arbeitszeugnis selber schreiben :?

roose

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hallo!

kann ich darauf bestehen mein arbeitszeugnis selber zu schreiben?

man findet gegensätzliche auskünfte im internnet.

hier ein beisiel das man es kann:



alle die, die schon erfahrungen damit gemacht haben, fühlt euch bitte frei zu antworten.
 
http://www.shopblogger.de/blog/index.php?serendipity[action]=search&serendipity[searchTerm]=arbeitszeugnis
 
Ich zitiere mal eine Zeile aus dem empfohlenen Link von Dummkopf:

Dabei sind Arbeitszeugnisse sowas von wertlos.

Da muss ich dem Blogschreiber wohl Recht geben. Der ehemalige Arbeitgeber muss nicht zwingend das Arbeitszeugnis ausstellen, außer du verlangst es. Und mir ist auch nicht ganz klar, weshalb du unbedingt ein Arbeitszeugnis brauchst. Verlangt es dein neuer Arbeitgeber?
 
Wenn dein Chef nicht will, kannst du nicht darauf bestehen, es dir selbst zu schreiben. Wieso auch?
1. Ein Zeugnis ist eine Beurteilung. Dabei wird der Beurteilte selten nach seinen Wünschen gefragt.
2. Ein Zeugnis soll zwar "wohlwollend" geschrieben werden, aber auch die Wahrheit enthalten. Wenn du eine Pfeife warst, kannst du deinen Chef nicht zwingen, dich zu einer Granate zu machen.

Auf deutsch: Nach Schulnotensystem bekommst du eine 3, wenn es nicht gravierende und belegbare Gründe gibt, dir eine schlechtere Beurteilung zu geben. Hast du Formulierungen, die für eine 2 oder gar eine 1 stehen, bist du gut gewesen.

Was du machen kannst:
Erhaltenes Zeugnis gut durchlesen.
Wenn du mit Punkten nicht einverstanden bist, verlange eine Korrektur. ( Siehe Punkt wohlwollend)

Wenn es keinen Ärger mit dem Chef gab, wird er vielleicht einverstanden sein, ein von dir erstelltes Zeugnis zu unterschreiben. Anspruch darauf hast du nicht.
Ich persönlich würde dir auch stark davon abraten. Sobald du dich in einer größeren Firma mit einer Personalabteilung bewirbst, wird man ein solches Zeugnis erkennen und für dich negative Schlüsse daraus ziehen.

Vertraust du deinem Chef nicht oder weißt du, das du schlecht warst?
Dann kannst du dich an die Gewerkschaft oder einen Anwalt wenden, um ein besseres Zeugnis zu erhalten. Allerdings, besser als 3 mußt du genauso beweisen, wie dein Chef eine schlechtere Formulierung. Geht es nur um Kleinigkeiten, wird sich dein Chef vielleicht darauf einlassen sie zu verbessern. Wenn ich einen Mitarbeiter dadurch loswerde... Allerdings würde ich nie so weit gehen, den Grundtenor zu verändern. Ob ich jetzt aber "voll zufrieden" oder "vollst zufrieden" war, darüber lasse ich mit mir reden. In gehobenen Positionen kommt es auch auf die Referenz an. Der neue AG wird mich mit Sicherheit anrufen.

Ich widerspreche auch AUSDRÜCKLICH Schwarzhuts Meinung. Ob auf Zeugnisse Wert gelegt wird, hängt wohl ganz stark von der Branche und der Position ab.
Was soll bei einer Bewerbung denn als Kriterium gelten? Dein Foto?, Deine Hobbys?, Deine Aussage: "Ich bin ein toller Hecht, meine Freundin sagt das auch"?
Nein. Es zählt ein einwandfreies und aussagekräftiges Anschreiben. Das weckt meine Neugier, mich weiter mit dir zu beschäftigen. Meine Zeit ist kostbar. Danach: Deine Zeugnisse und dein Lebenslauf. So unterscheidest du dich von anderen Bewerbern.
Wenn sich 500 Leute auf eine Stelle bewerben, nehme ich die besten in die engere Wahl.
Woran erkenne ich sie? -> Am Anschreiben, Zeugnis, Lebenslauf (Qualifikationen, Weiterbildungen)
Natürlich kann ich mich täuschen, dafür gibt es die Probezeit. Aber ich gebe eben nur einem Kandidaten die Chance darauf. Nicht 500.
Ein Zettel: "Möchte den Job, bin gut und brauche das Geld" reicht eben nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Arbeitszeugnis in einer Bewerbung um eine Stelle als Facharbeiter will kein Arbeitgeber sehen, genau so wie das Berufsschulzeugnis nach der Lehrausbildung. Allerdings muss ich dir in dem Punkt "Position" volles Recht geben - ist auch logisch.
Jedenfalls tippe ich einfach mal darauf das der Threadstarter sich um eine einfache Stelle als Fach- oder Zeitarbeiter bewerben. Dementsprechend ist das Arbeitszeugnis nicht nötig.

Aber ich will jetzt nicht zu viel hineininterpretieren, da die Frage ein eigenes Arbeitszeugnis zu schreiben sich beantwortet hat. Nämlich nur in Ausnahmefällen :coffee:
 
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  • #6
bin servicemann und will vielleicht irgendwann in einer anderen firma servicemann sein, weil ich in einer industrie bin die nicht besonders zukunftsträchtig ist.

aber das thema hat sich schon gelohnt weil das hatte ich nicht bedacht:
von: Schulterfraktur
Ich persönlich würde dir auch stark davon abraten. Sobald du dich in einer größeren Firma mit einer Personalabteilung bewirbst, wird man ein solches Zeugnis erkennen und für dich negative Schlüsse daraus ziehen.
 
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  • #7
hallo!

muss das thema nochmal aufwärmen.

gibt es eine seite in der man das komplette zeugnis eingeben und automatisch als schulnote auswerten lassen kann.

ich finde leider nur haufenweise solche seiten:

 
Ich sage mal ganz Frech: Je weniger Blah, blah in einem Arbeitszeugnis steht um so besser ist es.:D

Solch eine Seite wie Du sie suchst gibt es nicht.
So etwas kann man aber Fachanwälte zeigen. Immerhin kann man gegen negative Punkte sogar gerichtlich vorgehen.
Aber das muss man auch mal von beiden Seiten sehen.
Als Arbeitnehmer möchte man ein Zeugnis das einen nicht als "Faule Sau" abstempelt.
Als Arbeitgeber möchte man aber keine "Faule Sau" einstellen.
Dafür gibt es ja zum Glück die Probezeit, in der ein Arbeitgeber die Spreu vom Weizen trennen kann:T

Negativ-Beispiele:

Wegen seiner Puenktlichkeit war er stets ein gutes Vorbild -> Außer das er pünktlich kam und ging leistete er nichts.
Er zeigte für seine Arbeit Verständnis -> Er war stinkfaul und hat nichts geleistet
Er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt -> Er hat getan, was er konnte, aber Viel ist dabei nicht herausgekommen
Wir lernten ihn als umgänglichen Kollegen kennen -> Viele Mitarbeiter sahen ihn lieber von hinten als von vorn
Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei -> Er war ständig besoffen
 
Ich zitiere mal eine Zeile aus dem empfohlenen Link von Dummkopf:



Da muss ich dem Blogschreiber wohl Recht geben. Der ehemalige Arbeitgeber muss nicht zwingend das Arbeitszeugnis ausstellen, außer du verlangst es. Und mir ist auch nicht ganz klar, weshalb du unbedingt ein Arbeitszeugnis brauchst. Verlangt es dein neuer Arbeitgeber?

ehmmmm es ist normal das man sein Arbeitszeugnis bei seiner Bewerbung dazulegst, hast du keins, wird automatisch angenommen, dass es schlecht ist oder du etwas verheimlichst. In deinem Arbeitszeugnis steht drin wie zuverlässig du bist, wie du mit deinen Arbeitskollegen klar kommst, welche Aufgaben du verrichtet hast und wie du dich dabei verhalten hast. Neue Chefs lesen gerne gute Arbeitszeugnisse.
Und wenn du es selber schreibst, muss dein Chef es unterschreiben soweit ich weiß. Aber da muss man aufpassen, dass man sich nicht schlechter macht, als man eigentlich ist. Es ist meist nur ein Wort, was dich besser oder schlechter macht.
 
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  • #10
ich habe zwei arbeitszeugnisse (ausbildung und erster arbeitgeber).
wenn ich mich bewerbe, muss dann zwingend das arbeitszeugnis des aktuellen arbeitgebers dabei sein?
 
@Eistee-Crew:
Teilweise richtig. Ein Chef "muss" nicht unterschreiben.

Er ist verpflichtet, dem AN ein einfaches Zeugnis auszustellen. Mehr nicht.
Ein qualifiziertes Zeugnis nur auf Anforderung durch den AN. Ein Zeugnis muss wahr, wohlwollend und vollständig sein.

Hat ein AG keine Schwierigkeiten mit dem AN gehabt, wird es wohl keinen Grund geben, sich selbst ein Zeugnis zu schreiben.
Gab es Differenzen, kann der Arbeitnehmer gern vor Gericht gehen und seine Formulierungen einklagen. Er muss aber seine Leistungen beweisen können. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, dem AN etwas besseres zu bescheinigen, als die Leistungen, die er nach Ansicht des Arbeitgebers erbracht hat. Wer wegen Diebstahl gekündigt wurde, hat sicherlich kein "ehrlich" in seinem Zeugnis stehen und kann es auch nicht einklagen. Wer nur mittelmäßig gearbeitet hat, bekommt kein "zur vollsten Zufriedenheit".

Nichts ist peinlicher, als vor Gericht zu stehen, mit seinen Leistungen zu glänzen und dann kommt der AG und belegt mit Unterlagen: Am tt.mm.yy hat der AN vergessen..... am ..... kam er zu spät ... am ... habe ich ihn auf die Fehler X hingewiesen....am.. platzte Auftrag Z, weil... Am ... wurde der AN abgemahnt ... usw.

Wer übrigens glaubt, ein Zeugnis ist bei einer Bewerbung nicht wichtig, kann es ja gerne weglassen. :coffee:

Bei mir sieht es so aus: Kenne ich den Bewerber persönlich, habe ich mir natürlich ein Bild gemacht, kenne ich den alten AG persönlich, kann ich seine Zeugnisse auch einschätzen. In diesen Fällen sind die Zeugnisse nicht wichtig.
Ansonsten gilt: Kein Zeugnis dabei -> Es ist so mies, dass es auch der Dümmste gemerkt hat. ->Mit Sicherheit also keine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Bei einem gestandenen Arbeiter, der schon 20 Jahre im Berufsleben steht, wird bestimmt niemand ein Schul- oder Berufsschulzeugnis sehen wollen; und auch der Gesellenbrief bzw. das Abschlusszeugnis interessiert dann niemanden. Die Zeugnisse der letzten paar Jahre sollten aber lückenlos vorhanden sein.

@roose
Selbstverständlich interessiert mich bei einem jungen Mitarbeiter seine Entwicklung, daher will ich die letzten Zeugnisse sehen, auch wenn es sich um Schul- oder Berufsschulzeugnisse handelt. Und wie gesagt: Fehlendes Zeugnis: Vorurteil.

Bist du noch beschäftigt, kannst du ein Zwischenzeugnis verlangen. Oder du formulierst das deutlich in deinem Bewerbungsschreiben und bittest ausdrücklich um Verschwiegenheit.
Das Zwischenzeugnis signalisiert deinem alten AG: Du willst weg. ->Bist du gut genug, dass er dich halten will, hat er jetzt die Möglichkeit, mit dir über eine Gehaltserhöhung oder eine andere, interessante Aufgabe zu sprechen. Es kann also auch Vorteile haben, sich dieses Zeugnis in Abständen geben zu lassen. (Natürlich nicht jedes Jahr ;))

Eine bestehende Beschäftigung macht dich für einen anderen AG auch interessant. Man will schließlich immer das, was ein anderer schon für gut befunden hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
muss nicht unbedingt vom aktuellen Arbeitgeber dabei sein, kann aber sein, dass die dich danach fragen beim Vorstellungsgespräch oder wie gesagt, sich ein Vorurteil bilden. Du kannst aber die von deiner Ausbildung und vom ersten Arbeitgeber dazulegen. Da steht ja auch ne menge über dich drin und über dein Arbeitsverhalten.
 
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