Abofalle: Kinozeit.net – Abzocke statt Streamgenuss

dues-2731627_960_720.jpg Die Website kinozeit.net verlangt von Usern eine Registrierung, die nach fünf Tagen zu einem kostenpflichtigen Premium-Abo führt. Allerdings müssen Nutzer die Rechnung nicht bezahlen und können jede Zahlungsaufforderung ignorieren, berichtet .



Bereits auf der Startseite von Kinozeit.net wird man getäuscht. Die Betreiber werben damit, dass ihre Streaming-Dienste für die User „völlig legal“ wären. Ein gültiges Impressum sucht man auf deren Seite auch vergebens. Wen wundert es, verstößt doch, wer streamt, seit dem gegen das Urheberrecht. Dort angeboten werden Kinofilme aus aller Welt in deutscher Sprache und in HD-Qualität. Das Streaming würde auf allen Geräten funktionieren, auf Desktop-PCs genauso, wie auf Mobiltelefonen oder Tablets – auch mit einem durchschnittlichen Mobilinternet.



Jedoch schon nach einer erfolgten Registrierung auf kinozeit.net läuft die Zeit. Denn in den Terms of Use – den Nutzungsbedingungen – steht unter Payment: „The registration should always begin with a free trial period of 5 days“. Folglich hat man also zunächst nur fünf Tage kostenloses Nutzungsrecht, danach wird der Dienst berechnet und kostet satte 11,99 Euro pro Monat. Man schließt automatisch und ungefragt ein Abo für ein ganzes Jahr ab; die von kinozeit.net präsentierte Jahresgesamtrechnung beläuft sich dann auf 143,88 Euro. Während der Registrierung wird man allerdings nicht auf die Kosten hingewiesen.

Für die Registrierung muss man seine persönlichen Daten preisgeben. So sind neben dem Namen, der E-Mailadresse und dem persönlich gewähltem Passwort auch die Anschrift und die Telefonnunmmer gefragt. Dass der Dienst Geld kostet, erfährt man an dieser Stelle noch nicht, erst nachdem 5 Tage vergangen sind, versendet der Anbieter eine Rechnung über 143,88 Euro – direkt verbunden mit einer Drohung, dass bei Nichtbegleichung ein Anwalt und ein Inkassobüro eingeschaltet werden würde. Einen Screenshot über die getätigte Überweisung solle man an die in der Rechnung angegebene Adresse mailen.

Es besteht allerdings keinerlei Verpflichtung, diese Rechnung zu bezahlen, da kein gültiger Kaufvertrag zustande gekommen ist. Der Vertrag setzt voraus, dass sich zwei Parteien auf den Preis und die Dienstleistung einigen. Im Rahmen der Registrierung auf kinozeit.net ist kein ordnungsgemäßer und offensichtlicher Kostenhinweis zu finden. Das steht einem wirksamen Vertrag entgegen. Auch das Fehlen eines „Kaufen-Button“ ist als Hinweis darauf zu verstehen und zudem ist eine Zustimmung zu ungültigen Nutzungsbedingungen kein Argument dafür, dass man einen wirksamen Vertrag abgeschlossen hat. Dennoch sollte man jetzt aktiv werden und dieser kostenpflichtigen Mitgliedschaft widersprechen und sie „wegen arglistiger Täuschung“ anfechten. Das geht auch per E-Mail. Entsprechende gibt es bei der Verbraucherzentrale.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)






Autor: Antonia
 
Bei einer Abofalle einer illegalen Streaming-Seite würde ich mir ehrlich gesagt noch weniger Sorgen als bei einer "legalen" Abofalle machen. Was wollten die auch machen? Anzeigen, wenn nicht bezahlt wird? Ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten? :D
 
Und wer hindert einen daran, von vornherein eine nicht existierende Adresse anzugeben? Insofern: Danke für den Tipp! Ein kostenloser Anbieter von HD-Filmen, da sag ich doch nicht nein :D Und dann einfach dank Wegwerf-Mail jede Woche neu registrieren :T
 
Die könnten dir jahrelang "Mahnungen" schreiben und dann irgendwann aufhören oder dir den Betrag aufgrund von "Kulanz" erlassen.

Das Spiel spiel ich gelegentlich wenn mir langweilig ist, Zeit und Geld von Arschgeigen verschwenden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wer sagt, dass ich da MEINE Adresse angeben muss geschweige denn eine in diesem Land oder eine die es auch wirklich gibt?:unknown:
 
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