Arbeitszeit - Beifahrer

TheOnly1

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Frage:
Angenommen ich als Arbeitnehmer werde von meiner Firma nach Wien geschickt zum Kunden.
Ich fahre als Beifahrer beim Kollegen mit.
Der Standpunkt der Firma ist nun: Für den Beifahrer ist dies Freizeit. Das scheint sich auf den ersten Blick auch mit der Rechtsprechung zu decken.
Nun frage ich mich aber folgendes: Ich fahre da also als Beifahrer die circa 4 Stunden Fahrt mit. Einen Tag hin, den nächsten zurück.
Und nach dieser dienstlich angeordneten Fahrt habe ich dann 8 Minusstunden, weil die Zeit als Beifahrer "Freizeit" war? :confused:
Ist das richtig so?
 
Das scheint sich auf den ersten Blick auch mit der Rechtsprechung zu decken.
Was wie wirklich??
Grundsätzlich gilt: Reist ein Mitarbeiter während seiner regulären Arbeitszeit geschäftlich, zählen der Flug, die Zug- oder Fährfahrt als normale Arbeitszeit – auch dann, wenn der Angestellte unterwegs nicht arbeitet. „Wenn ein Arbeitnehmer in seiner Arbeitszeit zu einem Termin mit dem Zug von Köln nach Frankfurt fährt und eineinhalb Stunden schläft, ist das trotzdem als Arbeitszeit zu werten“, sagt Manuela Beck, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Hasselbach.

Das wäre ja noch schöner. In meiner Freizeit würde ich ja wohl woanders hinfahren und nicht dahin, wo mein AG mich hin schickt. Am besten noch Urlaub nehmen müssen um für den AG vor Ort sein zu können :rolleyes:.
 
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  • #5

Ahh sehr gut. Das habe ich direkt mal in eine Mail an die hier zuständige Person umgewandelt.
Das wird ihr nicht gefallen. :D
 
Schreibt der Arbeitgeber zur Erreichung des Dienstreiseziels die Fahrt mit dem Pkw vor, so zählt diese als Fahrzeit für den Fahrer. Dies hat den Hintergrund, dass der Fahrer sich ausschließlich auf den Verkehr konzentrieren muss und – im Gegensatz zu einem Beifahrer – keine privaten Interessen verfolgen kann. Für Beifahrer gilt die Fahrzeit i. d. R. nicht als Arbeitszeit. Unterhalten sich Fahrer und Beifahrer hingegen über die Arbeit oder achtet der Beifahrer neben dem Fahrer auf Verkehr und Strecke kann in gewissen Fällen auch die Fahrzeit des Beifahrers als Arbeitszeit gewertet werden.
Das ist für den allgemeinen Fall so schon hart absurd und eine Frechheit dass das bis 2018 anscheinend die führende Rechtsprechung war.
 
Das habe ich auch gesehen.
Die Firma nimmt aber Bezug auf diese Rechtsauffassung:

Da geht es imho aber mehr um den einfachen Weg zur normalen Arbeitsstätte und nicht um Dienstreisen oder so.
Generell ist vielleicht die Frage was im Arbeitsvertrag steht.
Müsste da nicht auch z.B. explizit stehen wenn man jede Woche 600KM weit entfernt von zu Hause arbeiten muss und gar nicht mehr heimkommt?
Oder kann ein Arbeitgeber einfach entscheiden, jetzt fährst mal nen Monat in die USA?
Bei mir im Arbeitsvertrag ist das ziemlich genau geregelt.
 
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  • #9
Generell ist vielleicht die Frage was im Arbeitsvertrag steht.
Nix. :unknown:
Das einzige zu dem Thema ist (sinngemäß) so was wie: Dienstreisen ins In- und Ausland können im Rahmen der Anstellung anfallen.


Das ist für den allgemeinen Fall so schon hart absurd und eine Frechheit dass das bis 2018 anscheinend die führende Rechtsprechung war.
Finde ich auch krass.
"Freizeit" bedeutet für mich "Zeit, in der ich machen kann, was ich will" - und als Beifahrer in einem Auto zu hocken, ist sicher nicht das, was ich will...
 
Zuletzt bearbeitet:
Erst recht absurd wenn ich diese Philosophie weiter denke (rein als Gedankenspiel). Versicherungsschutz? War doch Freizeit.
Entstehende Kosten? Die Zugfahrt (rein hypothetisch) ist doch Freizeit, wieso soll der AG die zahlen.
Wie Sie nach China kommen? Ist uns doch egal, Hauptsache sie stehen Montag 8 Uhr in Peking im Büro.
 
Selbst wenn die Auffassung des AG richtig wäre, so könnte er einen doch wohl kaum zwingen als Beifahrer zu fahren. (Schon alleine, weil das ja Deine Freizeit sein soll). Also würde man im Zweifelsfall halt selber fahren oder mit öffentlichen VM.
 
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  • #12
Antwort auf meine Mail:
Selbstverständlich ist das Arbeitszeit. Anders war das nie gemeint.

Letzte Woche:
Wer als Beifahrer mit zu einem Termin fährt, für den ist das selbstverständlich Freizeit, denn er arbeitet in dem Moment ja nicht.

Is klar.
Mein Verdacht ist ja, dass die sich gedacht haben "wir behaupten das jetzt mal so, vielleicht fällt das ja keinem auf" -Ja Scheiße... :D
 
Das ist ja mal hochnotpeinlich :m

Eine Firma, die Mitarbeiter ins Ausland schickt, kann so klein und unbekannt ja nicht sein.
 
Die denken sich fällt vielleicht keinem auf bzw. vielleicht mucken einige ja nicht. Sind bestimmt locker 10% die das einfach so schlucken.
Ich find das nicht peinlich, sondern an der Grenze zu kriminell.
 
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  • #15
Das Ding ist: Eigentlich kann man sich hier echt nicht beschweren. Ist ein cooler Laden mit vielen Freiheiten. Macht Spaß mit netten Leuten.
Die haben aber vor ein paar Monaten hier so ne neue Tante angestellt, die sich berufen fühlt, hier alles zu ändern...oder wie sie sagt "zu optimieren".
ALLES was die anpackt, sind letztlich Totgeburten und Fehlschläge.
Das hier war jetzt gerade nur der neuste Punkt einer langen Liste.
 
Am besten in irgendeiner Form Feedback dazu geben an Vorgesetzten oder wen auch immer. Die wissen sonst womöglich gar nicht, dass die Verwaltung mithilfe dieser Dame die Mitarbeiter abfuckt und das Unternehmen so schädigt.
 
Die haben aber vor ein paar Monaten hier so ne neue Tante angestellt

Man sagt ja: "Neue Besen kehren gut".
Gibt aber immer mal wieder Besen die nichts taugen.:D
Kenne ich auch was von.

Wäre die Olle damit durch gekommen, wäre ich selber gefahren. Gleich hinter dem Kollegen her und mir noch die Kilometerpauschale geben lassen.
Eigenes Auto ist am Arbeitsort, nach Feierabend manchmal gar nicht so verkehrt.:cool:
 
Die haben aber vor ein paar Monaten hier so ne neue Tante angestellt, die sich berufen fühlt, hier alles zu ändern...oder wie sie sagt "zu optimieren". ALLES was die anpackt, sind letztlich Totgeburten und Fehlschläge..

Aus Deiner Sicht wahrscheinlich.

Optimieren = Einsparen
Einsparen = Einsparen am Mitarbeiter

Ich kenn das aus meiner Ex-Firma. Da war auch jede Änderung eine Verschlechterung. Im Endeffekt haben sie eine Menge eingespart. Die Belegschaft in der deutschen Niederlassung wurde zu mehr als 50% abgebaut. Dafür haben dann halt mehr Leute in Tschechien und auf den Philippinen einen Job. Der Hit dabei war allerdings, dass mal der Vorstand aus Amiland die deutschen Niederlassungen abgeklappert hatte (teilweise mit Hubschrauber unterwegs, teuerste Hotels) und den Mitarbeitern dann die Notwendigkeit der Einsparung verkündete, damit die Profitmarge für den geplanten Börsengang erhöht werden könne. Und jetzt raten wir alle mal, wer keine Anteile am Unternehmen hatte.
 
Solche Einsparungen müssen aber dann nach einiger Zeit rückblickend auch nicht unbedingt gut gewesen sein.
Wenn dadurch die Servicequalität oder die Qualität der Produkte leidet, oder alles länger dauert verliert man auch gerne mal Kunden.

Dazu fällt mir ein, hatte jemand mal Kontakt zu oracle? Produktsupport, Rechnungsabteilung usw.?
Das ist das Paradebeispiel.
 
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