„Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Interne



Julia Reda, Abgeordnete der Piraten im Europäischen Parlament, , dass die Regierungen Frankreichs, Spaniens und Portugals, laut einigen letzte Woche , Internet-Plattformen dazu zwingen möchten, „Zensurmaschinen“ in Form von Uploadfiltern zu installieren, die alle Uploads überwachen und so Urheberrechtsverletzungen verhindern sollen.



Bei seiner Entstehung gab es im Netz noch alles für jeden – immer und überall, es gab Transparenz, Grenzenlosigkeit und Freiheit, ohne dass die Regierungen dieser Welt maßgeblich eingriffen. Alles geschah ohne große neue Gesetzesvorhaben oder Verfassungsänderungen. Doch nun wollen viele es zu einem Werkzeug zur Durchsetzung eigener Interessen machen. Regierungen beginnen, seiner habhaft zu werden, wollen es kontrollieren, aber auch Konzerne bemächtigen sich des Netzes. Das Internet als freiheitliche Idee ist bedroht wie nie zuvor.



Aus einem letzte Woche veröffentlichten Dokument von Statewatch geht nun hervor, dass die Regierungen von Frankreich, Spanien und Portugal darauf drängen würden, das Netz zu verändern – weg von der Offenheit, hin zu strikter Kontrolle. Sie wollen mit ihrem Vorschlag, Uploadfilter einzusetzen, einen kontroversen Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission noch weiter verschärfen. Julia Reda vergleicht diese angestrebte Zukunft mit dem Kabelfernsehen: dort würden „einige wenige große Unternehmen bestimmen, wer zu Wort kommt.“

Geplant ist, dass Internetplattformen „Zensurmaschinen“, also Uploadfilter, installieren sollen, die sämtliche Uploads überwachen und somit zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen beitragen sollen. Zudem sollen die Plattformen künftig Dateien, die einmal als Urheberrechtsverletzung eingestuft worden sind, automatisch entfernen müssen – unabhängig davon, in welchem Kontext sie hochgeladen wurden. Folglich würde alles, was hochgeladen wird, durch Filter geleitet werden unter aufmerksamer Kontrolle großer Medienunternehmen. Julia Reda spricht in dem Zusammenhang davon, dass die Medienunternehmen damit ein Vetorecht über Uploads im Netz erhalten würden. „Diese Filter wären nicht in der Lage, zu erkennen, wann eine Verwendung eines Werkes gerechtfertigt und legal ist, z.B. in Zitaten oder Parodien“, so Reda weiter. Das Beispiel YouTube, wo diese Filter bereits zum Einsatz kommen, zeigt bereits, dass durch sie oftmals auch legale Inhalte entfernt werden. Weiterhin geplant wäre die Abschaffung des Haftungsschutzes von Internetplattformen, was für viele von ihnen das Aus bedeuten würde und sich auch ungünstig auswirken würde auf die Bildung neuer Plattformen.

In ihrem Schlusswort weist Julia Reda darauf hin, wie wichtig es gerade jetzt ist, dass diese Pläne von uns keine Unterstützung finden, sollten wir uns noch Freiheiten bewahren wollen:

„Für die meisten von uns würde das Internet dann ähnlich wie das Fernsehen funktionieren: Konsumieren könnten wir, aber teilnehmen nicht. […] Wir müssen verhindern, dass das Internet zu einer Art Kabelfernsehen im Interesse einiger weniger großer Unternehmen wird.“

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)






Autor: Antonia
 
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Wenn dieses "Internet" die Anforderungen nicht mehr erfüllt, bauen wir halt ein neues.
 
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Ich hab schon ohne Internet gelebt, als die meisten Kinder von heute noch nichtmal Sperma waren ... ich kann notfalls auch wieder ohne Internet leben.
 
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Ist ein VPN-Server eine "Internet-Plattform"? Ich sehe Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieses ehrenwerten Projekts.
 
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Julia Reda spricht in dem Zusammenhang davon, dass die Medienunternehmen damit ein Vetorecht über Uploads im Netz erhalten würden. „Diese Filter wären nicht in der Lage, zu erkennen, wann eine Verwendung eines Werkes gerechtfertigt und legal ist, z.B. in Zitaten oder Parodien“, so Reda weiter.
Ja, das hatten wir ja schon...

Aber ansonsten verstehe ich gerade nicht, wie man z. B. bei einem verschlüsselten RAR-Archiv mit entsprechend kompliziertem Kennwort erkennen will, dass da eine Urheberrechtsverletzung drin ist. Das dürfte aber auf etliche der Dateien zutreffen, wenn man mal von Streamingdiensten absieht. Also von daher ist das vermutlich wieder eine Totgeburt, was den ursprünglich angedachten Einsatzzweck betrifft.
 
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Wie soll eine solche "Zensurmaschine" ein verschlüsseltes Archiv mit einem Dateinamen erkennen können der keine Rückschlüsse auf den Inhalt ermöglicht?

Dürfte also wirkungslos sein.
 
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Über rar braucht man sich erst mal keine Gedanken zu machen, wenn das ganze eh unwahrscheinlich ist. Nicht nur die dt. Bundesregierungen hat bereits ernsthafte rechtliche Bedenken geäußert, ebenso habe Länder wie Tschechien, Finnland, Belgien, Irland, die Niederlande und Ungarn diesbezüglich bereits kritische Fragen eingereicht.
 
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Das dürfte aber auf etliche der Dateien zutreffen, wenn man mal von Streamingdiensten absieht.
Ich glaube dass es genau darum geht.
Die OCHs sind eine Randerscheinung - in diesem Forum nicht, aber auf alle gerechnet schon.

95%(Schätzung) nutzen die Kino.to-Abspaltungen - so bald man was runterladen oder gar installieren muss, wird es Otto-Normaldau zu kompliziert/aufwändig.
Dem ist auch ICQ, Skype,... zum Opfer gefallen - Facebook muss man nicht installieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: „Zensurmaschinen“: Beendet der Einsatz von Uploadfiltern bald die Freiheit im Int

Entweder geht es um "Wir tun was!" oder um mißliebige Webseiten zu sperren.
 
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