten einfach alles. Weil ich es kann. Fickt euch mit eurer hochgezüchteten manipulativen Scheißwerbung, ich möchte bitte bewusst selber entscheiden was ich kaufe, und zwar nur genau das nötigste, was ich brauche.

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Mir gefällt der zweite Teil sehr gut, in dem die Werbung eingeschränkt wurde.
Sollten wir auch tun.
 
Im Grunde nicht ganz so doof die Chinesen ...

Ich haben trotzdem kein Bock mich den ganzen Tag mit irgendwelcher Scheiße zubomben zu lassen ...
 
Gibt es denn keine Möglichkeit zumindest für den Computer zu Hause weil da der Traffic nicht juckt die Werbung so zu filtern das der Betreiber nicht rafft das seine Werbung auf meinen Monitor nicht angezeigt wird?
 


Der Werbe Heini bekommt das sowieso nicht mit ... Wie soll er den auch ... er hat ja gar keine Kontrolle über die PCś.
 
Naja gibt ja Seiten die raffen das ich nen Werbeblocker nutze

viewer.php

Wie raffen die das? Wie könnte man das umgehen das die das raffen?

Ich hatte mal eine Zeit lang Opera Mini benutzt auf den Handy. Dort wurde mir auf den Schweizer Server von Opera alles unnötige rausgeworfen was ich vorher eingestellt hatte Wie Bilder und so nen Kram und darunter auch die Werbung. Kann man das dann hier nicht auch so anwenden? Irgend nen Server aufbauen und dann alles über den laufen lassen der dann filtert.
 
Ihr vergesst das es sich bei China auch um China handelt, glaubt ihr ernsthaft irgndein Chinese wird diese Art von Blödsinn mit sich machen lassen?

Soweit ich informiert bin ist die Durchsetzung von solchem Blödsinn von Grund auf inkompatibel zu chinesischer Kultur.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus für AdBlocker auf Gulli wäre für uns schlimmer. Wer will sich schon Schadsoftware einfangen, wenn er mal kurz zum lAchen in den Werbepuff geht? ;)
 
na also, es geht doch :T - china ist uns eben in vielen dingen voraus, auch in der liquidität der regierung (es flutscht förmlich), aber wir sind auf einem guten weg, keine sorge..

die raffen das per javascript (und wenn man es deaktiviert, lädt der inhalt garnicht erst); alleine das herunterladen der werbung im hintergrund wird hier nicht reichen.. stattdessen muss man schlimmstenfalls für jede seite und für jedes werbenetzwerk ein eigenes gegengift entwickeln, d.h. deren javascript-code umschreiben.. auch dagegen werden sich die werber versuchen zu wehren und der krieg kann unbegrenzt eskalieren.. am ende muss man wahrscheinlich eine art browser-sandbox oder VM im hintergrund laufen lassen und daraus die relevanten inhalte der webseite ohne werbung extrahieren und auf dem echten user-desktop anzeigen.. das alles produziert am ende nur viel heiße luft (verschwendete CPU-cycles) ohne nutzen für irgendjemanden..
 
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