[Netzwelt] Adblock Plus will Werbebanner verkaufen

Die Eyeo GmbH, welche den bekannten und verbreiteten Adblocker Adblock Plus anbietet will nun neue Wege beschreiten. Zukünftig soll es einen Marktplatz für Werbebanner geben, die allen Nutzern von Adblock Plus angezeigt werden soll. Auf diesem Marktplatz haben Verlage die Möglichkeit "aktzeptable" Werbung per Drag-and-Drop-Editor einzubuchen.

Diese Werbung ist von Haus aus "pre-whitelisted". Es erfolgt also keine Kontrolle durch Mitarbeiter der Eyeo GmbH. Nutzer die Adblock Plus nicht nutzen sehen die normale Werbung der jeweiligen Seite (sofern nicht ein anderer Adblocker zum Einsatz kommt). Der Marktplatz entsteht in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ComboTag, welches auf Werbung spezialisiert ist. Pro abgeschlossenem Werbevertrag soll Eyeo 6 Prozent Provision erhalten.

Quelle:
 
Okay,
es dauert vermutlich genau eine Woche und danach gibt es den Adblock ++ von ner anderen Firma.
Macht genau das gleiche, nur ohne Whitelisted Ads...
 
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  • #3
Oder man nimmt gleich uBlock Origin.
 
Ist irgendwie so als ob Hersteller von Antiviren Software einen Markt für das Whitelisten von Maleware anbieten würden. :m
 
Kommt so ein bisschen wie ein Türsteher-Geschäft rüber.
 
Nutze auch uBlock Origin.
Verstehe ich das richtig, dass die whitelist dann irgendwie hardcoded in adblock drin ist, aber nichts mit Easylist zu tun hat?
 
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  • #7
Die Easylist enthält Einträge von Werbung und ähnlichem Mist der blockiert wird (Blacklist). Und die Liste wird auch von Dritten gepflegt. Was den Marktplatz betrifft, so soll hier eine Liste mit Werbung entstehen die ohne vorherige Prüfung trotz installiertem Adblock Plus auf der betreffenden Seite angezeigt werden soll (Whiteliste). Edit: Wie diese Whitelist technisch umgesetzt wird, kann ich nicht sagen. Es wäre hardcodiert als auch als extra Listen-Abo denkbar. Oder das Programm verbindet sich immer wieder mit einem Server von Adblock Plus bzw. ComboTag und fragt die Liste intern ab.
 
Zuletzt bearbeitet:
die whitelist ("acceptable ads") ist doch schon drin, nun wollen sie es aus rechtlichen gründen (danke Bild) über eine drittfirma umsetzen - was sollte sich ändern? :unknown:
solange der user es sich aussuchen kann, sollen sie so viel kohle damit machen wie nur irgend möglich - es trifft immer die richtigen :T..
 
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  • #10
@Novgorod:

- Teilnehmer am Acceptable Ads Programm können die Kriterien nicht durch Zahlungen umgehen. Jede Werbung muss den Kriterien zu entsprechen.

- Damit alles transparent ist, werden alle Acceptable Ads in unserem Forum eingestellt, damit unsere Community die Möglichkeit hat, uns Feedback zu geben. Wir legen großen Wert auf Feedback und lesen alle Kommentare.

-Wir schätzen die Nutzer von Adblock Plus und hören ihnen zu. Weist unsere Community einen Vorschlag für akzeptable Werbung aufgrund eines Verstoßes gegen die Kriterien zurück, wird diese Werbung von unserer Whitelist umgehend entfernt.

Quelle:

Den Marktplatz verstehe ich so, dass Verlage gegen eine gewisse Gebühr alles einstellen können was nach Ihrer meinen "aktzeptable" Werbung ist. Wenn es bisher wie oben zitiert durchgeführt wird (keine Ahnung, nutzt ABP wegen diesem Programm schon lange nicht mehr), ist das schon eine andere Hausnummer.
 
ich nehme an, dieser "marktplatz" wird die gleichen kriterien haben wie die "acceptable ads" jetzt schon.. ich hab keine ahnung wie sie aussehen und wieviel "schrott" da normalerweise durchkommt, weil ich nie welche davon gesehen habe (ich hab meine eigene "acceptable ads" whitelist und sie ist 0 bytes groß :)), aber es hört sich so an, dass eyeo nach lust und laune (und dicke der geldkoffer) entscheidet und die nutzer in einem alibi-forum ggf. protestieren können, woran eyeo in keinster weise gebunden ist ("wir lesen alle kommentare" - for realz? :D).. das klingt für mich exakt nach dem konzept des marktplatzes, nur dass der werbevertrag nicht mit eyeo direkt gemacht wird.. theoretisch können user ja weiterhin protestieren, wenn eine werbung gegen ihre richtlinien verstößt und haben exakt genausoviel zu sagen wie davor auch :unknown:..

das ist eine völlig absehbare und legitime reaktion auf das schwachsinnige gerichtsurteil - und so wie bei jedem schwachsinnigen urteil, kann auch dieses mit erhöhtem bürokratieaufwand umgangen werden, weil es nichts mit dem kern der sache (werbung = ausgeburt des teufels) zu tun hat..
 
Als ich davon vor ein paar Tagen gelesen habe, musste ich mich erst einmal vergewissern, dass wir noch nicht April haben.
Die Eyeo GmbH versucht ja schon eine ganze Weile "zweigleisig" zu fahren und hat sich dabei auf zweifelhafte Wege begeben, aber das aktuell ist eine Hausnummer für sich.
Selbst als radikaler Werbeverweigerer, der zumindest über einen Funken Realitätsbewusstsein verfügt, musste man schon lange die Auffassung der Werbeindustrie unterstützen, dass es sich bei Eyeo um einen Schutzgelderpresser handelt. Das gekaufte Whitelisting, ist nichts anderes als moderne Wegelagerei. Wegen des Vorgehens beim Whitelisting musste die Eyeo GmbH ja auch bereits einige Niederlagen vor Gericht einstecken. Dass man jetzt aber noch einen Schritt weiter in die Offensive geht und professionell Werbung auf Basis des Whitelisting vermarktet, ist einfach krass. Eine Verarsche hoch 10 am Kunden und eine was die Werbeindustrie betrifft, ist man jetzt locker in Bereichen der Erpressung.
 
was ist daran "ein schritt weiter"? wurde die platzierung auf der whitelist vorher nicht "professionell vermarktet"? :confused:
 
was ist daran "ein schritt weiter"? wurde die platzierung auf der whitelist vorher nicht "professionell vermarktet"? :confused:

Vorher: man entfernt Drittanbieterwerbung auf Website und lässt sich bezahlen, dass bestimmte Werbung nicht entfernt wird
Jetzt: man entfernt Drittanbieterwerbung auf Websites und setzt eigene Werbung ein
 
Ist das so, als würde die Feuerwehr bestimmte Autos in Feuerwehrzufahrten parken lassen, damit die keiner zuparken kann? :D
 
Ist das so, als würde die Feuerwehr bestimmte Autos in Feuerwehrzufahrten parken lassen, damit die keiner zuparken kann? :D
Nein, damit würde die Feuerwehr sich selbst behindern.
Es ist eher so, als würde sich jemand den Zugang zu deinem Laden blockieren, damit ihn niemand sieht, nur gegen ein Schutzgeld, wird dein Laden wieder frei gegeben und wenn du nicht bereit bist, zu zahlen, dann werden sogar noch Werbeschilder anderer Ladenbetreiber vor deinem Geschäft platziert.
 
Vorher: man entfernt Drittanbieterwerbung auf Website und lässt sich bezahlen, dass bestimmte Werbung nicht entfernt wird
Jetzt: man entfernt Drittanbieterwerbung auf Websites und setzt eigene Werbung ein

der erste punkt macht irgendwie keinen sinn :).. die werbung wird eben nicht komplett entfernt (zumindest für die user, die bei dem programm freiwillig mitmachen), sondern es werden anbieter gegen geld auf eine whitelist gesetzt.. und jetzt? die whitelist gibts weiterhin, auf der werbung dritter (nicht "eigene werbung") gegen bezahlung erscheint, nur dass diese weitlist nun von einer scheinfirma betrieben wird - außer mehr bürokratie sehe ich da wirklich keinen unterschied und die werbe-"kunden" wohl auch nicht :unknown:..

edit: achja, vielleicht beziehst du dich darauf, dass (vermutlich) anstelle bestehender werbebanner die gewhitelistete werbung überall angezeigt werden soll? gibts da nicht einen browser, der das schon macht? wie auch immer, das finde ich weitaus weniger krass, weil werbung heutzutage über große vermarkter-netzwerke ausgeliefert wird und somit bisher gewhitelistete werbung eh schon "überall" zu sehen sein sollte (weil alles andere von dem betroffenen werbenetzwerk geblockt wird).. es ist eher eine optimierung des monetarisierungsmodells ohne irgendwelchen grundsätzlichen charakter.. letzteres hat einzig und allein die diskussion, ob ein softwarehersteller selbst werbung mittelbar oder unmittelbar vermarkten darf - da hat man das gerichtslotto verloren und bürokratisiert sich halt seinen weg drumherum.. sollen die ruhig machen, weil es interessante rechtsprechung nach sich zieht und immer die richtigen trifft ;)..
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte einige Artikel auch so verstanden das sie anstatt der Werbung die die Webseiten-Betreiber normal schalten ihre eigene verkaufte Werbung einblenden.
Nach mehrmaligem lesen war ich mir dann aber nicht mehr sicher - und war auch der Meinung das sie nur gewhitelistete anbieten.
Es ist aber oft die Rede davon die z.B. Blog-Betreiber leer ausgehen wenn user Ad-Block nutzen (was beim blocken ja erst mal stimmt)
Die Frage ist - Bekommt der Webetreibende dann was wenn Adblock eine Werbung durchlässt?
 
wie das technisch genau abläuft, hängt vom werbe-provider ab.. fakt ist aber, dass es auf jeden fall die metriken gibt, dass werbung soundso über netzwerk xy von seite z abgerufen wurde (der download des banners durch den user ist ja eindeutig nachweisbar).. wie die werbekohle unter den vermarktern und seitenbetreibern aufgeteilt wird, ist dann ihre sache - damit hat ABP nichts mehr zu tun..
 
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