[Netzwelt] 100 Millionen Downloads: Apache OpenOffice

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Die Apache Software Foundation (ASF) gab kürzlich bekannt, dass ihr Office Paket innerhalb von zwei Jahren mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Auf die Downloadzahlen wirkt sich allerdings negativ aus, dass bei einigen Linux-Distributionen mittlerweile automatisch der Konkurrent LibreOffice installiert wird.

Apache OpenOffice ist eine kostenlose Zusammenstellung gebräuchlicher Programme für zahlreiche Arbeiten im Büro. Dazu gehört eine Textverarbeitung, ein Datenbankmanagementsystem, ein Formeleditor, eine Tabellenkalkulation, ein Programm zur Erstellung von Präsentationen und eines zur Erstellung von Zeichnungen.

Nach eigenen Angaben sind für das führende Office Paket derzeit über 120 Sprachpakete verfügbar. OpenOffice wird für die unterschiedlichsten Betriebssysteme angeboten, darunter diverse Linux-Distributionen aber auch Windows und Mac OS. Der Vizepräsident von Apache OpenOffice, Andrea Pescetti, gab im Rahmen der , er sei sehr erfreut zu sehen, dass die Community diesen Meilenstein innerhalb von nur zwei Jahren erreichen konnte. Bis jetzt sind über 750 Erweiterungen und 2800 Vorlagen für Dokumente verfügbar.

Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte: Apache OpenOffice 4.0 . Der Mitbewerber LibreOffice 4.2.3
 
Ich habe damals mein System gerade neu aufgesetzt, als Ubuntu von OpenOffice zu LibreOffice gewechselt hat. Damals lief Ubuntu selbst schon ziemlich instabil und LibreOffice war ungefähr so stabil wie Windows 95. Auch wenn ich LibreOffice eine faire Chance einräumen wollte, war das ein absolutes No-Go. Man released einfach keine halb-fertige Software. Ich schätze mal, dass sich das seither geändert hat, trotzdem hat das bei mir bleibende emotionale Schäden verursacht und ich habe LibreOffice auf die schwarze Liste kaputter Software gesetzt. OpenOffice setze ich schon wesentlich länger ein und es ist auch die Software, die ich bei Verwandten und Freunden installiere, wenn diese eine Grundinstallation brauchen.
Ich denke, das wird sich auch die nächsten Jahre nicht ändern, daher in blindem Euphorismus einen herzlichen Glückwunsch an OpenOffice.
 
In den letzten Jahren konnte ich durchaus gute Erfahrungen mit LibreOffice sammeln. Davor sah es allerdings duster aus, ständig abstürze und nichts aussagende Fehlermeldugen.
Bin nun wieder bei MS.
 
Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich die Erfahrungen sein können. Ich bin ziemlich frühzeitig auf LibreOffice umgestiegen, da mir der Weg den Oracle eingeschlagen hat, von Anfang an nicht gefallen hat und auch mindestens eine Sicherheitslücke monatelang nicht behoben wurde (ebenfalls noch unter Oracle). Das LibreOffice instabiler war bzw. ist, konnte ich, bei dem was ich damit mache, aber nicht feststellen. Bei welchen Funktionen hat es bei dir euch Probleme gegeben?

Davon abgesehen, werden wohl die wenigsten, die OpenOffice über die Paketverwaltung installiert haben, OpenOffice genutzt haben. Bei Suse, Ubuntu, Mandriva usw. war es in Wirklichkeit . Aber das nur als Anmerkung am Rande.

Aber ob man nun Libre- oder OpenOffice bevorzugt, es ist schön zu sehen, dass scheinbar durchaus Interesse an alternativen Office-Suits besteht.
 
Kein Wunder.
Viele Leute mögen zB die Ribbons bei Office bis heute nicht. Alles steht und fällt aber mit der Kompatibilität zu den MS-Dateiformaten.
 
Gerade im Privatsektor kann man aber oft auch auf diese Kompatibilität verzichten. Mir persönlich sind zum Beispiel MS-Office-Dateien herzlichst egal. Ein Austausch kommt bei mir, wenn überhaupt, nur als PDF-Datei zustande.

Beruflich ist das oft eine andere Sache. Je nachdem was in der MS-Office-Datei enthalten ist, kann Libre- bzw. Openoffice durchaus Mist anzeigen. Wobei man aber selbst unter den unterschiedlichen MS-Office-Versionen Inkompatibilität feststellen kann, wenn man Pech hat. Bin auf der Arbeit z. B. schon des öfteren mit docx-Dateien beglückt worden. Was aufgrund von einer älteren Office-Version und fehlendem Kompatibilitäts-Plugin recht unlustig war (gut, da kann MS nichts für). Aber selbst die MS-Office-Versionen vor docx waren teilweise auch nicht gerade untereinander kompatibel. Da hat es teilweise auch schon die Formatierung usw. zerlegt.

Da ich seit einigen Monaten verstärkt ods- und odr-Dateien von Leuten bekomme, mit denen ich beruflich zu tun habe, kann ich aber feststellen, dass Microsoft sich da auch nicht mit Ruhm bekleckert. Deren Importfunktion ist gefühlt noch mieser.
 
Ich bin ziemlich frühzeitig auf LibreOffice umgestiegen, da mir der Weg den Oracle eingeschlagen hat, von Anfang an nicht gefallen hat und auch mindestens eine Sicherheitslücke monatelang nicht behoben wurde (ebenfalls noch unter Oracle). Das LibreOffice instabiler war bzw. ist, konnte ich, bei dem was ich damit mache, aber nicht feststellen.
ACK. Genauso ist es auch bei mir. Vielleicht liegen aber auch die Probleme unter Umständen nur in der Windows-Version, die ich zumindest mangels Windows nicht nutze.

Aber im Unternehmensumfeld kommt man leider bisher einfach nicht an MS Office vorbei. Wenn ich mir anschaue, wie viele VBS-gesteuerte Excel-Spezialdokumente (inkl. Autoupdate, PDF-Generierung, etc.) wir teilweise noch haben, bei denen es schon an ein Wunder grenzt wenn diese unter einer anderen MS-Office-Version laufen. Ich frage mich bis heute, wie masochistisch derjenige war, der diese Dokumente erstellt hat.


Grüße
Thomas
 
Jep, wenn VBS im Spiel ist, kann man Open- bzw. LibreOffice vergessen. Im Grunde reicht aber schon der falsche Nutzer, egal bei welcher Office-Suite. Habe ich erst vor ein paar Monaten gesehen, als wir von MS Office 2003 auf eine aktuelle Version umgestellt haben. Ein Kollege (normaler Nutzer, wenig IT-Hintergrund), hat sich über Jahre diverses Zeug wie Makros zusammengeklickt. Bisher gab es wohl bei keiner Umstellung Probleme. Dieses mal leider schon. Dokumentation gab es natürlich keine. Und was er vor x Jahren zusammengeklickt hat, kann er jetzt natürlich nicht mehr sagen, nur was am Ende rauskommen soll. War das ein Spass. Lief am Ende auf einen kompletten Neuentwurf inkl. Dokumentation hinaus.
 
Bei welchen Funktionen hat es bei dir euch Probleme gegeben?
Ich bin froh, wenn ich um 3 noch weiß, was es um 1 zu Mittag gab - obwohl ich's selbst zubereitet habe und du willst wissen, welche konkreten Probleme es mit LibreOffice vor Monaten und Jahren gab? :D
Ich glaube das "Problem" lag darin, dass es ständige Programmabstürze gab, vom Start über die Bearbeitung bis zum Beenden der Programme. Wenn man sich 3 Tage damit gequält hat, fliegt die Suite als unbrauchbar in die Tonne, ohne dass ich mich näher mit dem Warum beschäftige, denn gleichzeitig liefen andere Office Pakete stabil. Übrigens, wie im ersten Post erwähnt, unter Ubuntu. Da kann man die Schuld mal nicht auf MS abwälzen. ;)
 
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Ich habe Kontakt zu beiden Teams und konnte die Spaltung nie für gut halten. Es ist schlichtweg sinnlos, sich bei einem so umfangreichen Projekt aufzuspliten, auch wenn die Spaltung ihre Gründe hatte. Das Qualitätsmanagement ist bei beiden Projekten offenbar sehr unterschiedlich oder war es zumindest, solange ich das beobachtet habe.
 
Es ist schlichtweg sinnlos, sich bei einem so umfangreichen Projekt aufzuspliten, auch wenn die Spaltung ihre Gründe hatte.

Wie hätte man es sonst lösen können? Oracle hat sich nach meinem Kenntnisstand herzlich wenig um OpenOffice geschert. Rescourcen wurden wenig bis keine zugeilt und wohin die Reise geht, wusst scheinbar auch so recht keiner. Die Marke OpenOffice wollten sie auch nicht übertragen. Hier dann auf einem Boot weiterzumachen, bei dem sich die Manschaft nicht eins ist und man keine Ahnung hat ob es bereits sinkt, halte ich für die falsche Vorgehensweise. Das hätte sonst vermutlich im worst case dazu geführt, dass OpenOffice eingestampft worden wäre. Das kann es ja auch nicht sein.

Und schlecht geht es LibreOffice nun ja nun wirklich nicht. Es hat bei fast jeder Distribution OpenOffice abgelöst, wird aktiver weiterentwickelt als OpenOffice, hat viele Verbesserungen, wenn auch hauptsächlich unter der Haube, erfahren und bei der Document Foundation sind durchaus einige namhafte Leute dabei. Von daher ist das in dem Fall schon ein sinnvoller und erfolgreicher Fork meiner Meinung nach. Lediglich, dass OpenOffice keinen Code von LibreOffice übernehmen kann, umgekehrt aber schon (wegen der unterschiedlichen Lizenzen) ist jetzt nicht das Gelbe vom Ei.
 
Habe mich bisher nie groß gekümmert um diese beiden Programme, da ich kein Geld für Microsofts Office ausgeben wollte und nur OpenOffice als Alternative kannte habe ich dieses seit Jahren genutzt.
Um ehrlich zu sein habe ich LibreOffice erst Mitte bis Ende letzten Jahres durch meine Uni kennengelernt da es dort auf den Rechnern installiert ist.
Aber es scheint ja so als würde LibreOffice mit mehr Updates verrsorgt werden als OpenOffice, vielleicht wäre da mal nen Umstieg nicht schlecht.
Zudem hatte ich mal auf einem Uni Rechner mal irgendwas geschrieben gehabt und als ich die Datei dann Zuhause auf meinem Rechner mit OpenOffice weiterführen wollte musste ich mich ein klein wenig umstellen da die Eingabe etwas anders ist unter OpenOffice, glaube es war bei der Eingabe Mathematischer Formeln.
Da wäre es schon nicht schlecht in der Uni und Zuhause das gleiche Programm zu benutzen um es einfacher zu machen.
 
Aber selbst die MS-Office-Versionen vor docx waren teilweise auch nicht gerade untereinander kompatibel. Da hat es teilweise auch schon die Formatierung usw. zerlegt.

Das kann ich unterschreiben, da gibts selbst mit aktuellen Versionen noch Probleme. Erstell mal ein Dokument mit dem aktuellsten Office für Windows und guck dir das dann mit dem aktuellsten Office für Mac an. Viel Spaß beim neuformatieren. :D

Ich persönlich bin mit keiner der Office-Lösungen (egal ob OpenOffice-Derivat oder MS Office) rundum glücklich, da etwas anspruchsvollere Sachen häufig nur mit etwas gefrickel oder auch gar nicht zu realisieren sind. Daher nehm' ich für alles was über einen Brief hinaus geht LaTeX (was vom Funktionsumfang her Word, PowerPoint und Visio komplett abdeckt) und für sehr einfache Sachen Apples Pages (da schnörkellose GUI).
 
Das kann ich unterschreiben, da gibts selbst mit aktuellen Versionen noch Probleme. Erstell mal ein Dokument mit dem aktuellsten Office für Windows und guck dir das dann mit dem aktuellsten Office für Mac an. Viel Spaß beim neuformatieren. :D
Weil M$ auch alles dafür tut, inkompatibel zu bleiben.
Würden einfach alle auf Software umsteigen die die offenen Office-Formate (odt, ods,...) richtig unterstüzt, würde sich das Problem M$ sowieso bald in Luft auflösen.
 
Die Meldung über die OpenOffice-Downloads kommt durchaus überraschend. Hätte nicht gedacht, dass nach den Umstieg nahezu sämtlicher Distributionen auf LibreOffice noch soviele Leute OpenOffice runterladen.

Btw. mit den Ribbons von M$ bin ich bis heute noch nicht warm geworden, obwohl ich durch die Arbeit mehr M$-Office als LibreOffice benutz. Ich such mir da noch immer 'n Wolf. Aber egal, ich hab zwar ein legales M$-Office 2013 bei mir rumliegen, da ich das über die Firma bekommen hab. Es ist aber höchst unwahrscheinlich, dass ich das jemals installieren werd.
 
Btw. mit den Ribbons von M$ bin ich bis heute noch nicht warm geworden, obwohl ich durch die Arbeit mehr M$-Office als LibreOffice benutz. Ich such mir da noch immer 'n Wolf.

Da frag ich mich auch ganz ehrlich, wer auf die Idee gekommen ist, dass dieses Konzept der Usability irgendwie zuträglich sein könnte. Besonders merkwürdig finde ich, dass es selbst in professioneller Software wie MATLAB inzwischen Einzug gehalten hat.
Aber irgendwie wird Microsoft gern als Referenz genommen, egal ob mit guten oder schlechten Änderungen. Die waren ja auch die ersten, die meinten, die seit Jahrzehnten etablierten Tastaturkürzel (z.B. Fett, Unterstreichen und Kursiv) ändern zu müssen, und alle anderen haben es nachgemacht. :rolleyes:

Die große Download-Anzahl kommt mit Sicherheit nicht von den Linux-Usern (die haben in der Regel eh Office dabei), sondern von Windows. Die Marke "OpenOffice" ist eben doch recht etabliert und bekannt, LibreOffice (und die dahinterstehende Verknüpfung zu OpenOffice) sagt dem 0815-User nix.
 
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