[Sonstiges] 92-Jährige fälschlicherweise für tot erklärt

Nachdem eine Pflegerin eines Seniorenheims in Hassel eine Seniorin regungslos im Bett vorfand, stellte ein hinzugezogener Arzt den Tod der Seniorin fest. Die Angehörigen nahmen noch im Altenheim von ihr Abschied, bevor die alte Dame gegen 20 Uhr von einem Bestattungsunternehmen abgeholt wurde.

Was nun geschah grenzt an einen Horrorfilm. Der Zufall wollte es, dass der Bestatter die Frau nicht zur Kühlung in Buer, die nicht angeschlossen war, sondern in Schalke brachte. Dieser Transport benötigte nun mehr Zeit. Die beiden Mitarbeiter des Bestatters wollten den Kühlraum gerade verlassen, als sie einen Schrei wahrnahmen.

Nachdem sie die Kühltür öffneten, war die Seniorin keineswegs tot, sondern blickte die Mitarbeiter mit weit geöffneten Augen an. Die Frau wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und wird schon bald in das Seniorenheim zurückkehren können.

Die Angehörigen konnten ebenfalls nicht glauben, dass sie noch am Leben war.


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Ich werde mal versuchen näheres zu erfahren. In der lokalen Presse wird darüber sicherlich weiter berichtet werden...
 
Der diastolosche Druck entsteht, weil sich die Aortenklappe in der Füllungsphase des Herzens (Diastole) schließt und so der arterielle Kreislauf gegen das Herz abgedichtet wird.



 
Die letzte Abbildung hier ist recht hilfreich, was die Erklärung des Blutdrucks angeht...
Ich ergänze mal ein paar Informationen...

Der Mensch hat 2 "Blutsysteme".
Einmal die Arterien und einmal die Venen.
Die Arterien führen das mit Sauerstoff angereicherte Blut, da es in der Regel ( bei Männern immer :D ) bedingt durch den hohen Sauerstoffanteil eher hellrot ist. In Abbildungen wird er eigentlich immer als rote Linie / Laufbahn dargestellt.
Dies ist der wichtigste Kreislauf, da er einmal "direkt" mit dem Herzen verknüpft ist und zum anderen, weil er eben halt das sauerstoffreiche Blut führt.

In den Venen meist blau dargestellt, wird das Blut von den Zellen wieder zum Herzen / die Lunge transportiert, damit der Sauerstoff erneut mit den roten Blutkörperchen diffundieren kann und somit wieder den Arterien als führender Kreislauf zugeführt werden kann.

Eine Systole ist schlicht und ergreifend über den Daumen gebrochen gesagt eine bestimmte Phase im Herzschlag eines Menschen.
Wenn man den Blutdruck misst, hat man einmal den systolischen und einmal den diastolischen Wert.
Die Systole bestimmt den messbaren "Schlag" des Herzens, denn es macht, wenn es das Blut "ausquetscht" / bzw. durch die Arterien drückt.
Dieser Wert ist auch immer höher
( sollte er zumindest sein, denn sonst läuft im Kreislauf was gewaltig schief! Sehr selten, kann aber vorkommen. ).

Den diastolischen Wert muss man sich wie eine Art Echo im Kreislaufsystem vorstellen, hier zieht sich das Herz zusammen und holt plump gesagt Luft für die nächste Systole.

Da der Mensch aber 2-3 Sicherheitsvorkehrungen im Körper hat, die einen Einfluss auf den Blutdruck haben, kann man das nicht so einfach pauschalisieren ( Ein Beispiel ist der ). Es gibt gewisse Mechanismen ( die im übrigen teilweise vom Körper in einer Sekunde mehrfach geprüft werden ), die in der Lage sind den Blutdruck eigenständig zu regulieren. Da aber die meisten Zustände die den Körper in Ausnahmesituationen bringen, meistens von besonderen Umständen erzeugt werden ( Und nicht natürlicher Natur sind ), ist hier beim Thema Kreislauf immer Vorsicht angesagt. Der Körper hat leider die Eigenschaft, dass er beim Thema Kreislauf meistens immer überreagiert bzw. selbst nicht die Kurve bekommt und überreguliert. Ein sehr spannendes Thema, wo sich selbst Experten Professoren und Ärzte die Birne einprügeln, wenn sie länger darüber diskutieren.

Stirbt jetzt ein Mensch, kommt es immer darauf an, was zu erst aussetzt. Normalerweise flacht erst die Atmung ab, und kommt langsam zum Stillstand ( Nach Atemstillstand sind noch so 1-15 Herzschläge / Rhythmen typisch / die ersten 3-4 bekommt der Patient meistens auch noch mit... ) , das Herz registriert dies und versucht den Schlag zu beschleunigen, da aber kein neuer Sauerstoff mehr geliefert wird ( keine Atmung ) rastet das Herz nun komplett aus und schlägt immer schneller. Es kommt erst zu Herzflattern und dann zu Herzflimmern. Flattert es, haben wir meistens 90-130 Schläge pro Minute, flimmert es, kann das bis zu 300+ Schlägen pro Minute hin gehen. Da das Herz aber keine Zeit mehr hat, sich mit Blut zu füllen, kann auch logischerweise kein Sauerstoff mehr transportiert werden. Nun schaltet das Herz, wie so ziemlich fast alle anderen Zellen im Körper von aeroben Stoffwechsel auf aneroben Stoffwechsel um. Das ist ziemlich scheisse, denn nun wird, wenn man nicht innerhalb von Sekunden bis 1-2 Minuten interveniert, der programmierte Zelltot eintreten. Die Zelle stellt von Sauerstoff als Brennstoff auf Kohlendioxid um. Dummerweise sind die Abfallprodukte aus dieser Umstellung ziemlich giftig und zellschädigend, was unter anderem den Zelltot mit einleitet...
Das Herz macht sich somit indirekt selbst kaputt, indem es immer schneller schlägt um neuen Sauerstoff zu erhalten, kriegt aber keinen, das kann man vielleicht ganz entfernt mit einem Kolbenfresser vergleichen...
Großer Nachteil bei den Zellen im Herzen! Jedes Mal wenn Zellen verenden, werden diese nicht durch neue Muskelzellen ersetzt, sondern mit Bindegewebe ersetzt, was die Funktion des Herzens auf Dauer stark beeinträchtigt. Jeder Elektroschock bei einer Reanimation, jede Herzmuskelentzündung oder sonstige Angriffe auf das Herz kosten es wertvolle Arbeitszellen, die NIEMALS vom Körper selbst ersetzt werden können.

Das Herz und das menschliche Gehirn sind die am empfindlichsten Organe überhaupt. Das Gehirn hat keinerlei Sauerstoffreserven ( ist aber der Hauptempfänger für Sauerstoff ) und versagt bereits schon nach 10-20 Sekunden den Dienst, wenn man es von seiner Sauerstoffverbindung trennt. Bereits nach 90-120 Sekunden ohne Sauerstoff setzen erste bleibende Schäden ein. Die Grundregel besagt, wenn ein Hirn mehr als 7 Minuten ohne Sauerstoff auskommen musste, wird es in 95% der Fälle so dermaßen irreparabel beschädigt sein, dass der Mensch nicht mehr alleine lebensfähig sein wird, bzw. ohne Maschinen leben könnte...

Beim Herzen treten bereits erste Schäden ein, wenn der Herzschlag über 120-150 steigt, ohne, dass Sauerstoff transportiert wird...

Ist der Mensch jetzt tot, hat er in den ersten Minuten, wenn nicht sogar Stunden noch einen Blutdruck. Da dieser aber normalerweise immer mit einer Dyastole als Messwert bestimmt wird, ist es für einen Normalo nicht ohne weiteres möglich diesen Druck zu bestimmen.
Sobald der Organismus stirbt, erweitern sich ebenfalls die Gefäße, somit versackt das Blut in den Extremitäten und im Torso, der Blutdruck wird nicht nur deswegen massiv in den Keller fallen...
Die Totenstarre spielt hier auch noch eine gewisse Rolle, denn es gibt mehrere Phasen, die erste beschreitet der Organismus ca. nach 60 Minuten, die 2/3 Phase ( Wo der Körper knüppelhart wird ) setzt so nach 3-6 Stunden ein und ist meistens nach spätestens 48 Stunden abgeschlossen. In dieser Phase beginnt dann auch das Blut langsam zu gerinnen ( Es wird schwarz / schwärzlich und zähflüssig, bis wachsig schmierig. ).
 
Dankeschön :) ...
Das ist einer der Hauptbestandteile der Rettungsassi-Ausbildung, sowie auch der Grundstoff eines Medizinstudiums, der die ersten 2-3 Semster KOMPLETT ausfüllt! ( Somit lernt das jeder Arzt / sollte es zumindest ).

Kreislauf / Gefäße
Peripherie / Muskeln
Neuronale Verbindungen / Gefüge

Mein liebster Teil bei der Assi Ausbildung war / ist die Pharmakologie / Pharmakodynamik :D.
Ein nahezu komplett vernetztes Fachgebiet aller Körperstrukturen / Körperfunktionen im Hinblick auf die Wirkungsweisen von Medikamenten.
Saumäßig interessantes Thema, auch im Hinblick auf den technologischen Fortschritt gesehen!
 
Auf jeden Fall vielen lieben Dank für diese ausführliche und sehr umfängliche Erklärung. Damit konnte ich mir ein sehr gutes Bild übe den von dir beschriebenen Vorgang machen.
 
Auch wenn solche Fehler nicht passieren sollten, sie geschehen eben teils aus Übermüdung, teils aus Routine und teilweise einfach aus einer Verkettung von unglücklichen Umständen.
Da JEDER Arzt der Humanmedizin theoretisch einen Totenschein ausstellen kann, kann auch mal ein Chirurg, oder Dermatologe "sowas" machen...

Die Frau war 92, das ist faktisch gesehen für den Arzt Standard-Protokoll...
Der macht keinen mehr auf Emergency Room, wenn überhaupt bekommt eine solche Person in dem Alter noch sedierende Medikamente, damit der letzte Weg nicht zu beschwerlich wird...

Auch wenn die ganzen Kliniken das immer gerne bestreiten, aber es kommt auch häufiger mal vor, dass Kinder im Mutterleib für Tod erklärt werden, obwohl die Mutter das Kind dann 1-2 Wochen später gesund und munter zur Welt brachte.
Vor ein paar Jahren gab es auch mal so einen Fall in der Klinik in der ich mein Praktikum gemacht habe... Meistens ist das in Kliniken der Übermüdung des Personals und den Einsparungsmaßnahmen zu verdanken.
Ich meine, wenn in manchen Kliniken sogar die Praktikanten die Knie und Hüftgelenke im OP-Vorraum aus dem Lager einordnen müssen und den Chefarzt darauf aufmerksam machen, dass die Artikelnummern und Codes auf den Regalen rechts und links vertauschen / somit die Gelenke nach Lagerplan falsch sortiert sind, wundert mich gar nichts mehr...
Der Hammer, in diesem KH gab es Wochen zuvor ein Fall, wo einem Patienten ein falsches Gelenk ( rechts statt links ) eingebaut wurde.
( Das habe ich vor Monaten aus Zufall in einem Zeitungsarchiv gefunden, ich schreibe jetzt keinen Artikel, da man sonst den Betrieb zuordnen könnte und ich somit gegen meine vertragliche Schweigepflicht verstoßen würde... ).
 
Ja, dass es solche Fälle gibt und die leider kein Einzelfall sind, gehört wohl leider zur traurigen Realität und ich denke nicht, dass ich da in der Zukunft alsbald was ändern wird.

Man kann also wenn man mal auf dem Tisch in einem Krankenhaus (für eine OP und keinen Totenschein) nur hoffen, dass man gerade mal nicht in eine solche Situation gerät.
 
Es ist eigentlich wenn man es nüchtern betrachtet, ein Witz, wie sich die Presse da jetzt drauf stürzt.

Die Frau war auf ihrem letzten Weg, der Organismus war dabei ab zu schalten... Das sieht man daran, dass sie nun recht zügig nach der Meldung verstorben ist.
Die kühlende Wirkung von einem Kühlfach / Ort, wo man tote aufbewahrt hat ihren Organismus nochmal so verlangsamt, dass sich ihr Tot auf mehrere Tage verzögert hat.
"Man schickt den Kreislauf / Stoffwechsel in den Stand-By Modus."

Grundsätzlich hat qualifiziertes Rettungspersonal weltweit die Anweisung, auch noch Menschen zu reanimieren, die teilweise eine halbe Stunde und mehr unter Wasser waren...
Teilweise wurde von Reanimationen berichtet, wo der Patient mehr als eine halbe Stunde unter Wasser war ( Eiswasser ), sobald man die Patienten wieder langsam auf Temperatur gebracht hat, konnte man sie reanimieren, ohne erkenntliche Folgeschäden!

Grundsätzlich gilt für den Organismus von Säugetieren die "Cryostase" Regel.
Je weiter man den Organismus runterkühlt ohne den kritischen Punkt zu erreichen, je langsamer wird der Stoffwechsel.
Selbst Extremsportler machen sich diesen Effekt indirekt zu nutze, durch ihr Training und die Körperkondition, können sie ihren Stoffwechsel auf 12-15 Herzschläge ( Mensch Durchschnitt 60-75 pro Minute ) herabsenken. Dementsprechend fällt auch der Sauerstoffverbrauch...
Extremtaucher nutzen beide Effekte = KÄLTE / KONDITION und können somit bis zu 7 Minuten + die Luft anhalten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, dass mit den Medien was nicht mehr so ganz richtig läuft, dass weiß man ja leider mittlerweile.

Ist auf jeden Fall spannend, was man mit dem menschlichen Körper so alles "anstellen" kann, ohne das der kaputtgeht.
 
Entschuldigung, ich habe den Post nur überflogen / aber leider nicht richtig verstanden!

Daher ja meine Frage: wie finde ich denn nun heraus, um welchen Arzt es sich handelt? Denn: sollte es mein Hausarzt gewesen sein, so würde ich mir dann doch lieber einen anderen Hausarzt suchen... :unknown:
Wie meinst du das?
Bist du in den Fall verwickelt?

Jeder Arzt der in Deutschland studiert, muss bevor er sich auf ein Fachgebiet spezialisiert die Allgemeinmedizin studieren und eine Art Grundausbildung durchmachen...
Es kommt halt drauf an, ein Internist ist da der bessere Ansprechpartner, wenn es um den Kreislauf geht. Ein Dermatologe kommt besser mit der Brandverletzung klar und der Chirurg näht dir mal schnell in 30 Sekunden mit den Händen Gottes eine lebenswichtige Arterie...
 
Wie meinst du das?
Bist du in den Fall verwickelt?
Persönlich nicht, nein. Allerdings ist dieses Heim in meiner Nachbarschaft, so das die Wahrscheinlichkeit doch Recht hoch ist, dass auch mein Hausarzt in diesem Haus tätig ist. Daher das Interesse. Und nicht das wir uns falsch verstehen: ich fühle mich von meinem Hausarzt wirklich gut beraten und behandelt, aber wissen würde ich es doch schon gern... :confused:
 
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