Alternative Demokratieformen - aleatorische Demokratie



Nun laß doch gut sein! Seine mangelnde Fähigkeit. das Thema eines Threads zu erfassen, sollte doch hinreichend bekannt sein. Hilf doch nicht beim Schreddern.
 
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  • #22
Aber dem Normalbürger komplexe Fragestellungen vorzulegen, wo er dann in wenigen Tagen durchsteigen muss?? NO FKN WAY.
Ich trau mir nichtmal selber zu innerhalb von 5 Tagen die Nötigen VWL Grundlagen zu lernen um die Implikationen grundlegender Entscheidungen zu überblicken.
Nunja, die fünf Tage sind ja zunächst nur der Vorschlag aus dem Video. Denkbar wäre auch durchaus eine andere Zeitdauer, ggf. sogar flexibel auf das Problem angesetzt. Sowas müsste man dann schlicht einmal in Versuchen ausprobieren um möglichst eine passende Zeitdauer in Bezugnahme auf unsere Politik zu ermitteln.

Er sagt, daß es in der Natur des Menschen liegt, nur im eigenen Interesse zu stimmen. Warum soll das für Abgeordnete gelten, aber nicht für Leute, die ihre Entscheidung nicht einmal begründen müssen? Das ist ziemlicher Unfug.
Davon, dass eine Entscheidung nicht begründet werden muss, war nie die Rede. Und ja, auch die zufällig ausgewählten Menschen werden grundsätzlich erstmal versuchen, möglichst einen eigenen Vorteil draus zu ziehen. Dennoch liegt hier ein erheblicher Unterschied vor. Ist die Gruppe an ausgelosten Menschen groß genug, so solltest Du von jeder Bevölkerungsgruppe wenigstens halbwegs eine Meinung drin haben. Zudem fallen so Punkte weg wie z. B. "Ich will wiedergewählt werden"* oder "Ich schulde $Person aus dem Parlament noch einen Gefallen" oder "Meine Fraktion will das unbedingt durchsetzen" ganz einfach weg, da die ausgelosten Personen an nichts gebunden sind außer an ihr eigenes Gewissen. In's Gericht setzt man normalerweise auch keinen Richter, der mit dem Thema befangen ist.

Über die Beispiele wie das mit der Atomkraft könnte man sicherlich alleine einige Seiten Thread füllen. Wäre die Atomkraft gekommen, hätten Normalbürger drüber abgestimmt? Fraglich, ich weiß es ganz einfach nicht. Die wirtschaftlichen Interessen, die hinter der Einführung der Atomkraft standen, sind aber sicher nicht zu verneinen.

Wer wählt den bei ihm die Experten aus, die die Informationen zusammenstellen.
Kein Parlamentarier hat sich mit jedem Thema (gründlich)auseinandergesetzt. Aber es sollte in den Fraktionen jeweils Personen geben, die in Ausschüssen oder sonstwo intensivere Kenntnisse haben. Jetzt sollen stattdessen nur noch absolute Neulinge entscheiden.
Soweit ich das verstanden habe, sollten in seinem System nun die Leute in den Ministerien vom Volk repräsentativ gewählt werden. Aber im Gegensatz zu unserem bisherigen System pro Ministerium separat. Das hätte tatsächlich den Vorteil, dass man sich in der Wahl nicht mehr für das am besten passende Gesamtpaket entscheiden muss sondern pro Thema seine Partei (oder wie auch immer das dann heißen würde) wählen könnte, die die eigene Meinung am besten vertritt.

Um das Ganze nochmal etwas anders zu umschreiben, da ich denke, dass hier die Idee immer noch etwas missverstanden wird:
Vom Volk gewählte repräsentative Experten bzw. "Berufspolitiker" arbeiten in den Ministerien einen Gesetzesvorschlag (bzw. was man noch so ausarbeiten kann) aus, gar nicht so unähnlich dem, wie es bislang auch passiert.
Die zufällig ausgewählten Personen beraten nun darüber, ob das dann auch wirklich so umgesetzt wird. Sozusagen schlicht das "gute Gewissen des Volkes", wenn man das so ausdrücken möchte.


* Klassisches Beispiel gerade: Wir drehen an den Abgasgrenzwerten, damit keine Fahrverbote kommen werden und wir zumindest die hessischen Wahlen etwas pimpen können.
 


Wenn Deine Entscheidung zum Zeitpunkt Deiner Entlassung fällst, mußt Du niemandem mehr erklären, warum.

Atomkraft würde heute vielleicht von niemandem eingeführt. Das hat weniger etwas mit dem System zu tun, als mit dem Wissen.
Damals konnte man in Schuhgeschäften in Röntgenapparaten selber schauen, wie die Schuhe auf dem Fuß sitzen. Vor Atombombenstrahlung sollte man sich schützen können, wenn man sich unter dem Tisch versteckt.

Wer erklärt den jemandem, was in dem Gesetz steht? Es ist schwer sich in 5 Tagen in eine Thema einzuarbeiten. Den Gesetzestext zu verstehen, dauert noch länger.
 
Um das Ganze nochmal etwas anders zu umschreiben, da ich denke, dass hier die Idee immer noch etwas missverstanden wird:
Vom Volk gewählte repräsentative Experten bzw. "Berufspolitiker" arbeiten in den Ministerien einen Gesetzesvorschlag (bzw. was man noch so ausarbeiten kann) aus, gar nicht so unähnlich dem, wie es bislang auch passiert.
Die zufällig ausgewählten Personen beraten nun darüber, ob das dann auch wirklich so umgesetzt wird. Sozusagen schlicht das "gute Gewissen des Volkes", wenn man das so ausdrücken möchte.
Und genau da liegt das Problem:
Diese Leute haben in der Regel keine Ahnung von der Tragweite ihrer Entscheidung:

z.b.
* Klassisches Beispiel gerade: Wir drehen an den Abgasgrenzwerten, damit keine Fahrverbote kommen werden und wir zumindest die hessischen Wahlen etwas pimpen können.
[/QUOTE]
Welche Tragweite haben den Fahrverbote?
Zich Schadensersatzklagen, überlastete Nahverkehrsbetriebe, Parkplatzprobleme, logistische Nachtmahren, Überlastungen der ausweich strecken.
Weißt du was in so ner Stadt los ist, wenn man da mal plötzlich nen paar Straßen dicht macht?

Ich atme auch sehr gerne sehr saubere Luft, aber sowas überstürzt einzuführen endet in einem riesen Chaos.

Außerdem sind Diesel ja auch nicht mal das schlimmste:
Selbst die gepimpten Diesel sind noch sauberer als viele ältere Modelle von Benzinern und Dieseln.

Ist da nicht sowas viel Sinnvoller?

Wo die Dinger ganz von der Straße kommen?

Muss man da jetzt wirklich wieder mal zu verboten greifen?

Das bringt mich auch zum nächsten Punkt:
PR.
Wie stellst du sicher, dass deine 400 Leute nicht voll mit Bullshit Informationen sind, wie z.B. die Sache mit dem unsäglichen Glyphosat?

Verstehst du warum ich lieber jemanden habe, der sich mit sowas täglich auseinander setzt, als ein Haufen von Leuten, die mal von der Tante ihrer Schwester gehört haben das Impfen zu Schrumpfklöten führt?.
Außerdem und das hab ich entweder überlesen oder es kam noch nicht vor:
Wer stellt das ganze den vor? Erklärt das? Bereitet das auf? und wie sorgt man für deren Neutralität? Verlagert man Lobbyismus damit nicht nur in eine andere ebene?

Geschworene erregen in mir Übelkeit und das nicht nur wegen den amerikanischen Geschworenensystem, sondern weil unwissende auch unsäglich leicht zu beeinflussen sind.
 
Ist da nicht sowas viel Sinnvoller?

Wo die Dinger ganz von der Straße kommen?

Gutes Beispiel, welches zeigt, daß es nicht nur verschieden Lösungen, sondern auch verschieden Ziele geben kann.
So bekommt man vielleicht die Dinger von der Straße, belohnt aber die Verbrecher auch noch.
Was will man? Wissen das die Zufälligen besser?
 
@KaPiTN:
Nun, einerseits ist das sicher wahr, andererseits ist politik kein Strafrecht.
VW zahlt trotz Drückerei immens viel steuern.
Als Staat und Bürger bin ich wohl daran interessiert den von VW verursachten schaden zu reduzieren ohne mir selber finanziell ne Schwarte aus dem Bauch zu schneiden.
Von den Arbeitsplätzen fangen wir jetzt gar nicht erst an :T

Ich wollte aber auch nicht über VW selbst diskutieren sondern das was du schön formulierst:
[Dass] es nicht nur verschieden Lösungen, sondern auch verschieden Ziele geben kann.
und
Was will man? Wissen das die Zufälligen besser?

Dem Gewissen des Volkes in Form von 400 zufälligen leuten traue ich viel mehr zu, dass die einfach nur "die Mistviecher alle wegsperren" wollen.
 
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